Mit Corsica Ferries nach Porto-Vecchio

Traumhaft, so aufzuwachen! Während ich im Alltag häufig auf ein norddeutsches Einheitsgrau am Himmel blicke, leuchtet heute früh die Sonne hinter den gestreiften Vorhängen. Obgleich es kaum später als sechs Uhr ist, bin ich nicht die Einzige auf Deck acht, um die Einfahrt nach Porto-Vecchio zu erleben.

Erst erhebt sich die Kalkwand der Bavella über dichtem Grün am Horizont, dann nähert sich die Fähre einem von Inseln und tiefroten, zerklüfteten Buchten geprägten, acht Kilometer langen Golf, schließlich erscheint die Altstadt mit der Genueserfestung, die über dem Hafenviertel mit Marina und Fährterminal thront.

Seit mehr als 20 Jahren verbinden die gelb-blau-weißen Fähren von Corsica Ferries Nizza mit Korsika. 2016 weihte die Reederei eine weitere Verbindung zur Île de de Beauté ein: Seit 1. Juni 2016 schippert MS Mega Andrea von Nizza nach Porto-Vecchio und weiter nach Sardinien zum Golfo Aranci.

Die 171 m länge Fähre, die auf jeder Fahrt bis zu 2.000 Passagiere und 540 Pkw transportieren kann, war bereits im Mai 2015 von der finnischen Reederei Silja Lines gekauft, umgetauft und zunächst im Sardinien-Verkehr eingesetzt worden. 21 Knoten schnell, fährt sie nun von Nizza nach Porto-Vecchio. Ebenfalls neu zur Sommersaison ist die Verbindung Toulon – Porto-Vecchio.

Anlässlich der Linienerweiterung gab es in Nizza und Porto-Vecchio Empfänge der örtlichen Handelskammern, Reden und Gastpräsente. Mit dabei: ein Pulk an Pressevertretern und Expedienten, die für Reisebüros und Agenturen die neue Verbindung kennenlernten, Generaldirektor Pierre Mattei interviewten (links) und sich mit Gregorio Pisano (rechts) unterhielten, dem Kapitän der Auftaktfahrt.

Das Fährschiff: Mega Andrea

Corsica Ferries betreibt auf den Routen von Frankreich nach Korsika drei Fährtypen: die klassischen Fähren (C.Victoria, S.Regina, C.Marina, S.Serena und S.Vera), die Hochgeschwindigkeitsfähren (Corsica Express) und die Mega-Fähren Mega Express und Mega-Andrea,  ausgestattet mit à-la-carte und mehreren Büffet-Restaurants, einer Bar samt Tanzfläche und Panoramalounge, einem Wellnessbereich, einer Bord-Boutique, Konferenzsälen und Kinderspielbereichen.

„Auf der Mega Andrea haben wir ein neues Gastronomie-Konzept umgesetzt“, erzählt mir Sébastien Romani, der an Bord nicht nur für das Catering, sondern auch die Kabinen verantwortlich ist: „Es setzt um, was heute Trend und angesagt ist, reflektiert unser geändertes Essverhalten, die Bedürfnisse nach Frische und Gesundheit, und die Wünsche unserer Kunden.

Jedes Restaurant an Bord hat seine ganz eigene Persönlichkeit: In „Dolce Vita“ gibt es à la carte internationale Spezialitäten und korsische Klassiker, im „Gusto“ Pizza und Pasta, im Sweet Café Köstlichkeiten zum Kaffee. Riviera Lounge, Yellow’s, La Veranda… jedes Lokal hat einen unverwechselbaren Charakter.“

Besonders stolz macht es ihn, dass sämtliche Speisen frisch zubereitet werden auf hoher See: „Das macht sonst keine andere Fähre!“, sagt Romani und stellt uns einen korsischen Muskat, edelsüß mit 15 „Umdrehungen“, vollmundig trocknen Rotwein aus Patrimonio, Korsikas führendem Anbaugebiet im Inselnorden, und fein perlendes Orezza-Mineralwasser, ebenfalls von der Insel, auf den Tisch.

Schlafen könnt ihr in Kabinen von vier Kategorien: der einfachen Holiday Kabine ohne Fenster (Mitteldeck), der Cruise Kabine mit Fenster (Mitteldeck), der größeren und leiseren Top Class Kabine mit Fenster (Oberdeck) und der Luxuskabine mit Fenster und Salonteil und Doppelbett (Oberdeck). Alle Kabinen sind mit Dusche und WC ausgestattet. Während der Tagesüberfahrt könnt ihr die Kabinen zu einem reduzierten Preis buchen.

Was könnt ihr in Porto-Vecchio erleben und entdecken?

Porto-Vecchio ist das touristische Zentrum im Südosten von Korsika und Tor zu einer wahrhaften traumhaften Landschaft: Im Süden findet ihr herrliche Strände wie Palombaggia mit Pinienwald und roten Felsen, der karibisch anmutenden Bucht von Santa Giulia mit glasklaren Wasser, das in allen Blautönen schimmert, feinem Sand und mehreren Strandbars (leider völlig überlaufen im Juli und August!) – und einsamen Badeidyllen, zu denen nur ausgetretene Saumpfade durch duftende Macchia den Weg weisen.

Im Hinterland weicht die sommerliche Hitze rasch einer würzig duftenden, deutliche kühleren Luft. Aleppo-Pinien und bilden dichte Wälder, mit Widerhaken krallt sich im Unterholz wild das Grün an die Beine – wer wandert, sollte unbedingt lange Hosen anziehen!  Hinter schlanken Tannen versteckt sich der Lac de L’Ospédale. Zerklüftete Kalkspitzen spiegeln sich in der stillen Wasserfläche.

Granitkolosse verführen mich zum Kraxeln, hin zu einer Stele, die auf einem der Felsen thront. Von hier oben, in der Heimat des Matteo Falcone von Prosper Mérimée, öffnet sich ein weiter Blick über bewaldetes Waldland vom Bavella-Massiv bis zum Cagna-Gebirge mit seinem Col de Bacinu. Wenn ihr zurückfahrt zur Küste, blickt ihr auf den Golf von Porto-Vecchio und den Golf von Santa Manza – haltet bei der Aussichtsbucht an der Bergstraße!

Und nicht einmal eine Stunde braucht ihr auf der einzigen schnurgeraden Straße der Insel, um eine Stadt zu erreichen, die auf weißen Klippen wehrhaft auf der südlichsten Spitze des europäischen Frankreichs thront: Bonifacio. Doch jetzt wird erst einmal gebadet… in Santa Giulia!

Hintergrund: Corsica Ferries

Die Reederei mit dem modifizierten Mohrenkopf als Logo wurde 1968 unter dem Namen „Corsica Line“ gegründet.  1977 in „Corsica Ferries“ umbenannt, ist der Hauptsitz des Unternehmens in Bastia, der Heimathafen jedoch Genua – die Flotte von insgesamt 13 Schiffen fährt unter italienischer Flagge. Mit mehr als drei Millionen Passagieren ist Corsica Ferries nach eigenen Aussagen die größte private Fährgesellschaft im Korsika-Verkehr. Jeder Törn Nizza – Porto Vecchio, so Generaldirektor Pierre Mattei, kostet dem Unternehmen 55.000 Euro.

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