Castres: Spanien am Agout
Die Morgensonne kriecht über die Dächer. Langsam färbt sie die Fassaden am Agout. Tiefrot erwacht, Gelb dehnt sich, Blau blinzelt. Ein Aquarell aus Stein und Holz spiegelt sich im trägen Wasser. Von der Pont Neuf betrachtet, wirkt Castres wie ein Märchen aus dem Mittelalter.
Doch die Idylle täuscht. Diese bunten Häuser erzählen keine romantische Geschichte. Sie sprechen von Knochenarbeit und Gestank, von Gerbern, die Häute in übelriechende Brühen tauchten, von Färbern, die ihre Giftstoffe direkt in den Fluss leiteten. Wie riesige Schlunde wirken die Abwasserausflüsse bei jedem Haus. Praktisch für das Handwerk. Verheerend für die Umwelt. Rechts und links der Ufer am Agout pulsierte jahrhundertelang das Handwerkerleben von Castres.

Mönche & Hugenotten
Die 42.700-Einwohner-Stadt im Département Tarn verdankt ihre Entstehung einer Benediktinerabtei. 812 gründete Benoît d’Aniane das Priorat Bellecelle – der Grundstein für eine Stadt, die vom lateinischen castrum ihren Namen bezog. Was als befestigter Klosterort begann, entwickelte sich zum Zentrum der Textilherstellung. Wolle, Leder und Pelze machten Castres wohlhabend. Castres wächst und gedeiht.
Sieben Jahrhunderte später geschah das Unerwartete. Zwischen 1530 und 1560 wechselte ein Großteil der 42.700 Einwohner den Glauben. Castres‘ Katholiken wurden Protestanten.

Bereits im Mittelalter hatte es in Okzitanien eine starke religiöse Bewegung gegeben, die die Unabhängigkeit Okzitaniens und die katholischen Kirche radikal ablehnte: die Katharer. Sie wurden im Albigenserkreuzzug (1209–1229) und durch die Inquisition brutal verfolgt und nahezu ausgelöscht.
Während der Reformation lebte das gedankliche Erbe von einst wieder auf: Castres wurde zu einer Hochburg des Protestantismus. Viele Einwohner traten dem neuen Glauben bei, oft aus Unzufriedenheit mit der katholischen Kirche, ähnlich wie zuvor die Katharer.

Castres wurde zur unabhängigen Republik, zu einem Bollwerk der Hugenotten in Südfrankreich. Ähnlich wie bei La Rochelle, der Hochburg der Protestanten am Atlantik, griff auch in Castres die französische Krone hart durch. 1629 ließ Ludwig XIII. die Stadtmauern schleifen, 1631 führte Kardinal Richelieus Befehl zur vollständigen Entfestigung. Die protestantische Macht war gebrochen.
Kardinal Richelieu lässt 1631 die Stadtmauern schleifen. Stein für Stein. Die protestantische Macht zerbröckelt zu Schutt. Trotzdem überlebt Castres. Die Textilherstellung blüht wieder auf. Wolle, Leder, Pelze bringen neuen Wohlstand.
Venedig am Agout

Die mittelalterlichen Häuser am Agout entstehen ab dem 13. Jahrhundert. Gerber, Weber, Färber und Pergamentmacher bauen ihre Werkstätten als Fachwerk aus Holz und Lehm direkt ans Wasser. Das Erdgeschoss dient der Arbeit. Die oberen Stockwerke dem Wohnen. Die Bauweise folgt praktischen Überlegungen. Vorkragende Obergeschosse schaffen – steuerfrei – mehr Platz und schützen vor Hochwasser.
Heute sind fast alle Häuser frisch saniert und verwandeln das Flussufer in ein Gemälde. Aus Handwerksbetrieben wurden Wohnhäuser, kleine Geschäfte, charmante Restaurants. Der Gestank ist verschwunden. Die Schönheit blieb – und lässt sich heute auch vom Wasser aus bei Bootsausflügen erleben.
Die gute Stube der Stadt

Vom Pont Vieux sind es nur wenige Schritte zur zentralen Place Jean Jaurès. Sandsteinfassaden rahmen das Kopfsteinpflaster ein. Hier pulsiert das Leben von Castres. Donnerstags und samstags verwandelt sich der Platz in einen Markt. Käse, Wurst, frisches Gemüse, regionale Spezialitäten locken Einheimische und Besucher. Mittendrin steht ein Brunnen mit vier Putten. Die Cherubine reiten auf Fischen und blasen in Muscheln. Die Fontaine des Angelots vom Bildhauer Mathurin Moreau: ein Kunstwerk zwischen Marktständen und Cafés.
Das Erbe von Jean Jaurès

Eine Bronzestatue erinnert an den berühmtesten Sohn der Stadt. Jean Jaurès wurde am 3. September 1859 in Castres geboren. Er wurde zu einer der wichtigsten Persönlichkeiten des französischen Sozialismus, kämpfte für die Rechte der Arbeiter, die Trennung von Kirche und Staat und für den Frieden.
Seine Herkunft spiegelt die regionale Tradition des Widerstands gegen religiöse und politische Unterdrückung. Sie prägte sein Denken und seine Haltung gegenüber Macht, Religion und sozialer Gerechtigkeit. Jean Jaurès verteidigte den Laizismus und die Trennung von Kirche und Staat. Er war ein engagierter Pazifist und vehementer Gegner des Ersten Weltkriegs. 1914 ermordete ihn in Paris ein Nationalist. Das Gericht sprach den Mörder 1919 frei.
In Castres erinnern zahlreiche Orte an ihn. Denkmäler und Schulen tragen seinen Namen tragen. Seine Geburtshaus in der 5, rue Sœur-Richard (früher rue Réclusane), nahe der Place Soult, ein typisches Bürgerhaus des 19. Jahrhunderts, das der Familie Barbaza, der mütterlichen Linie von Jaurès, gehörte, hält heute als Museum die Erinnerung an Jean Jaurès wach, der hier bis zu seinem achten Lebensjahr lebte, bevor die Familie aufs Land zog.
Das historische Herz von Castres

Der Weg zum Musée Goya führt durch das historische Herz von Castres. Vorbei an der Place du Gabarrou mit dem prächtigen Hôtel de Nayrac. Renaissance-Stadtpalais zeugen vom Reichtum der Tuchhändler. Jeder Stein erzählt von Geschäften, Intrigen, Aufstieg und Fall.
Ganz in der Nähe, wo sich heute das Gericht von Castres befindet, betrieb die französische Kollaborationsregierung während der deutschen Besatzung und des Vichy-Regimes in Castres ein streng geheimes Gefängnis. Es lag in der Rue Émile Zola und trug die Tarnbezeichnung Baraque 21.

Das Geheimgefängnis
Offiziell existierte dieses Gefängnis nicht; die Häftlinge waren weiterhin auf das Lager Camp du Vernet registriert. Inhaftiert wurden dort politische Gegner des Regimes: Antifaschisten, Kommunisten, Widerstandskämpfer, spanische Republikaner und internationale Freiwillige, die im Spanischen Bürgerkrieg gekämpft hatten. Unter den Gefangenen befanden sich auch prominente Persönlichkeiten wie Franz Dahlem und Luigi Longo.
Die Bedingungen waren hart: Die Häftlinge wurden in Isolation gehalten, litten unter Hunger und Kälte, und viele wurden später an die Gestapo ausgeliefert oder in Konzentrationslager deportiert. Das Gefängnis war ein streng gehütetes Geheimnis; Kontakte zur Außenwelt waren nur über Umwege möglich.
Der Massenausbruch von 1943
In der Nacht vom 16. auf den 17. September 1943 gelang 34 bis 36 Gefangenen ein spektakulärer Ausbruch aus dem Festungsgefängnis – ein Ereignis, das in der Geschichte der Résistance einzigartig blieb. Die Aktion wurde maßgeblich von vier jugoslawischen Kommunisten und Veteranen der Internationalen Brigaden organisiert. Es waren Ljubomir Ilić, Vlajko Begović, Guido Nonveiller und Milan Kalafatić. Zu den Ausbrechern gehörten neben internationalen Kämpfern auch französische Widerstandskämpfer und alliierte Piloten, die von den Vichy-Behörden vor den Deutschen versteckt worden waren.
Der Ausbruch war minutiös geplant: Die Häftlinge konnten über verschlüsselte Briefe Kontakt zur Résistance aufnehmen. Unterstützer schmuggelten sogar eine Landkarte in einer Bohne ins Gefängnis. In der Ausbruchsnacht überwältigten die Gefangenen die Wärter beim Schichtwechsel, schlossen sie ein, zogen Zivilkleidung an und flohen. Sie fanden zunächst Unterschlupf bei einem italienischen Schuhmacher in Castres, bevor sie weiter Richtung Toulouse zogen
Der Ausbruch sorgte für großes Aufsehen und wurde zu einem Symbol für Mut und Entschlossenheit im Widerstand gegen das Vichy-Regime und die deutsche Besatzung. Heute erinnert eine Gedenktafel an der Ecke Rue Émile Zola / Rue du Palais an die Rolle des Gebäudes als politisches Gefängnis während der Besatzungszeit.

Literatur zu diesem heute kaum noch bekannten Thema könntet ihr vor Ort in der Buchhandlung Coulier finden, die seit 1958 in Castres zu finden ist – ein Büchertempel, in dem ich mich verlieren und Stunden zubringen könnte, so groß ist die Auswahl an klassischer und moderner Literatur, Kinder- und Jugendbüchern, Novel Graphics und Comics, Sach- und Fachbüchern – und wunderschöner Papeterie.
Die ehemalige Kathedrale Saint-Benoît grüßt mit ihrem mächtigen Turm. Bis zur Auflösung des Bistums war sie geistliches Zentrum.
Vom Bischofspalast zum Kunsttempel


Schräg gegenüber schuf Jules Hardouin-Mansart im 17. Jahrhundert den Bischofspalast von Castres – und meißelte die Großartigkeit des Absolutismus eindrucksvoll in Stein. Heute birg dieses Meisterwerk der französischen Klassik das Rathaus und seit 1840 die landesweit größte Sammlung an spanischer Kunst. Seit 1947 trägt sie stolz den Namen Musée Goya.

Die Geschichte des Musée Goya beginnt mit einer Leidenschaft und endet mit einer Schenkung. Marcel Briguiboul, ein Maler aus Sainte-Colombe-sur-l’Hers, ließ sich in Castres nieder. Sein Sohn Jean, Apotheker von Beruf, entwickelte eine Obsession für spanische Kunst. 1894 vermachte Pierre Briguiboul, Jeans Sohn, der Stadt drei Goya-Gemälde – darunter ein Selbstbildnis mit Brille.

Spaniens goldenes Zeitalter
Diese drei Werke bildeten den Grundstein für Frankreichs bedeutendste Sammlung spanischer Kunst außerhalb des Louvre. In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Sammlung durch gezielte Ankäufe und Leihgaben aus dem Louvre. Velázquez und Murillo gesellten sich zu Goya, Zurbarán und Cano vervollständigten das Goldene Zeitalter der spanischen Malerei.

2023 wiedereröffnet, erstreckt sich das Museum heute über 21 Säle. Die Sammlung umfasst Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart, doch das Herz schlägt für die klassische spanische Malerei des 16. bis 19. Jahrhunderts. Francisco de Goya ist mit mehreren Gemälden und seinen berühmten Druckgrafik-Serien vertreten. Diego Velázquez zeigt die Perfektion des spanischen Barocks, während Murillo mit seiner religiösen Innigkeit beeindruckt.

Moderne Meister wie Picasso und Miró ergänzen die Sammlung, doch sie stehen nicht im Mittelpunkt. Das Musée Goya feiert die Tradition, nicht die Revolution. Zeitgenössische Künstler wie Manolo Valdés, Miquel Barceló oder Pilar Albarracín werden in Wechselausstellungen gezeigt – eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Formvollendetes Grün
Nach der Begegnung mit spanischen Meistern lockt die Ruhe des Jardin de l’Évêché. André Le Nôtre, der Schöpfer der Gärten von Versailles, gestaltete diese grüne Oase zwischen Museum und Agout. Buchsbaumornamente zeichnen geometrische Muster, akkurat geschnittene Hecken rahmen Rasenflächen ein. Die französische Gartenkunst des 17. Jahrhunderts entfaltet hier ihre volle Pracht. Von den Terrassen des Gartens schweift der Blick über den Agout bis zu den sanften Hügeln der Montagne Noire.

Die Aussicht lädt zur Reflexion ein, zur stillen Betrachtung der Eindrücke. In diesem formellen Rahmen, wo jeder Strauch seinen Platz hat und jeder Weg sein Ziel, finden Gedanken Ordnung. Castres offenbart sich als Stadt der Kontraste: mittelalterliche Romantik am Fluss, protestantische Vergangenheit im Stadtbild, spanische Kunst im französischen Palast. Eine Stadt mit Schönheit und Narben, in der Widersprüche zu stiller Harmonie finden – und so manch eine Überraschung birgt.

Castres: meine Reisetipps
Hinkommen
Bahn
Es gibt eine direkte TER-Verbindung von Toulouse Matabiau nach Castres. Die Fahrt dauert etwa 1 Stunde und 12 Minuten, die Züge fahren etwa alle drei Stunden.
Bus
Die Linie liO Occitanie (Bus 760) fährt direkt von Toulouse ( Les Argoulets ) nach Castres ( Gare Routière ). Die Fahrt dauert etwa 1 Stunde und 15 Minuten, der Bus fährt alle drei Stunden.
Flugzeug
Der Regionalflughafen Castres-Mazamet befindet sich 15 Kilometer südöstlich und wird ganzjährig von Air France ab Paris-Orly angeflogen.
• Le Causse, 81290 Labruguière, Tel. 05 63 70 34 77
Vor Ort mobil
Seit dem 1. Januar 2023 ist das gesamte Stadtbusnetz Libellus in Castres und Mazamet für alle Fahrgäste komplett kostenlos.
Das Netz umfasst elf Linien (Linien 1–10 und eine Expresslinie), die das Stadtzentrum mit allen Stadtteilen und wichtigen Einrichtungen verbinden.
- Linie 1: Hauptachse Nord-Süd, verbindet das Zentrum mit den Vororten.
- Linie 2–4: erschließen die östlichen und westlichen Stadtteile.
- Linie 5–7: fahren zu den Gewerbegebieten und Schulen.
- Linie 8–10: binden kleinere Wohngebiete und Vororte an.
- Expresslinie: schnelle Verbindung zwischen Castres und Mazamet.
Die Busse sind modern, barrierefrei und fahren werktags im dichten Takt (meist alle 15–30 Minuten).
• www.castres-mazamet.fr/bus-libellus/lignes-regulieres
Erleben
Rugby-Spiel im Stade Pierre Fabre
Castres Olympique ist das sportliche Aushängeschild der Stadt und des Départements Tarn. Der traditionsreiche Rugby-Club wurde 1906 von ehemaligen Schülern des Collège de Castres gegründet und spielt seitdem eine zentrale Rolle im französischen Rugby. Castres Olympique gewann bislang fünfmal die französische Meisterschaft (Bouclier de Brennus: 1949, 1950, 1993, 2013, 2018) und holte 1948 die Coupe de France. Der Verein war der erste Club des Tarn, der den Meistertitel nach Südwestfrankreich brachte, und spielt seit Einführung des Profirugbys 1995 ununterbrochen in der höchsten Liga, dem Top 14. Die Heimspiele finden im Stade Pierre-Fabre statt, benannt nach dem langjährigen Mäzen und Unternehmer Pierre Fabre, der in Castres geboren war. Die Stimmung im Stadium ist unglaublich –– besonders, wenn gegen den nahen Konkurrenten Stade Toulousain gespielt wird.
• Rue de Bisseous, 81100 Castres, Tel. 05 63 51 45 00, https://castres-olympique.com
Schlemmen und genießen
La Part des Anges

Küchenchef Laurent Lherm ist aus Toulouse nach Castres gegangen und verwöhnt in seinem stylisch modernen Bistro in drei Speisebereichen mit eindrucksvollen modernen Leuchten und kreativer französischer Küche. Eine Überraschung war seine Vichyssoise, eine kalte grüne Erbsensuppe mit Espuma und Thymian-Crackern.
• 5, boulevard Raymond Vittoz, 81100 Castres, Tel. 05 63 51 65 25, auf Facebook zu finden

Bistrot des Saveurs
Küchenchef Simon Scott stammt aus Newcastle-upon-Tyne, hat im Ritz und im Savoy Hotel in London sowie in der Provence gearbeitet und 2009 gemeinsam mit seiner Frau Marie-Hélène, die aus Castres stammt, dieses moderne Bistrot eröffnet. Scott steht für eine kreative, zeitgemäße Küche, die lokale Produkte mit Einflüssen und Gewürzen aus aller Welt kombiniert. Seine Gerichte sind präzise, farbenfroh und geschmacklich raffiniert – Beispiele sind etwa Thunfisch, nur kurz angebraten, mit Flammen-Aauberginenkaviar, dreierlei Quinoa und orientalisch gewürztem Krustentier-Bouillon oder magret de canard mit Karottenmousseline und Orangenjus.
• 5, rue Sainte-Foy, 81100 Castres, Tel. 05 63 50 11 45, http://bistrot-saveurs-81.fr
Les Mets d’Adelaide
Offen, lichtdurchflutet und liebevoll dekoriert ist das Restaurant von Küchenchefin Adélaïde Bernadou, die mit saisonalen Produkten der Region eine frische französische Küche kreiert. Ihre Desserts sind ein Traum!
• 36, avenue Georges Alquier, 81100 Castres, Tel. 05 63 35 78 42, www.lesmetsdadelaide.fr
Restos des Halles
Von regionalen Tapas bis zu Fischspezialitäten, alles frisch vom Markt, könnt ihr hier an Tischen mitten im Marktgeschehen essen und trinken.
• Place Pierre Fabre, 81100 Castres, Tel. 05 63 62 70 70, www.restodeshallescastres.fr
Champs du Sud
Tiefe Sofas, gemütliches Ambiente und köstliche Tartes: Dieser beliebte, charmante Salon de Thé verführt zu einer genussvollen Pause beim Stadtbummel.
• 3, rue Beaujeu, 81100 Castres, Tel. 05 63 71 18 93, https://champsdusud.go.yj.fr
La Guinguette des bord d’Agout
Nur im Sommer ist die Guinguette des Bords d’Agout geöffnet und lockt dann von moderner Guinguette-Musik über Jazz, Chanson, Latino- und Weltmusik bis hin zu DJ-Abenden zum Bier, Wein und einer planche mit charcuterie und Käse.
• Quai du Moulin, 81100 Castres

Baraque 21
Dieses soziokulturelles Zentrum ist Teil der MJC (Maison des Jeunes et de la Culture) in Castres – und doch viel mehr: ein espace citoyen – ein bürgernaher Ort für Begegnung, Austausch, Kreativität und Engagement. Zum Programm gehören Konzerte und offene Bühnen, Diskussionsrunden, Literatur- und Spieleabende, Kochkurse, Workshops und vieles mehr.
Besonders beliebt sind die offenen Abende ( scène ouverte ), bei denen Musik, Slam, Tanz oder Spiele im Mittelpunkt stehen, sowie regelmäßige Treffen zum Austausch über Bücher, Filme und Serien. Die Baraque 21, die mit ihrem Namen auf ein Geheimgefängnis der Nazizeit in Castres verweist, arbeitet eng mit anderen Initiativen zusammen, etwa den Ateliers in der rue Mérigonde, die eine Recyclerie, ein Restaurant, einen Laden für lokale Produkte und weitere soziale Projekte beherbergen.
In der Nähe
Sidobre
15 Kilometer nordöstlich lockt das Granitmassiv des Sidobre mit bizarren Felsformationen und legendenumwobenen Steinriesen. Der Peyro Clabado (der schwingende Stein) und der Roc de l’Oie gehören zu den spektakulärsten Naturwundern.
Mazamet
Die ehemalige Textilmetropole, 20 Kilometer südlich am Fuß der Montagne Noire, bietet eine Via Ferrata auf der berühmten Passerelle d’Hautpoul. Die Katharergeschichte und Industrietradition prägen das Stadtbild.
Montagne Noire
Das südliche Bergmassiv zwischen Castres und dem Mittelmeer lädt zu Wanderungen durch Kastanienwälder und zu Besuchen alter Bergdörfern ein.
Albi

40 Kilometer nördlich lockt die UNESCO-Welterbestadt mit ihrer gewaltigen Kathedrale Sainte-Cécile und dem Toulouse-Lautrec-Museum.
• mehr Infos: https://meinfrankreich.com/albi-sehenswertes-welterbe-tarn-tal
Hier könnt ihr schlafen
Grand Hôtel
Das Hotel wurde in den 1850er-Jahren errichtet und ist seit 1909 eine feste Institution im Stadtbild von Castres. Über viele Jahrzehnte war es im Besitz derselben Familie, bevor es 2024 von Séverine und Vincent Fraysse übernommen wurde, die auch das Mercure L’Occitan in Castres führen.
Das Grand Hôtel verfügt über 50 moderne Komforzimmer mit Blick auf die Stadt oder Agout, deren stilvolle, zeitgenössische Einrichtung regionale Materialien und Farben integriert. Zum Hotel gehört ein Restaurant mit Terrasse am Fluss, das regionale Spezialitäten und eine große Auswahl an Weinen anbietet.
• 11, rue de la Libération, 81100 Castres, Tel. 05 31 26 60 71, www.grandhoteldecastres.com

Noch mehr Betten*

Gefällt Dir der Beitrag? Dann sag merci mit einem virtuellen Trinkgeld.
Denn nervige Banner oder sonstige Werbung sind für mich tabu.
Ich setze auf Follower Power. So, wie Wikipedia das freie Wissen finanziert.
Unterstütze den Blog! Per Banküberweisung. Oder via PayPal.
Weiterlesen
Im Blog
Alle Beiträge aus dem Département Tarn vereint diese Kategorie.
Im Buch
Klaus Simon, Hilke Maunder, Secret Places Frankreich*
Eiffelturm, Lavendelfelder und die Schlösser der Loire sind weltbekannte Ziele in Frankreich. 60 wunderschöne Orte abseits des Trubels stellen Klaus Simon und ich in unserem dritten Gemeinschaftswerk vor.
Die Schluchten von Galamus, die Gärten von Marqueyssac, Saint-Guilhelm-le-Désert. Mers-les-Bains, den Bugey oder die Île d’Yeu: Entdeckt unsere lieux insolites voller Frankreich-Flair! Sie zeigen Dir und euch ein Frankreich, das bis heute ursprünglich, authentisch und abwechslungsreich ist. Wer mag, kann den Band hier* online bestellen.
* Durch den Kauf über den Partner-Link, den ein Sternchen markiert, kannst Du diesen Blog unterstützen und werbefrei halten. Für Dich entstehen keine Mehrkosten. Ganz herzlichen Dank – merci !

