Bienvenue in Balazuc

Balazuc: Blick auf das Dorf am Ufer der Ardèche. Foto: Hilke Maunder
Balazuc: Blick auf das Dorf am Ufer der Ardèche. Foto: Hilke Maunder

In der Steinzeit siedelten die Menschen unter den Felsüberhängen, später kamen erst die Mauren, dann Karl Martell. Heute haben besonders die Briten, die das Gros der 331 Einwohner stellen, und die Touristen das südfranzösische Flair von Balazuc lieb gewonnen.

Balazuc ist ganz traditionell aus Feldsteinen erbaut. Foto: Hilke Maunder

Balazuc – einer der 100 schönsten Orte Frankreichs

Seine übereinander geschachtelten Häuser, die um die Reste einer Burg an einem 80 m hohen Steilhang an der Ardèche kleben, machen ihn zu einem der schönsten Orte Frankreichs.

Die Auszeichnung sorgt besonders im Sommer für Besucherscharen. Von Juni bis Anfang September drängen sich vom späten Morgen bis frühen Abends viele Besucher  durch die engen Gassen. Besucht wie sie auch die Studios der Kunsthandwerker und Töpfer. Zwei von ihnen zeigen in der Maison des Artisans ihre Arbeiten. Alain Coulibeuf, seit 1983 Töpfer, hat sich schon immer für glasiertes Feinsteinzeug begeistert und brennt sein alltagstaugliches Steingut bei 1300 Grad im Gasofen. Sein Frau ist die Kreative, erfindet Formen und Produkte – darunter auch eine jährlich wechselnde Teekollektion.

Im Herzen von Balazuc. Foto: Hilke Maunder

Über den Terre-Cuits-Dächern erheben sich die  Pfarrkirche Sainte-Marie mit quadratischen Kirchturm und die Ruine der Burg. Von oben habt ihr die beste Aussicht auf das malerische Dorf.

Nach dem Bummel lockt die Ardèche. Dicht an dicht breiten sie ihre Handtücher auf den Felsen am Fluss aus oder baden zwischen den  kleinen Stromschnellen im Fluss, der hier stellenweise so flach ist, dass auch kleine Kinder gefahrlos baden können. Packt euch ein Picknick ein und macht eine Pause am Fluss!  Dass dort einst Dinos ihren Durst stillten, verrät das Museum Ardèche, dass das ganze Jahr hindurch zu Paélodécouvertes lädt, geologischen Spaziergängen.

Die Ardèche hat sich bei Balazuc tief in den Kalk gefräst. Foto: Hilke Maunder

Von Balazuc nach Vieil-Audon

Ich entfliehe dem Trubel der Tagestourismus und laufe zum Öko-Weiler Vieil Audon, in dem die örtliche Kooperative Le Mat gerade junge Leute aus aller Welt in einem Freiwilligencamp bei der Feldarbeit anleitet. In Vieil-Audon wird nur die historische Bausubstanz restauriert, sondern auch eine traditionelle Kulturpflanze der Ardèche wieder angepflanzt: der Maulbeerbaum.

Er ist der „Arbre d’Or“, der Goldbaum der Ardèche – der Brotbaum der bergigen, rauen Region war die Kastanien. Die Blätter des Maulbeerbaumes ernährten Jahrhunderte lang die gefräßigen Raupen, deren Kokons den Rohstoff für die „canuts“, die Weber von Lyon lieferten: Seide. Folgt ihren Spuren in diesem Blogbeitrag.

Doch im späten 19. Jahrhundert sorgte eine ausgedehnte Epidemie der Seidenraupen und der Bau des Suez-Kanals, durch den Europa mit billiger Seite aus Fernost überschwemmt wurden, für den Niedergang des Jahrhunderte alten Handwerks.

Seinen Todesstoß erhielt es 1934 mit der Einführung der Kunstseide Rayon. Heute gibt es nur noch vier Seidenzüchtereien in der Ardèche, die die Tradition fortführen – und ein Musée de la Soie im Château de Roure von La Bastide de Virac.

Balazuc ist auch ein Blumendorf! Überall grünt und blüht es! Foto: Hilke Maunder

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Badespaß für die ganze Familie: die Ardèche bei Balazuc. Foto: Hilke Maunder
Balazuc: Sonnenplätze an der Ardèche. Foto: Hilke Maunder
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2 Kommentare

  1. ja , Balazuc ist ein wundervoller Ort und auf unseren Fahrradtouren abgehend von unsere Urlaubsdomaine Mazet Plage am Chassezac machen wir oft Rast unter der Brücke um allem , was da treibt , paddelt oder schwimmt genießend zuzuschauen .

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