Die Landschaftsmaler von Barbizon

Barbizon: weite, leere Landschaften ohne Menschen faszinierten die Maler
Barbizon: weite, leere Landschaften ohne Menschen faszinierten die Maler

Raus aus der Stadt, hinein in die Natur! Jean-François Millet, Camille Corot und Théodore Rousseau waren die ersten, die Paris den Rücken kehrten und sich am Wald von Fontainebleau niederließen. Das Dörfchen Barbizon wurde zum Vorbild für rund 200 Künstlerkolonien auf dem Land, die sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts in ganz Europa bildeten und zu Keimzellen der Moderne wurden. In Nordfrankreich bannten die Künstler Landschaften des Lichts auf die Leinwand: Hier stand die Wiege des Impressionismus.

Mit der Bahn zum Motiv

Möglich wurde die Befreiung der Kunst von den Fesseln der Stadt durch zwei Erfindungen, die Eisenbahn und die Ölfarbe in der Tube. Jetzt konnten die Künstler „sur le motif“ arbeiten, unter freiem Himmel, vor dem Sujet. Für die Maler von Barbizon hieß dies: im Wald. Frühling und Herbst wurden zu Sinnbildern von Werden und Vergehen des menschlichen Lebens. Markenzeichen der Maler wurde die „paysage intime„, eine meist menschenleere, sich selbst genügende Landschaft.

Auf den Spuren der Landschaftsmaler

Musée des Peintres de Barbizon

Das Museum umfasst das Atelier, in dem Théodore Rousseau von 1847 bis zu seinem Tod 1867 arbeitete, und die Herberge der Familie Ganne, in der viele Künstler ein warmes Essen, ein Bett und Gastfreundschaft fanden und sich dafür mitunter mit einem auf die Wand gemalten Bild.
• 92, Grande Rue, F – 77630 Barbizon, Tel. 01 60 66 22 27, www.musee-peintres-barbizon.fr

Atelier Jean-François Millet

Realistisch-melancholische Szenen des harten bäuerlichen Alltags waren das Motiv von Jean-François Millet, der 1849 nach Barbizon kam, dort seine wichtigsten Werke schuf und 1875 auf dem kleinen Friedhof begraben wurde. Sein Wohnhaus ist ein privates Museum. Bei Interesse ist auch der erste Stock zu besichtigen, der sonst für Besucher gesperrt ist.
• 27, Grande Rue, F – 77630 Barbizon, Tel. 01 60 66 21 55, www.atelier-millet.fr

Circuit découverte sur les pas des peintres

6,5 km (2 Std.) / 8,5 km (3 Std.),  Karte: IGN Top 25 Forêt de Fontainebleau, www.fontainebleau-tourisme.com

Start und Ziel der markierten Runde auf den Spuren der Maler von Barbizon ist der faszinierende Felsen „Elefant von Barbizon“. Unterwegs sind nicht nur die Motive der Maler zu bewundern, sondern auch ihre Ateliers.

Visites guidées

Führer erläutern  unterwegs die bekanntesten Stätten der Landschaftsmaler. Sie verraten auch, wie die Maler Mutter Natur fürs perfekte Motiv nachgeholfen haben: So wurde ein chaotischer Haufen von Granitbrocken, scheinbar natürlichen Ursprungs, in Wirklichkeit Brocken für Brocken herangeschleppt.
• Info: Office de Tourisme, Place M. Jacquet, F –  77630 Barbizon, Tel. 01 60 66 41 87, www.barbizon-tourisme.com.

Inititiation à la peinture

Macht es den Landschaftsmalern nach und zieht für zwei Stunden zum Malen in den Wald von Fontainebleau. Mit dabei: andere nette Gäste, ein Profi-Künstler als Lehrer und Ölfarbe (Info und Anmeldung beim Office de Tourisme Barbizon).

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