Bücherdörfer in Frankreich: Auch La Charité-sur-Loire gehört dazu. Foto: Hilke Maunder
| | | | | | | |

Die 8 Bücherdörfer in Frankreich

Mehr Bücher als Einwohner? Acht Bücherdörfer in Frankreich machen genau dies vor. In diesen villes, villages et cités du livre duften verlassene Bäckereien nach altem Papier. Andernorts hallt der Lärm historischer Druckerpressen durch enge Gassen, und Buchbinder zeigen hautnah, was die Weltliteratur im Innersten zusammenhält. Alle acht Orte standen einst kurz vor dem Aussterben – bis sie sich entschieden, ihre Leere mit Millionen von Geschichten zu füllen. Komm mit auf eine Reise zu acht Orten, die durch die Liebe zum gedruckten Wort wiederauferstanden sind.

1961 kaufte der Buchhändler Richard Booth in Wales an der Grenze zu England in der Ortschaft Hay-on-Wye mehrere leer stehende Häuser und füllte sie mit Büchern. Seine Vision: Antiquare, Buchbinder und Kunsthandwerker sollten sich in malerischen Orten niederlassen und ihnen neues Leben einhauchen.

Um mehr Publizität in den Medien zu erreichen, rief Richard Booth am 1. April 1977 Hay zum unabhängigen Königreich aus und ernannte sich selbst zum König. Diese Aktion hatte zwar keinerlei völkerrechtliche Bedeutung, machte jedoch den Ort als weltweit erstes Bücherdorf berühmt. 1984 kopierte das belgische Redu das Konzept – mit durchschlagendem Erfolg. Fünf Jahre später, 1989, zog Frankreich mit seinem ersten ville du livre nach.

Die acht Bücherdörfer in Frankreich
Bécherel (Ille-et-Vilaine) – seit 1989
Montolieu (Aude) – seit 1990
Fontenoy-la-Joûte (Meurthe-et-Moselle) – seit 1996
Cuisery (Saône-et-Loire) – seit 1999
La Charité-sur-Loire (Nièvre) – seit 2000
Montmorillon (Vienne,) – seit 2000
Ambierle (Loire,) – seit 2007
Esquelbecq (Nord,) – seit 2007

Mehr als nur Bücher

Jedes der acht Bücherdörfer in Frankreich hat seinen eigenen Charakter. Bécherel besticht durch bretonische Granitmauern, sein Schloss und die Kirche. Die mittelalterliche Atmosphäre ist spürbar. Montolieu punktet mit seinem typisch südfranzösischen Flair, seinen engen Gassen mit Platanen und den Ausblicken auf die Schluchten der Dure und der Alzeau, die sich zwischen den Häusern gelegentlich immer wieder eröffnen. La Charité-sur-Loire liegt unglaublich malerisch am Ufer der Loire, dem letzten ungebändigten Fluss Europas und längsten Strom Frankreichs.

Die Vermarktung als Bücherdorf oder Bücherstadt hat in allen Orten die historischen Zentren und die alte Handwerkskunst neu belebt. Buchbinder zeigen ihre Arbeit, Kalligrafen führen ihre Kunst vor, Illuminatoren vergolden Initialen. In vielen Orten könnt ihr zudem Workshops besuchen und selbst Hand anlegen. Diese lebendige Vermittlung unterscheidet diese Bücherdörfer in Frankreich von reinen Verkaufsstellen für Gedrucktes.

Die kulturelle Belebung der einst verödeten oder sterbenden Ortschaften hat auch der Gastronomie neuen Schwung verliehen. In Montolieu könnt ihr in der ehemals königlichen Manufaktur schlemmen und lokalen Wein kosten – die Trauben der AOP Cabardès reifen rund um den Ort. In La Charité-sur-Loire haben Winzer die 45 Hektar großen Côtes de La Charité wiederbelebt.

Vom Aufschwung profitierte auch die Architektur. In Fontenoy-la-Joûte wurden alte Bauernhöfe saniert, in Montolieu stehtkönigliche Manufaktur aus dem 18. Jahrhundert saniert. In La Charité-sur-Loire führen Mauergänge über die befestigte Stadt. Acht Bücherdörfer in Frankreich zeigen: Das vernachlässigte Erbe von einst ist heute ein Zugpferd für Kultur, Wirtschaft und Tourismus.

Bécherel: Frankreichs älteste cité du livre

175 Meter hoch liegt Bécherel rund 30 Kilometer von Rennes entfernt im weiten Tal der Rance. Im Mittelalter ein blühendes Färberdorf,  war es in den Trente Glorieuses ein Ort, der ausblutete. 1971 stellte die örtliche, 1914 gegründete Molkerei ihren Betrieb ein. Geschäfte schlossen, die Bevölkerung schrumpfte.

Während im Südwesten Bürgermeister Charles Ceyrac, aus Collonges-la-Rouge als Antwort auf das Dorfsterben die Gründung der Plus Beaux Villages de France initiierte, setzt die Association Savenn Douar auf Literatur. 1988 reiste Yvonne Prêteseille mit einer Mitstreiterin ins belgische Redu. Was sie dort sahen, überzeugte sie sofort. Zurück in der Bretagne hatten sie drei Monate Zeit, um die erste Fête du Livre auf die Beine zu stellen. Der erfolgreiche Testlauf zu Ostern 1989 bestätigte ihre Vision.

Begeistert vom Konzept, stellten mehrere Eigentümer dem Verein kostenlos ihre leer stehenden Geschäftsräume zur Verfügung, in denen Buchhändler aus dem Umland ihre Werke ausstellen durften. Das Projekt weckte die Neugier der Leser, und von weit her strömten die Besucher zum ersten Bücherfest von Bécherel. Der Erfolg überraschte alle, und bewog einige Buchhändler zu bleiben. Andere Buchhändler sind mit ihren librairies éphémères nur saisonal aktiv.

Inzwischen zählt Bécherel bei nicht einmal 700 Einwohnern 16 Betriebe rund ums Buch: zwölf Buchhandlungen für alte und gebrauchte Bücher, zwei Buchbindereien sowie drei Freiberufler, die tief in der Literatur verwurzelt sind: ein Kalligraf, ein Comic-Illustratior und ein Kalligraf-Illuminator, der mittelalterliche Schrift- und Buchmaltraditionen lebendig hält.

Seit 2011 feiert die Maison du Livre der Bücherstadt Bécherel die Vielfalt der Literatur mit Ausstellungen, Ateliers und Künstlerresidenzen. Jedes Jahr Ende März oder Anfang April wird der gesamte Ort zur Bühne der Fête du Livre – 2026 zum 35. Mal. Auf den Plätzen, in den Gässchen und Gärten werden Poesie, Literatur, Comics und Musik lebendig, und hautnah könnt ihr – passend zur jeweiligen Jahresthematik, in der petite cité de caractère die unterschiedlichsten Autorinnen und Autoren kennenlernen.
• Maison du Livre: 4, route de Montfort, Tel. 02 99 66 65 65, https://maisondulivredebecherel.fr
• https://mairie-de-becherel.bzh

Montolieu: Bücher unter südlicher Sonne

Zwischen Mittelmeer und Toulouse liegt Montolieu am Fuße der Montagne Noire inmitten der Weinberge des Cabardès. Rund 20 Kilometer nordwestlich von Carcassonne startete hier im Jahr 1990 ein Visionär sein Projekt.

Michel Braibant, Buchbinder aus Carcassonne, gründete damals in dem 880-Einwohner-Dorf das erste Conservatoire Européen des Arts et Métiers du Livre und legte damals den Grundstock für die cité du livre. Ein Jahr später, 1991, war die Privatsammlung von François Bernouard (1884–1949), Poet, Drucker und Typograf, dank Schenkungen so angewachsen, dass sie als Museum öffnen konnte.

2004 erwarb der Verein Association Montolieu Village du Livre et des Arts die Sammlung Bernouard.​ Als Musée des Arts et Métiers du Livre erzählt sie heute die Geschichte des Buches von der Erfindung der Schrift bis zur Typografie mit Ausstellungen und Führungen. Workshops und Ateliers vermitteln Grundkenntnisse in der Kalligrafie, der Gravur und im Binden von Büchern. Seit 1990 vermarktete sich Montolieu erfolgreich als erste cite du livre und bislang einziges village du livre im Süden. Montolieu gehört heute zu den bekanntesten Bücherdörfern in Frankreich.

15 Buchhandlungen führen hier von Taschenbüchern bis zu kostbaren Erstausgaben alles, was das Leserherz begehrt: Kunstbücher, Krimis, Belletristik, Comics, Reiseführer und Reiseberichte, Kochbücher und Werke für Kinder. Zwischen den Buchläden vertiefen 13 Kunstgalerien und Atelierwerkstätten das kulturelle Flair des Dorfes, das sich selbst als Kunstwerk inszeniert.

Auf den Mauern prangen Zitate und Poesie. Ein Schwert, durchbohrt von Büchern, weist den Weg. Ein Seiltänzer schwebt über den Köpfen. Eiserne Eulen beobachten die Flaneure. Bunte Vogelhäuschen zieren die Fassaden. Montolieu ist eine Freiluftgalerie, poetisch und inspirierend.

In der ehemaligen Winzergenossenschaft ruhen heute die Schätze der Collection Cérès Franco noch hinter verschlossenen Türen. Ihr Name erinnert an die Galeristin Cérès Franco, die zeitlebens zeitgenössische Kunst von Art Brut über Naïf bis hin zu Outsider-Kunst gesammelt hat. Ihre Tochter, die 2020 verstorbene Kunsthistorikerin Dominique Polad-Hardouin und Präsidentin des Fördervereins der Galerie, kuratierte die Sammlung. Derzeit laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren, um die Sammlung als Museum des Départements Aude wieder auferstehen zu lassen.

Die einstige königliche Tuchmanufaktur, 1734 unter Ludwig XV. gegründet, war bis in die 1960er-Jahre in Betrieb. Heute beherbergt das Ensemble Künstlerateliers, die chambres d’hôtes von L’Apostrophe und ein Restaurant. Im Sommer findet im großen Innenhof des Kulturzentrums voller Charme und Patina ein Jazzfestival statt. Das kollektive Gedächtnis bewahrt auch die Geschichte der Retirada und ihrer republikanischen Flüchtlinge aus Spanien, die hier Zuflucht fanden.
• Musée des Arts et Métiers du Livre: 39, rue de la Mairie, 11170 Montolieu, Tel. 04 68 24 80 04, www.montolieu-livre.fr/livre/musee-des-arts-et-metiers-du-livre
• Collection Cérès Franco (derzeit geschlossen): 5, route d’Alzonne, 11170 Montolieu, Tel. 04 68 76 12 54, www.museeceresfranco.com
• Festival d’art contemporain Aude Aux Arts : Musik, Tanz, Gesang und Poesie seit 2015 alljährlich Anfang August
• www.montolieu-livre.fr

La Charité-sur-Loire: die Cité du Mot

Seit dem Jahr 2000 gehört auch La Charité-sur-Loire zu den acht Bücherdörfern in Frankreich. Doch die Ortschaft im Département Nièvre, rund zwei Autostunden von Paris entfernt am Ufer der Loire gelegen, ging einen eigenen Weg: Sie nennt sich nicht Ville du Livre, sondern Cité du Mot – Stadt des Wortes. Und die sind in dem Städtchen allerorten zu lesen – auf Fassaden und Mauern, Türen und Türmen. Überall prangen auf den Mauern der Altstadt Zitate und Gedichte – und haben längst auch die Fassaden der Île du faubourg de la Loire erobert.

La Charité-sur-Loire ist seit dem Mittelalter ein Pilgerort. Früher war es das Wort Gottes, das die Menschen zum Prieuré de La Charité lockte, der heute zum Welterbe gehört. Das Priorat wurde 1059 von der Benediktiner-Abtei Cluny gegründet und zählte zu den wichtigsten Zentren des cluniazensischen Ordens.​

Seit 2014 beherbergt der restaurierte Prieuré mit seiner romanischen Kirche Notre-Dame die Cité du Mot. Als ein lebendiges Kulturzentrum fördert es die Literatur und Wortkunst über alle Grenzen von Sprache und Ausdruck in Büchern, Kalligrafie und in der oralen Tradition. 

Als Höhepunkt im Jahreslauf gilt das Festival Aux Quatre Coins du Mot, das seit 2005 im Kreuzgang des Priorats gastiert, bis 2019 noch als Festival du Mot. Der neue Name zeigt die Öffnung – genre- und grenzenlos wird heute bei Theater, Konzerten, Lesungen, Ausstellungen, Begegnungen, Workshops, Slam und Stand-up die Magie von Worten erforscht und gefeiert. Die meisten Veranstaltungen sind kostenlos.

Im November lädt das Festival Grands Chemins zu Kultur-Wanderungen durch das Département Nièvre. Mehrere Büchermärkte und eine Nuit du Livre runden das Veranstaltungsprogramm der Bücherstadt La Charité-sur-Loire ab.
Cité du Mot: 8, Cour du Château, 58400 La Charité-sur-Loire, Tel. 03 86 57 99 38, https://citedumot.fr
• Festivals: Aux Quatre Coins du Mot (Himmelfahrt, Mai), Grands Chemins (November), Büchermärkte, Nacht des Buches

Fontenoy-la-Joûte

Im Département Meurthe-et-Moselle wurde 1996 das dritte französische Bücherdorf gegründet: Fontenoy-la-Joûte. Auch hier sollte das Projekt den ländlichen Strukturwandel nach dem Industrieabbau bekämpfen. Treibende Kraft in Lothringen war der Verein Les Amis du Livre unter Führung von François Guillaume, von 1986 bis 1988 Landwirtschaftsminister unter Chirac und berühmt für seinen Ausspruch, dass die Tschernobyl-Wolke an den Grenzen Frankreichs haltgemacht habe.

Ohne die ursprüngliche Architektur zu zerstören, wurden alte Bauernhöfe behutsam zu Geschäften umgebaut. 15 Bouquinisten, ein Kunstbuchbinder, ein Kalligraf und ein Papierhändler beleben heute das 300-Einwohner-Dorf zwischen Lunéville und Saint-Dié-des-Vosges. Jährlich locken Events wie Frühjahrs- und Herbst-Déballages, Fête de la BD (Juli), Nuit du Livre (August), Autorensalons und Schreibwettbewerbe Tausende Besucher an. 2026 feiert Fontenoy sein 30. Jubiläum.
• www.villagedulivre54.fr

Cuisery

In Burgund erlebte das 1.500-Einwohner-Dorf Cuisery, rund 35 Kilometer von Mâcon im Département Saône-et-Loire gelegen, in den 1990er-Jahren ein massenhaftes Ladensterben. Um den Handel neu zu beleben, wandelte eine parteiübergreifende Initiative die Grande Rue in eine lebendige Buchstraße um. Zehn Buchhändler und Antiquare siedelten sich an, ergänzt von Verlagen wie die Éditions Hérode und die Éditions L’Harmattan sowie Boutiquen wie L’Athanor oder Populire. Wie Bücher einst gefertigt wurden, verraten eine Buchbinderei und die historische Druckerei Espace Gutenberg.
Espace Gutenberg, ​https://espacegutenberg.com

Montmorillon

In Montmorillon säumten einst zahlreiche Papiermühlen den Lauf der Gartempe im Département Vienne. Später produzierten hier die Affiches Rossignol Unterrichtsmaterialien für die Schule. 1990 initiierte die einheimische Autorin Régine Deforges den ersten Salon du Livre in Montmorillon. Bestärkt vom unerwarteten Erfolg, proklamierte sich auch Montmorillon zur Bücherstadt, um sein mittelalterliches Viertel zu revitalisieren. 20 Buchprofis, darunter mehrere Illustratoren, arbeiten heute hier in der Cité de l’Écrit et des Métiers du Livre.

Das ganze Jahr über stellen Dauer- und Wechselausstellungen, Ateliers und das kostenlose Musée de la Machine à Écrire et à Calculer mit über 200 Schreib- und Rechenmaschinen von 1833 bis 1980 Aspekte der Buchkunst und ihre Macher vor.

Jährlich am ersten Juni-Wochenende lockt das Festival du Livre mit Lesungen, Debatten, Cafés littéraires, Konzerten und Treffen mit Autoren sowie Illustratoren. Im Rahmen des Festivals ehrt die Verleihung des Prix littéraire Régine Deforges herausragende Erstlingsromane.

Dennoch sind die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren gesunken, und Montmorillon plant eine Redynamisierung, denn der Buch-Tourismus, ergänzt mit Wanderungen an der Gartempe ist für die rund 40 Kilometer von Poitiers entfernte Stadt ein wichtiges wirtschaftliches Standbein.
• Musée de la Machine à Écrire et à Calculer, www.montmorillon.fr
• Festival du Livre, https://festivaldulivre.montmorillon.fr
• www.montmorillon.fr

Ambierle

Als kleinstes der acht Bücherdörfer in Frankreich gilt Ambierle, rund 15 Autominuten von Roanne (Loire) in der Region Auvergne-Rhône-Alpes gelegen. In den engen Gassen des Dorfes findet ihr vier Buchhändler, darunter einen Verleger, und eine kleine Druckerei. Seit 2007 belebt es seine Auszeichnung als Village du Livre, de la BD et de l’Image mit Ausstellungen, Cafés littéraires, Bandes dessinées-Festivals und Buchmärkten, jeweils am zweiten Sonntag der meisten Monate.
• http://lamottedulivre.free.fr

Esquelbecq

In Esquelbecq (Département Nord) widerstanden im Zweiten Weltkrieg während der Operation Dynamo rund 100 britische Soldaten neun Stunden lang deutschen Truppen, bevor sie gefangen genommen wurden. Mit Handgranaten und Bajonetten wurden 80 britische und ein französischer Soldat anschließend in einer Scheune bei La Plaine au Bois massakriert.

Ein Mémorial mit der restaurierten Scheune und einem britischen Soldatenfriedhof sowie das Museum der Maison du Westhoek mit Artefakten, Fotos und Zeugenaussagen erinnern heute als Teil der Flandern-Route an die Kriegsgräuel während der Schlacht von Wormhout-Esquelbecq-Ledringhem.

Diese Erinnerungen prägen auch zwischen Lille und Dünkirchen das flandrische Bücherdorf Esquelbecq, das sich augenzwinkernd auch Esquelbook nennt. Seit 2007 organisieren hier sechs Buchhändler monatliche Büchermärkte. Jeden ersten Samstag im Juli findet die Nuit du Livre statt – eine Buchnacht, bei der sich Antiquare und Autoren begegnen.
• https://esquelbecq.com/le-village-du-livre

Der Verband der Bücherdörfer in Frankreich

2012 schlossen sich die acht Bücherdörfer in Frankreich zur Fédération des Villes, Cités et Villages du Livre en France zusammen. Der Verband koordiniert gemeinsame Projekte, organisiert Veranstaltungen und vertritt die Interessen der Mitglieder. Ziel ist die Förderung aller Aktivitäten im kulturellen, künstlerischen, handwerklichen, erzieherischen und sozialen Bereich.

Das Konzept funktioniert. Die acht Bücherdörfer in Frankreich bekämpfen erfolgreich die Landflucht, schufen Arbeitsplätze, belebten das lokale Erbe, lockten Neubürger in die Orte und stoppten den Niedergang von Gastronomie und Handel. In Montolieu konnte sogar die Grundschule dank des Zuzugs gerettet werden. Längst macht das Konzept auch weltweit Schule. 2010 reiste sogar eine koreanische Delegation nach Montolieu, um das Modell der Bücherdörfer in Frankreich zu studieren.

Auch wirtschaftlich rechnet es sich. Der Büchertourismus bringt Besucher, die nicht nur Bücher kaufen, sondern auch übernachten, essen und regionale Produkte kosten und kaufen. Auch die Solidarität unter den Händlern trägt: Sie verstehen sich als Gemeinschaft, nicht als Konkurrenten.

Weiterlesen

Im Blog

Die rurale Renaissance in Frankreich kennt viele solcher Initiativen. Besonders berühmt wurde Marciac, das dank eines heute weltberühmten Jazzfestivals vor dem sicheren Dorftod gerettet werden konnte. Doch auch viel kleinere Projekte setzen wirksam Akzente, zeigt Simorre unter anderem mit seinem Bouche à Oreille.

Alle Beiträge zur Literatur in, aus und über Frankreich vereint diese Kategorie.

Schreibe einen Kommentar