Drehort an der GR 34: Fort la Latte

Das Fort La Latte am Cap Fréhel. Foto: Hilke Maunder
Das Fort La Latte am Cap Fréhel. Foto: Hilke Maunder

Zu den berühmtesten Drehorten der Bretagne gehört das Fort la Latte an der Smaragdküste des Départements Côtes d’Armor. Schier uneinnehmbar thront die gut erhaltene Burg aus dem 13. Jahrhundert auf einer schmalen Landzunge am Eingang der Baye de la Fresnaye. 

Vom Bergfried und Wehrgang genießt ihr ein unvergleichliches Panorama auf die Côte d’Eméraude. Zugang zur Burg gewähren zwei Zugbrücken, die Felsspalten überwinden.

Eingebettet in wildes Grün und gelb blühenden Ginster: das Fort La Latte an der GR 34. Foto: Hilke Maunder

Fort la Latte begeistert Hollywood

Die Dramatik der Lage und Architektur begeisterten auch den US-amerikanischen Regisseur Richard Fleischer. 1957 wählte er die Burg als Kulisse für den seinerzeit teuersten und farbenprächtigsten Abenteuerfilm in Hollywoods Geschichte: Die Wikinger. Mit Plakaten ließ er in der Bevölkerung Komparsen suchen – „große, kräftige Männer mit Bart!“

Als Hauptdarsteller flog Fleischer Hollywoods Dream-Team ein – Kirk Douglas (Einar) und Tony Curtis (Erik). Als die beiden Halbbrüder sich in Janet Leigh (Prinzessin Morgana) verlieben, wandelt sich Freundschaft in Hass. Im wahren Leben jedoch waren Curtis und Leigh bereits seit sechs Jahren ein Paar.

Kämpfende königstreue Katholiken

1988 macht Philippe de Broca das Fort zum Schauplatz seines pompösen Historiendramas Chouans– Revolution und Leidenschaft, das in den Revolutionswirren des Jahres 1793 spielt. Während in Paris die Republik regiert, bekämpfen sich in der Bretagne die revolutionären „Blauen“ und die königlichen „Weißen“, die „Chouans“. Der Riss geht mitten durch die Familie des Grafen de Kerfadec (Philippe Noiret).

Sein leiblicher Sohn Aurèle (Stéphane Freiss) wird zum Anführer der Chouans, sein Stiefsohn Tarquin (Lambert Wilson) stellt sich auf die Seite der Republikaner. Und wiederum ist es eine Frau, die den Streit eskalieren lässt: Céline (Sophie Marceau).

Keltischer Liebesmythos

Nicht minder monumental war die Produktion, die SAT1 im Jahr 1999 für die deutschen Fernsehzuschauer auf dem Fort la Latte realisierte: Tristan und Isolde – Eine Liebe für die Ewigkeit. Doch das zweiteilige Fantasy-Epos mit 140 Darstellern, Komparsen und Pferden kam beim Publikum nur mäßig an – trotz der Zugpferde Ralf Bauer, Joachim Fuchsberger und Lea Bosco.

Das Fort La Latte ist an drei Seiten von Wasser umgeben. Foto: Hilke Maunder

Privatburg ohne Strom und Wasser

An drei Seiten von Wasser umgeben, soll bereits im 10. Jahrhundert eine Burg über der Bucht gethront haben.  Der heutige Bau geht im Kern auf eine von den Herren Goyon-Matignon im 13./14. Jahrhundert erbaute Anlage zurück, die unter Ludwig XIV. zu einer Festung ausgebaut wurde. In die hohen Mauern kamen Kanonenbatterien.

In den Bergfried aus rosa Granit zogen Wachen ein, die die Schiffe aus St-Malo vor Angriffen der Holländer und Engländer schützen sollten. Ihr Ausguck war die Tour de l’Echauguette – bis heute beeindruckend!  Seit 1931 ist das Fort Privatbesitz, kann aber von April bis September besichtigt werden. Und da erfahre ich dann, dass es für die Burgherren bis heute keinen elektrischen Strom oder warmes Wasser gibt…

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Auf den Weiden jenseits des Fort La Latte grasen Ziegen. Aus ihrer Milch entsteht ganz handwerklich köstlicher Käse. Foto: Hilke Maunder
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