Carcassonne: das spannende Duo
Die befestigte Cité von Carcassonne ist weltberühmt. Doch auch die Unterstadt am Ufer der Aude lohnt einen Besuch. Lasst euch inspirieren!
„Carcassonne ist bewegend, ohne jeden Zweifel, und der Reisende muss zugeben, dass es etwas Besseres doch gar nicht geben kann.“
Henry James, 1885
Gewaltig und trutzig dominiert der Mauerring die Skyline der Stadt. Eine Legende verklärt ihren Namen. Eine schöne Burgherrin namens Madame Carcas habe einst mit einer genialen Idee während der Belagerung durch Karl den Großen die Stadt gerettet.
Ihr Vorschlag: Mästet das letzte Schwein und werft es den Belagerern vor die Füße und täuscht so ausreichend Nahrung vor. Der Trick funktionierte. Entmutigt zog der Heerführer von dannen. Die listige Dame ließ daraufhin die Siegesglocken erklingen. Carcas läutet – Carcas sonne!
Flucht in die Wälder
Sieben Jahrhunderte später ging die Geschichte allerdings weniger gut aus. Während der Albigenserkriege musste sich 1209 der Katharerstützpunkt Carcassonne wegen Wassermangels nach zweimonatiger Belagerung dem Heer der Kreuzfahrer ergeben. Diese kannten kein Erbarmen. Das Gros der Bewohner der cité war jedoch bereits durch unterirdische Gänge in die umliegenden Wälder geflohen.
Von den verbliebenen 500 Einwohnern, vor allem Greise, Kranke und Kinder, durften 100 die Stadt nackt, nur mit ihren Sünden beladen, verlassen, die anderen 400 wurden gehängt oder zum Tode durch das Feuer verurteilt. Dann brannten die Scheiterhaufen in der Stadt.
Eine großangelegte Restaurierung
Die einstige Römergründung versank in Bedeutungslosigkeit. Ihre cité war dem Verfall preisgegeben – bis Prosper Mérimée die Einmaligkeit ihrer Festungsstadt auffiel. Frankreichs berühmter Dichter und Generalinspekteur für Geschichtsdenkmäler verhinderte 1840 den geplanten Abbruch und ordnete ihre Rettung an.
Mit der titanischen Aufgabe betraute er den Architekten Eugène Viollet-le-Duc. Ab 1844 begann dieser, das verfallene Steinmeer neu zu erfinden. Viollet-le-Duc restaurierte nicht nur, er vollendete nach seinen eigenen, idealisierten Vorstellungen. Wo einst flache, südfranzösische Hohlziegeldächer lagen, setzte er steil aufragende, nordfranzösische Schieferhauben auf die 52 Türme – ein stilistischer Eklat, der ihm von Kritikern den Vorwurf einbrachte, ein mittelalterliches Disneyland des 19. Jahrhunderts erschaffen zu haben.
Doch genau dieses kompromisslose Meisterwerk der Historismus-Architektur rettete das Bauwerk. Ohne seinen mutigen, wenn auch eigenwilligen Wiederaufbau stünde heute keine Silhouette am Horizont, die Millionen von Menschen in Staunen versetzt.
Dass die doppelte Ringmauer mit ihren 52 Türmen heute lückenlos erlebbar ist, verdankt sich jüngsten Restaurierungen: Seit Ende 2024 lässt sich die gesamte Wehranlage hoch oben auf den remparts barrierefrei umrunden – mit weitem Blick über die Montagne Noire und die Pyrenäen.
Ritterkämpfe und Mittelalter-Feste
1997 zum Welterbe aufgestiegen, ist die Bilderbuch-Burg alljährlich im Sommer Kulisse für Ritterspiele und lebendig inszeniertes Mittelalter. In den lices, dem Zwinger zwischen dem doppelten Mauerring, hallen dann beim Grand Tournoi de Chevalerie Hufgetrappel und Schwerterklang wider, kreuzen sich die Lanzen und lächeln hohe Fräulein milde auf die erhitzten Kämpfer herab. Noch mehr Mittelalter-Flair gibt es bei den Fêtes Médiévales, den Mittelalterfesten mit Handwerkerdörfer und historische Reenactments.
Das Festival von Carcassonne
Im Sommer ist die cité nicht nur die Bühne für Ritterspiele, sondern auch für ein Freiluftfestival in einer ganz besonderen Atmosphäre. Beim Festival de Carcassonne treten berühmte Stars wie Sting, Alanis Morissette, Robert Plant, Ben Harper, Jean-Louis Aubert, Santa und Sopran mitten im UNESCO-Welterbe auf. Drei Wochen lang locken mehr als 120 Konzerte auf 14 Bühnen. Rund 80 sind sogar kostenlos, und viele finden unter freiem Himmel statt.
Drei Millionen Besucher drängen sich jedes Jahr durch das Narbonner Tor die Rue Cros-Mayrevieille hinauf Richtung Grafenschloss, vorbei an den links und rechts lauernden Restaurants und Bars, den Boutiquen mit Leuchtschwertern aus Plastik oder sonstigen touristischen Devotionalien.
„Über Carcassonne hebt sich die Festung, die Cité, die alte Stadt, wie das Bild eines Jerusalems in einer frommen Stadt.“
Walter Koeppen, 1960
Die cité (Oberstadt)
Der alte Weinhandelsort an der Aude ist zweigeteilt. Über ihrer Neustadt, der ville basse, thront majestätisch die cité. Die berühmte Zitadelle ruht auf antiken Mauern. Ein doppelter, drei Kilometer langer Mauerring mit 52 Türmen umgibt sie seit dem 12. Jahrhundert. Seit September 2024 könnt ihr die gesamten remparts hoch oben entlanglaufen und die Ausblicke auf die Montagne Noire und die Bergkette der Pyrenäen genießen!

An ihrem Haupteingang, der Porte Narbonnaise, konnten durch Öffnungen heißes Öl, Pech oder Steine auf Feinde geworfen werden. Hier warten auch die Pferdekutschen, mit denen ihr 20 Minuten lang die cité entdecken könnt.
Das Grafenschloss der Cité von Carcassonne
Als Festung in der Festung sichert das Château Comtal der Vizegrafen von Trencavel den höchsten Punkt der cité. Geschützt durch einen eigenen Trockengraben, eine hölzerne Zugbrücke und neun massive Wehrtürme – allen voran die viereckige Tour de Guët –, bildete die Burg die letzte Zufluchtsstätte bei einer Belagerung.
Die Pfarrkirche der Oberstadt
Am Südende der cité erhebt sich die Basilique Saint-Nazaire-et-Saint-Celse als faszinierender Architekturmix. Das schwere, romanische Langhaus aus dem 11. Jahrhundert trifft im Chor unvermittelt auf filigrane, lichtdurchflutete Hochgotik. Der größte Schatz der Pfarrkirche der Cité sind die Glasfenster aus dem 13. und 14. Jahrhundert – die ältesten Südfrankreichs –, die den Altarraum bei Sonnenlicht in ein tiefblaues und rubinrotes Farbenmeer tauchen.

Lasst euch weiter durch die Gassen treiben. Und biegt auch mal in jene ab, durch die nicht das Gros der Besucher zieht. In der kleinen Rue du Plô entführt das Musée de l’École in die Schulzeit von einst.
Zu den wenigen Orten in der mittelalterlichen cité, die im Sommer auch Einheimische aufsuchen, gehört Le bar à vins. Die Weinbar ist urgemütlich, schön schattig und ein lauschiger Ort, um mit Freunden oder der Familie ein Glas Wein zu trinken und Tapas zu genießen.
Carcassonne: wahrhaft filmreif!
Carcassonne lockt seit mehr als 100 Jahren die Filmemacher. Zahlreiche Kinofilme entstanden dort. Besonders beliebt als Drehort ist die Cité. Die Festung war vor allem Kulisse für zahlreiche „Mantel & Degen“-Streifen mit berühmten französischen Schauspielern wie Catherine Deneuve und Jean Marais. Das Welterbe diente aber auch als Drehort für Komödien, unter anderem mit Louis de Funès oder Jean Reno. Voilà eine kleine Übersicht:
- 1908 Le départ pour la croisade von Louis Feuillade
- 1924 Le Miracle des Loups von Raymond Bernard nach einem Roman von Henry Dupuis-Mazuel, 1930 vertont
- 1928 Le tournoi dans la cité, Stummfilm von Jean Renoir
- 1929 La Merveilleuse vie de Jeanne d’Arc, Stummfilm mit Marco de Gastine, Simone Genevois, Fernand Mailly und Philippe Hériat
- 1934 Sans famille von Marc Allegret
- 1935 Ademaï au moyen-âge von Jean de Marguenat
- 1945 La fiancée des ténèbres von Serge de Poligny
- 1961 Le Miracle des Loups von André Hunebelle mit Jean Marais, Jean-Louis Barrault, Guy Delorme, Roger Hanin und Rosanna Schiaffino
- 1964 Le Corniaud (Scharfe Sachen für Monsieur) von Gérard Oury mit Bourvil und Louis de Funès
- 1968 Un lion en hiver von Anthony Harvey
- 1974 Casimir le Grand von Czesław Petelski mit Krzysztof Chamiec, Zofia Saretok, Wladyslaw Hancza
- 1982 Une glace avec deux boules ou je le dis à maman von Christian Lara
- 1985 La promise de Franc Roddam
- 1991 „Robin Hood – König der Diebe“ von Kevin Reynolds mit Kevin Costner
- 1992 Les Visiteurs („Die Besucher“) von Jean-Marie Poiré mit Jean Reno, Christian Clavier und Valérie Lemercier
- 1997 Le Destin von Youssef Chahine
Im 21. Jahrhundert hier gedreht
- 2001 D’Artagnan von Peter Hyams mit Catherine Deneuve, Tim Roth, Justin Chambers und Mena Suvari
- 2004 Inguilézi von François Dupeyron
- 2008 Letter for the king von Peter Verhoeff
- 2011 Labyrinth von Scott Free. Der spannende Mysterythriller nach dem Buch der britischen Krimiautorin Kate Mosse (2005) spielt in der Cité von Carcassonne zur Zeit der Inquisition.
- 2014 La Vie Sauvage von Cédric Kahn
- 2017 Les Hommes du feu von Pierre Jolivet
- 2018 Coup de foudre à Saint-Pétersbourg (TV-Film, Teile in Carcassonne)
- 2019 Le temps est assassin (TV-Serie, Drehorte u.a. Carcassonne und Korsika)
- 2022 Meurtres à Carcassonne (TV-Krimi aus der beliebten France-3-Reihe, Originaltitel: Meurtres à …)
- 2022 L’Art du crime – Les Saintes Chasses. Wichtige Schlüssel- und Verfolgungsszenen der Staffel 5 der bekannten französischen Krimiserie wurden direkt in den Innenhöfen des Château Comtal inszeniert.
- 2023 The Serpent Queen (US-Historienserie, STARZ / Lionsgate, Staffel 2) Mit Samantha Morton als Katharina von Medici. Für die zweite Staffel dienten Teile der Cité und die Befestigungsanlagen als ideale Kulisse für das Renaissance-Frankreich des 16. Jahrhunderts.
- 2024 Becoming Karl Lagerfeld (Disney+ Original-Serie) Mit Daniel Brühl in der Hauptrolle. Während ein Großteil in Paris und an der Côte d’Azur spielt, dienten historische Bauwerke der Region und Motivteile rund um Carcassonne als stilvolle Zeitkolorit-Kulissen für die 1970er-Jahre.
- 2025 Les Capétiens (Historisches TV-Epos / Dokumentar-Spielfilm, France Télévisions) Eine aufwendige Produktion über den Aufstieg der Kapetinger-Dynastie. Die Cité bildet hier die zentrale Kulisse zur Darstellung der königlichen Machtübernahme im Süden nach den Albigenserkriegen.
Die ville basse (Unterstadt)
Wenn ihr den Besuchermassen der cité entfliehen wollt, lauft die Rue Trivalle hinab und überquert auf der 1320 errichten Steinbrücke Pont Vieux die Aude hin zur ville basse, die ab 1247 auf dem linken Flussufer entstand. Ihr Zentrum bildet die Bastide Saint-Louis. Ihre schachbrettartig angelegten Straßen säumen Stadtvillen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die Fassaden haben zwar mitunter reichlich Patina angesetzt, und der Bauzustand mancher Häuser lässt zu wünschen übrig, aber das soll euch nicht hindern, euch im Labyrinth der Straßen und Gassen einfach treiben zu lassen.
Der Wochenmarkt der Place Carnot
Jeden Dienstag, Donnerstag und Sonnabend ist Markttag auf der Place Carnot mit ihrem Neptunbrunnen (1770). Sonnabends ist der Markt so groß, dass er auch die umliegenden Straßen wie die Rue de Verdun mit einbezieht. Ab elf Uhr füllen sich die Terrassen der Cafés ringsum – herrlich, von dort dem Markttreiben zuzuschauen!
Im Sommer beleben zusätzlich die bandas, die typischen Fanfarenzüge aus dem Süden Frankreichs, den Platz und sorgen für Stimmung. Auch in der Halle aux Grains wird Dienstag, Donnerstag und Sonnabend ein Wochenmarkt abgehalten.
Shopping ganz lokal
Rund um die Place Carnot seid ihr bereits mitten im Einkaufsviertel der ville basse mit ihren Shoppingstraßen Rue de Verdun und Rue Chartran. Ins Eckhaus der Rue de Verdun und Rue Chartran ist La Ferme eingezogen.
Dort, wo einst Stoffe gehandelt wurden, stapeln sich heute die Delikatessen der Region und andere typisch französische Schlemmereien. Wer noch ein Mitbringsel oder Souvenir sucht, sollte die Treppe hinaufsteigen. Im Obergeschoss locken Tischkunst und Haus-Deko.
Bei Esprit de sel findet ihr Designer-Möbel, Deko-Objekte, Schmuck und Kleidung. Der concept store in der Rue Bringer stellt auch regelmäßig Künstler bei Ausstellungen vor. Ihr wollt nicht shoppen, sondern Kunst entdecken? Das Musée des Beaux-Arts in der Rue de Verdun 1 bietet einen breit aufgestellten Überblick über die europäische Malerei des 17. bis 19. Jahrhunderts.
Der Canal du Midi
Ein Baron aus Béziers, Pierre-Paul Riquet, legte den Canal du Midi an, der von Toulouse bis zum Mittelmeer bei Sète führt. Wer nicht mit dem Hausboot unterwegs ist, kann auf Treidelwegen dem blauen Band des Südens zu Fuß oder per Fahrrad folgen und die Landschaften rings um Carcassonne entdecken. Leihräder gibt es gegenüber vom Bahnhof, http://carcassonne.generation-vtt.com.
Die Aude
Auch an der Aude könnt ihr herrlich spazieren gehen. Vom Pont Vieux bis zum Pont Garigliano könnt ihr dem Fluss folgen und durch die Weingärten und auf der Rückseite des Campingplatzes zurück zur cité laufen. Folgt einfach den anderen Joggern – diese Laufstrecke ist ein Klassiker der Carcassonnais.
Der Lac de la Cavayère
Der Stausee ist Carcassonne Plage: ein 40 Hektar großes Badeparadies mit aufblasbaren Wasserspielen, Wasserskilift, Wakeboardanlage, Paddelboot- und Tretbootverleih sowie Sandstrand, Beachvolleyballplätzen und Kletterpark im Wald.
Carcassonne: meine Reisetipps
Schlemmen und genießen
Cabanel
Völlig der Zeit entrückt ist der Laden, den Cabanel 1868 eröffnete. Statt alter Wälzer sind hier Flaschen auf den verwitterten Holzregalen aufgereiht: Liköre, Aperitifs, Whisky und andere starke Getränke – 1022 flüssige Träume für durstige Kehlen und die von Kennern.
Heute leiten Jean-Marc Gazel und seine Schwester Marie-Ange das Familienunternehmen in vierter Generation. Markenzeichen des Hauses ist ein hausgemachter Likör, der zum lokalen Erbe gehört: die Micheline. Gelb und sehr süß, wurde er einst als L’Audoise aus 35 Vol.% Alkohol und mit Pflanzenextrakten herstellt.
Hinein kamen Wacholder, Edelraute, gelber Enzian, Kardamom, Muskatnuss, Koriander, Zitronenmelisse, Nelke und Zimt. Diese „Königin der Liköre“ soll der Legende nach auf ein Pergament des Rezepts aus der Westgotenzeit zurückgehen, das im Turm der Inquisition bei Ausgrabungen gefunden wurde.
Or-Kina ist ein Aperitif aus Minervois-Weißwein, der mit Gewürzen, Karamell und Bitterorangen versetzt wird. Dritter lokaler Aperitif im Angebot von Cabanel ist der Liqueur des Cathares.
• 72, allée d’Iéna, 11000 Carcassonne, Tel. 04 48 25 02 58
Bourdasso
Die italienische Familie Bourdasso hat in Pradelles-en-Val in den Corbières eine Domaine gekauft und dort ein Restaurant eröffnet, das in der Küche nur lokale Produkte verarbeitet. Eduardo, der Sohn der Familie, züchtet Büffel – und stellt aus ihrer Milch echten Büffelmozzarella vor Ort her.
• Domaine de La Bourdasse, 11220 Pradelles-en-Val, Tel. 04 68 78 08 31, www.bourdasso.com

La Barbacane
Im Herzen der Welterbe-Festung inszeniert Jérôme Ryon im nostalgischen Ambiente des Barbacane mit seinen Holzvertäfelungen und Spitzbogenfenstern eine subtil verfeinerte Traditionsküche, die Michelin seit Jahren mit einem Stern belohnt.
• Hôtel de la Cité, Place Auguste-Pierre Pont, 11000 Carcassonne, Tel. 04 68 71 98 71, www.cite-hotels.com
La Table de Franck Putelat

Im Terrassenlokal des Fünfsternehotels Le Parc kombiniert der Zweisternekoch Franck Putelat meisterhaft Aromen, die auf den ersten Blick nicht zusammengehören: Austern mit Rindertartar? Das soll schmecken? Und wie, beweist sein Küchenkonzept Terre et Mer, Land und See.
• 80, chemin des Anglais, 11000 Carcassonne, Tel. 04 6871 80 80, www.franckputelat.com

Domaine Lycée Charlemagne
Lehrweingüter gibt es mehrere in Frankreich – auch bei Carcassonne! Auf dem dortigen Lycée Agricole Charlemagne wird der Winzernachwuchs vom Bac Pro über den BTS bis zur licence oenotouristique ausgebildet. Acht Rebsorten in drei Parzellen wachsen auf seinem 23 Hektar großen Weinberg. Er wird nicht nur zur Ausbildung genutzt, sondern auch kommerziell. Sie kommen als cuvées der IGP Cité de Carcassonne in den Handel. Im caveau, das ganzjährig geöffnet ist, könnt ihr sie kosten.
• Route de Saint-Hilaire, 11000 Carcassonne, Tel. 06 74 63 39 10, https://domainelyceecharlemagne.fr
In der Nähe
Die Châteaux du Pays Cathare

Als „Töchter von Carcassonne“ gehören sie seit 2026 zum UNESCO-Welterbe: das Netzwerk der königlichen Festungen der Sénéchaussée. Es umfasst neben der Cité de Carcassonne sieben gewaltige Höhenburgen: Lastours, Termes, Aguilar, Peyrepertuse, Quéribus, Puilaurens und Montségur. Einst waren die spektakulären Anlagen Stützpunkte und Fluchtorte der Katharer. Nach dem Sieg der französischen Krone im Zuge des Albigenserkreuzzugs wurden die Burgen in das königliche Grenz- und Herrschaftssystem der Sénéchaussée eingegliedert. Damit setzten die Kapetinger ein klares Machtzeichen: Die Festungen wurden zu Werkzeugen königlicher Kontrolle, Grenzsicherung und politischer Präsenz in einem zuvor von Konflikten geprägten Raum.

Hier könnt ihr schlafen
Hôtel de la Cité*
Inmitten der mittelalterlichen cité verwöhnt das Hôtel de la Cité mit nostalgisch-edlen Zimmern und dem Sterne-Restaurant La Barbacane.
• Place Auguste-Pierre Pont, 11000 Carcassonne, Tel. 04 68 71 98 71, www.cite-hotels.com
Hôtel de l’Octroi*
2010 eröffneten Cécile und Stéphane River ihr kleines, modernes und sympathisches Hotel zwischen der mittelalterlichen cité und Bastide. Die Zimmer sind modern, komfortabel-praktisch und farbenfroh; das Spa belebt die Geister nach Sightseeing oder Stadtbummel.
• 143, rue Trivalle, 11000 Carcassonne, Tel. 04 68 25 29 08, www.hoteloctroi.com/fr/hotel-3-etoiles-carcassonne
Der Extratipp
Noch mehr Betten*
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Im Buch
Ralf Nestmeyer, Languedoc-Roussillon*
Zwischen dem Delta der Camargue und den Gipfeln der Pyrenäen hat Ralf Nestmeyer nahezu jeden Strand gesehen, jede Stadt besucht, jedes Wehrdorf besichtigt – im Languedoc etwas intensiver, im Roussillon fokussiert er auf bekannten Highlights. Inzwischen ist der wohl beste Führer für diese wunderschöne Ecke Frankreichs 2024 in der 10. Auflage erschienen.
Das 588 Seiten dicke Werk ist der beste Begleiter für Individualreisende, die diese Region entdecken möchten und des Französischen nicht mächtig sind. Wer möchte, kann den Band hier* direkt bestellen.
Hans-Jürgen Wrede, Carcassonne*

Klaus-Jürgen Wrede ist im Hauptberuf Lehrer – und in seiner Freizeit ein erfolgreicher deutscher Spieleerfinder. Während einer Recherche-Reise nach Südfrankreich zur Geschichte der Katharer kam Wrede auch nach Carcassonne, wo ihn die Festungslandschaft völlig begeisterte. Wrede reichte den Prototyp zusammen mit einem anderen Spiel ein; Hans im Glück wählte Carcassonne und brachte es im Jahr 2000 heraus.
Das Spiel verbindet den Spaß des Puzzelns mit Taktik. Beim Spielen legt ihr Landschaftskarten – Felder mit Städten, Straßen, Klöstern und Wiesen – aneinander und platziert Meeple-Figuren, um Punkte zu sammeln. Carcassonne wurde 2001 zum „Spiel des Jahres“ gekürt und mit dem „Deutschen Spiele Preis“ geehrt. Weltweit wurden inzwischen mehr als zehn Millionen Exemplare des Spiels verkauft, das heute in 25 Sprachen verfügbar ist, ergänzt mit zahlreichen Erweiterungen und Spin-offs. Hier* könnt ihr es bestellen.
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