Château Gaillard: die Grenzfeste von Löwenherz

Château Gaillard: der Zugang zur inneren Burg. Foto: Hilke Maunder
Château Gaillard: der Zugang zur inneren Burg. Foto: Hilke Maunder

Erst hatte er sich mit ihm gegen seinen Vater Heinrich II. verbündet, dann wurden sie Erzfeinde: Richard Löwenherz (1157-1199),  König von England und Herzog von Aquitaine und Normandie und Graf von Poitiers. Und Philipp August II. (1165-1223), König von Frankreich aus der Dynastie der Kapetinger.

Château Gaillaird: Zugang zur inneren Burg. Foto: Hilke Maunder
Die äußere Burg könnt ihr kostenfrei besichtigen. Die innere Burg kostet Eintritt. Foto: Hilke Maunder

Bollwerk an der Ostgrenze

Um die Seine und die Handelsstadt Rouen vor den Begehrlichkeiten der französischen Krone zu schützen und die Ostgrenze der Normandie zu stärken, erbaute Richard Löwenherz in einer Rekordzeit von nur zwei Jahren (1196 – 1198) eine riesige Festung hoch oberhalb der Seine bei Les Andelys: das Château Gaillard.

Blick auf Château Gaillard vom Seine-Ufer. Foto: Hilke Maunder
Blick auf Château Gaillard vom Seine-Ufer. Foto: Hilke Maunder

1199 in Chaluis getötet, folgte sein Bruder Johann Ohneland Richard Löwenherz auf dem Thron. Als Schwächling bekannt, nutzte der Philip August seine Chance – und begann 1203 seinen Angriff auf die Normandie mit der Belagerung von Château Gaillard.

Château Gaillard. Foto: Hilke Maunder
Die innere Burg von außen. Foto: Hilke Maunder

Erobert und zerstört

Anfang März 1204 drangen die französischen Truppen in den unteren Hof ein. Es gelang ihnen, da sie sich ihren Weg durch die Kapelle bahnten. Und nicht durch die Latrinen, wie es die Legende erzählt. Wenige Tage später war die Burg erobert; drei Monate später die gesamte Normandie im französischen Besitz. Einzig die normannischen Inseln verblieben bei England.

Eindrucksvoll: die Ruinen des Château Gaillard. Château Gaillard. Foto: Hilke Maunder
Eindrucksvoll: die Ruinen des Château Gaillard. Château Gaillard. Foto: Hilke Maunder

Während des 100-jährigen Krieges wechselte die Festung zwischen England und Frankreich hin und her. 1449 kam sie wieder in französischen Besitz.  Später nutzlos geworden, diente sie 1603 – 1611 als Baustofflager für die Büßer- und Kapuzinermönche.

Château Gaillard. Blick durch die Ruinen auf die Seine. Foto: Hilke Maunder
Blickt durch die Ruinen auf die Seine! Foto: Hilke Maunder

Gaillard: herrliche Aussichten!

Heute ist die Burg die wohl imposanteste Ruine im Tal der Seine und ein herrlicher Aussichtspunkt über den Flusslauf, der in weiten Schleifen durch das Kalkplateau mäandriert. Der obere Hof des Château Gaillard ist von Mitte März bis Mitte November geöffnet und kostet Eintritt. Den unteren Hof könnt ihr das ganze Jahr kostenlos besichtigen.

Blick vom Château Gaillard auf Les Andelys. Foto: Hilke Maunder
Blick vom Château Gaillard auf Les Andelys. Foto: Hilke Maunder

Gefällt euch der Beitrag? Dann sagt merci mit einem virtuellen Trinkgeld. Denn Werbebanner oder sonstige Promotions sind für mich tabu. Ich setze auf Follower Power. So, wie Wikipedia das freie Wissen finanziert. Unterstützt den Blog. Fünf Möglichkeiten gibt es.

Weiterlesen

Im Blog

Les Andelys

Das Städtchen zu Füßen der berühmten Burg habe ich hier vorstellt.

Am Unterlauf der Seine

Dem Lauf der Seine von der Metropole Paris bis ans Meer könnt ihr hier folgen. Am Unterlauf der Seine findet ihr neben charmanten Städten und großen Abteien auch herrliche Naturlandschaften.

Flussschifffahrt im Test: die Seine

In Les Andelys machen auch die Flusskreuzfahrtschiffe Station. Mehr zu einer Kreuzfahrt von Paris nach Caudebec-en-Caux erfahrt ihr hier.

Château Gaillard. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Im Buch

Marco Polo Frankreichs Flüsse*

Marco Polo_Französische FlüsseSeine, Loire, Rhône und Saône heißt das Quartett, das Flusskreuzfahrer träumen lässt. Die schönsten Erlebnisse und Zielorte habe ich – gemeinsam mit anderen Autoren – im Marco Polo Frankreichs Flüssevorgestellt. Natürlich kommen neben Aktiv- und Ausflugstipps auch die kulinarischen Hinweise nicht zur kurz.

How to cruise verrät euch, was ihr bei einer Kreuzfahrt alles beachten sollten. Dazu noch praktische Tipps und Karten: So seid ihr kompakt informiert. Oder lasst euch einfach inspirieren. Wer mag, kann den Reiseführer hier* bestellen.

Das ganze Land: MARCO POLO Frankreich*

Einfach aus dem Besten auswählen und Neues ausprobieren, ist das Motto der Marco Polo-Reiseführer. Den MARCO POLO Frankreich* habe ich vor vielen Jahren von Barbara Markert übernommen und seitdem umfassend aktualisiert und erweitert.

Freut euch auf neue Insidertipps, neue Reiseziele, frischen Hintergrund und viele Erlebnisvorschläge für Aktive und Entdecker – von Lichterkunst in Bordeaux’ U-Boot-Basis bis zum Wanderungen unter Wasser. Damit ihr Frankreich noch besser versteht, gibt es natürlich auch viel  Hintergrund zu Frankreich und seinen Menschen. Wer mag, kann ihn hier* direkt bestellen.

 * Durch den Kauf über den Referral Link kannst Du diesen Blog unterstützen und den Blog werbefrei halten. Für Dich entstehen keine Mehrkosten. Ganz herzlichen Dank – merci !

Merci fürs Teilen!

1 Trackback / Pingback

  1. Am Unterlauf der Seine - Mein Frankreich

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.