Paris: Collection Pinault eröffnet 2020

Die Bourse de Commerce im Hallenviertel birgt ab 2019 die Kunstsammlung der Collection Pinault. Foto: Hilke Maunder
Die Bourse de Commerce im Hallenviertel birgt ab 2019 die Kunstsammlung der Collection Pinault. Foto: Hilke Maunder

Erst ging er nach Venedig, holte einen japanischen Architekten mit ins Boot und verwandelte den Palazzo Grassi und das einstige Zollamt Punta della Doganan an der Spitze der Giudecca in Zentren der Gegenwartskunst: François Pinault.

Jetzt macht der Luxusmagnat mit seinem Hausarchitekten Tadao Ando in Paris ein ein weiteres historisches Juwel zum Mekka der Kunst. Im Frühling 2020 wird Pinault in der einstigen Bourse de Commerce des Hallenviertels seine Collection Pinault eröffnen. Freut euch auf seine persönliche Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst im Zentrum von Paris!

Der Rundbau der einstigen Getreidebörse setzt mit seinem neoklassistischen Äußeren einen markanten Gegenpol zu La Coupole, dem revitalisierten Verkehrsknoten von Le Châtelet-Les Halles mit seinem geschwungenen Dach. Zwischen den beiden Architekturikonen erstreckt sich der neu angelegte Jardin Nelson Mandela. Mit der Einweihung der Sammlung ist der nächste Meilenstein der jahrzehntelangen Sanierung des Bauch von Paris vollendet.

Das neoklassische Gebäude  zwischen den Nummern 40 und 42 der Rue du Louvre  war zuletzt Sitz der regionalen Handelskammer und damit Gastgeber für eine Vielzahl von Messen, Konferenzen und anderen Veranstaltungen. 108 Millionen Euro investierte Pinault in den mehr als zehnjährigen Umbau und erhielt dafür 50 Jahre Mietgarantie für seine Collection Pinault. Die Stadt Paris freut sich über jährliche Mieteinnahmen von rund sechs Millionen Euro.

Sketch von Tadao Ando. ©Tadao Ando. Courtesy Collection Pinault – Paris.

Ein fundamental emotionaler Raum

Von außen verrät wenig, wie sehr sich das Innere verändert hat für das Museum. Für Nicolas Le Camus de Mézières, der vor mehr als 250 Jahren den Bau in Anlehnung an das Pariser Pantheon entwarf, galt die Maxime: „Es genügt nicht, den Augen zu gefallen, man muss die Seele berühren“. 1977 beschrieb Ando seine Architektur ganz ähnlich als „einen fundamental emotionalen Raum“. Bei der Renovierung wollte er den vielen historischen Schichten des Gebäudes ein neues Leben einhauchen.

Dazu erhält es einen neunen Kern aus Beton: einen Zylinder, der das vorhandene Volumen des Raumes stört und neue Möglichkeiten eröffnet, sich darin zu bewegen. Als neues Herz verbindet er zwei Wände – und zwei Epochen. Um diesen Zylinder führt als große Spirale vom Untergeschoss mit dem neuen Auditorium vorbei an den Ausstellungsflächen hinauf in den dritten Stock. Dort endet euer Besuch mit einem atemberaubenden Panorama – von der Stadt auf der einen Seite und dem Inneren des Gebäudes, seinem Oberlicht und den Fresken auf der anderen Seite.

Zurück geht es auf dem gleichen Weg. Oder über die Doppelwendeltreppe, das als Überbleibsel aus der Vergangenheit des Gebäudes an die einstige Halle au Blé erinnert.

Sketch von Tadao Ando. ©Tadao Ando. Courtesy Collection Pinault – Paris.

Collection Pinault: intim & monumental

In Paris werden mehr als 3000 Kunstwerke gezeigt. Die rund  3000 Quadratmeter große Ausstellungsfläche besteht dabei aus mehreren Module von 100 bis 600 Quadratmeter, die je nach Ausstellung unabhängig voneinander oder kombiniert genutzt werden können. Dank ihrer flexiblen Größe schaffen sie mal intime Räume, dann wieder Hallen für monumentale Arbeiten. Große Installationen, Malerei, Skulptur, Video oder Fotografie: Alle Genres, so Pinault, sollen in Paris gezeigt werden.

Ein Auditorium mit 300 Plätzen für Konferenzen, Symposien, Vorführungen, Konzerte und  eine „Black Box“ für die Präsentation von Videoinstallationen, Performances und experimentelle Formen ergänzen die Ausstellungsräume. Auch kulinarisch will die Collection Pinault allerbeste Kunst zeigen.

Einfach Kunst: die Küche der Bras

Für die Küche zeichnet das Vater-Sohn-Gespann Michel und Sébastien Bras verantwortlich.2017 hatte Sébastien Bras Schlagzeilen gemacht, als der damals 46-Jährige seine Sterne zurück gab, um stressfrei kochen zu können. Fast 20 Jahren lang hatte Michelin das Gourmetrestaurant „Le Suquet“ in Laguiole mit drei Sternen bedacht. 1999 hatte der Vater diese Auszeichnung ins Aubrac geholt.

Bei der Eröffnung ihres Café Bras im Musée Pierre Soulages von Rodez haben beide betont, was ihnen heute beim Kochen wichtig ist: eine einfache Küche, die ihre Wurzeln in der Region hat. Doch auch die Tradition ist in ständiger Bewegung, sie bewegt sich vorwärts, sie verändert sich, sie lebt. Hier, an diesem zeitgenössischen Ort, werden wir diese Küche zum Leben erwecken.“ Die Maxime der Bras in Rodez ist auch das Motto von Paris.

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Mein Reiseführer

Baedeker Paris 2018Monatelang habe ich recherchiert und gewühlt, ehe ich zur Feder griff.  Und danach mit Dr. Madeleine Reincke als Redakteurin im Verlag an ihm feilte. Am 2. Januar 2018 ist mein“ Baedeker „Paris“* ist der ersten Staffel des völlig neu konzipierten Reiseführer-Klassikers erschienen.
„Tango unter freiem Himmel: Die Stadt der Liebe: Der neue Reiseführer ‚Paris‘ zeigt – neben Sehenswürdigkeiten – besondere Orte für Höhenflüge, romantische Momente wie ‚Tango unter freiem Himmel‘ und unvergessliche Dinners. Dazu gibt’s viele Kulturtipps…“  schrieb die Hamburger Morgenpost über meinen Paris-Führer, der viele neue Elemente im enthält.

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Visualisierung: et : Besucher auf der neuen Besuchergalerie unterhalb der Kuppel.
© Artefactory Lab; Tadao Ando Architect & Associates ; NeM / Niney & Marca Architectes; Agence Pierre-Antoine Gatier. Courtesy Collection Pinault – Paris.
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2 Kommentare

    • Leider steht der offizielle Eröffnungstermin noch nicht fest, liebe Alice. Aber dann: sofort! Zumal das gesamte Hallenviertel sich gerade neu als Herz von Paris erfindet! Liebe Grüße, Hilke

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