ENTDECKT Haute-Saône!
An den südlichen Ausläufern der Vogesen beginnt das Département Haute-Saône mit der Ordnungsnummer 70. Es liegt im Osten Frankreichs in der Region Bourgogne-Franche-Comté und grenzt im Norden an das Departement Vosges, im Osten an das Territoire de Belfort, im Süden an das Departement Doubs und im Westen an das Departement Haute-Marne. Es ist ein Landstrich, der seine industrielle Seele bewahrt hat und heute als grünes Refugium zwischen sanften Tälern und weiten Wäldern neu aufblüht. Auf 405 Metern Höhe entspringt am Fuß des Ménamont eine Lebensader: die Saône. Und damit jener Fluss, der als einer der ersten Frankreichs für die Schifffahrt erschlossen wurde und heute nicht die Autobahn der Binnenschiffer ist, sondern auch Hausbootkapitäne anlockt.
Wer hier heute auf die tiefen Wälder und sattgrünen Weiden blickt, ahnt kaum noch, dass hier einst das Herz der französischen Schwerindustrie schlug. Das Département Haute-Saône besitzt, wie das benachbarte Lothringen und das Bassin miniert in Nordfrankreich, eine reiche Bergbau- und Industrievergangenheit. Kohle, Salz, Eisen, Blei, Silber und Kupfer wurden einst in seinen Minen gewonnen. Der Schacht Arthur de Buyer war mit 1.010 Metern um 1900 die tiefste Kohlemine Frankreichs.

Wo einst Spinnereien, Schmieden und Gießereien das wirtschaftliche Rückgrat bildeten, dominiert heute die Automobilindustrie das Bild, insbesondere durch das große PSA Peugeot Citroën-Werk (heute Stellantis ) für Ersatzteile. Der erste Blick auf Vesoul lässt kaum ahnen, das die kompakte Altstadt Vieux-Vesoul mit ihren engen Gassen, Stadthäusern aus dem 16.–18. Jahrhundert wie dem Hôtel Baressols und Plätze wie der Place du Grand Puits nicht nur Patina, sondern auch Charme besitzt. Weltberühmt wurde die Stadt durch Jacques Brel, der sie in seinem Chanson Vesoul musikalisch unsterblich machte.
Die wohl berühmteste Sehenswürdigkeit im Département Haute-Saône ist die Chapelle Notre-Dame-du-Haut de Ronchamp, die der Franco-Schweizer Le Corbusier 1950 entworfen und zwischen 1954/1955 errichten ließ – als modern geschwungene Betonbau in hellem Weiß.
Wo schon die Römer kurten

Wer nach so viel Geschichte und Handwerk Entspannung sucht, findet sie im traditionsreichen Thermalbad Luxeuil-les-Bains. Das Heilwasser der Thermen wird seit der Antike geschätzt und lädt in prachtvoller Architektur zum Verweilen ein. Ein wahres Naturwunder verbirgt sich in Anjeux: die Quelle des Planey. Inmitten eines Waldes schimmert das Wasser dieses tiefen Quelltopfs in den verschiedensten Blautönen, von zartem Türkis bis hin zu tiefem Saphirblau – ein Ort von magischer Schönheit.
Comté, Morbier und hochprozentige Kirschen
Fast die Hälfte der Fläche besteht aus saftigen Weiden – die ideale Basis für die Milchwirtschaft. Das Département Haute-Saône ist eine der tragenden Säulen für die Produktion von zwei der bedeutendsten Käsesorten Frankreichs. Hier reift der würzige, feste Comté AOP, dessen große Räder in den Kellern der Region reifen.

Ebenso geschätzt wird der Morbier AOP, ein halbweicher Käse aus roher Kuhmilch, bei dem ein Streifen aus Pflanzenasche den aus der Morgen- und Abendmilch gewonnenen Rohmilchkäse trennt.
Im Département Haute-Saône daheim sind auch die Kirschen aus Fougerolles, aus denen seit Generationen der Kirsch de Fougerolles AOP gebrannt wird, ein glasklares Kirschwasser von höchster Reinheit. Es wandert nicht nur in viele Desserts, Kuchen und Torten, sondern räumt auch als Digestif nach einem deftigen Mahl den Magen auf.





