Ahoi, Dupin!

Im fünften Band schickt Jean-Luc Bannalec seinen kauzigen Kommissar dorthin, wo er am wenigsten gerne ist: hinaus aufs Meer. Oder genauer: die kabbelige, stürmische See im Mer Iroise vor Brest. Starke Gezeitenströme und untermeerische Riffs, zerfurchte Küsten und hohe Klippen prägen die Region, die im Süden zwischen der Pointe du Raz und der Île de Sein die berüchtigte Raz-de-Sein-Passage markierte. Im Westen der Sein-Insel erstreckt sich die klippenreiche Chaussée de Sein.

Weiter nördlich, zwischen Molène und Ouessant, erreichen die Gezeitenströme der Passage de Fromeur bis zu neun Knoten bei Springfluten… und genau dort, mitten in diesem wilden Atlantik, muss Dupin Mord und Schmuggel aufklären. Frühmorgens war in der Fischhalle von Douarnenez eine junge Fischerin gefunden worden, die Kehle sauber mit Messers Klinge durchtrennt. Noch am gleichen Tag folgen zwei weitere Leichen. Und kein guter, starker Kaffee in Sicht…

Douarnenez: Blick vom Grand Pont auf den Museumshafen Port-Rhu.

Bretonische Flut: fesselnder Reise-Krimi

„Bretonische Flut“  beginnt furios. Doch die Ermittlungen stocken, wollen diesmal nicht so recht ins Rollen geraten. Und so ist das Ende zwar überraschend, aber nicht überzeugend. Und auch ein wenig unbefriedigend. Noch lest selbst, ich bin gespannt auf eure Meinung! Meine Heldin wird immer mehr Nolwenn, die Assistentin des Kommissars, die Bannalec so überzeugend zeichnet, wie ich es mir auch für die beiden Inspektoren Kadeg und Riwal gewünscht hätte. Und auch Dupin bleibt diesmal recht farblos. Doch Bannalecs Beschreibung der Inseln hat mich in den Bann gezogen: Sie kommen ganz oben auf meine „bucket list“ für die Bretagne. Und so habe ich die Lektüre doch genossen – als spannungsreiches Regionenportrait.

Dupin & der Bretagne-Boom

Jean-Luc Bannalec ist ein Pseudonym; der Autor – ein Verlagsmanager – ist in Deutschland und im südlichen Finistère zu Hause. Die ersten vier Bände der Krimireihe mit Kommissar Dupin, »Bretonische Verhältnisse«, »Bretonische Brandung«, »Bretonisches Gold« und »Bretonischer Stolz«, wurden bereits in mehr als zehn Sprachen übersetzt. Seit dem Erscheinen bei Kiepenheuer & Witsch, und besonders seit den Verfilmungen, sind die Zahlen deutscher Besucher in der Bretagne um enorm in die Höhe geschnellt. Pont-Aven berichtet von einer Zunahme deutscher Touristen um fast 100 Prozent, in der Altstadt von Concarneau sind im Sommer deutsche Urlauber mit Bannalecs blauen Büchern allgegenwärtig, und auch auf den Glénan-Inseln sind die  Gästezahlen dank Bannalec um 70 Prozent angestiegen.

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