Brousse du Rove – der feine Käse provenzalischer Ziegen

Rove-Ziegen im Freilauf. Foto: Hilke Maunder

Im Hinterland der Küste der Provence wird es kurvig und steil. Unter Aleppo-Pinien und Steineichen weiden Rove-Ziegen mit spiralförmigen Gehörn. Sie geben die Milch für einen Frischkäse, der vor allem jung mit Lavendelhonig und Feigen genossen wird: der Brousse du Rove.

Im Sommer wird er zum Star des Mesclun, der Variation von Blattsalaten mit Tomaten und Oliven. Und zwischendurch schmeckt er mit Kräutern und Baguette.

Hergestellt wird der Brousse von kleinen Produzenten wie Martine und André Leluëc, die, von der 1968-Bewegung geprägt, neun Hektar Land bei Barjols für ihre 50 Ziegen erwarben und seitdem ganz im Rhythmus der Natur und der Tiere leben.

Im Stall der Ziegenfarm „Pastorale du Regagnas“ mit Rove-Ziegen. Foto: Hilke Maunder

Um ausreichende Weideland für die Ziegen zu haben, pachteten sie inzwischen weitere 40 Hektar hin, und so zieht André täglich von Weide zu Weide. Martine ist für den Hofladen und die Gästebetreuung zuständig, die hier nicht nur den Käse kosten und kaufen, sondern auch die Tiere erleben und streicheln können.

Vom Frühling bis zum Sommer, wenn die jungen Zicklein noch von der Muttermilch ernährt werden, verarbeiten sie die Milch zu kreisrunden, kleinen Käsetalern, die längst auch von Gourmetrestaurants von Bandol bis St-Raphaël geschätzt werden: ganz frisch, aber auch gereift, trockener und ausdrucksstärker. Doch für Martine steht fest: „Am besten schmeckt der Brousse in den ersten drei Tagen“.

Elisabeth Chevrier mit Ziegenkäse der Rove von frisch bis reif. Foto: Hilke Maunder

Geschützte regionale Spezialität

Inzwischen ist der Käse mit der renommierten geschützte Herkunftsbezeichnung AOP geschützt. Nur die Käse, die rund die Kleinstadt Rove bei Marseille sowie  in Teilen der Départements Bouches-du-Rhône, Vaucluse und Var auf handwerkliche Art und Weise (méthode artisanale) ausschließlich aus Milch von Rove-Ziegen, die das ganze Jahr über mindestens 6 Stunden am Tag im Freien waren, soll dafür zugelassen werden.

Die Ziegen, die im 19. Jahrhundert in die Provence kamen, geben 220-240 Liter pro Ziege im Jahr nur recht wenig Milch. Der Ertrag aus der Milch ist jedoch hoch – 1 l Milch reicht für einen 200 g schweren Brousse du Rove. Seinen Namen erhielt der Käse übrigens vom imposanten, bis zu 1.20 m langen Gehörn der Ziegen, in das er einst geschmiert wurde.

Die Rove-Ziege. Foto: Hilke Maunder

 

Brousse du Rove direkt vom Hof

La Chevrèrie des Garagaiës

•  Route de Marseille, F – 83670 Barjols, Tel. 04 94 77 18 92, www.leluec.fr

La Pastorale du Regagnas

• Nadine Lombardi, Hameau de Kirbon,  D12, F – 13530 Trets, an der D12 hinter Trets Richtung Saint-Zacharie, Tel. 06 09 02 23 71.

Mehr Infos zum Brousse du Rove

www.tableadecouvert.fr/la-brousse-du-rove

www.slowfood.fr/bulletin/brousserove09.pdf

http://jacourelle.pagesperso-orange.fr/fromage.html

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