Mein Carcassonne: Caroline verrät ihre Lieblingsorte

Die Cité von Carcassonne ist weltberühmt. Aber die eigentliche Stadt am Fuße des Burghügels entdecken nur die wenigsten der Touristen, die zur imposanten Festung hinauf pilgern. Schade, findet Caroline Ducasse, und hat mir diesen Gastbeitrag über ihre Heimatstadt geschickt.

******

Meine Heimat : Carcassonne

„Was? Du kommst aus Carcassonne? Was für ein Glück!“ Ich muss diese Kommentare schon ein Dutzend Mal gehört haben. Nach einigen Jahren im Ausland sehe ich meine Heimatstadt mit neuen Augen.

Die Cité von Carcassonne gehört als Welterbe der UNESCO zwar zum Pflichtprogramm der Touristen, bildet aber nicht das Herz der Stadt.

Die Einheimischen bevorzugen die Unterstadt, in der es selbst im Sommer viel ruhiger zugeht als oben auf der Burg. Lebenswert und nicht weit vom Mittelmeer und den Pyrenäen entfernt, möchte ich euch hier ein paar Tipps geben, meinen Heimatort zu entdecken.

Spaziergänge

La Ville Basse (die Unterstadt)

Wenn ihr den Besuchermassen der Cité entfliehen folgt, geht die  rue Trivalle hinab, überquert auf der Pont Vieux die Aude und folgt dem Wegweiser „centre ville“ hin zum Square Gambetta oder dem Portal der Jakobiner.

Die Innenstadt, auch Bastide Saint-Louis genannt, sieht aus wie ein riesiges Schachbrett mit geraden Straßen, die Stadtvillen aus dem 18. und 19. Jahrhundert säumen. Die Fassaden sind zwar mitunter reichlich Patina angesetzt, und der Bauzustand mancher Häuser lässt zu wünschen übrig, aber das soll euch nicht hinter, euch im Labyrinth der Straßen und Gassen einfach treiben zu lassen. Ihr werden sicherlich tolle Dinge entdecken!

Der Canal du Midi

Von Pierre-Paul Riquet angelegt, ist der Canal du Midi der zweite große Besuchermagnet von Carcassonne. Viele Hausbootkapitäne legen an seinen Kais an, um die Cité zu entdecken. Als Kind nahm mich meine Mutter oft zu Spaziergängen am Kanal mit. Heute liebe ich es, mit meiner Familie auf dem Rad den Kanal zu entdecken. Auf den Treidelpfaden, die den Kanal säumen, könnt ihr ihm abseits des Verkehrs folgen und die Landschaften rings um Carcassonne entdecken. Leihräder gibt es gegenüber des Bahnhofs, http://carcassonne.generation-vtt.com. Schaut euch auch einmal die Fassade des Hôtel Terminus an – wunderschön erhalten aus der Belle Époque.

Mein Tipp für Jogger

Am Ufer der Aude, die meinem Département den Namen gab, könnt ihr vom Pont Vieux, bis zur Pont Garigliano dem Fluss folgen und durch die Weingärten und auf der Rückseite des Campingplatzes zurück zur Cité laufen. Folgt einfach den anderen Joggern – diese Laufstrecke ist ein Klassiker der Carcassonnais. Schön ist auch eine Runde um den Lac de la Cavayère oder auf den Treidelpfaden am Canal du Midi zu laufen.

Essen gehen

Le Jardin en Ville

Lasst euch nicht abschrecken: Das kleine Restaurant versteckt sich mitten in einer modernen Wohnanlage. Die Lage ist nicht gerade schön, das Restaurant dafür umso mehr. Es residiert in einem einstigen Gemüsehof, der innen als Industrie-Loft im Stil der 1950er -Jahre eingerichtet wurde und  regelmäßig Ausstellungen zeigt – gerade jetzt könnt ihr dort Garth Bowden bewundern. Im Sommer ist die Terrasse ein herrliches Fleckchen Erde. Le Jardin en Ville ist ohne Zweifel einer meiner Lieblingsplätze!
• 5, rue des Framboisiers, Tel. 04 68 47 80 91, www.lejardinenville.fr

Bourdasso

Eine italienische Familie hat vor kurzem in Pradelles-en-Val in den Corbières, nur wenige Kilometer außerhalb von Carcassonne, eine Domaine gekauft und dort dieses Restaurant eröffnet, das in der Küche nur Bio-Produkte verarbeitet. Eduardo, der Sohn der Familie, züchtet Büffel, um selbst einen richtigen Büffelmozzarella vor Ort herzustellen.
• Domaine de La Bourdasse, Bourdasso, 11220 Pradelles-en-Val, Tel. 04 68 78 08 31, www.bourdasso.com

Ausgehen

Festival de la Cité

Konzerte, Opern, klassische Musik und Tanz: Im Sommer ist die Cité die Bühne für eine traumhaft schönes Freiluftfestival in einer ganz besonderen Atmosphäre. Auch als Einheimische liebe ich diese Veranstaltung, und mische mich unter die Gäste aus aller Welt. Die Tickets könnt ihr direkt auf der Webseite des Festivals kaufen, wo das Programm jeweils zum Jahren
• www.festivaldecarcassone.fr

Bar à Vins

Die „bar à vins“ ist einer der wenigen Orte in der mittelalterlichen Cité, wo man des Sommers auch Einheimische trifft. Die Weinbar ist urgemütlich, sympathisch und schön schattig – ich liebe es, hier mit meinen Freunden ein Glas Wein zu trinken und Tapas zu genießen.
• www.lebaravins.fr

Shopping

Die schönsten Geschäfte findet ihr rund um die Place Carnot – und besonders in den beiden Straßen  rue de Verdun und rue Chartran. Meine Lieblingsgeschäfte sind…

La ferme – Epicerie fine

An der Ecke rue de Verdun und rue Chartran ist in einen ehemaligen Stoffhandel dieser tolle Geschäft gezogen. Hier findet ihr Delikatessen aus der Region und andere typisch französische Schlemmereien, die jeden Gourmet befriedigen. Und wer noch ein Mitbringsel oder Souvenir sucht, sollte die Treppe hinaufsteigen – das Obergeschoss ist ebenfalls ein wahres Paradies!

www.laferme-carcassonne.fr

La Compagnie Française

Solch einen Laden gibt es heute kaum noch. Das Geschäft, das Ende des 19. Jahrhunderts gegründet wurde, hat seinen wundervollen Charme von einst auch heute bewahrt –  mit seiner Metallkonstruktion von Eiffel, dem alten Tresen und der nostalgischen Kasse. Marie-Jo und ihr Team verkaufen hier Haus- und Tischwäsche. Die Schneider im hinteren Teil des Geschäften arbeiten ganz nach euren Wünschen!

www.lacompagniefrancaise.com

Esprit de sel

Designer-Möbel, Deko-Objekte, Schmuck und Kleidung – der concept store in der rue Bringer stellt auch regelmäßig Künstler bei Ausstellungen vor.

www.espritdesel.fr

Marché de la Place Carnot

Jeden Dienstag, Donnerstag und Sonnabend ist Markttag auf dem zentralen Platz der Bastide Saint-Louis. Mir gefällt der Samstagsmarkt am besten, wo es die meisten Händler gibt, die lokale und regionale Produkte verkaufen – Honig, Oliven, Würste, Konfitüren, Terrinen… ich decke mich hier regelrecht mit dem Genuss meiner Heimatstadt ein – und schleppe die leckeren Sachen im Koffer mit nach Deutschland. Sonnabends ist der Markt so groß, das er auch die umliegenden Straßen wie rue de Verdun mit einbezieht. Ab elf Uhr füllen sich die Terrassen der  Cafés ringsum – herrlich, von dort dem Markttreiben zuzuschauen! Im Sommer beleben zusätzlich die „Bandas“, die typischen Fanfarenzüge aus dem Süden Frankreichs den Platz und sorgen für Stimmung.

Weiterlesen

Zur Einstimmung: DuMont Bildatlas Frankreich Süden (Okzitanien)*

Der Bildatlas "Frankreich Süden" von Hilke Maunder - die fünfte AuflageMein DuMont Bildatals Frankreich Süden (Okzitanien)* fängt zwischen Rhône und Garonne, Cevennen und Pyrenäen in sieben Kapiteln die Faszination der alten Region Languedoc-Roussillon in Wort und Bild ein – auch als eBook!

Von Montpellier, der Boomtown am Mittelmeer, bis zum römisch-romantischen Nîmes, von den Étangs bei Narbonne bis zur katalanischen Kapitale Perpinyá. Und noch ein Schlenker nach Carcassonne und Toulouse: voilà meine Herzensheimat! Wer mag, kann den Band hierdirekt bestellen.

MARCO POLO Languedoc-Roussillon: die Hommage von Hilke Maunder an ihre WahlheimatKompakt & inspirierend: MARCO POLO Languedoc-Roussillon*

Den MARCO POLO Languedoc-Roussillon/Cevennenhabe ich nach Axel Patitz und Peter Bausch inzwischen mehrfach umfangreich erweitert und aktualisiert.

Von den Cevennen über das Languedoc bis hin zum Roussillon findet ihr dort Highlights und Kleinode, Tipps für Entdecken und Sparfüchse – und Adressen, die ich in meinem Frankreichjahr neu entdeckt und getestet habe.  Beide MARCO POLO-Bände hält ein Online-Update-Service aktuell, der euch über Events, Neueröffnungen und Schließungen informiert. Wer mag, kann ihn hier* direkt bestellen.

Der Reisebegleiter vor Ort: Ralf Nestmeyer, Languedoc-Roussillon*

Zwischen dem Delta der Camargue und den Gipfeln der Pyrenäen hat Ralf Nestmeyer nahezu jeden Strand gesehen, jeden Stadt besucht, jedes Wehrdorf besichtigt – im Languedoc etwas intensiver, im Roussillon fokussiert er auf bekannten Highlights.

Dennoch: Das gut 560 Seiten dicke Werk ist der beste Führer für Individualreisende, die diese Region entdecken möchten und des Französischen nicht mächtig sind. Wer möchte, kann den Band hier* direkt bestellen. In Ergänzung empfehle ich den Band von Petit Futé.

Michael Müller Verlag, 8. Auflage 2018, ISBN 978-3-89953-997-4, www.michael-mueller-verlag.de

Das ganze Land: MARCO POLO Frankreich*

MARCO POLO Frankreich: praktisch und kompakt, bearbeitet von Hilke Maunder.Einfach aus dem Besten auswählen und Neues ausprobieren, ist das Motto der Marco Polo-Reiseführer. Den MARCO POLO Frankreichhabe ich gemeinsam mit Barbara Markert verfasst. Gleich zu Beginn geben wir unsere  Insider-Tipps für Frankreich preis: vom größten Flohmarkt Europas in Lille bis zur Schwimmen in der Piscine Olympique in Montpellier.

Das Kapitel „Im Trend“ verrät, was es Neues zu erleben gibt im Hexagon: vom Skijöring in den Skigebieten bis zum Übernachten im Baumhaushotel. Alle Hintergrundinformationen zu Frankreich und seinen Menschen findet ihr unter Fakten, Menschen & News. Es folgen: Tipps für Bars und Boutiquen, Erlebnissen für  Familien, Paare oder Alleinreisende. Wer mag, kann ihn hier direkt bestellen.

 * Durch den Kauf über den Referral Link kannst Du diesen Blog unterstützen und den Blog werbefrei halten. Für Dich entstehen keine Mehrkosten. Ganz herzlichen Dank – merci!

Merci für's Teilen!

1 Kommentar

  1. Kult-Aperitif
    Seit fast 150 Jahren die Adresse für einen typischen Aperitif nach Art des Languedoc ist Cabanel, wo die Einheimischen seit 1868 Or-Kina, komponiert aus Weißwein, Bitterorangen, Gewürzen und Karamell. Bei der Verdauung hilft der Likör „Micheline“ (72, allée d’Iéna | Tel. 0468250258| facebook.com/Ets-Cabanel-Liquoristerie-349961697549)

1 Trackback / Pingback

  1. Unsere Lieblingsplätze in Carcassonne - Quai Bellevue

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.