Bordeaux: das Paris des Südens 3


Bordeaux: Jaume Plensa

Diesen Kopf hat der Katalane Jaume Plensa für Bordeaux gefertigt.

Grandezza, Grands Crus und das größte klassizistische Stadtensemble Frankreichs besitzt Bordeaux seit Jahrhunderten. Doch jetzt ist die Metropole an der Garonne auch in Design, Kunst und Kultur hip. Aufgewacht ist auch das Hinterland, wo junge Ideen etablierte Adressen in Trendziele verwandeln.

Seit 1. Juli 2017 ist die Hauptstadt von Nouvelle Aquitaine nur zwei Bahnstunden von Paris entfernt. Immer mehr Parisern gefällt dies. Sie pendeln per TGV. Das lässt die Immobilienpreise an der Garonne explodieren. Und beschert der Stadt eine ungeheure Dynamik.

Bordeaux: Radweg am Quai de la Garonne

Perfekte Radelstrecke am Fluss: der Quai de la Garonne

Bordeaux: Welterbe & neue Welten

Wie sehr sich Bordeaux bereits in den letzten Jahren verwandelt hat, zeigt Adrien. Der 37 Jahre alte Pariser kehrte 2009 der Hauptstadt den Rücken und zog ans Ufer der Garonne. Drei Jahre später gründete er die Bordeaux Greeters. Und verrät, ganz unentgeltlich, Gästen jetzt bei Stadtspaziergängen Lieblingsecken, In-Viertel und Quartiers, die in kaum einem Reiseführer zu finden sind.

Bordeaux: Porte Cailhau

Porte Cailhau: Hier geht es hinein in die Altstadt

Denn dort stehen nur die Klassiker: die Esplanade des Quinconces, mit 12.000 m² der größte innerstädtische Platz Europas, das Triangle d’Or mit seinen Boutiquen, Feinkostläden und Bistro rund um den Marché des Grands Hommes und die Cathédrale Saint-André, die nicht nur von den Ausmaßen an die Pariser Notre Dame erinnert.

Ihr Glockenturm ist der schönste und höchste Aussichtspunkt von Bordeaux – 231 Stufen lang windet sich in der Tour Bey-Perland die Wendeltreppe zum Traumblick hinauf. „Klar, das sind die Highlights – immerhin gehört die halbmondförmige Altstadt zwischen den Boulevards und der Garonne seit 2007 zum UNESCO-Welterbe“, sagt Adrien und gibt mir eine Tüte.

Bordeaux: Süße Spezialität: "Canelés".

Süße Spezialität: „Canelés“.

Canelé oder Griotte?

Baillardran steht drauf. Drinnen steckt ein Canelé, ein karamellisierter Minigugelhupf mit Rum-Vanille-Aroma. Ein altes Klosterrezept als zuckersüße Wegzehrung. Oder doch lieber eine Griotte, eine Kirsche im Schokomantel, wie es sie bei Mademoiselle de Margaux nicht nur mit Kirschwasser à la Mon Cherie, sondern auch mit Armagnac gibt?

Griottes aus Bordeaux

Die Kür der Kirsche: Griottes

Die neuen Kais der Garonne

So gestärkt, geht es durch die Innenstadt, die jeden Sonntag autofrei ist, hin zu einer Lagerhalle für Kolonialwaren, die Jean-Louis Froment 1973 in Frankreichs erstes Museum für zeitgenössische Kunst verwandelt: das Musée d’Art Contemporain (CAPC). Paris war mit dem Centre Pompidou erst vier Jahre später dran. Die Rampen und Treppen am Kai sind das Terrain der Skater, die mit waghalsigen Sprüngen die Blicke der Passanten auf sich ziehen.

Bordeaux: Skater

Skater am Garonne-Kai

Andere schauen vom L’Ibaïa zu, einem baskischen Café mit Kastanien-Velouté und Foie Gras auf der Karte. Andere „hangar“, Hafenlager, am Quai Chartrons haben kleine Bistros wie L’Assiette Bordelaise erobert – Sonnenterrassen inklusive! Hangar 14 wandelte sich zu einem modernen Messe- und Kongresszentrum, Hangar 15-19 zum Quai des Marques – alle großen Labels sind im Shoppingcenter der Superlative versammelt.

Bordeaux: Hangar 18

Hangar 18 lädt tum Shopping

Mit dem Stadtrad zu In-Vierteln

Größere Kreise ziehe ich im nächsten Tag mit Véronique Baggio. Dazu leihe ich mir ein Stadtrad von VCub. Für die Einheimischen hat Philippe Starck das Pibal entworfen – jeder, der in Bordeaux wohnt, kann es ein Jahr kostenlos nutzen. Für alle anderen Vorbei an Fassaden, die das englische Erbe wachhalten, erreichen wir auf breiten Fahrradspuren auf der Fahrbahn den Jardin Public, den Stadtpark.

Bordeaux: Jardin Public

Ein verwunschener Park voller Exoten: der Jardin Public

Im Notre-Dame-Viertel weicht die urbane Grandezza alternativer Gemütlichkeit. Stockrosen und Kopfsteinpflaster, kleine Boutiquen, trendige Cafés – ein Hauch von Prenzlberg in Bordeaux. Ich staune – und bin jetzt erst recht neugierig auf die Viertel außerhalb der Innenstadt.

Bordeaux: Village Notre Dame

Village Notre Dame

Das alte Weinzentrum – heute hip und jung

Ganz anders als bei meinem letzten Besuch zeigt sich auch das Chartrons-Viertel, das alte Quartier protestantischer Kaufleute aus Holland, England und Deutschland, die vor den Mauern der katholischen Stadt ihre Handelskontore, Lager und Stadtpalais erbauten. Zucker, Kaffee und „Ebenholz“ (Sklaven) sorgten für einträgliche Einnahmen.

Bordeaux: das Café ZAC 1 im Chartrons-Viertel

Das Café ZAC 1 im Chartrons-Viertel

Les Chartrons bildete einst auch das Herz des Bordelaiser Weinhandels. Die alten Keller aus dem 18. Jahrhundert, „chais“genannt, zeigen heute als Entrepôt Lainé aktuelle Kunst, wurden in Wohnungen verwandelt und mit Glasdächern verbunden zu Kreativ- und Handwerkshöfen und angesagten Cafés.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Überall in Les Chartrons, in der Rue Lucien Flot, aber auch rund um Saint-Michel und in den einstigen Hafengebieten am rechten Ufer der Garonne haben Graffiti und Street Art die Fassaden erobert.

Die Verwandlung der Bassins à flot

Zwischen dem alten Hafen- und Industriegebiet Le Bacalan und Les Chartrons setzt Bordeaux seit 2010 auf 162 Hektar eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas um – die Verwandlung der Bassins à flot in ein urbanes, nachhaltiges Viertel zum Wohnen, Arbeiten und Ausgehen. 2025 soll es fertig sein. Schon heute lockt die einstige U-Boot-Basis mit Ausstellungen, Konzerten, Tanz, und Theater.

Bordeaux: Base sous marine

Die ehemalige U-Boot-Basis von Bordeaux

Neu ist auch die Markthalle, in der 21 kleine Produzenten – Schlachter, Weinhändler, Trüffelzüchter, Bäcker und Gemüsebauern – lokale Genüsse verkaufen. Geleitet werden die Halles Bacalan an der Esplanade de Pontac von einem Duo: dem baskischen Betreiber Biltoki und Nicolas Lascombes, der mehrere Restaurants an der Gironde besitzt, darunter auch Le 7, das Panorama-Restaurant der Cité du Vin.

Bordeaux: die Bassins a flots

Die Bassins a flots

In einem Bunker versteckt sich die erste Whisky-Brennerei von Bordeaux: Moon Harbour. Der Name verweist auf den Halbmond, den die Garonne in Bordeaux bildet, und die Lage am Hafen, wo der Nektar in Sauternes-Fässern für den Pier 1 Blended Whiskey (45,8%) und in den einstigen Eichenfässern des Roten Château Pipeau für den torfigen Pier 2 Blended Malt (47,1%) lagert.

Bordeaux: die Garage Moderne

Die Garage Moderne –  Werkstatt …

Mitten in Revitalisierungsgelände schmückt zwischen Holz, Stahl und Beton plötzlich ein rostiges Vehikel die Fassade. Garage Moderne steht über dem Gefährt, das schon deutlich bessere Tage gesehen hat.

Einige Stühle und Tische bevölkern den kleinen Innenhof, der auch als Freiluftcafé fungiert. Aus dem Innern des nur wenig erhellten Schuppens dringt Werkstattlärm. Drinnen arbeiten Frauen und Männer Autos und Fahrräder auf, reparieren jeden fahrbaren Untersatz – und vermieten ihre Halle als Event-Location.

Bordeaux: Garage Moderne

Eventfläche mit Industrie-Flair: Garage Moderne

Hotspots am Rive Droite

Hinüber an das Rive Droite, das rechte Garonne-Ufer, führt die neue Balkenbrücke  Pont Chaban-Delmas. Jede ihrer rund 40 Trossen muss 50 Tonnen halten. Die beiden mittleren Busspuren sollen später einmal die Tramschienen aufnehmen. An beiden Seiten gibt es breite Rad- und Fußwege.

Bordeaux: Pont Jacques Chaban-Delmas

Pont Jacques Chaban-Delmas

Vorbei an einer großen Getreidemühle erreichen wir eine ehemalige Kaserne, die seit 2012 als Start-Up und Szene-Zentrum von Bordeaux fungiert: Darwin – Caserne Niel.

Bordeaux: Radweg auf dem Rive Droite

Radweg auf dem Rive Droite

Zwischen Bio-Markt, Skate-Halle, urbanem Garten und Bühne für Events verstecken sich Büros und Flächen für Coworking und Start-Ups. Darwin heute ist  ein Labor: für neue Formen des Zusammenarbeitens, Lebens und Genießen: Hier wird Zukunft geschaffen. Ähnlich wie im Lieu Unique von Nantes oder der Friche von Marseille.

Bordeaux: Das Lokal von Darwin / Caserne Niel

Das Lokal von Darwin / Caserne Niel

Etwas weiter östlich findet ihr am Rive Droite La Chiffone Rit. In der einstigen Autowerkstatt dominiert heute kreatives Coworking: Künstler und Kunsthandwerker haben hier ihre Atelier und verarbeiten Stoff, Papier, Leder und Eisen zu Unikaten. Am Wochenende stehen Brunch, kommunales Kino, Kreativmarkt oder ein anderes Event auf dem Programm.

Bordeaux: Darwin / Caserne Niel

Szene-Treff und Startup-Zentrum: Darwin / Caserne Niel

Ebenfalls zum Kultur- und Kreativzentrum gewandelt hat sich das ehemalige Postverteilzentrum von Bègles, das heute als Fabrique Pola nicht nur Ateliers und Werkstätten birgt, sondern auch Ausstellungen zeigt, Konzerte veranstaltet und den Dialog mit den Kreativen fördert. Neun von ihnen leben dort als artist-in-residence.

Bordeaux: Les Livres des Arts

Nächster Stopp auf der Radrunde: Les Livres des Arts

Les Vivres de l’Art

Die einstigen Proviantlager der Marine hat Jean-François Buisson als Les Vivres de l’Art mit neuem Leben erfüllt. Ihre Gebäude nutzt er als Werkstatt für seine Knochen- und Eisen-Skulpturen. Ihren vergessenen Garten versah er mit fantasievollen Freiluftskulpturen und einer Brauerei und schuf so einen kreativen Hotspot. „Domaine de Possible“ nennt er sein Refugium: „Hier ist alles möglich!“

Bordeaux: Les Livres des Arts

Arbeit an der nächsten Aussstellung…

Die Grand Projets von Bordeaux

Zu den „Grand Projets“ von Bordeaux 2030 gehört auch das neue Stadion, das 2015 eingeweiht wurde. 2016 folgte das futuristische Weinmuseum Cité du vin. Die Architektur seines Turmes soll die Bewegung beim Schwenken des Weinglases aufgreifen – erkennt ihr es? Ein Street-Art-Künstler sieht’s etwas anders…

Bordeaux: Cité du Vin

Die Cité du Vin

Drinnen birgt das neue Wahrzeichen von Bordeaux neben Verkostungs- und Eventräumen eine Bibliothek, die ohne Eintritt besucht werden kann. Der Eintritt für die multimediale wie interaktive Dauerausstellung ist nur auf den ersten Blick teuer – jedes Ticket beinhaltet eine Verkostung in der Aussichtsbar.

Bordeaux: Cité du Vin

Erkennt ihr die Düfte? Nicht immer ganz einfach, die Rätsel der Aromabar zu lösen!

Doch zunächst erlebt ihr eine tolle virtuelle Reise durch die Weinbaugebiete der Welt, begegnet dort den Winzern, könnt euren Geruchssinn an einer Aromabar testen oder die Geschichte des Weinbaus seit der Antike entdecken.

Bordeaux: Virtuelle Weltreise durch den Weinbau in der Cité du Vin.

Virtuelle Weltreise durch den Weinbau in der Cité du Vin.

Und dann fahrt noch hinauf in den achten Stock, wo ihr an der Panoramabar Tropfen aus aller Welt zur 360°-Aussicht auf Bordeaux genießen könnt.

Bordeaux: Die Panoramabar der Cité du Vin

Die Panoramabar der Cité du Vin

Zu dem Grands Projets gehören auch der Parc aux Angéliques und der Neubau des Naturkundemuseums. 2018 soll der Hauptbahnhof Gare St-Jean komplett ausgebaut, modernisiert und saniert sein. Ende 2018 will das Musée de la Mer et de la Marine eröffnen.

Bordeaux: Jetski auf der Garonne

Jetski – auch das geht auf der Garonne

Die Gironde wird zudem für den Flusstourismus ausgebaut – schon heute kommen jährlich 2,5 Millionen Kreuzfahrtgäste nach Bordeaux. Zwischen Bahnhof und Garonne wandelt sich die ehemalige Schlachthalle zur Halle Boca, eine Markthalle und Veranstaltungsort am Quai de la Paludate im neuen Euratlantique-Projekt.

Bordeaux: die Gare Saint-Jean

Die Gare Saint-Jean

Grüner Lifestyle

200 km markierter Radwege führen zu den schönsten Ecken in und um Bordeaux – zu grünen Oasen wie Le Lac mit seinem Blumenpark, in dem jeden Sommer 479 alte Rosensorten blühen, dem Jardin Public mit Bordeaux‘ botanischem Garten am Cours de Verdun.

Bordeaux: Place Quiconse

Grüner Verkehrsknoten: Place Quiconces

Oder zur Place de la Bourse, wo Michel Corajoud im Schatten der drei Grazien ein riesiges Wasserspiel geschaffen hat – den Miroir d’Eau. Mal schießen kleine Fontänen hoch, dann wieder liegt der Platz wie ein großer Spiegel da, ehe feiner Nebel völlig neue Szenerien schafft. Ein Platz, märchenhaft schön und fast mystisch.

Bordeuax: Miroir d'eau

Der Miroir d’Eau auf dem Börsenplatz

Langsam wird es Abend. Und Zeit für 1,2 Kilometer Shopping. Denn so lang ist die Fußgängerzone Rue Saint-Cathérine, in der In-Labels wie Lush und inhabergeführten Boutiquen zwischen Frankreichs großen Marken zu finden sind – in Nr. 216 bietet das Künstlerkollektiv Wap Doo W ausgefallen Kreationen. Die nahe Galérie Bordelaise gehört mit Eisentoren an den Eingängen, Marmorsäulen und einem nostalgischen Eisen-Glas-Gewölbe zu den schönsten Passagen Frankreichs.

Eine Stadt für Genießer

Im Licht der untergehenden Sonnen leuchten die Sandsteinfassaden der Stadt. Bars und Restaurants füllen sich. Und die Frage stellt sich: Traditionsküche des Südwestens bei Jean-Pierre Xiradakis im La Tupina? Sterneküche bei Pascal Nibaudau im Le Pressoir d’Argent des Regent Grand Hotel? Oder einige salzige Appetithappen zum Cocktail im Seeko’s? Bordeaux erstes Designhotel schmückt  als schneeweißer Schiffsbug den Quai de Bacalan.

Bordeaux: Place du Parlement

Beliebt für einen Apéro: die Place du Parlement

Danach treffen sich die Nachtschwärmer rund um den Quai du Paludate mit seinen Bars und Diskotheken, machen im Pier 6 bis morgens Party und tanzen im Lastkahn La Dame de Shanghaï, wo an der Bar im Laderaum der Champagner in Fülle fließt. Denn feiern, das kann Bordeaux. Und macht es oft und gerne auch open-air.

Bordeaux: Quai de la Garonne

Auch eine schöne Adresse für den Sundowner: das Ufer der Garonne

Vom Tanz auf den Kais bis zum Médoc Marathon und zu Weinfesten zu Ehren der weltberühmten Tropfen, die fast 7.000 Châteaux aus Cavernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc komponieren, mit Malbec oder Petit Verdoc abrunden und dann in alten Kellern so lange lagern, bis sie zur Perfektion gereift sind.

Bordeaux: Brasserie Bordelaise

In der Brasserie Bordelaise

Rote für die Sinne

Margaux, Saint-Émilion, Sauternes, Pessac-Léognan … Namen wie Musik, mal ein Crescendo, das alle Sinne sofort gefangen nimmt. Dann ein stiller Zauber, der sich entfaltet. Überirdisch schön, so wie die Boote, die von Bordeaux aua leise die Garonne, Gironde und Dordogne herab gleiten und die besten Tropfen des weltgrößten Anbaugebietes für Qualitätsweine an Bord kredenzen.

Radeln am Garonne-Kai von Bordeaux

Am Garonne-Kai beginnen Ausflugsfahrten – nicht nur per Rad, sondern auch mit Flussschiffen

Ganz auf die persönlichen Wünsche abgestimmt sind auch die Ausflüge von 33Tour nach Saint-Emilion, Margaux und Pauillac. Selbstfahrer führt die route des châteaux zu berühmten Bordelaiser Weinbaronen.

Nicht wenige von ihnen haben heute das Geschäft in die Hand von Frauen gelegt. Eine von ihnen ist Estrelle Roumage, die in Saint-Germain-du-Puch aus Merlot wunderbar samtigen Clairet vinifiziert. Und Kinder mit „Les ateliers du vin“ unterhält, während die Eltern ihre Tropfen degustieren.

Die Winzer des Château de la Grave von Bourg und Hilke Maunder

Bie Philippe und Valérie Bassereau vom Château de la Grave

Im Château Agassac kann sich euer Nachwuchs während der Verkostung mit einer „Schnitzeljagd“ per iPod die Zeit vertreiben. Doch Franzosen trinken nicht nur ihren Rotwein, sie baden auch darin.

Als erstes Wein-Spa der Welt bieten Les Sources de Caudalie eine wahrhaft ganzheitliche Vino-Therapie: Massagen, Bäder und Schönheitsbehandlungen mit Trauben-, Kern- und Blattextrakten der roten Reben. Vier Treatments am Tage, ein Gourmet-Mahl am Abend, ein charmantes Zimmer mit Blick auf die Reben: Ganzheitlicher lässt sich Bordeaux nicht genießen.

 

Bordeaux: Place de la Bourse bei Nacht

Place de la Bourse bei Nacht

Bordeaux: meine Reisetipps

Entdeckerkarte

Freie Fahrt im Nahverkehr und roten Doppeldecker-Sightseeing-Bus, kostenlose Besuche in Museen sowie viele Rabatte bietet der Bordeaux City Pass für einen, zwei oder drei Tage, www.bordeaux-tourismus.de

Mini-Kreuzfahrt

Auf der Garonne, der Dordogne und der Gironde degustiert man beim Bordeaux River Cruise die Weine des Bordelais oder genießt ein Dîner zum Welterbe, das vorüber gleitet (http://croisiere-bordeaux.com).

Genießer-Tipps

La Tupina

Traditionsküche des Südwesten mit Foie Gras, Rostbraten und Bordelaiser Aal serviert Jean-Pierre Xiradakis, ein Bordelaiser mit griechischen Wurzeln, in „La Tupina“, seit 1968 eine Institution.
• 6, rue Porte de la Monnaie, Tel. 05 56 91 56 37, www.latupina.com

Bar à vin

Sämtliche Tropfen aus dem Bordeaux lassen sich in der stylischen Bar à vin kosten, die seit 2006 im Stammhaus des Conseil Interprofessionnel des Vins de Bordeaux (CIVB) residiert.
• 3, cours du XXX juillet, Tel. 05 56 00 43 47, http://baravin.bordeaux.com

CAPC

Auf dem Dach des CAPC lockt das von Andrée Putman gestylte Dach-Cafe mit einer aussichtsreichen Genusspause.
•7, rue Ferrère, Tel. 05 56 00 81 50,  www.capc-bordeaux.fr/capc

Chocolaterie Darricau

Ein Sünde wert sind die Pavés de Bordeaux der Chocolaterie Darricau, Schokotrüffel mit weingetränkten Rosinen.
• 7, place Gambetta, www.darricau.com

Bordeaux: Brasserie La Bordelaise

In der Brasserie Bordelaise

La Brasserie Bordelaise

Rind – aus Bazas, dem Simmental, dem Limousin und von den Blondes d’Aquitaine…der Kult-Treff für Beef-Fans!
• 50, Rue Saint-Rémi,Tel. 05 57 87 11 91, www.brasserie-bordelaise.fr

Le Petit Commerce

Fischküche, topfrisch – in Bordeaux wie in Pauillac. Und ihr maigre ist wahrhaftig nicht maigre!
• 22, Rue Parlement Saint-Pierre, Tel. 05 56 79 76 58http://lepetit-commerce.fr

Bordeaux: Fischgericht "maigre"

„Maigre“ wird gerne in Bordeaux genossen

Schöner schlafen

Hôtel des 4 soeurs

Top zentral gelegen zwischen dem Grand Théâtre und der Place Quinconces ist dieses Stadthotel mit Zimmern im Zwei- und Dreisternestandard.
• 6, Cours du 30 Juillet, Tel. 05 57 81 19 20, http://quatre-soeurs.hotel-bordeaux-centre.com

Le Saint-James

Als Balkon von Bordeaux gilt Bouliac – schönster Logenplatz ist das luxuriöse Hôtel Saint-James, das Frankreichs Stararchitekt Jean Nouvel 1989 erbaute.
• 3, place Camille Hostein, Tel. 05 57 97 06 00, www.saintjames-bouliac.com

Bordeaux: Brigitte Lurton, Gastgeberin der Maison Bord'eaux

Brigitte Lurton, Gastgeberin der Maison Bord’eaux

La Maison Bord’eaux

Pierre und Carole Lurton leiten ein bekanntes Weingut, ihre Schwester Brigitte hat das Metier gewechselt. Sie hat ihn Bordeaux mit dem Maison Bord’eaux ein stilvolles Kleinod zwischen Chambre d’hôte und Hotel eingerichtet und lange betrieben– mit Mut zur Farbe und modernem Design. Vor ein paar Jahren hat sie es an ihren Cousin verkauft, der es heute mit gleichem Herzblut weiter betreibt. Und am Abend gerne einen guten Tropfen der Winzer-Familie kredenzt.
• 113, rue du Docteur Albert Barraud, Tel. 05 56 44 00 45, www.lamaisonbord-eaux.com

Radisson Blu Bordeaux

Das Bordelaiser Architekturbüro King Kong hat am Bassins à Flots für den Hotelbetreiber Radisson ein 10.000 qm großes Viersternehaus mit 125 Zimmern, Spa und Seminarräumen entworfen, dessen schönster Schmuck eine 1000 qm große Dachterrasse ist – samt Sky Bar mit Panoramablick auf die Bassins à Flots und die Cité du Vin. Verkleidet wird die Fassade mit Corian. Der mineralisch-organische Verbundstoff ist derzeit sehr beliebt bei Designern und Architekten.
• 63, Rue Lucien Faure, www.radissonblu.com/en/hotel-bordeaux; eröffnet wird im 2. Trimester 2018.

Hôtel Zoologie

In der Nähe des Bahnhofs eröffnet im Oktober 2018 das einstige Institut für Zoologie als Viersternehaus mit 40 Zimmern, Restaurant, Spa und Innengarten. Der Bau aus dem frühen 20. Jahrhundert ist typisch für die Universitätsarchitektur jener Zeit mit Ziegeln, Stein, Metallgerüst und großen Glasdächern.
• 151, cours de la Marne, www.hotelzoologie.com

Weiterlesen

Der freie Reisejournalist Marcus X. Schmid hat für alle, die gerne auf eigene Faust unterwegs sind, den besten Reisebegleiter verfasst: sachlich, mit viel Hintergrund, Insiderwissen und Tipps, und dennoch sehr unterhaltsam und humorvoll. Ich kann ihn aus ganzem Herzen empfehlen, denn auch in diesem Band zu Südwestfrankreich sind tolle Tipps enthalten. Auch kritische Anmerkungen fehlen nicht. Kurzum: ein Reiseführer, der grundehrlich das Reisegebiet vorstellt – ohne versteckte Promotions.

Der gebürtige Schweizer, Jahrgang 1950, hat in Basel, Erlangen und im damaligen Westberlin Germanistik, Komparatistik und Politologie studiert und lebt heute als Autor und Übersetzer in der französischsprachigen Schweiz. Ebenfalls im Michael-Müller-Verlag sind von Schmid die Reiseführer „Bretagne“ „Südfrankreich“ und „Korsika“ erschienen. Wer mag, kann ihn hier direkt bestellen.

Marcus X. Schmid, Südwestfrankreich. Michael Müller Verlag, 9. Auflage 2017, www.michael-mueller-verlag.de

 * Durch den Kauf über den Referral Link kannst Du diesen Blog unterstützen und den Blog werbefrei halten. Für Dich entstehen keine Mehrkosten. Ganz herzlichen Dank – merci!

Diese Diashow benötigt JavaScript.


3 Gedanken zu “Bordeaux: das Paris des Südens

Kommentare sind geschlossen.