Ein Wochenende in … Cannes & Côte d’Azur

Cannes: Blick über die Promenade des Vieux-Port auf Le Suquet
Blick auf Cannes von der Fähre zur Île Sainte-Marguerite. Foto: Hilke Maunder

Cannes! Denkt ihr da auch sofort an Hollywood auf dem roten Teppich, Stars und Sternchen, Royals und Reichen, die auf der Croisette flanieren, mit ihren Megajachten in der weiten Bucht ankern und den luxuriösen Lifestyle der Côte d’Azur prägen? Doch das ist nur eine Seite der „Königin der Riviera“, die alljährlich im Mai Gastgeberin des wohl renommierten Filmfestivals der Welt ist.

Die Partnerstadt von Beverly Hills kann mehr als Croisette und Carlton. Im Suquet hat Cannes seine mittelalterlichen Altstadt malerisch bewahrt – und Künstler angelockt. Am Meer könnt ihr nicht nur in schicken Strandbädern das süße Leben gegen viele Euro genießen, sondern auch, nur wenige Schritte weiter, noch Fischern beim Netze flicken zuschauen, während Pointu-Boote bunt auf den Wellen schaukeln.

Blick über die Bucht von Cannes auf das Esterel-Massiv. Foto: Hilke Maunder

Über das Meer seht ihr das wilde, einsame Massif de l’Esterel mit der rauen Küste, den eindrucksvollen roten Felsen, zerklüfteten Buchten und ursprünglichen und sehr idyllischen Îles de Lérins mit Kiefernwäldern, Weingärten und versteckten Badebuchten.

Cannes wurde im Jahre 997 am Fuße eines Hügels gegründet, der dem Herrschaft Rodoard als Ausguck diente. Es war eine kleiner, von Schilfrohr umgebener Unterschlupf für Fischer namens „Portu Canua” gegenüber den Lérins-Inseln.

Blick vom Vieux-Port auf Le Suquet. Foto: Hilke Maunder

Sie waren seit der Antike unter den Namen Léro und Lérina bekannt. Nachdem auf dem Suquet-Hügel im Jahr 999 ein Wachtturm – im keltisch-ligurischen Wortschatz „khan“ genannt – errichtet worden war, hatte die kleine Siedlung ihren großen Namen weg: Cannes.

 

An der Promenade de la Pantiero: ein nostalgischer Musikpavillon. Foto: Hilke Maunder

Freitag

Wer von Marseille oder Saint-Tropez mit dem Wagen anreist oder mit seiner Privatmaschine auf dem Flughafen Cannes-Mandelieu landet, kommt als erstes nach La Bocca, wo eine Verkehrsschneise die Riegel der Ferien- und Zweitwohnanlagen von den Südstränden trennt. Dahinter jedoch ist La Bocca noch recht ursprünglich.

Vor allem der provenzalische Markt verleiht diesem Viertel mit großer arabischstämmiger Bevölkerung das Flair eines Dorfes, mit geselligem Treiben auf den Straßen, in den Kneipen, Restaurants und Boutiquen. Besonders während der Nachtmärkte an jedem Mittwochabend im Juli und August.

Schnieke Jachten, schlitte Segler: Kontraste in Cannes. Foto: Hilke Maunder

Wem es hier gefällt: Die Preise für Unterkünfte sind hier deutlich günstiger als im Herzen von Cannes! Und mit Bocca Cabana gibt es auch eine eigene Strandpromenade!

16 Uhr: Was für Pötte!

Beginnt euren Besuch von Cannes am Vieux-Port, den alten Hafen. Sein ältester Teil, der Quai Saint Pierre, geht auf das Jahr 1838 zurück. Heute legen hier schicke nostalgische Segelschiffe und Luxus-Jachten an. Im September starten von hier aus die Königlichen Segelregatten. Ihr seid mit dem eigenen Boot unterwegs? Dann klickt hier für mehr Infos!

16.30 Uhr: Ihr seid die Stars!

Am Übergang vom alten Hafen zur Strandpromenade der Croisette erhebt sich seit 1979 als vielkantiger Klotze der Palais des Festivals mit dem berühmten roten Teppich, wo eine Handvoll „Profi-Fotografen“ darauf warten, euch abzulichten. Macht es lieber selbst! Kostenlos könnt ihr auch im Office de Tourisme ein Souvenirfoto vor einer Cannoiser Kulisse eurer Wahl schießen – und euch dann per Mail zusenden.

Das berühmte Filmfestival entstand 1939 als US-britische Antwort auf die Einflussnahme der faschistischen Regierungen bei derWahl der Filme beim Filmfestival von Venedig, der „Mostra di Venezia“. Vichy, Biarritz und Algier waren damals ebenfalls Kandidaten. Doch die Gewinnerin wurde Cannes, aufgrund des „Sonnenlichts und der herrlichen Lage“ wie auch der Infrastruktur.

Vom 1. bis 20. September 1939 sollte unter dem Vorsitz von Louis Lumière, dem Erfinder des Kinos, stattfinden. Der Krieg verhinderte die Premiere. Erst am 20. September 1946 hob sich im städtischen Kasino der Vorhang zu den ersten Filmfestspielen von Cannes. 1979 wich das Kasino dem heutigen  Festivalpalast mit seinen 15 Sälen.

Auch am Busbahnhof erzählen Wandbilder vom Kino. Foto: Hilke Maunder

Heute ist das Festival nicht nur im Mai, sondern das ganze Jahr hindurch in den Straßen und auf der Strandpromenade präsent. Auf Mauern und Fassaden inszenierten 14 riesige Wandbilder Stars, Szenen und berühmte Streifen – von Charlie Chaplin über Buster Keaton, Gérard Philippe, Marilyn Monroe und Alain Delon bis hin zu „Hôtel de la Plage“, „Nur die Sonne war Zeuge“, „Pulp Fiction“ und „Das Piano“. Von Mai bis August werden zusätzlich Fotoleinwände mit Szenen und Konterfeis berühmter Stars frei und an Fassaden gehängt.

Vor dem Festivalpalais haben Filmregisseure, Schauspieler und andere internationale Stars der Filmwelt  ihre Handabdrücke und Unterschriften hinterlassen – genauso wie in Los Angeles am Chinese Theatre auf dem Hollywood Boulevard.

Jodie Foster, Richard Gere, Harry Potter, Brigitte Bardot und wie andere Filmstars begleiten euch beim Bummeln auf der Strandpromenade als Silhouetten in Echtgröße.

17 Uhr: Der Corso von Cannes: die Croisette

1850 war die Croisette nichts als ein kleiner Weg entlang des Meeres inmitten von sandigen Dünen. Heute säumen luxuriöse Markenboutiquen und große Luxushotels wie das Carlton, das Martinez oder das Majestic den drei Kilometer langen Boulevard. Tipp: Bummelt auch nachts einmal hier entlang – dann sind die Hotels illuminiert und wechselt die Croisette wie ein Regenbogen ihre Farbe!

Direkt an der Croisette findet ihr das Kunstzentrum La Malmaison. Mit vier Ausstellungen pro Jahr würdigt es berühmte Maler wie Chagall, Matisse, Ozenfant oder Picasso, die von der  Côte d’Azur inspiriert wurden. Ebenfalls gezeigt werden international bekannte Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts, wie Miró, César, Armand, Clavé und Kijno. Ausstellungen und Konzerte könnt ihr auch in der  Espace Miramar im Erdgeschoss des ehemaligen Hotels „Palais Miramar“ an der Ecke Rue Pasteur erleben.

Prunk voller Patina

Port Canto war der erste französische Privatjachthafen. Noch immer liegen hier einige überaus schöne Jachten vor Anker. König Alphons XIII. von Spanien, Aga Khan und Winston Churchill erlebten einst im Palm Beach Club mondäne Abendveranstaltungen. Heute ist der Art-Déco-Bau, der 1929 auf der Ruine des Forts de la Croix errichte wurde, arg heruntergekommen und in Teilen eine Ruine.

Treffpunkt von früh bis spät: Caffè Roma. Foto: Hilke Maunder

Wie seine Zukunft aussieht? Nice-Matin hat einige Vorschläge und Ideen hier vorgestellt. Beim Parkplatz des Palm Beach liegt die Wiege der Croisette: Am kleinen Oratoire der Pointe de la Croisette beginnt ganz offiziell der prachtvolle Boulevard. Sein Kreuz symbolisiert den Ort, an dem die ersten Pilger das Boot zur Insel Saint-Honorat nahmen. Außerhalb der Saison tummeln sich hier an windigen Tagen die Kitesurfer.

18.30 Uhr: Szene-Sundowner

Entlang der Croisette findet ihr einige der beliebtesten und traditionsreichsten Bars für einen  Sundowner – legere wie das Caffè Roma, mythische wie Le 72 Croisette.

19.30 Uhr: Meeresküche oder provenzalische Kost?

Appetit auf frischen Fisch und exquisites Seafood? Dann reserviert einen Tisch im großen Ecklokal von Astoux et Brun, seit drei Generationen eine verlässlich gute Adresse für frische Meeresküche. Die Preise sind zwar gehoben, aber gerechtfertigt durch die Qualität.

Typisch provenzalische Küche serviert mittags wie abends La Potinière du Palais. Das Bistro ist so beliebt, das es das Nachbargeschäft übernommen hat und so den Speisesaal vergrößern kann. Im Sommer stellt es einige Tische und Stühle auf den Trottoir – dann könnt ihr auch draußen seine köstliche Bistronomie genießen.

Dunkel und urgemütlich, mit viel Holz und Retro-LED-Leuchten, präsentiert sich das gehobene Provence-Lokal Aux Bons Enfants in der volkstümlichen Rue Meynadier. Im Sommer stellt Patron Romain eine Reihe Tische in das Sträßchen – ein nettes Ambiente!

Sonnabend

8.30 Uhr: Aussichtsreiche  Runde

Beginnt den Tag sportlich: Macht es wie der Commissaire Léon Duval, den Christine Cazon an der Côte d’Azur Verbrechen aufklären lässt, und joggt zum Fernblick auf das Meer durch den waldreichen, 80 ha Naturpark Croix-des-Gardes.

Unterwegs könnt ihr an fünf Aussichtspunkten – den Belvédères Maquis, Roquebillière, la Croix, Cèdre und Brougham – Panoramablicke über die Bucht von Cannes, ihre Inseln, das Esterel-Massiv und die Voralpen genießen. Oder folgt den botanischen Pfaden, zu denen ein Arboretum mit mehr als 40 Mimosenarten zählt.

Als Sporthauptstadt der Côte d’Azur hat Cannes zudem dort einen Parcours de Santé, einen Gesundheitspfad, angelegt. Insgesamt findet ihr 15 markierte Strecken zum Wandern oder Joggen mit einer Gesamtlänge von 60 Kilometern in Cannes.
• Parkmöglichkeiten: Parking Libérator (erkennbar am Flugzeug-Turbinen-Denkmal, Parking de la Croix, Parking Réservoir.

10 Uhr: Einmal Provence intensiv!

Frisch geduscht und umgezogen, frühstückt ihr dort, wo Commissaire Duval mit seiner Freundin Annie es an einem freien Tag auch tun würden: in der Kaffeerösterei La Cannoise am Marché Forville. Seit 1934 ist die Markthalle der Treff der Einheimischen, die dort montags trödeln, in alten Postkarten stöbern, nostalgische Porzellan bestaunen, Großvaters Mützen, Großmutters Mode, Urgroßmutters Möbel zu Preisen von heute.

Dienstag bis Sonntag weichen Tand und Trödel einem üppigen Obst-, Blumen- und Gemüsemarkt, wo die Cannois sich mit frischen Lebensmitteln eindecken, und vor allem mit frischem Fisch aus dem lokalen Fang.

11 Uhr: Kunst im Leichenlager

Le Suquet ist die Wiege von Cannes. Viele Wege führen ins Altstadtviertel. Folgt den steilen Gassen, die mit kurvigen und malerischen Treppenaufgängen verflochten sind, hin zur Aussichtsterrasse mit Paradeblicken auf die Stadt, den Hafen, die Croisette, die Lérins-Inseln und die Bucht von Cannes.

Noch schöner ist der Rundumblick über die Dächer von Cannes vom Turm des Musée de la Castre. Nur am Wochenende könnt ihr den Suquet des Artistes besuchen, der im einstigen Leichenlager der städtischen Krankenhauses Saint-Dizier eingerichtet wurde. Vier Kreative aus Cannes, die als „artists-in-residence“ dort wohnen und arbeiten, öffnen dann ihre Ateliers! Hier habe ich ihr Kreativzentrum vorgestellt.

12.30 Uhr: Echter Genuss

Wollt ihr so essen wie die Cannois? Dann geht zum Waikiki Plage am Boulevard du Midi. Donnerstags gibt es hier eine ausgezeichnete Aioli. Jünger, lauter und hipper geht es in den benachbarten Strandbars zu. Ein Tipp: Das menu du jour, das Tagesgericht, ist immer die frischeste und günstigste Variante – denn am Strand zahlt ihr den Blick und das Ambiente mit.

14 Uhr: Sonne, Strand & Meer

Zur „sieste“ geht’s an den Hausstrand von Léon Duval: Midi Plage. Wenn ihr im Restaurant Waikiki Plage gegessen haben, seid schon da! Mietet eine Strandliege, sonnt euch und stürzt euch in die azurblauen Fluten!

16 Uhr : Shopping….

Cannes ist eine Shopping Mall unter freiem Himmel. Den Lifestyle der Reichen und Superreichen gibt es entlang der Croisette zu bestaunen: Haute-Couture- Häuser wie Chanel, Dior, Yves Saint-Laurent sowie Luxus-Boutiquen von Armani, Céline, renommierte Juweliere wie Cartier, Chopard, Ferret, Fred und luxuriöse Lederwarengeschäfte wie Fendi, Gucci, Hermès, Vuitton, Ferragamo, Lancel…

Bummelt  dann in der Rue d’Antibes. Die ehemalige königlich-kaiserliche Straße verband Toulon mit Antibes. Für die britischen Gäste des 19. Jahrhunderts gab es dort zahlreiche französisch-englische Geschäfte wie Apotheken, Lebensmittelgeschäfte, Schneider und andere.

Heute dominieren erschwinglichere Boutiquen französischer und internationaler Marken: Kleider, Schmuck, Schuhe, Parfümerien … Dazwischen liegen Patisserien wie Ladurée, die goldfarbene Macarons anbieten, oder – etwas versteckt ­– die Maison du chocolat, eine andere edle (Pariser!) Adresse für Schokolade.

Volkstümlich shoppen und schlemmen: die Rue Meynadier ist dafür beliebt. Foto: Hilke Maunder

In der historischen Einkaufsstraße Rue Meynadier, die die Cannois einst hoch zu Ross oder mit Prunkkutschen besuchten, findet ihr neben dem letzten Inhabergeführten Hutmacher auch den Pâtissier Ernest und die legendäre Épicerie von Céneri, bei dem die Cannois köstlichen Käse erstehen.

Bei den Traiteurs kaufen sie fertige Gerichte wie die Petits Farcies, mit Hackfleisch gefüllte Zucchini, Tomaten oder Auberginen erstehen. Leckere Fruits Confits verkauft Cannolives, zugleich eine der besten Adressen für Olivenöl. Naschkatzen lieben auch die Süßwaren von Jean-Luc Pelé. Lust auf ein Eis? Dann holt es euch beim Glacier Vilfeu, der Kulteisdiele von Cannes.

18 Uhr: French Spritz

Zeit für den Sundowner! Da ist die Dachterrasse des Radisson Blu nicht zu toppen – sie ist die einzige Roof Bar von Cannes. Welchen Cocktail ihr bestellen solltet? French Spritz – der Klassiker „Aperol Spritz“ wird hier nicht mit Prosecco, sondern Champagner aufgefüllt. Santé! Die Sonne versteckt sich jetzt hinter den zerfurchten Zacken des Esterel-Massivs. Was für eine Kulisse zum Sonnenuntergang an der Côte d’Azur!

19.30 Uhr: Dîner – bodenständig oder bling-bling?

Am liebsten speise ich bei Claire, der sympathischen Gastwirtin von La Meissounière. Claire ist eine echte Cannoise – die Familienfotos hängen in der Toilette! – und versteht etwas von bodenständiger Küche. Rindertartar, Kaldaunenwurst und Entenbrust finden sich daher ebenso auf der Karte leckere Pasta und vegetarische Wok-Gerichte zu günstigen Preisen. Das lieben echte Cannois.

Nachts wechselt das Lichterspiel der Croisette. Foto: Hilke Maunder

Mittags kommt auch manchmal der Bürgermeister mit seiner Equipe. Wer mehr Sehen und Gesehen werden will, würde gleich gegenüber an der Ecke ins Da Laura gehen. Ein ausgezeichneter Italiener, der sich seinen Ruf bezahlen lässt. Doch der Café ist der Beste der Stadt – und sein „gelato al limon“ einfach göttlich.

21.30 Uhr: Die Nacht ist lang…

Trubelig geht es in der nahen Rue Hoche zu: Hier geht das junge Cannes abends aus. Aber Achtung! Die angesagten Etablissements wechseln von Saison zu Saison, gehen Sie dorthin, wo die meisten Menschen sitzen. Mich findet ihr am ehesten im Le Cirque. Im Trend sind außerdem gerade die Bars und Restaurants in der Rue du Commandant André. Due Adresse für alle, die hip und betucht sind: das Baôliam Port Canto.

Sonntag

10 Uhr: Ab auf die Insel!

Die weite Bucht von Cannes schmücken zwei wunderschöne Inseln. Von den Îles des Lerins seht ihr vom Strand allerdings nur die größere Île Sainte-Marguerite – die kleinere Île Saint-Honorat versteckt sich südlich dahinter. Leider gibt es zwischen beiden Inseln keine Shuttles. So müsst ihr euch entscheiden: Mönche & Wein zum Meeresrauschen auf Saint-Honorat? Oder würzig duftender Kiefernwald, wilde Buchten und römisches Erbe auf Sainte-Marguerite?

Meinen Post zur Île Sainte-Marguerite findet ihr hier.

Saint-Honorat habe ich euch hier vorgestellt. Der Rundweg der Insel führt euch zu sieben Kapellen, zum Weinberg, der Abteikirche, dem befestigten Kloster und zum Klosterladen.

Cannes: meine Reise-Infos

Hinkommen

Mit dem Auto, Womo oderMotorrad

Autobahnausfahrt Nr. 42 Mougins- Cannes oder Ausfahrt Nr. 41 Mandelieu-Cannes La Bocca. Kostenlos euer Gefährt abstellen könnt ihr auf den Parkplätzen von Moure Rouge und Palm Beach.

Mit dem Flugzeug

Der Flughafen von Nizza liegt 30 km von Cannes entfernt. Zwischen Cannes und dem Flughafen verkehrt die Express-Buslinie 210.

Mit dem Zug

Cannes liegt an der Bahnlinie Marseille – Nizza und ist über den TGV Lyria Genf – Nizza an das europäische Hochgeschwindigkeitszugnetz angeschlossen.

Mit dem Boot

Cannes besitzt zwei Häfen: den Alten Hafen (Vieux-Port) im Westen und Port Canto im Osten der Croisette.

Vor Ort mobil

Palm Bus verbindet die Städte Cannes, Le Cannet, Mandelieu la Napoule, Théoule und Mougins. Den Busbahnhof findet ihr an der Place Cornut. Mit dem Ticket Azur könnt ihr für 1,50 € die Busse des Verkehrsnetzes Lignes d’Azur und der angeschlossenen örtlichen Linien Envibus, Sillages, Lignes d’Azur und Palm Bus nutzen.

Schlafen

Hôtel America

Die schönen und geräumigen Zimmer sind schallisoliert und klimatisiert, das Dekor verbindet US-Schick mit French Touch, der Service versprüht gute Laune und Herzlichkeit, und auch die Lage zwischen der Croisette und der Rue d’Antibes ist top: Das Viersternehaus gehört zu den besten Adressen von Cannes – auch dank es sehr guten Preis-Leistungsverhältnisses.
• 16, rue Notre Dame, Tel. 04 93 06 75 75; www.hotel-america.com

Schlemmen & genießen

La Cannoise

• 17, place du Marché Forville, Tel. 06 14 22 38 67, https://lacannoisedescafesetdesthes.fr, Mo. 7-14, Di.-Sa. 6-17, So. 6-14 Uhr

Astoux et Brun

Das beliebte Bistro serviert seit 1953 große Meeresfrüchteplatten, frische Austern, Krabben und Krebs.
• 27, rue Félix Faure C0493 39 21 87, www.astouxbrun.com 

Luc Giorsetti, Patron des Bistros „Aux Bons Enfants“. Foto: Hilke Maunder

Aux Bons Enfants

Eine Institution in der Rue Meynadier, nur ein paar Schritte von der Markthalle Forville entfernt. Achtung: Patron Romain Giorsetti und sein Sohn Luc akzeptieren nur Bares – und servieren dafür authentische provenzalische Küche.
• 80, rue Meynadier, Tel. 06 18 81 37 47, http://aux-bons-enfants-cannes.com

Caffè Roma

Perfekt zum People Watching ist diese quirlige, beliebte Bar gegenüber vom Palais des Festivals. Das Restaurant serviert italienische Klassiker.
• 1, square Mérimée Tel. 04 93 38 05 04, www.cafferoma.fr

Da Laura

• 7, Rue Du Vingt-Quatre Août, Tel. 04 93 38 40 51, www.facebook.com

Waikiki Plage

• Boulevard du Midi Jean Hibert, Tel. 04 93 99 01 78, www.facebook.com

La Meissounière

• 15, Rue Du Vingt-Quatre Août, Tel. 04 93 38 37 76, Di-Sa., www.lameissouniere.com

Le Cirque

• 30, rue Hoche, Tel. 04 93 30 02 38, www.lecirquecannes.com, Mo. – Sa. 8-0 Uhr

Radisson Blu 1835 Hotel & Thalasso

• 2, Boulevard du Midi Jean Hibert, Tel. 04 92 99 73 00, www.radissonblu.com/de/hotel-cannes

Erleben & entdecken

Musée de la Castre

• 6, rue de la Castre, Tel. 04 89 82 26 26, www.cannes.com, Juli – Aug. tgl. 10 – 19, Mi. bis 21, Apr.-Juni, Sept. Di.-So. 10 – 13, 14 – 18, Okt. – März bis 17 Uhr, 6 €, Nov – März 1. So. frei

Suquet des Artistes

Das Künstler-Kollektiv im einstigen Leichenlager habe ich euch hier vorgestellt.
• 7, rue Saint-Dizier, Tel. 04 97 06 44 90, www.facebook.com

Märkte

Marché  Forville

In der Luft schwebt ein Duft von Thymian, Eisenkraut und Basilikum. Die Markthändler preisen mit singendem Akzent die Qualität ihrer ländlichen Produkte an: Tomaten, Olivenöl, frische Fische, duftendes Anisgebäck: Provence pur! Mehrmals im Jahr begleiten die Moments musicaux de Forvilleeueren Marktbesuch! Jeden Montag wird getrödelt!
• Mo. 7 – 17.30, Di. 7 – 13 Uhr, www.marcheforville.com

Marché Gambetta

Die volkstümliche, billigere Alternative zur Marché Forville – halboffene unter einer schmiedeeisernen Markthalle auf der Place Gambetta.

Marché de la Bocca

• Place du Marché Paul Roubaud – Cannes La Bocca, jeden Donnerstag Antiquitätenmarkt von 8 – 12.30 Uhr.

Allées de la Liberté

Jeden Samstag und Sonntag von 8 bis 18 Uhr Kunst und Kunsthandwerk, jeden Sonntag auch Trödel; Dienstag bis Freitag Blumenmarkt

Marché Nostalgique

• Place Saint Jin-Jin – Cannes. Dienstags und freitags von 8 bis 13 Uhr.

Noch mehr Ideen

 Cimitière du Grand Jas

Er gilt nach Père Lachaise in Paris als schönster Gottesacker Frankreichs: der Friedhof Du Grand Jas. 1866 wurde er neun Hektar groß eröffnet – in traumhafter Lage über einem Tal, das ihn vom Naturpark La Croix-des-Gardes trennt. Seine Jahrhunderte alten Bäume und die vielen Blumen machen ihn zu einem  ruhigen und majestätischen Ort – an klaren Tagen mit schönem Ausblick auf das Meer!

Klaus Mann ruht hier ebenso wie Lord Brougham, Kanzler von England, Schauspielerin Martine Carol, Operettensänger Georges Guetary, Lily Pons, Jean Mineur, Karl Fabergé und der Schriftsteller Prosper Merimée. Holt euch vor dem Besuch im Office de Tourisme den Führer zum Cimetière du Grand Jas.

La Californie & Co.

Wer Geld hat, baut sein Heim auf den Anhöhen von Cannes. Engländer, Belgier und andere reiche Gäste, die in Cannes überwinterten,  hinterließen im Viertel Californie elegante, in eklektischer Architektur erbaute Wohnsitze.

Über ihrem Belle Epoque-Prunk thront auf der Hügelspitze eine Ruine: der letzte Rest der Bergbahn, die sich bis 1966 hierher herauf schwang. Dabei schwebte sie über die Villen des Montfleury-Viertel, wo ihr ebenfalls sehr elegante Villen und renommierte Hotels wie das Gallia findet, das Beau Séjour und das Saint-Charles.

Zweitgröße britische Bastion ist das Viertel Oxford Terrial nahe des Boulevard de la République und der Poliklinik Oxford. Sein berühmtester Gast war Prinz von Wales, der spätere König Eduard VII. von England, Die reichen Russen verbrachten den Winter in La Petite Russie, dem russischen Viertel von Cannes um den Boulevard Alexandre III. Davon zeugt noch die russische Kapelle.

Der Canal de Siagne

Die kanalisierte Siagne versorgt seit 1868 Cannes mit Trinkwasser. Von ihrer Quelle in Saint-Cézaire schlängelt sie sich mit leichtem Gefälle entlang der Hänge des Hinterlands und beendet ihren Lauf auf dem Hügel von La Californie. Von Mougins bis zum Observatorium von Super Cannes verläuft der Kanal unterirdisch.

Oberhalb der Avenue Ziem bis hin zur Route de Vallauris könnt ihr einige der Ausblicke auf Cannes genießen, die viele Künstler inspiriert habe. Ab der Rue Bellini durchquert der Spazierweg Wälder voller Mimosen, Eukalyptusbäumen und riesiger Agaven. Der Lieblingsspaziergang der Wintergäste, und nicht nur von ihnen, endet mit einem Panoramablick über Landspitze des Palm Beach bis zu den Lérins-Inseln.
• Start: Parkplatz oberhalb der Avenue Ziem (Kreisverkehr Pézou). Dauer: 1 Stunde.

Die Lérins-Inseln

Saint-Honorat

Das 1500 x 400 m große Eiland, auf dem die Zisterzienser Wein und Likör und Olivenöl herstellen, habe ich euch hier vorgestellt. In ihrem Klosterladen auf der Insel gibt es auch „Gutes aus anderen Klöstern“: Seife, Kekse, Schokolade und mehr.

Sainte Marguerite: Die 3,2 km lange Insel habe ich euch hier vorgestellt.

Buchtipp

Cannes, sein Hinterland und die Küste und Inseln der Côte d’Azur sind die Schauplätze der Krimis von Christine Cazon. Ihre Regionalkrimis sind erfrischend anders: Keine getarnten Reiseführer mit grob gestrickter Handlung, sondern sorgfältig recherchierte Stories, die aktuelle Themen aufgreifen, die Christine in der Presse entdeckt. Da sie vor Ort lebt, sind die spannenden Geschichten mit Commissaire Léon Duval erfrischend realistisch, ohne Klischees, aber doch voller Südfrankreich-Flair.

Den Spuren von Duval könnt ihr in Cannes hier folgen. Wie Christine nach Frankreich kam, hat sie hier verraten. Die Bücher von Christine Cazon findet ihr hier, den Blog der Autorin hier.

Offenlegung

Bei meiner Recherche in Cannes unterstützten mich das Office de Tourisme von Cannes und das Hôtel America mit Kost, Logis und unglaublich kenntnisreichen, hilfsbereiten und herzlichen Mitarbeitern von den Fremdenverkehrsämtern vor Ort. Ihnen allen sage ich „merci“ und ganz dicken Dank. Einfluss auf meine Blogberichte hat dies nicht. Ich berichte subjektiv, wie ich es erlebt habe, mache kein Merchandising und werde erst recht nicht für meine Posts bezahlt.

Zum Weiterlesen

Mein Reiseführer-Tipp

Südfrankreich kennt Ralf Nestmeyer wie seine Westentasche – und hat zur Region nicht nur zig Reiseführer verfasst, sondern auch Krimis wie „Roter La­ven­del“ und “ Die Toten vom Mont Ven­toux“. Auch seinem Côte d’Azur-Band kommt dieses Expertise zugute. Neben den klassischen Must-Sees von Saint-Tropez, Cannes, Antibes und Nizza hält er auch zahlreiche Tipps fürs bergige Hinteland parat. Und für  aktive Entdeckungen, mit Ge­birgs­wan­de­run­gen zu ein­sa­men Berg­se­en oder zu den Fels­zeich­nun­gen im Val­lée des Mer­veil­les. Klar, das auch die legendäre  Strand­wan­de­rung rund um die Halb­in­sel von Saint-Tro­pez nicht fehlt. Kurzum perfekt für alle, die gerne individuell und auch mal oft the beaten track unterwegs sind. Wer mag, kann den Band hier * direkt bestellen.

Ralf Nestmeyer, Côtes d’Azur Alpes Maritimes, Michael Müller Verlag, 9. Auflage 2018, 336 Seiten + herausnehmbare Karte (1:200.000); ISBN 978-3-95654-403-3

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