Die schönsten Aussichtspunkte von Nizza

Tolles Panorama: der 360-Gra-Rundblick vom Schlossberg in Nizza. Foot: Hilke Maunder
Tolles Panorama: der 360-Gra-Rundblick vom Schlossberg in Nizza. Foot: Hilke Maunder

Nizza, Paris, Marseille: Ich liebe es, aus der Vogelperspektive Orte und Landschaften zu betrachten. Und mich erst nach dem Besuch der Aussichtspunkte ins Labyrinth der Straßen zu stürzen. In Nizza gibt es dazu gleich mehrere Möglichkeiten. Voilà meine Lieblingsorte.

Nizza-Klassiker: Colline du Château

Hinauf zum berühmten Burgberg führt ein so weiter und anstrengender Fußweg hinauf von der Place Garibaldi. Alternativ könnt ihr beim Bellanda-Turm den Lift benutzen – oder fast ganz hinauf auf den 92 Meter Hügel fahren.

Doch ein Spaziergang hinauf ist viel schöner! Denn bereits von unterwegs eröffnen sich wunderschöne Blicke auf die Stadt. Und den Friedhof, der direkt an eurem Weg liegt.

Der Cimetière Israélite lohnt mich seinen oft prächtig geschmückten wie eindrucksvollem Grabstätten einen Besuch. Genießt für einige Minuten die besinnliche wie friedvolle Atmosphäre dort!

Blick auf den Hafen vom Schlossberg in Nizza. Foto: Hilke Maunder

Der „Festungsfelsen“ erinnert mit seinem Namen an eine Burg, die sich einst auf diesem strategisch sehr gut gelegenen Punkt befand.  Heute gilt die Colline du Château als schönster und auch romantischster Aussichtspunkt der Stadt. Den Hügel bedeckt ein idyllischer Park mit vielen exotischen Pflanzen.

Immer wieder blitzt zwischen den Palmen und Pinien, den Feigen, Kakteen und Johannisbrotbäumen das Mittelmeer auf. Einige Stufen bringen euch zu einem künstlichen Wasserfall, der im Sommer an heißen Tagen für herrliche Erfrischung sorgt.

Das Wasserspiel der Colline du Château. Foto: Hilke Maunder

Die Hügelspitzen teilen sich ein Kinderspielplatz, das Kioskcafé und mehrere Aussichtsplattformen. Besonders schön der Blick von dort oben am frühen Abend zum Sonnenuntergang und zur blauen Stunde. Genießt die weiten Blicke auf die Engelsbucht mit der Promenade des Anglais und dem Strand und der Innenstadt zur einen Seite – sowie über den Hafen und die Küste Richtung Osten zur anderen Seite.

Pünktlich um 12 Uhr wird seit 1860 jeden Tag eine Kanone abgefeuert, um die Einheimischen auf das pünktliche Mittagessen hinzuweisen – eine Tradition, die von Sir Thomas Coventry eingeführt wurde.

Kaum bekannt: Dachgarten des MAMAC

Der Dachgarten des MAMAC von Nizza eröffnet weite Ausblicke auf die Stadt und ihr Umland. Foto: Hilke Maunder

Aussichtspunkte wie diesen gibt es nur wenige in Nizza: Erst Kunst, dann Weitblick: eine perfekte Kombi! Schon von außen ist Musée d’Art Moderne et d’Art Contemporain (MAMAC) von Nizza ein Hingucker. Glasbrücken verbinden seine vier Türme aus Carrara-Marmor. Unter euch rollt der Verkehr. Auf der Fußgängerebene beginnt  am Eingang des Museums die Promenade du Paillon Richtung Meer.

Drinnen birgt das MAMACs auf drei Etagen 400 exemplarische Werke der modernen Kunst von den 1960er-Jahren bis heute. Freut euch auf Vertreter des Neuen Realismus wie Yves Klein, Christo und César. Auf Pop Art von Roy Lichtenstein und Andy Warhols. Auf pralle, bunte Skulpturen von Nike de Sainte Phalle. Und auf Calder und viele andere Künstler!

Blick auf die Altstadt von Nizza von der Dachterrasse des MAMAC. Foto: Hilke Maunder

Nach dem Kunstgenuss solltet ihr unbedingt noch hinauf zur Dachterrasse laufen. Der Blick auf Nizza, das Mittelmeer und die Seealpen im Hinterland ist herrlich! Bis Ende 2014 war dieses Vergnügen gratis. Seit 2. Januar 2015 kostet das Museum Eintritt.

Von dort oben seht ihr manche Ansichten, die nicht so bekannt sind. Wie die Tête Carrée zu euren Füßen. Oder die monumentale wie moderne Interpretation der Acropolis,

Blick vom Dachgarten des Mamac Richtung Norden. Foto: Hilke Maunder

Stadt & Sterne: Observatoire de Nice

Im Osten von Nizza erhebt sich auf dem 372 m hohen Gipfel des Mont Gros die Sternwarte von Nizza. Louis-Raphael Bischoffsheim ließ sie im Jahr 1881 nach Plänen von Charles Garnier 1881 errichten. Seine schwere mobilen Kuppel von Gustave Eiffel war mit einem Durchmesser von 26 Metern einst die größte Europas. 1888 ging die Grande Lunette in Betrieb.

Das 18 m lange Fernrohr mit einer Öffnungsweite von 76 Zentimetern gehörte damals zu den größten Linsenteleskopen der Welt. Doch schon im darauffolgenden Jahr wurde es von einem Fernrohr mit 91 cm Öffnungsweite am Lick-Observatorium übertroffen.

Die Bergsternwarte liegt rund 8 Kilometer vom Zentrum von Nizza entfernt. Wissenschaftlich genutzt wird sie nicht mehr. Aber dennoch lohnt sich die Besichtigung. Nicht nur von der Architektur her. Sondern auch von der Aussicht auf die Stadt und die Bucht. Und vergesst den Picknickkorb nicht! Die Sternwarte liegt in einem 40 Hektar großen Naturpark am Mont Gros!

Blick vom Dachgarten des MAMC Richtung Nordwesten. Foto: Hilke Maunder

Nostalgie zum Fernblick: Cascade de Gairaut

Im  Norden plätschert auf den Collines Niçoises der Wasserfall von Gairaut. Mit seinem Chalet, der Grotte und dem breiten Wasserband erinnert das Denkmal an das Jahr 1883. Seitdem versorgt das Wasser der Vésubie, das über Kanäle nach Nizza geleitet wird, die Stadt. Ganz in der Nähe erhebt sich seit dem 17. Jahrhundert die kleine Kirche des Stadtteils.

Im Friedhof haben zwei einstige Bürgermeister der Stadt, Jean und Jacques Médecin, ihre letzte Ruhestätte gefunden. Lauft jetzt vorbei an Oliven- und Feigenbäumen auf dem alten Chemin de Gairaut am ehemaligen Kanal entlang bis zur Avenue de Rimiez.

Toll, dieser Ausblick auf Nizza, oder? Ihr könnt sie auch bei Seafood-Tartar, Jakobsmuscheln oder einer Pilzpfanne im Restaurant Chez Simon (182, avenue de Rimiez, Tel. 04 93 84 40 61, www.restaurant-simon.com) genießen). Ganz in der Nähe des Wasserfalls serviert das Bäckerei-Bar-Gasthaus L’Autobus seit 1928 authentische Hausmannskost aus Nizza: frittierte Zucchiniblüten und gefüllte Gemüse, Ravioli, Gnocchi mit Pesto und Schmorbraten(142, av. de Gairaut, Tel. 04 93 84 49 88).

Noch mehr Aussichtspunkte

Jardin du Monastère

Im Stadtteil Cimiez ist der einstige Küchengarten der Mönche heute ein wundervoller Obst- und Rosengarten mit herrlichen Ausblick. Auf dem Rasen des Parterre sind Orangen-, Granatapfel- und Zitronenbäume gradlinig gepflanzt. Etwas weiter, am Ende der Hauptallee, versteckt sich ein kleiner Garten mit Wasserbecken, Blumenbeeten und symmetrischen, mit Kieselsteinen und Ziegelsteinen angelegten Wegen.

Fort du Mont Boron

Mitte des 16. Jahrhunderts wurde das Fort du Mont Alban östlich vom Stadtzentrum Nizza errichtet. Die kleine, aber dennoch sehr eindrucksvolle Festung im Mont-Boron-Park lässt sich nur an ausgewählten Terminen besichtigen. Doch die Aussicht ist – selbst ebenerdig im Park – einfach grandios. Im Osten seht ihr Italien, gen Westen blick ihr bis nach Antibes. Und mit einem Fernglas könnt ihr an klaren Tagen sogar Korsika erkennen!

Saint-Jean-Cap-Ferrat

Mit dem Stadtbus kommt ihr gut und äußerst günstig zum Cap Ferrat. Die Halbinsel gehört zum goldenen Dreieck und bietet wunderschöne Aussichten auf das Mittelmeer und Nizza an der Engelsbucht. Auf dem Chemin des Douaniers, dem alten Weg der Zöllner, könnt ihr zu Fuß direkt an der Küste die Halbinsel umrunden. Ihr kommt dabei an berühmten Luxusvillen wie Villa Ephrussi vorbei. Und zu einem Leuchtturm, der sich seit 1827 an der Spitze des Chemin du Phare erhebt.

Der Turm sicherte damals die Einfahrt der Schiffe in den Hafen von Villefranche-sur-Mer. Im Zweiten Weltkrieg 1944 zerstört, wurde er 1949 wieder aufgebaut und 1952 erbeut in Betrieb genommen. Das Leuchtfeuer in 34 Höhe ist 45 km weit zu sehen.

Parc Castel-des-deux-Rois

Der Park im Osten von Nizza gehört zu den schönsten öffentlichen Parks von Nizza. Ihr findet dort einen großen Spielplatz für die Kinder und Wasserdüsen, die im Sommer herrlich für Abwechslung sorgen. Auf der großen Rasenfläche kann man herrlich chillen, lesen, träumerisch in  Palmen blicken – und den herrlichen Blick auf Nizza genießen!

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Blick auf die Altstadt vom Schlossberg in Nizza. Foto: Hilke Maunder

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Zum Weiterlesen

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Blick auf die Promenade des Anglais vom Schlossberg in Nizza. Foto: Hilke Maunder
Kunst von Calder und das Theater: Blick vom Dachgarten des Mamac Richtung Norden. Foto: Hilke Maunder
Blick auf Nizza vom Hügel östlich des Hafens. Foto: Hilke Maunder
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