Corona in Frankreich: September 2022

Diese Illustration des Center for Disease Control and Prevention (CDC) zeigt die ultrastrukturelle Morphologie von Koronaviren. Die Stacheln sind Proteine, die die äußere Oberfläche des Virus zieren. Unter dem Elektronenmikroskop erweckt es den Anschein einer Krone um das Virion. Copyright: DP, Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS.
Diese Illustration des Center for Disease Control and Prevention (CDC) zeigt die ultrastrukturelle Morphologie von Coronaviren. Die Stacheln sind Proteine, die die äußere Oberfläche des Virus zieren. Unter dem Elektronenmikroskop erweckt es den Anschein einer Krone um das Virion. Copyright: DP, Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS.

Die aktuelle Lage, 29. 9. 22

Quelle: Sante Publique France 

53410 Neuinfektionen (+39,6 %) registrierte Santé Puplique France in den letzten 7 Tagen. 20,9 % aller Tests sind positiv. Der R-Faktor beträgt 1,3. Insgesamt 155.045 coronabedingte Todesfälle gab es seit Pandemiebeginn in Frankreich, meldet das staatliche Gesundheitsamt. Die Inzidenz liegt bei 358,4.


In Frankreich steigen seit dem 6. September 2022 wieder die Ansteckungen mit dem Coronavirus. Das Land spricht bereits von einer achten Covid-19-Welle. Bereits Mitte August hatte Brigitte Autran als Vorsitzenden des Komitees für Überwachung und Antizipation von Gesundheitsrisiken, von einem epidemischen Höhepunkt zu Beginn des Herbstes gewarnt.

Die aktuellen Daten geben ihr recht. Die Zahl der Ansteckungen steigt nach dem Sommerloch in Frankreich kontinuierlich wieder an. Im Straßenbild ist dies sichtbar. Es werden wieder Masken getragen.

Erster Anstieg seit acht Wochen

Erstmals seit acht Wochen ist die Inzidenz wieder in Frankreich im September gestiegen. Fast alle Regionen des französischen Mutterlandes sind davon betroffen. Zwischen dem 5. und 11. September 2022 betrug sie durchschnittlich 186 Fälle pro 100.000 Einwohner (+12 Prozent). so Santé Publique France. Das staatliche Gesundheitsamt veröffentlicht jede Woche sein Update zur Pandemiegeschehen in Frankreich.

Auch die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle steigt. In der zweiten September-Woche wurden 33.263 neue Covid-19-Fälle gezählt, gegenüber 19.866 eine Woche zuvor (+  67 Prozent). Am 15. September war die Inzidenz auf 266,9 geklettert.

R-Faktor über 1

Ein weiterer Indikator ist die Reproduktionsrate des Virus (R). Lag er zwei Monate lang unter 1, sprang er am 10. September 2022 auf über 1. Das bedeutet: Jeder, der sich angesteckt hat, infiziert einen weiteren Menschen. Die Epidemie schreitet fort. Dennoch diskutiert Frankreich ein Ende der Isolationspflicht für positiv Getestete.

Immer häufiger: Reinfektionen

Seit dem Auftreten von Omicron sind zudem erneute Ansteckungen immer häufiger geworden. Seit März 2021 steht diese Virus-Art für 94,8 Prozent der Wieder-Infektionen, so Santé Publique France. Omicron ist in Frankreich die Hauptvirusvariante, und seine Unterlinie BA.5 ist allgegenwärtig.

Katalysator: la rentrée

Befeuert wurde die achte Welle durch la rentrée, den Beginn des neuen Schul- und Arbeitsjahres. Die Rückkehr in Innenräume und die stärkere Durchmischung als im Freien ließ die Ansteckungen steigen.

Besonders stark stiegen die Infektionen unter den unter 20-Jährigen. Bei den 0- bis 9-Jährigen stiegen die Zahlen in der ersten Schulwoche (5.-11. 9. 22) um  +111 Prozent, so Santé Publique France. Diese Situation ist vertraut.  Im Jahr 2021, hatte die Delta-Variante, verantwortlich auch für die Sommerwelle 2021, zum Schulbeginn 2021 eine Herbstwelle ausgelöst.

Noch rückläufige Krankenhauseinweisungen

Die Auswirkungen dieser neuen Welle sind derzeit noch schwer abzuschätzen. Die Zahl der neuen Krankenhauseinweisungen ist weiterhin rückläufig. Allerdings ist seit Beginn der Pandemie eine systematische Verzögerung von einigen Wochen zwischen dem Anstieg der Ansteckungen und den Auswirkungen auf das Krankenhaussystem zu beobachten.

2. Auffrischung

Angesichts der achten Welle rät die oberste Gesundheitsbehörde Frankreichs besonders gefährdeten Bürgern zur zweiten Auffrischungsimpfung. Bis Mitte September hatten erst 28,3 Prozent der 60-79-Jährigen und 36,1 Prozent der 80-Jährigen und Älteren ihren zweiten Booster erhalten.

Santé Publique France wirbt auch dafür, freiwillig die Schutzmaßnahmen anzuwenden – von Händewaschen und Abstand bis zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in der Gegenwart von Gefährdeten oder Älteren oder in geschlossenen Räumen.

Neue Impfstoffe

Zum besseren Schutz setzt die Gesundheitsbehörde Haute Autorité de Santé auf die sogenannten „bivalenten“ Boten-RNA-Impfstoffe. Diese neuen Impfstoffe, die von Moderna und Pfizer hergestellt werden, zielen sowohl auf den „historischen“ Stamm des Virus als auch auf seine Omicron-Variante ab.

Es gibt zwei Versionen: Die erste aktiviert einen Schutz gegen das Originalvirus und seine Untervariante Omicron BA.1, die zweite gegen das Originalvirus und seine Untervarianten Omicron BA.4 und BA.5. Wie Santé Publique France in seinem epidemiologischen Bulletin berichtet, macht die Untervariante BA.5 95 Prozent der Fälle in Frankreich aus.

Quellen und Info-Links

Karten

Welche Karten und Seiten die Corona-Situation in Frankreich darstellen, verrät dieser Beitrag.

Wöchentliches Update

Alle wichtigen Kennzahlen zur Pandemie veröffentlicht Santé Publique France in ihrem Wochenbericht hier.

Corona-Hotline Frankreich

Tel. 0 800 130 000. Dieser kostenlose Telefondienst beantwortet eure Fragen 24/7 – rund um die Uhr, jeden Tag. Achtung: Er darf euch nicht medizinisch beraten!

Den Corona-Chatbot der Regierung auf WhatsApp erreicht ihr unter der Rufnummer 07 55 53 12 12.

Corona-Infos der französischen Regierung

www.gouvernement.fr/info-coronavirus

Chronologie der Coronakrise in Frankreich

dieser Beitrag

Reisehinweise Deutschland

Auswärtiges Amt

www.auswaertiges-amt.de

Reisehinweise Österreich

Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten

www.bmeia.gv.at/reise-aufenthalt/reiseinformation/land/frankreich

Reisehinweise Schweiz

Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten

www.eda.admin.ch/eda

Bundesamt für Gesundheit

www.bag.admin.ch/bag

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