Im Zeichen der Jakobsmuschel

Coquille Saint-Jacques
Coquille Saint-Jacques

Entlang der Küsten der bretonischen Côtes d’Armor dreht sich alles um eine markante Kammmuschel, die auch der Papst auf seinem Wappen trägt: die Coquille St-Jaques. Von Oktober bis März wird das Symbol der Pilger auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela hier aus dem Meer gefischt.

200 Familien leben in der Burch von Brieuc vom Fang der Muschel. Zur Erntezeit legen in Erquy, einem der wichtigsten Häfen der Fischer, 60 Schiffe am Verladedamm an. Jedes Schiff lädt im Durchschnitt 600 kg je Fang ab. Vier Stunden später wird er in Rekordzeit computergesteuert versteigert.

Strenge Auflagen

Um die Bestände gesund zu halten, ist die Fangquote für die kommerzielle Fischerei begrenzt: Nur zwei Mal pro Woche und nur 45 Minuten lang darf die edle Muschel vom Meeresboden gesammelt werden – falls sie einen Mindestdurchmesser von 10,2 cm erreicht hat.

Mit einem Boot und einem Flugzeug wird die Muschelernte überwacht. Ernten dürfen nicht nur Profis, sondern auch Privatpersonen. Als Muschelsammler bei Ebbe oder Taucher ohne Atemgerät dürft ihr maximal 30 Muscheln pro Person in der Bucht von St-Brieuc einsammeln.

Gegessen wird nur der weiße, leicht nussig-süßlich schmeckende Muskelstumpf der Jakobsmuschel und, anders als in Deutschland, auch der „corail“. Der orange-rote Rogensack gilt unter Feinschmeckern als besondere Delikatesse.

Große Feste

Groß gefeiert wird die Jakobsmuschel alljährlich reihum in einem der drei Fischerhäfen des Departements Côtes d’Armor : Erquy, Saint-Quay-Portrieux und Paimpol.

Zu Zehntausenden strömen ihre Fans auch Mitte April zur Fête de la coquille Saint-Jacques an die Kais von Loguivy de la Mer, um die zurückkehren Fischer zu begrüßen, neuartige Muschelgerichte zu kosten und den Chansons von Liedermachern wie François Budet zu lauschen.

Er  verewigte den alten Fischereihafen in seinem gleichnamigen Lied: ›Loguivy de la Mer, tu regardes mourir les derniers vrais marins…‹ Klickt auf das Video und hört mal rein!

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