Neue Lesetipps für Frankreich-Fans!

Lesetipps

Warum nicht einmal vertraute Wege verlassen, dachte ich mir. Und stöberte bei den Büchervorschauen der Verlage, in den ich sonst nicht so  nachschaute. Wenige Tage später trudelten die Rezensionsexemplare ein.

Und ich muss gestehen: Bei einigen Titeln habe ich völlig vergessen, wie draußen die Tramontane tobte. Voilà ein paar  Lesetipps von spannend bis schräg, Kult bis komisch, mit praktischen Infos oder Herzblut. Bonne lecture !

Andreas Oetker_Rue du ParadisAlexander Oetker, Rue du Paradis*

Am 27. und 28. Februar 2010 stürmte der Orkan Xynthia mit 238 km/h über Frankreich. 52 Menschen starben, davon 29 allein in der Gemeinde La Faute-sur-Mer. Dieser Sturm gehört zu den heftigsten und tödlichsten Naturkatastrophen des dritten Millenniums. Er war auch ein tiefgreifendes psychologisches und soziales Trauma mit wirtschaftlichen und juristischen Folgen.

Am 14. April 2011 wurde der Bürgermeister von La Faute-sur-Mer, René Marratier, dem Untersuchungsrichter von Sables-d’Olonne vorgeführt. Die Anklage: fahrlässige Tötung und Gefährdung des Lebens anderer.

Was für ein Stoff für einen Krimi, muss sich Alexander Oetker gedacht haben. Von 2008 bis 2012 war Oetker Leiter des Westeuropa-Studios der Mediengruppe RTL Deutschland. Als Journalist hatte er damals die Tage der Flut vor Ort erlebt. Und auch die Klage verfolgt. In seinem mittlerweile fünften Krimi mit dem charismatischen Ermittler Luc Verlain verlegt er den Sturm in ein kleines Dorf am Cap Ferret.

Dort wird, mitten im Sturmgewirr, der Bürgermeister mit einer Verletzung tot aufgefunden. Die Ermittlungen bringen ein wahres Knäuel an Verwicklungen an den Tag. Jeder der Bewohner, eingeschlossen von den Fluten, hätte ein Motiv.

Ein atemberaubender Krimi nach Muster des “Mord im Orientexpress” von Agatha Christie, garniert mit viel Frankreich-Flair und Beschreibungen, die die Küste des Caps, das Bassin d’Arcachon und die Düne von Pyla sofort vor das geistige Auge zaubern. Wer mag, kann den Aquitaine-Krimi hier* online bestellen.

Julie Dubois_TrüffelgoldJulie Dubois, Trüffelgold*

“Das ist mutig”, dachte ich, “im Stammland von Martin Walker als Berliner Französin einen Périgord-Krimi zu schreiben.” Julie Dubois gelingt es –mit einer Schreibe, die leicht und unterhaltsam dahin fließt, an Spannung gewinnt, viel Gefühl und Flair zwischen die Seiten packt… und falsche Fährten.

Ihre Ermittlerin ist die deutsch-französische Kommissarin Marie Mercier, die einst in Kindertagen unbeschwerte Sommerferien auf dem Bauernhof ihrer Großeltern in Saint-André-du-Périgord verbracht hat. Nun hat sie den Hof geerbt – und will dort eine Auszeit verbringen.

Doch kurz nach Maries Ankunft holt der rätselhafte Tod eines Bikers aus Bordeaux zurück in den Job. Und lässt Schatten auf die Idylle fallen. War es ein Mord aus Eifersucht?  Folge der Liebelei mit der Dorfschönheit Hélène?

Trüffelgold ist kein harter, schneller Krimi, kein Psychothriller. Sondern ein unterhaltsamer Landroman rund um ein Verbrechen, ausbalanciert in Gefühl und Spannung. Mord als cosy crime ! Wer mag, kann den Périgord-Krimi hier* online bestellen.

Hervé le Tellier, Die Anomalie*

Hochgelobt und völlig verrissen: Kaum ein Roman hat in diesem Jahr für so viel Aufsehen gesorgt wie der Roman von Hervé le Tellier.

In seinem achten Roman erzählt  Le Tellier, wie ein unerklärlicher Zwischenfall auf einem Flug von New York nach Paris im Juni 2021 das Leben der Passagiere auf den Kopf stellt, die davon überzeugt sind, im März zu landen…

An Bord sind der Architekt André und seine Geliebte Lucie, der Auftragskiller und Familienvater Blake, der nigerianische Afro-Pop-Sänger Slimboy, der es leid ist, eine Lüge zu leben, die ehrgeizige Anwältin Johanna und der französische Schriftsteller Victor Miesel, Autor eines Romans mit dem Titel “Die Anomalie”.

Jede dieser Figuren führt ein Doppelleben – und wird im Roman mit ihm konfrontiert. Und jede Figur steht für ein anderes literarisches Genre. Die Literatur wird  Spielwiese für Experimente. Und auch der Roman testet Grenzen aus: urkomisch, überraschend, mit faszinierenden Gedankenspielen und messerscharfer Analyse unserer heutigen Zeit.

Zugleich ist Le Telliers Werk eine  Hommage an den OuLiPo (Ouvroir de littérature potentielle), dessen Präsident der Dichter seit 2019 ist. Seit den 1960er-Jahren erforscht diese literarische Bewegung die Möglichkeiten der Sprache durch Schreibspiele. Ihre Autoren verstehen sich als  “Ratten, die sich das Labyrinth bauen, aus dem sie ausbrechen wollen.”

2015 gewann der OuLiPo-Autor Mathias Enard 2015 den Prix Goncourt für seinen Roman Boussole. 2020 folgt Hervé le Tellier. Seine französische Originalausgabe wurde 2020 mit dem prestigeträchtigen Literaturpreis ausgezeichnet. 2021 übersetzten Romy und Jürgen Ritte sein Werk ins Deutsche. Wer mag, kann den Bestseller hier* bestellen.

Asterix und der GreifAsterix und der Greif*

In ihrem fünften gemeinsamen Asterix-Album schicken Jean-Yves Ferri und Didier Conrad ihre Helden nach Barbaricum, und damit weit in den tiefen Osten. Ob dies gelungen ist, teilt die Fans.

Tief im Osten liegt die Heimat des Greifs, halb Adler, halb Löwe. Und genau jenes Tier sollen die  Truppen nach Rom bringen. Der gelehrte Geograf, der Caesar auf die Spur des Greifs bringt, heißt Terrinconus – und trägt die Gesichtszüge von Michel Houellebecq, dem Autor von La Carte et le Territoire. Um in den Besitz des Greifs zu gelangen, verlässt er sich auf die Gefangennahme einer sarmatischen Amazone, um seinen Auftrag zu erfüllen.

Diese Geiselnahme ist der Ausgangspunkt der Geschichte. Sie führt Asterix und Obelix gemeinsam mit Getafix, der einem entfernten Freund helfen will, zu den Sarmaten. Bei jenem Nomadenvolk tragen die Frauen Reithosen  und schleppen Speere, während die Männer auf die Kinder aufpassen.

Dort ist die Welt auf den Kopf gestellt für die Gallier. Und der Band für so manch eingefleischten Asterixfans nicht mehr ein echter Asterix à la Uderzo und Goscinny. Ich muss mich da enthalten, da ich nur sehr wenige Bände mal vor sehr langer Zeit gelesen habe. Wie gefällt euch der Band? Wer mag, kann den 39. Asterix hier* online bestellen.

Pénélope Bagieu, UnerschrockenPénélope Bagieu, Unerschrocken*

Der Berliner Reprodukt-Verlag hat im vergangenen Jahr den Deutschen Verlagspreis 20 für sein ausgesuchtes Programm mit Comics, Manga und Graphic Novels aus aller Welt, das neugierig macht auf das literarische Pendant zur Urban Art in den Straßen. Graphic Novels sind geschriebene Street Art – und gehören für die Wissenschaft zu den wichtigsten zeitgenössischen Literaturgattungen.

Es hat gedauert, bis ich mit dieser Gattung angenähert habe. Doch nach der Comédie Française von Mathieu Sapin über Leben und Arbeit des Präsidenten Macron und dessen Hommage an den Mimen Gérard Depardieu war ich neugierig geworden.

Und begeistert von diesen 30 Porträts von Frauen, die Pénélope Bagieu mit Esprit, Humor und Frische treffend gezeichnet hat. Jede dieser Frauen ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die den gesellschaftlichen Zwängen ihrer Zeit trotzten, um das Leben ihrer Wahl zu führen. Von Tove Marika Jansson über Peggy Guggenheim, Katia Krafft und Thérèse Clerc bis Josephine Baker. Hier* könnt ihr den Sammelband bestellen, hier* den ersten, hier* den zweiten Band.

Felicitas Wehnert, Mit Geist und Füßen im Elsass*

Felicitas Wehnert hat viele Jahre lang die SWR-Fernsehredaktion geleitet. Das Gegenprogramm zum arbeitsintensiven Alltag fand sie bei den gemeinsamen Wanderungen mit ihrem Mann im nahen Elsass. Viele Jahre durchstreifte das Paar dort die vielfältige Landschaft zwischen Rhein und Vogesen, entdeckte das reiche Kulturerbe und eine faszinierende Natur.

Ihre schönsten 17 Wanderungen stellen sie auf 143 Seiten in einem Themenwanderführer vor, der auch Kennern der Region vielleicht noch neue schöne Wanderziele zeigt. Folgt Felicitas Wehnert und Manfred Schäffler, der die Fotos beisteuerte, auf der Maginot-Linie nach Hunsbach, entdeckt die Spuren des Erdöls rund um Pechelbronn und folgt den Pfaden der Töpfer im Hagenauer Forst.

Andere Wanderungen führen euch durch die Elsässer Camargue im Sundgau, zur Abtei Murbach oder ins Val d’Argent, das steinreiche  Silbertal.  Wer mag, kann den kompakten Wanderführer hier* online bestellen.

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