ENTDECKT CANTAL!

Das Département Cantal ist ein Landstrich voller Kraft und Ursprünglichkeit. Wer hierher reist, betritt eine Welt aus erloschenen Vulkanen, tiefgrünen Weiden und wehrhaften Steinhäusern. Ihr findet das Département Cantal im Herzen der Region Auvergne-Rhône-Alpes in Mittelfrankreich.

Das berge Herz des Hexagonbs grenzt an die Départements Puy-de-Dôme, Haute-Loire, Lozère, Aveyron, Lot und Corrèze. Mit einer Fläche von 5.726 Quadratkilometern ist es etwa so groß wie das Saarland, wirkt jedoch durch seine dramatische Topografie weitaus weitläufiger.

Zum Namensgeber des Landstrichs wurde der zweithöchste Berg des Zentralmassivs, der Plomb du Cantal (1855 m). Geologen haben hier Erstaunliches herausgefunden: Das gesamte Cantal-Gebirge ist im Grunde ein einziger, gigantischer Stratovulkan – mit einem Durchmesser von fast 80 Kilometern der größte Europas.

Heute ist das Département Cantal ein herrliches Wanderland und bis heute tief bäuerlich geprägt. Unterwegs dominieren die schroffen Gipfel den Horizont und bilden eine dramatische Kulisse für fordernde Trekkingtouren, Mehrtageswanderungen auf einer der vielen grandes randonnées, tolle Tagestouren oder entspannte Spaziergänge.

Aus Feuer geboren

Zu den bekanntesten Naturwundern gehört der Puy Mary (1.783 m), der als Grand Site de France zu den herausragendsten Naturstätten des Landes gehört. Von seinem pyramidenförmigen Gipfel – der fünfthöchste im Zentralmassiv – eröffnen sich atemberaubende Panoramablicke auf die sieben Täler, die sternförmig vom Vulkanmassiv ausgehen.

Zahlreiche Flüsse und Seen verstecken sich hier im grünen Herzen Frankreichs und machen das Département Cantal zu einem Paradies für Outdoor-Enthusiasten. Einer meiner Lieblingsplätze ist der ruhige Lac d’Enchanet, der zum Baden, Bootfahren und Angeln einlädt. Besonders nach der Schneeschmelze ungeheuer beeindruckend sind die Kaskaden von Faillitoux, wo das kristallklare Wasser über dunkle Basaltorgeln die Felswand hinunter tanzt.

Städte aus dunklem Stein

Die Städte und Dörfer des Départements Cantal haben einen ganz eigenen Charme. Mitunter wirkt ihr dunkler lokaler Stein abweisend oder trist – aber davon solltet ihr euch nicht täuschen lassen. Ein Paradebeispiel ist Salers, das zu den schönsten Dörfern Frankreichs zählt. Mit seinen engen Kopfsteinpflasterstraßen, den gut erhaltenen Adelshäusern aus der Renaissance und seinen imposanten Befestigungsanlagen hat es die mittelalterliche Architektur perfekt bewahrt.

Äußerst malerisch präsentiert sich auch Murat, das Tor zum Parc Naturel Régional des Volcans d’Auvergne. Saint-Flour wiederum liegt spektakulär auf einem Vulkanfelsen und bietet ein atemberaubendes Panorama auf die Planèze-Ebene. Seine Kathedrale aus schwarzem Basalt gilt als einzigartiges Meisterwerk der Gotik.

Aurillac: Bühne für Straßentheater

Die Hauptstadt des Départements ist Aurillac. Ihr mittelalterlicher Kern lädt das ganze Jahr über zum Bummeln ein, doch jedes Jahr im August verwandelt sich die Stadt für vier Tage in eine gigantische Freilichtbühne. Theatergruppen, Akrobaten und Musiker aus aller Welt strömen dann zum Internationalen Straßentheaterfestival (Festival International de Théâtre de Rue) hierher. Es ist ein einzigartiges Erlebnis, wenn die sonst so beschauliche Stadt vor Kreativität und Lebensfreude förmlich explodiert.

Das Gold des Cantal: Käse

Aus dem Cantal kommen auch die Käse-Könige der Auvergne. Der Cantal AOP ist einer der ältesten Käse Frankreichs, dessen Herstellung bereits in der Antike erwähnt wurde. Die mächtigen, zylindrischen Laibe reifen in kühlen Kellern und spiegeln den Geschmack der würzigen Bergwiesen wider. Besucht unbedingt eine der traditionellen burons – die alten Steinhütten der Hirten in den Bergen –, um den Unterschied zwischen einem jungen, milden und einem alten, kräftigen Käse direkt vor Ort zu erschmecken.

Der Cantal ist ein traditonell ein Winterkäse, hergestellt aus Heumilch, wird aber inzwischen das ganze Jahr hergestellt. Nur im Sommer darf indes der AOP Salers hergestellt werden – und einzig aus der Milch von Kühlen auf den Bergweiden des Cantal. Ein Unterschied, den ihr schmecken könnt!

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