Postkarte aus … Aix-en-Provence

Charmant mit Schnauzer: der Ober einer Brasserie. Foto: Hilke Maunder
Charmant mit Schnauzer: der Ober einer Brasserie. Foto: Hilke Maunder

Viele Franzosen träumen davon, hier zu wohnen. Aix-en-Provence ist für sie der Inbegriff von Provence – vornehm, elegant, voller Kultur und Lebensqualität. Für junges Flair in der alten Hauptstadt sorgen Studenten aus aller Welt. Nicht nur Künstler begeistert die Montagne Sainte-Victoire, die Cézanne so liebte.

Aix-en-Provence: Altstadtgasse. Foto: Hilke Maunder
Voller Charme: die Altstadtgassen von Aix. Foto: Hilke Maunder

Als erste Stadt auf gallischem Boden wurde Aix um 122 v. Chr. als Colonia Aquae Sextiae Salluviorum gegründet. Seine Glanzzeit begann im späten 12. Jahrhundert, als die Grafen der Provence Aix zur Hauptstadt und ihre Residenz zum Synonym für Kultur, Eleganz und Lebensart machten.

Jean-Baptiste d'Albertas ließ für die Place d'Albertas einst zahlreiche Häuser abreißen. Erst 1912 kam der Brunnen hinzu, geschaffen von Ingenieuren der städtischen Kunstgewerbeschule. Foto: Hilke Maunder
Jean-Baptiste d’Albertas ließ für die Place d’Albertas einst zahlreiche Häuser abreißen. Erst 1912 kam der Brunnen hinzu, geschaffen von Ingenieuren der städtischen Kunstgewerbeschule. Foto: Hilke Maunder

Wirtschaft und Handel blühten. 1409 folgte die Gründung der Universität, die heute fast 40.000 Studierende zählt. Doch niemand hat Aix so geprägt wie der „gute König“ René (1409 – 1480), der in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhundert in Aix herrschte. René I. machte seinen Hof in Aix zum Hochburg der Kultur und Wissenschaft.

Das Rathaus von Aix-e n-Provence mit der Tour de l'Horloge. Foto: Hilke Maunder
Das Rathaus von Aix-en-Provence mit der Tour de l’Horloge. Foto: Hilke Maunder

Was der gute König hinterließ

Zu seiner Hochzeit  mit Jeanne de Laval im Jahr 1473 soll der Herzog von Anjou höchstpersönlich ein köstliches Naschwerk erfunden haben, um den  traurigen Blick seiner Zukünftigen aufzuheitern. Ob die Legende, die sich um die calissons d’Aix rankt, stimmt?

In solch einer Form wurden einst die Calissions bei Roy René gefertigt. Foto: Hilke Maunder
In solch einer Form wurden einst die Calissons bei Roy René gefertigt. Foto: Hilke Maunder

Bei der Confiserie du Roy René zaubert das Mandelgebäck sofort ein zufriedenes Lächeln aufs Gesicht. Zumal auch die calinoux, califigues, calipruneaux und calicitrons nicht minder köstlich sind. Ihr wollt calissons nachbacken? Hier gibt es das Rezept!

Das Denkmal für den guten König am Cours Mirabeau. Foto: Hilke Maunder
Das Denkmal für den guten König am Cours Mirabeau. Foto: Hilke Maunder

Eine Statue auf dem Cours Mirabeau erinnert in Aix an den letzten Herrscher der Provence. Nach Renés Tod integrierte Ludwig XII. die vorher unabhängige Grafschaft in den französischen Staat.

Der verkehrsberuhigte Cours Mirabeau. Foto: Hilke Maunder
Der verkehrsberuhigte Cours Mirabeau. Foto: Hilke Maunder

1501 wurde Aix Sitz des provenzalischen Parlaments. Doch mit der Französischen Revolution endete die Glückssträhne der Stadt. Das Regionalparlament wurde nach Marseille verlegt.

Der Moosbrunnen des Cours Mirabeau. Foto: Hilke Maunder
Der Moosbrunnen des Cours Mirabeau. Foto: Hilke Maunder

Niedergang und neue Blüte

Aix, Jahrhunderte lang die starke Rivalin, versankt in die Bedeutungslosigkeit. Während Marseille boomte, war Aix bis 1939 kaum über die historische Altstadt hinaus gewachsen.

Ein Modegeschäft an der Place de Verdun. Foto: Hilke Maunder
Ein Modegeschäft an der Place de Verdun. Foto: Hilke Maunder

Das änderte sich erst, als nach dem Ende der Kolonialkriege die Nachkommen französischer und spanischer Siedler mit französischer Staatsangehörigkeit – pieds noirs – ins Land strömten.

Die Place des Cardeurs von Aix-en-Provence. Foto: Hilke Maunder

Aix baute uniforme Hochhausviertel und vervierfachte seine Einwohnerzahl. Im dritten Millennium entstand zwischen den Wohnvierteln im Westen und der historischen Altstadt auf dem einstigen Gelände von Güterbahnhof und Glasfabrik das neue Vorzeigeviertel von Aix: Sextius Mirabeau.

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Geschickt hat Oriol Bohigas mit seinem Team die Wahrzeichen der Stadt neu interpretiert. Seine Architektur greift den gelben Sandstein, die Allées Provençales von Aix auf, und interpretiert sie neu. Auch die Silhouette der Montagne Sainte-Victoire greift die Baukunst des Quartiers auf. Auch Kultur und Studentenflair holte der Katalane in den neuen Stadtteil.

Bei der Place de l’Hôtel de Ville, Foto: Hilke Maunder
Bei der Place de l’Hôtel de Ville, Foto: Hilke Maunder

Kreuz und quer durch Aix

Prachtvolle Palais, Platanenalleen, große Plätze und viele Brunnen: Aix ist Provence pur. Der beste Auftakt zum Stadtbummel: die Fontaine de la Rotonde gleich gegenüber des Office du Tourisme. Der Springbrunnen des Ingenieurs Théophile de Tournadre  wurde 1860 eingeweiht.

Die Fontaine de la Rotonde. Foto: Hilke Maunder
Die Fontaine de la Rotonde. Foto: Hilke Maunder

Zwölf Meter hoch und 41 Meter breit Bildet der Springbrunnen den Auftakt  zur Flaniermeile des Cours Mirabeau, den legendäre Cafés und Brasserien säumen.

Dazu gehört auch die Brasserie Grillon mit ihren geschmückten Speisesälen auf zwei Geschossen und der großen Terrasse direkt am verkehrsberuhigten Cours Mirabeau.

Das Obergeschoss der Brasserie Grillon. Foto: Hilke Maunder
Das Obergeschoss der Brasserie Grillon. Foto: Hilke Maunder
Schlemmen mit Aussicht auf die Flaniermeile: im Obergeschoss der Brasserie Grillon. Foto: Hilke Maunder
Schlemmen mit Aussicht auf die Flaniermeile: im Obergeschoss der Brasserie Grillon. Foto: Hilke Maunder
Guckfenster ins Erdgeschoss. Foto: Hilke Maunder
Guckloch ins Erdgeschoss. Foto: Hilke Maunder

Etwas Grusel gefällig? Die Flaniermeile der Stadt entstand 1651 als zentraler Schauplatz der Hinrichtungen! Mitte des 17. Jahrhunderts wurde am Cours Mirabeau 38 das Hôtel Maurel-de-Pontevès im opulenten Stil des Barock erbaut.

Doch die wirklichen Hingucker sind die Atlanten, die den Balkon stützen. Mit ihnen hob Jacques Fossé die Residenz unter den anderen prunkvollen Palais hervor.

Die Kraftprotze des Hôtel Maurel-de-Pontevès am Cours Mirabeau. Foto: Hilke Maunder
Die Kraftprotze des Hôtel Maurel-de-Pontevès am Cours Mirabeau. Foto: Hilke Maunder

Eindrucksvoll versinnbildlichte der Architekt mit diesen Kraftprotzen in Stein den sagenhaften Aufstieg seines Besitzers. Pierre Maurel hatte sich vom einfachen Tuchhändler bis zum Chef der königlichen Finanzen emporgearbeitet. 1639 wurde er sogar geadelt. 1645 nahm er sich Diane de Poitiers zur dritten Frau.

Aix-en-Provence: Prunk und Pracht: die Stadtpalais von Aix. Foto: Hilke Maunder
Prunk und Pracht: die Stadtpalais von Aix. Auch die Stadtverwaltung residiert feudal in einem solchen Palais. Foto: Hilke Maunder

Südlich des Boulevards beginnt das vornehme Mazarin-Viertel. Ähnlich repräsentativ ist die nördlich des Cours Mirabeau gelegene Altstadt von Aix. Ihr findet dort Adelspaläste des 17. und 18. Jahrhunderts, Boutiquen und Bars. Und  grandiose Kirchen.

Aix en Provence: Cathédrale St-Sauveur. Foto: Hilke Maunder
In der Cathédrale Saint-Sauveur. Foto: Hilke Maunder

Die Cathédrale Saint-Sauveur in der rue de Gaston-de-Saporta birgt das berühmte Triptychon „Der brennende Dornbusch“.  Nicolas Froment schuf es im 15. Jahrhundert. Die herrlichen Altstadtplätze bevölkern Terrassencafés.

Bei der Place de l’Hôtel de Ville, Foto: Hilke Maunder
Überwältigend in seiner Auswahl, Farbigkeit und den vielen alten Sorten: der Wochenmarkt auf der Place Richelme. Foto: Hilke Maunder

Auf der Place Verdun gibt es Dienstag und Donnerstag Handwerk und Trödel. Auf der Place Richelme findet jeden Morgen ein bunter Gemüsemarkt statt.

Place Richelme. Foto: Hilke Maunder
Place Richelme. Foto: Hilke Maunder

Auf der Place de l’Hôtel de Ville verkaufen die Markthändler vor der 250 Jahre alten Ancienne Halle aux Grains (Getreidehalle, heute Postamt) und dem italienisch inspirierten Rathaus samt Uhrturm morgens Mimosen und andere provenzalische Blumen.

Mimosen - auf dem Blumenmarkt von Aix-en-Provence werden sie verkauft! Foto: Hilke Maunder
Mimosen – auf dem Blumenmarkt von Aix-en-Provence werden sie verkauft! Foto: Hilke Maunder

Im Südwesten grenzt die Altstadt an das Forum Culturel. Der 2006 errichteten Kulturkomplex birgt vier Kulturstätten. Neben dem  Grand Théâtre de Provence (GTP) von Vittorio Gregotti findet ihr dort auch den Pavillon Noir von Rudy Ricciotti für das Centre Chorégraphique National.

Die japanische Falttechnik Origami diente Kengo Kumaqu als Vorbild für sein Conservatoire Darius Milhaud. Die Cité du Livre bildet die neue Stadtbibliothek.

Der zentrale Busbahnhof von Aix-en-Provence. Foto: Hilke Maunder
Der zentrale Busbahnhof von Aix-en-Provence. Foto: Hilke Maunder

Ein architektonischer Hingucker ist auch die 2014 eröffnete gare routière, der Busbahnhof von Aix. Jean-Marie Duthilleul entwarf ihn mit einer  Reihe von durchbrochenen Metallbögen. Mit einer Länge von 210 Metern bilden sie das Gerüst für eine der größten öffentlichen vertikalen Grünflächen Frankreichs.

Grüne und blaue Klimawände

700 Quadratmeter groß: die größte Wasserwand Europas. Foto: Hilke Maunder
700 Quadratmeter groß: die größte Wasserwand Europas. Foto: Hilke Maunder

In unmittelbarer Umgebung des Konservatoriums verbessert seit 2014 die größte Wasserwand Europas das Stadtklima. Auf der Südfassade der Eisenbahnbrücke über die Avenue Juvénal entwarf der französische Designer Christian Ghion seinen mur d’eau.

Über die 700 Quadratmeter große und 17 Meter hohe Wasserwand fließen 50 Kubikmeter Wasser rund um die Uhr, tagein, tagaus, die Fassade hinab, werden aufgefangen und wiederverwendet.

Nachts setzen leistungsstarke LED-Scheinwerfer die Wasserwand in Szene. Was sie bewirkt, zeigt sich besonders im Sommer. Die Wasserwand gleicht Klimaschwankungen aus und verhindert Wärmeinseln. Sie sorgt so für weniger Hitze und Staub in der alten Stadt.

Die <em>mur végétal</em> von Patrick Blanc. Foto: Hilke Maunder
Der mur végétal von Patrick Blanc. Foto: Hilke Maunder

Auf ihrer Nordseite gestaltete Patrick Blanc auf 650 Quadratmetern einen grünen Mikrokosmos. Jener filtert die Luft, produziert Sauerstoff, senkt den Kohlendioxid-Anteil und verbessert so ebenfalls das Mikroklima.

Begrünte Fassaden können bei Regen Wasser viel besser aufnehmen als Stadtbäume am Boden. Drahtgeflecht und Filz halten die rund 20.000 Pflanzen der „grünen Lunge“ des Stadtviertels Sextius-Mirabeau, in dem sonst der Stein dominiert.

Cézanne hautnah

Aix-en-Provence: das Atelier von Cézanne. Foto: Hilke Maunder
Alles ist im Atelier von Cézanne so geblieben, als sei der Maler nur mal eben kurz fortgegangen. Foto: Hilke Maunder

Oberhalb von Aix richtete Paul Cézanne 1902 in Les Lauves seine letzte Werkstatt ein – fast scheint es, als sei der Maler nur eben schnell fortgegangen, so lebendig und originalgetreu ist das Atelier von Cézanne erhalten. Hier stelle ich es vor.

Im alten Priorat des Malteserorderns hatte Cézanne einst eine kostenlose Zeichenschule besucht. Dort zeigt an der Place Saint-Jean de Malte heute das Musée Granet zehn Gemälde von Cézanne. Das elterliche Anwesen von Cézanne erhob sich auf einem Hügel des Jas de Bouffan-Viertels.

Aix-en-Provence: Musée Granet. Foto: Hilke Maunder
Das Musée Granet. Foto: Hilke Maunder

Hier findet ihr heute das monumentale Rechteck der Fondation Vasarely mit geometrischen Formen in Weiß und Schwarz, die Vasarely 1976 noch selbst auf die Fassade gemalt hat. Drinnen zeigen sieben Hexagone 44 Op-Art-Werke des ungarischen Künstlers.

Das vermeintlich schönste hôtel particulier von Aix verwandelte sich 2015 für 13 Millionen Euro in das Caumont Centre d’Art. Dort zeigt seitdem Culturespaces hochkarätige Sonderschauen.

Hôtel Caumont. Foto: Pressebild Office de Tourisme d'Aix/C. Michel
Das Hôtel Caumont. Foto: Pressebild Office de Tourisme d’Aix/C. Michel

Eröffnet wurde es mit der ersten Canaletto-Retrospektive Europas seit 1982. 2016 folgte eine große Turner-Schau, 2019 Chagall, 2020 Joaquín Sorolla. 2021 war der französisch-chinesische Künstler Zao Wou-Ki zu sehen.

Picasso in Aix?

Die Pläne für ein Museum, das Pablo Picasso und seiner zweiten Frau Jacqueline Roque gewidmetsein solllte und 2021 Aix-en-Provence eröffnen sollte, liegen vorerst auf Eis.

Schuld daran sind die gescheiterten Verhandlungen zwischen der Stadtverwaltung der französischen Stadt und Jacquelines Tochter und Picassos Stieftochter Catherine Hutin-Blay.

Vor der Église de la Madeleine unterhält ein Straßenmusiker mit Gitarrenmusik. Foto: Hilke Maunder
Vor der Église de la Madeleine unterhält ein Straßenmusiker mit Gitarrenmusik. Foto: Hilke Maunder

Das Museum sollte  in ein altes Kloster im Herzen von Aix-en-Provence einziehen. Die Stadtrat hatte 2017 dem Verkauf des  Konvents und des Collège des Prêcheurs wie auch des Déambulatoire der Église de la Madeleine für 11,5 Millionen Euro an die Picasso-Erbin zugestimmt.

Die Immobilie sollte die weltweit größte Sammlung des Künstlers beherbergen, mit bisher mehr als 2.000 Exponaten, darunter 1.000 Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Keramiken und Fotos aus den Jahren 1953-1973. Ob das Museum noch Wirklichkeit wird, oder die Pläne final gescheitert sind, wird der Lauf der Zeit zeigen. 

Schlemmen im Innenhof eines Stadtpalaist: die <em>Librairie de l'Hotel Boyer d'Eguilles</em>. Foto: Hilke Maunder
Schlemmen im Innenhof eines Stadtpalaist: die Librairie de l’Hotel Boyer d’Eguilles. Foto: Hilke Maunder

Aix-en-Provence: meine Reisetipps

Schlemmen & genießen

Le Petit Verdot

Zur traditionellen Bistroküche von Raphaël Jordy empfiehlt Jean-Yves Cuppari aus der reichen Auswahl der gemütlichen Weinbar den passenden Tropfen.
• 7, rue d’Entrecasteaux, Tel. 04 42 27 30 12, www.lepetitverdot.com

Chez Charlotte

Eine Institution in Aix ist Chez Charlotte. Bei ihr kommen die Klassiker aus Großmutters Küche frisch und lecker auf den Tisch.
• 32, rue des Bernardines, Tel. 04 42 26 77 56, www.facebook.com/Chez-Charlotte

Restaurant Molène

Nach einer Insel seiner heimatlichen Bretagne benannte Mickaël Féval sein zweites Restaurant. Die Küche besticht mit präzise zubereiteten frischen Fisch- und Meeresfrüchtegerichte.
• 31, Rue Manuel, 13100 Aix-en-Provence, Tel. 04 42 39 81 88, https://restaurantmolene.com

Il était une fois

Seit 2013 verwöhnten Julie und Joan Sampietro in Aix mit feiner wie frischer und kreativer Bistronomie.
• 4, rue Lieutaud, 13100 Aix-en-Provence, Tel. 04 42 58 78 56, www.iletaitunefois-aix.fr

Pâtisserie und Confiserie Béchard

Seit 1870 eine Institution von Aix. Verkäuferinnen in schwarzen Kleider und weißen Schürzen servieren euch köstliche Kuchen und typisch provenzalisches Gebäck.
• 12, cours Mirabeau, Tel. 04 42 26 06 78, https://maisonbechard.fr

Genuss-Shopping

Fromagerie Savelli

Köstliche Ziegenkäse, von André Savelli höchstpersönlich affiniert.
• 9, rue des Marseillais, Tel. 04 42 23 16 84, www.facebook.com/Fromagerie-Savelli

La Maison du Nougat

Nougat von klassisch bis kreativ findet ihr bei Laëtitia Dubois und ihrem Vater im Herzen der Altstadt in der Maison du Nougat.
• 20, rue Gaston de Saporta, 13100 Aix-en-Provence, Tel. 09 81 24 72 22, www.maisondunougat.com

Puyricard

Verführung im Quadrat: die Schokolade von Puyricard. Foto: Hilke Maunder
Verführung im Quadrat: die Schokolade von Puyricard. Foto: Hilke Maunder

Feinste Schokolade pur von Milch bis Herb, dazu Kreationen mit Pistazie, Kaffee und sogar Blattgold: Die entreprise de patrimoine vivant Puyricard beschert seit drei Generationen Naschkatzen höchste Glücksmomente. 1967 hatte die Familie Roelandts ihre Schokomanufaktur gegründet, die heute mit 22 Filialen in der gesamten Provence präsent ist.
Das Sortiment der hausgemachten Schokoträume ergänzen die pure origine-Tafeln mit Schokolade aus Vietnam, Peru, Jamaika und anderen kakaoproduzierenden Staaten. Wie beim Wein lassen sich die einzelnen terroirs erschmecken!
• 7-9, rue Rifle-Rafle und 11, Cours Mirabeau, 13100 Aix-en-Provence, Tel. 04 42 21 13 26, www.puyricard.fr

Philippe Segond

<em>Saint-Honoré </em>neu interpretiert. Foto: Hilke Maunder
Saint-Honoré neu interpretiert. Foto: Hilke Maunder

Mit lauter Küchlein, die mit S beginnen, verführt Philippe Segond die Sinne – und wechselt wie in der Haute Couture jede Saison sein Sortiment. Hinter seinem Salto verbirgt sich ein Crumble mit Erdbeercreme und Rosmarin.

Sein Saint-Sauveur ist eine kreative Interpretation des Kuchenklassikers Saint-Honoré. Beim Snob trifft Biskuit auf Mandel. Sein Saint-Saturnin birgt türkische Baglama-Feigen. Wie ein Calisson geformt ist der Saint-Victoire, dessen Oberfläche die Farbpalette des Malers Cézanne widerspiegeln soll.

Reinste Verführung: die Kuchen von Philippe Segond. Foto: Hilke Maunder
Reinste Verführung: die Kuchen von Philippe Segond. Foto: Hilke Maunder

Die Konditorkunst ist tief in den Genen des Meilleur Ouvrier de France (MOF) verwurzelt. Mütterlicherseits reicht die Pâtissier-Linie bis ins Jahr 1780 zurück.
• 67, Cour Mirabeau, 13100 Aix-en-Provence, Tel. 04 42 38 19 69, www.philippesegond.fr

Roy René

Auch die kandierten Früchte der Provence findet ihr bei Roy René. Foto: Hilke Maunder
Auch die kandierten Früchte der Provence findet ihr bei Roy René. Foto: Hilke Maunder

1920 gründete Ernest Guillet im Herzen von Aix-en-Provence eine kleine Pâtisserie-Stube und nannte sie La Nougaterie du Roy René. Heute ist daraus ein großer Betrieb entstanden, der im Musée des Calissons am Stadtrand die Firmengeschichte und die Fertigung des berühmten Konfekt aus Aix-en-Provence vorstellt. Calissons, Calinoux, Califigues, Calipruneaux und Calicitrons: Kostet die Klassiker  – und die nicht minder schmackhaften neuen Kreationen!
• 11, Rue Gaston de Saporta, 13100 Aix-en-Provence, Tel. 04 42 26 67 86, www.calisson.com

Events

Festival d’Aix

Sehr abwechslungsreiches Opern- und Musikfestival im Juni/Juli; https://festival-aix.com/fr

Kinder

Frankreichs größter Indoorspielplatz für Kinder von 0-12 Jahren heißt Gulli Parc und lockt mit Playmobilland, Kletterdschungel, Laser-Tag, Riesenrutschen und Mini-Kart.

Der einstige Baggersee an der Durance (25 km nördl.) bei Peyrolles ist heute ein 40 Hektar großes Freizeitparadies mit Bootshafen, bewachtem Badestrand, Beachvolleyball und Spielplätzen.

Montagne Sainte-Victoire mit Pourrières. Foto: Hilke Maunder
Die Montagne Sainte-Victoire mit Pourrières. Foto: Hilke Maunder

In der Nähe

Montagne Saint-Victoire

Vom Puits d’Auzon-Parkplatz am Col des Portes könnt ihr den Kalkriegel erklimmen, den Cézanne 60 Mal auf die Leinwand bannte. Den Spuren des Malers folgt die Karte Sur les pas de Cézanne, die beim Office de Tourisme erhältlich ist. Im Süden ragen die Felswände 500 Meter steil auf. Die Nordflanke prägen flache Hügel.

Les Milles

Mehr als  10.000 Menschen aus 27 Ländern hielt das Vichy-Regime, das mit den Nazis zusammenarbeitete, ab September 1939 in der einstigen Ziegelei von Les Milles gefangen. Zunächst diente das Lager zur Internierung von Deutschen und Österreichern, die in der Gegend um Marseille lebten.

Viele Intellektuelle saßen hier hinter Gittern. Darunter waren auch Deutsche. Berühmte Insassen waren der Maler Max Ernst und die Schriftsteller Lion Feuchtwanger, Walter Benjamin und Golo Mann

Im August 1942 wurde Les Milles abgeriegelt, das Lager zur Wartestation für Juden auf dem Weg nach Auschwitz. 2.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder wurden von Les Milles aus nach Polen deportiert, eng zusammen gepfercht in Viehtransportern. Der harten Haft setzten die Insassen Kultur entgegen.

Seit 2013 ist das zentrale Lager des Vichy-Regimes in Südfrankreich als Site-Mémorial du Camp des Milles eine Gedenkstätte, die mit Ausstellungen und Vorträgen dem Vergessen begegnet.

Heute könnt ihr dort mehr als 500, zumeist satirische, Wandmalereien sehen und viel Kultur erleben. Euch erwarten bewegende Fotodokumentationen und Vorträge.
• 40, chemin de la Badesse, Tel. 04 42 39 17 11, www.campdesmilles.org

Schlafen

La Maison d’Aix

Im Mazarinviertel verwandelte Laure Juhen ein Stadtpalais von 1785 in ein edles Boutiquehotel mit drei großzügigen Zimmern, einer Suite und einem Secret Spa.
• 25, Rue du 4 Septembre, Tel. 04 42 53 78 95, www.lamaisondaix.com

Le Jardin de Marie

Nur wenige Schritte vom Cours Mirabeau entfernt, hat Marie Pontus mit ihrem Partner ein Stadtpalais mit Garten im Mazarinviertel in ein gemütliches B & B verwandelt.
• 47, rue Roux Alpheran, mobil: 06 15 93 65 39, , www.jardindemarie.net

Hôtel Le Condorde

22 bis 27 Quadratmeter groß sind die Zimmer in diesem zentral gelegenen Dreisternehaus. Am ruhigsten sind die Zimmer zum Hof, die auch einen Balkon haben!
• 68, bd du Roi René, Tel. 04 42 26 03 95, www.hotel-aixenprovence-concorde.com

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Das Casino von Aix-en-Provence. Foto: Hilke Maunder
Das Casino von Aix-en-Provence. Foto: Hilke Maunder

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8 Kommentare

  1. Liebe Hilke,
    vielen Dank für deinen wunderbaren Beitrag zu Aix.
    Wir lieben diese Stadt, und jedesmal, wenn wir in der Provence sind, ist eine Visite ein Muss.
    Aber so viele interessante Ecken kannten wir bislang noch nicht.
    Das wird sich ab sofort ändern 🙂
    Viele Grüße aus Deutschlands Süden
    Ursula

    • Das freut mich, liebe Ursula! Ich wünsche euch noch viele schöne Entdeckungen. Und freue mich, wenn ihr dann einmal eure Tipps hier in einem Kommentar verraten. Die Stadt hat so viel zu bieten, einfach wundervoll! Viele Grüße! Hilke

  2. Liebe Hilke,
    danke für die neuen Infos zu Aix. Ich plane nächstes Jahr nahe Aix drei Wochen ab Ende Mai zu verbringen und die Gegend wieder einmal unsicher zu machen. Dein Bericht macht mich schon kribbelig…
    Viele Grüße
    Dagmar

  3. unter “Niedergang und neue Blüte” schreiben sie “Nordafrikaner mit französischen Wurzeln – „pieds noirs“ – ins Land strömten.”
    mais il s’agit en majorité de colons ou descendant de colons français et espagnols ayant la nationalité française qui habitaient l’Afrique du Nord mais pas des Nords Africains.

  4. Sehr schöner Bericht zu Aix, der Stadt die jedes Jahr mehrfach besuche und wenn es nur ein Bummel über den Cours Mirabeau ist. Nicht umsonst lieben auch die Franzosen diese Stadt so sehr. Vielen Dank und liebe Grüße
    Karl-Heinz

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