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Auswandern und Neufang in Frankreich: Lesetipps!

Ein neues Leben wagen, die Koffer packen und im Land der Lebenskunst noch einmal ganz von vorn anfangen: Wer von Frankreich träumt, sucht meist mehr als nur Urlaubsflair. Diese Bücher erzählen ehrlich, humorvoll und nah am Alltag vom Mut zum Auswandern, vom Ankommen in der Fremde und dem Zauber eines frankophilen Neuanfangs.

Frankreich ist nicht nur das beliebteste Reiseland der Welt, sondern für viele auch ein Lebensgefühl, eine Sehnsucht und für viele der Ort für ein zweites Leben. Doch wie fühlt es sich an, den Koffer für immer zu packen, den Job an den Nagel zu hängen und im Languedoc oder in der Provence Wurzeln zu schlagen?

Zwischen handfestem Abenteuer, bürokratischen Klippen und kulinarischem Entdecken dokumentieren diese Werke den Weg ins Glück. Eine persönliche Spurensuche voller Anekdoten, Inspirationen und ehrlicher Einblicke für alle, die das frankophile Leben lieben oder selbst vom Auswandern träumen.

Neustart ins Leben zwischen Chaos und Glück

Brenda Strohmaier: Blick aufs Meer, Arsch auf GrundeisBrenda Strohmaier: Blick aufs Meer, Arsch auf Grundeis*

Mit 50 Jahren noch einmal den Neuanfang wagen, den Job kündigen und nach Südfrankreich ziehen? Brenda Strohmaier, eine Bayerin in Berlin, die als Stilredakteurin bei „Die Welt“ gearbeitet und Witwe wurde, hat es getan. Und ihre Erfahrungen aufgeschrieben. Herausgekommen ist ein rasant wie umgangssprachlich verfasster Bericht, der – mal herrlich pointiert, mal lakonisch, aber dann leider oft auch arg banal – Streiflichter ihres Lebens zwischen Marseille und Berlin erzählt.

Ihr Humor und das Tempo sorgen für Lesevergnügen, auch wenn die Figurenzeichnung recht flach ist. Mitunter stutzte ich beim Lesen. Und fragte mich, ob es bewusste Inszenierung war. Oder Oberflächlichkeit. Blinky statt Linky. Den Klimawandel beklagen, aber bei Problemen heim nach Berlin fliegen. Die Nennung einer Orgasmusdatenbank in einem Frankreich-Roman fand ich zudem etwas befremdlich. Kurzum: Brendas Debüt finde ich ganz nett. Ein flott getippter road movie mit einigen Lachern, ein frankophiler Quickie, der gute Laune beschert und für ein paar Stunden Frankreich nach Hause holt. Wer mag, kann den Roman hier* online bestellen.

Sandy Neumann, Wo die wilden Kräuter blühen*

Sandy Neumann, Wo die wilden Kräuter blühenZusammen mit ihrem Mann Steffen hat die Jenaerin Sandy Neumann bei Tuchan in den Corbières ein Natursteinhaus gekauft. Wie sie dort die Immobilie suchten und fanden, Anschluss ans Dorf bekamen und heute dort ihren Lebenstraum leben, erzählt Sandy Neumann mit viel Herzblut und gut ausgeschmückten Anekdoten.

Doch es wäre kein Werk von Sandy, wenn es sich nicht von derartigen Auswandererbüchern, die es zuhauf gibt, unterschiede. Sandy ist studierte Psychologin, arbeitet als Coach und Food-Bloggerin – und hat nach einer überstandenen Brustkrebserkrankung mit Tuchan einen Neuanfang gemacht, bei dem sie sich doch treu geblieben ist. Und lässt ihre autobiografische Erzählung nicht nur ihr Leben und den Süden aufleben, sondern ehrt dessen Küche mit Rezepten und Beschreibungen, die den Appetit auf die Küche des Midi wecken. Ein wunderbares Buch für alle, die von einem Leben in Frankreich träumen. Wer mag, kann ihren Roman hier* online bestelle

Axel Birgin, Sehnsuchtsort und Ankerplatz. Ein Haus in Südfrankreich*

Axel Birgin_Sehnsuchtsort und Ankerplatz

Der Fotograf und Creativ-Ornithologe Axel Birgin war 41 Jahre alt, als er einen 300 Jahre alten Bauernhof im Languedoc kaufte und zum zweiten Zuhause machte. Oder, genauer, in der Provence-Occitane, einem idyllischen Landstrich zwischen den Flüssen Ardèche im Norden und der Cèze im Süden.

Was er und seine Frau in den vergangenen 30 Jahren in diesem Haus erlebt haben, hat Axel Birgin in diesem Buch festgehalten – und zwar mit so viel Liebe zum Detail, dass es nicht nur eine unterhaltsame Lektüre ist, sondern auch ein inspirierender und hilfreicher Ratgeber für eigene Um- und Neubauprojekte.

Was mich zunächst stutzig machte, war die schier unglaubliche Anzahl der Kapitel: Jedes Erlebnis ist ein Kapitel. Und so anschaulich und lebendig erzählt, dass die Handwerker und Nachbarn zu lebendigen Menschen werden beim Lesen und man vor dem geistigen Auge miterlebt, wie die großen Olivenbäume gepflanzt werden, der Hof sich wandelt und zum Zuhause wird, eingebettet in den Duft von Lavendel, Rosmarin und Thymian. Wer mag, kann das Buch hier* online bestellen. Und kann hier Axel Birgins Vögel sehen, die er aus Schwemmholz und rostigen Eisenfundstücke baut: xn--schrgevgel-t5a3t.eu

Christa Förstl, Christine Höffken (Hrsg.), Mut zum Auswandern: 9 Wege nach Frankreich*

Selten habe ich Auswanderer-Bücher so gerne wie dieses gelesen. Denn letztlich sind hier neun Beispiele versammelt, wie ihr sie auch in der Reihe „MeinFrankreich – euer Frankreich“ finden könntet. Neun Paare, Familien und einzelne Menschen verraten in diesem schmalen Band, wie sich nach Frankreich gekommen sind – und wie sie heute in der neuen Heimat leben.

Entstanden ist die Buchidee in einer Facebook-Gruppe, in der sich Deutsche, die in Frankreich leben, über ihre Erfahrungen austauschen. Neben ihren sehr unterschiedlichen Geschichten enthält das handliche Buch auch ganz handfeste Tipps für alle, die schon einmal mit dem Gedanken gespielt haben, ihren Lebensmittelpunkt nach Frankreich zu verlegen. Kurzum: eine sehr charmante, persönliche, berührende wie äußerst unterhaltsame Urlaubslektüre, die zeigt, dass „Flausen im Kopf“ ein Leben überraschend positiv verändern kann. Wer mag, kann es hier* online bestellen – oder in jeder Buchhandlung.

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Offenlegung

Sämtliche Titel für diese Urlaubslektüre-Tipps stellten mir die Verlage kostenfrei zur Verfügung. Einfluss auf meine Bewertung hat dies nicht. Ich berichte unabhängig und völlig subjektiv von meinen persönlichen Lese-Erfahrungen.