Die schönsten Automuseen in Frankreich
Frankreich ist die Wiege legendärer Automarken – und das Land einiger der schönsten Automuseen in Europa. Chromblitzende Bugattis reihen sich in historischen Fabrikhallen aneinander. Formel-1-Boliden stehen startbereit in nachgebauten Pitlanes. In Schlössern über der Saône dösen Dampfwagen aus dem 19. Jahrhundert vor sich hin.
Im Norden locken große, internationale Sammlungen. Im Süden präsentieren private Liebhaber ihre Schätze in umgebauten Garagen und stattlichen Herrenhäusern. Im ganzen Land feiert eine lebendige Oldtimer-Szene mit legendären Veranstaltungen die Liebe zum Auto – ganz und gar britisch bei Les Belles Anglaises in Les Sables-d’Olonne, ganz volkstümlich bei dem embouteillage de Lapalisse auf der ehemaligen Ferienstraße Nationale 7.
Die schönsten Automuseen in Frankreich
Cité de l’Automobile – Musée National de l’Automobile (Mulhouse, Haut-Rhin)

Das wohl schönste der Automuseen in Frankreich ist zugleich die größte Automobilsammlung der Welt. Mehr als 450 Fahrzeuge drängen sich auf 17.000 Quadratmetern in einer ehemaligen Textilfabrik der Gebrüder Schlumpf, deren Geschichte sich wie ein Krimi liest – und hier im Blog zu finden ist. Das Herzstück des Nationalmuseums bildet die weltgrößte Bugatti-Sammlung mit über 100 Modellen, darunter zwei der nur sechs existierenden Bugatti Royale. Zwei echte Montage-Roboter aus dem PSA-Werk zeigen, wie moderne Autos gebaut werden.
• 15, rue de l’Épée, 68100 Mulhouse, Tel. 0 89 33 23 23, www.citedelautomobile.com
ÖPNV: Straßenbahn Linie 1, Haltestelle Musée de l’Auto oder Bus Linie C5, Haltestelle Musée de l’Auto
Musée de l’Aventure Peugeot (Sochaux, Doubs)

Peugeot baute nicht nur Autos. Krinolinen, Kaffeemühlen, Nähmaschinen, Sägeblätter – alles trug einst den Löwen. Das Werksmuseum in Sochaux erzählt die 200-jährige Geschichte der Marke auf 8.000 Quadratmetern. 130 Fahrzeuge inszenieren in ehemaligen Fabrikhallen unter lichtdurchfluteten Glasdächern mit passendem Dekor eine faszinierende Zeitreise der Mobilität von der Type 3 von 1891 bis zu modernen Elektroautos.
Ausgestellt sind auch zahlreiche Fahrzeuge, die automobile Ikonen sind: legendäre Rennwagen wie die Peugeot 905, Siegerin in Le Mans 1992 und 1993. Der 205 GTI, Königin der Kompaktsportler, und concept cars wie die futuristische Quasar von 1984. Auch die Peugeot 406 aus den Taxi-Filmen steht hier – eine Hommage an französische Popkultur.
• Carrefour de l’Europe, 25600 Sochaux, Tel. 03 81 99 42 03, www.laventure-association.com

Musée Automobile Reims (Reims, Marne)
Philippe Charbonneaux war ein Industriedesigner, der nicht nur Kühlschränke, Fernseher und Computer stylte, sondern auch Karosserien. 765 Fahrzeuge – darunter Chevrolet Corvette, Delahaye 235, Renault R8 und R16 – entwarf er. Und die Nénette, eine Polierbürste für die Pflege von Oldtimern und modernen Autos.
1970 beschloss Monsieur, ein Museum zu gründen, um seine Autosammlung der Öffentlichkeit zu präsentieren, zunächst in Saint Dizier, dann in Reims. 1985 brachte er seine Sammlung in den ehemaligen Werkstätten der MMM Menuiserie Métallique Moderne unter und gründete damit das Centre Historique de l’Automobile Française, das dem Musée Automobile Reims-Champagne vorausging.
Rund 250 Fahrzeuge von 1903 bis heute birgt das Museum, dessen Schwerpunkt auf französische Marken wie Peugeot, Citroën und Renault liegt. Aber auch internationale Raritäten finden sich in den Hallen. Chronologisch und klassisch aufgereiht zeigt es die Fahrzeuge in langen Reihen in einer Halle: frühe Dampfwagen, elegante Limousinen der 1920er- und 30er-Jahre, Nachkriegsmodelle und moderne Sportwagen.
• 84, avenue Georges Clemenceau, 51100 Reims, Tel. 03 26 82 83 84, www.musee-automobile-reims-champagne.com

Manoir de l’Automobile (Lohéac, Ille-et-Vilaine)
Im bretonischen Dorf Lohéac erwartet euch eine der erstaunlichsten Privatsammlungen des Landes. Michel Hommell, Journalist und Sammler, verwandelte dort eine ehemalige Hofstelle aus dem 17. Jahrhundert in eines der schönsten Automuseen in Frankreich. In seiner ferme de la Cour Neuve präsentiert er auf 15.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche mehr als 400 Fahrzeuge, darunter auch 30 Pferdekutschen und Amphibienfahrzeuge sowie 50 Motorräder und Fahrräder. Sein ältestes Exponat ist ein De Dion-Bouton von 1899. Ungeheuer beeindruckend ist seine komplette Formel-1-Startaufstellung mit 18 Boliden, gefahren von Alesi, Prost und anderen Legenden. Berühmte Autobauern wie Ferruccio Lamborghini und Enzo Ferrari sind eigene Säle gewidmet.
Hochglanz-Limousinen von Cadillac, La Fayette, Packard (USA), Rolls Royce und Jaguar, Mercedes, Tatra, Talbot, Hotchkiss, Renault Reinastella, Panhard und Levassor zeigen, wie luxuriös Autos einst waren. Fürs Volk gab es cyclecars. Möglich machte diese Kleinwagen das Finanzgesetz vom 30. Juli 1920, welches die Jahressteuer auf nur 100 Francs festsetzte, und damit deutlich unter der Abgabe für „echte“ Autos. Vollwertige Autos waren nach dem Ersten Weltkrieg für Millionen Franzosen unerschwinglich.
Mit dem Zwitter zwischen Motorrad und Automobil schuf der Staat eine neue Kategorie, mit denen die Massen mobil wurden – mit günstigen Kleinwagen mit Zweizylinder-Motorradmotoren und minimalistischen Karosserien. In den Vitrinen könnt ihr 3.000 Modellautos bewundern, in den Nebengebäuden rekonstruierte Werkstätten aus vergangenen Zeiten. Zur kleinen Pause empfiehlt sich eine Guinguette der 1930er-Jahre mit Drehorgel und Cidre-Bar. Und wer mag, kann auf dem angrenzenden Rallye-Gelände an ausgewählten Terminen mobile Veteranen einmal auch selbst fahren!
• 4, rue de la Cour Neuve, 35550 Lohéac, Tel. 02 99 34 02 32, www.manoir-automobile.fr

M24 Motorsport Museum (Le Mans, Sarthe)
Ab Mai 2026 hat das berühmteste Langstreckenrennen der Welt ein neues eigenes Museum. Als M24 Motorsport Museum erzählt es auf 8.600 Quadratmetern auf zwei Ebenen immersiv und interaktiv die Geschichte des Rennens von 1906 bis heute mit Menschen und Maschinen. Perfekt, um den Mythos Le Mans zu verstehen!
• Chemin aux Bœufs, 72100 Le Mans, Tel. 02 43 72 72 24, www.lemans-musee24h.com
Musée Espace Automobiles Matra (Romorantin-Lanthenay, Loir-et-Cher)
Matra war in den 1960er- und 70er-Jahren ein französischer Motorsport-Mythos. 1968 wurde die Marke Formel-1-Konstrukteurs-Weltmeister 1969 mit Jackie Stewart, auch in Le Mans gab es zahlreiche Siege beim 24-Stunden. Besonders die futuristischen Prototypen von Matra begeisterten die Fans. Dieses Spezialmuseum widmet sich ausschließlich der Marke – von Original-Rennwagen über concept cars bis zum wegweisenden Matra Rancho, dem Vorläufer moderner Crossovers. Revolutionäre Technik wie Fiberglaskarosserien, extreme Aerodynamik und V8-Motoren machen die Exponate zu Zeitzeugen innovativer Ingenieurskunst.
• 17, rue des Capucins, 41200 Romorantin-Lanthenay, Tel. 02 54 94 55 58, www.museematra.com

L’Aventure Michelin (Clermont-Ferrand, Puy-de-Dôme)
Kein reines Automuseum, sondern ein Tempel der Reifenindustrie ist das „Abenteuer Michelin“, das am Firmensitz des Reifenherstellers in Clermont-Ferrand die Geschichte des Unternehmens. Neben Reifen und Produktionstechnik sind auch Michelin-Rennwagen und Rekordfahrzeuge ausgestellt. 1899 war der legendäre Jamais Contente das erste Fahrzeug, das die 100-km/h-Marke knackte. Und natürlich trefft ihr hier auch Bibendum, den Michelin-Mann und weltberühmtesten Maskottchen der Firma.
• 32, rue du Clos Four, 63100 Clermont-Ferrand, Tel. 04 73 98 60 60, www.laventure.michelin.com

Musée de l’Automobile Henri Malartre (Rochetaillée-sur-Saône, Rhône)
Henri Malartre war Schrotthändler und Sammler – und begründete diese Sammlung, die hoch über der Saône in einem Schloss eine kuriose wie edle Sammlung vorstellt: mit 150 Automobilen, 40 Motorrädern, 50 Fahrrädern und Straßenbahnen aus Lyon auf drei Etagen, Zu den Highlights der Sammlung gehörend das Gefährt Vivastella der Brüder Lumière, der Mercedes-Benz von Adolf Hitler und die ersten Wagen des Funiculaire de Fourvière.
Zu sehen sind auch Fahrzeuge Lyoner Marken, die längst verschwunden sind: Berliet, Rochet-Schneider, Luc Court, Cottin-Desgouttes, La Buire, Audibert & Lavirotte, Jean Gras… Anfang des 20. Jahrhunderts war Lyon mit mehr als 130 Automobilherstellern neben Paris der wichtigste Standort der französischen Automobilindustrie. Heute zeugen nur noch die verwaisten Mauern der Rochet-Schneider-Fabrik in der Rue Feuillat und die Präziosen im Musée Malartre von diesem goldenen Zeitalter.
• 645, rue du Musée, 69270 Rochetaillée-sur-Saône, Tel. 04 78 22 18 80, www.musee-malartre.com
ÖPNV: Bus Linie 40 (ab Bellecour) oder Linie 70 (ab Part-Dieu), Haltestelle Rochetaillée-Centre, danach 10 Minuten Fußweg bergauf
Lyoneser Raritäten im Museum
- Rochet-Schneider 1898 (M170, vis-à-vis-Sitze)
- Audibert & Lavirotte 1898 (Typ A N 251, Doppel-Phaeton)
- Luc Court 1901 (Typ V2 Nr. 53, Phaeton)
- Berliet 1908 (Typ CA1 Nr. 4641, Doppelphaeton)
- Rochet-Schneider 1923
Le Grand Atelier – Musée d’art et d’industrie (Châtellerault, Vienne)

Industrie- und Technikgeschichte verbindet diese Ausstellung, die aus den Musée de la technique et de l’automobile und dem nachfolgenden Musée Auto Moto Vélo hervorgegangen ist und das Automobil im Kontext der Industrialisierung vorstellt. Mit Fahrzeugen und Maschinen, Werkzeugen und technischen Anlagen erzählt die Sammlung, wie Frankreich vom Agrarland zur Industrienation aufstieg. Motorräder, Fahrräder und Automobile bilden den Kern der Ausstellung, die auch deutlich macht, wie sich aus einzelnen Manufakturen die Massenproduktion entwickelte.
• Rue Clément Krebs, 86100 Châtellerault
Musée Automobile de l’Aunis (Le Thou, Charente-Maritime)
Eine Leichtbauhalle auf dem Lande birgt mit 125 Fahrzeugen von 36 Marken die größte Sammlung alter Autos im Département Charente-Maritime. Vom Renault 1910 bis zum Citroën SM präsentiert die Sammlung 80 Jahre Automobilgeschichte, liebevoll zusammengetragen und restauriert von Gilles Gaudissard. 1991 verwirklichte er seinen Kindheitstraum und kaufte einen Citroën Traction, der eigentlich nur noch ein Wrack war. Mit Hilfe eines Freundes machte er sich daran, ihn zu restaurieren. Die Rettung des Vehikels machte ihm so viel Spaß, dass er Dutzende weiterer Oldtimer restaurierte und in seiner Werkstatt in Ciré-d’Aunis unterstellte. Diese Autos aus einer anderen Zeit weckten die Neugier seiner Nachbarn so sehr, dass er die Sammlung für alle öffnete. 2018 weihte er sein erstes Museum ein. Doch schon bald platzte es aus allen Nähten. Gaudissard baute eine neue Ausstellungsfläche und eröffnete im Sommer 2022 das einzige Automobilmuseum des Départements Charente-Maritime.
• Rue des Franches – Z.A Fief Girard, 17290 Aigrefeuille-d’Aunis / Le Thou , Tel mobil 06 64 86 81 08, www.museeautomobiledelaunis.com

Musée de Sanxet – voitures anciennes (Pomport, Dordogne)
Acht Kilometer südlich von Bergerac birgt das Château de Sanxet eine der faszinierendsten Privatsammlungen Südwestfrankreichs. Sie umfasst rund 40 seltene Fahrzeuge – vorwiegend französische Klassiker von Citroën, Simca, Panhard, Matra, Clément-Bayard, ergänzt mit englischen Prestige-Wagen von Jaguar, Bentley, Rolls-Royce sowie US-amerikanische Raritäten wie Cord, Cadillac und DeLorean DMC-12.
Die Kollektion geht auf den leidenschaftlichen Sammler Bertrand de Passemar zurück, der die Autos selbst restaurierte – und für Fahrten im Alltag nutzte. Seit seinem Tod 2018 betreut ein Verein sein Erbe – und weist stolz darauf hin, dass es dort nicht nur Pferdekutschen, Miniaturen und Dekors aus dem Film Jappeloup ausgestellt ist, sondern sogar Szenen von James Bond auf dem Weingut gedreht wurden.
• Pomport, 24240 Pomport, Tel. mobil 06 50 30 33 74, www.sanxet.fr

Musée du Patrimoine Agricole et Automobile (Salviac, Lot)
Vom Pferdepflug zum Traktor, vom Ochsenkarren zum Automobil: Wie Motorisierung die ländliche Welt veränderte, erzählt dieses Museum auf 8.000 Quadratmetern. 150 Autos, darunter auch Oldtimer aus den 1920er- bis 1960er-Jahren, sowie 200 Motor- und Fahrräder stehen hier zwischen 350 Traktoren, Dampfmaschinen, Dreschmaschinen und frühen Motorpflügen.
• Lieu dit, Pépy, 46340 Salviac, Tel. 05 65 41 56 18, www.musee-agricole-salviac.com; März – November
Musée de l’Auto ancienne (Moulin-Mage, Tarn)
Noch ein Geheimtipp unter den Automuseen in Frankreich ist diese charmante Privatsammlung in der alten Mühle von Moulin-Mage. Ausgestellt sind rund 20 historische Fahrzeuge aus den 1920er- bis 1970er-Jahren, ergänzt mit Oldtimer-Zubehör wie emaillierte Werbeschilder, originalen Zapfsäulen und Ölfässern.
• Lou Liage, 81320 Moulin-Mage, Tel. mobil 06 08 22 43 47

Musée du Circuit du Comminges (Saint-Gaudens, Haute-Garonne)
Zwischen 1925 und 1954 war der Circuit du Comminges bei Saint-Gaudens eine der schnellsten und gefährlichsten Straßenstrecken Frankreichs. 27,6 Kilometer lang führte er durch hügeliges Pyrenäenvorland. 18 Mal war er Schauplatz von 18 Grand-Prix-Autorennen, 16 Mal von Motorrennen – darunter 1928 sogar der Grand Prix de France.
Legendäre Fahrer wie Tazio Nuvolari, Moto- und Auto-Ass aus Italien, dem Bugatti- und späteren Talbot-Werksfahrer Jean-Pierre Wimille und Juan Manuel Fangio, der 1949 sein erstes Rennen fuhr, sorgten für mitreißende Duelle. 1948 siegte Luigi Villoresi vor 80.000 Zuschauern – ein Rekord für die 5000-Einwohner-Stadt. Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 290 km/h in Bugatti-Bolliden machten die Piloten zu „Gladiatoren der Moderne“. Das Museum, das Michel Ribet und 14 Mitstreiter seit 2017 betreiben, ist als Lieu de l’Histoire Automobile zertifiziert und lässt mit Filmen des INA Institut national de l’audiovisuel, Fotos und vielen Originalexponaten diese Ära des Motorsports aufleben.
• 1, rue des Chanteurs du Comminges, 31800 Saint-Gaudens, Tel. 05 61 79 34 25, www.museeducircuitducomminges.fr

Musée Chapy (Boujan-sur-Libron, Hérault)
Nördlich von Béziers, und südlich vom Canal du Midi, verbirgt sich in Boujan-sur-Libron ein chaotisches Kuriositätenkabinett mit 1.600 Objekten – Autos, Motorräder, Fahrräder, Velocipèdes, Ölkanister, Emailleschilder, Zapfsäulen und mechanische Raritäten. DasMusée Chapy ist keine ordentlich kuratierte Ausstellung, sondern ein Stöber-Paradies in Hallen und Räumen, wo ein Darracq von 1905 neben einer Gnome et Rhône-Moto aus den 1930er-Jahren lehnt.
Gegründet hat es Patrick Tournié, der so ein großer Anhänger alter Automobile und Motorräder ist, dass er sogar seinen Sohn Benjamin nach dem Cyclecar Benjamin von 1924 benannte. Schon als Kleinkind saß der pitchou in der vier Meter langen Derny Tandem-Maschine von 1952. Heute betreiben Vater und Sohn gemeinsam diese Retrosammlung, die den Spitznamen des Gründers trägt. Patrick sei, so meinten Familie und Freunde, dem TV-Held Chaparral so ähnlich, dass er nur fortan noch Chapy genannt wurde. Für Sammler ist ihr Museum ein Paradies. Für andere das sympathische Durcheinander eine Überforderung. Aber genau das macht den Charme aus. Wer Zeit mitbringt und stöbern will, findet hier viele Schätze. Jedes Objekt erzählt eine Geschichte – und beide erzählen sie gerne.
• 14, rue du Muscat, 34760 Boujan-sur-Libron, Tel. 04 67 30 03 69

Musée de l’Auto „Le Tactot“
Le Tactot heißen in Frankreich alte, kleine, ratternde Fahrzeuge – eine liebevoll-spöttische Bezeichnung für die bescheidenen Kleinwagen und Cyclecars der 1920er- und 30er-Jahre, die oft mit Motorradmotoren rumpelten und als „Traktörchen“ galten. Und genau diese Fahrzeuge zeigt René Albert, Karosserie-Bauer und Sattler, in seiner Garage, in der ihr rund 15 bis 20 dieser Raritäten findet, die René gemeinsam mit seinem Bruder, einem Mechaniker, restauriert hat. Die Kollektion wechselt je nach Kauf und Verkauf, bleibt aber immer fahrbereit – für Hochzeiten, Events oder Filmdrehs.
Zu sehen sind dort vor allem Vorkriegsperlen wie Renault Torpédo KJ1 (1922), NN (1925), Peugeot 201 Coupé (1934), Simca Fiat Balilla (1936) und Rosengart LR4 (1937, Austin Seven-Lizenz). Auch die selbst gebaute 2CV-Torpédo-Karosserie mit Leder-Interieur, ein Citroën DS 21 Chapron Cabrio-Replikat und Nachkriegsmodelle wie Austin Type A (1958) oder Morris Minor (1968) sind hier ausgestellt, dekorativ eingerahmt von Emailleschildern, Ölfässern und Retro-Alltagsobjekten wie Radios, Nähmaschinen, Kameras und Kinderspielzeug.
• 332, avenue Pont de Provence, 30220 Aigues-Mortes, Tel. mobil 06 60 97 94 77

Collection de Voitures de S.A.S. le Prince de Monaco (Monaco)
Nicht in Frankreich, aber nur einen Katzensprung entfernt, findet ihr die Privatsammlung des monegassischen Fürstenhauses, das den Motorsport liebt. Unter den 100 Fahrzeugen sind daher nicht nur royale Limousinen von Fürst Rainier III. und seiner Familie zu sehen, sondern auch Formel-1-Rennwagen monegassischer Piloten, die beim Grand Prix de Monaco fuhren. Mit seiner eleganten Inszenierung der perfekt restaurierten Fahrzeuge verbindet das Museum Glamour und Technik.
• 54, route de la Piscine, 98000 Monaco, Tel. +377 92 05 28 56, www.mtcc.mc
Von großen Nationalsammlungen bis zu liebevoll gepflegten Privatschätzen zeigen diese Automuseen in Frankreich eindrucksvoll, wie eng Technik, Design und Kulturgeschichte miteinander verbunden sind. Die Zeitreise auf den Spuren der Mobität ist so nicht nur etwas für Oldtimer- oder Rennwagen-Fans, sondern auch eine spannende, etwas andere Landeskunde der letzten 150 Jahre. À découvrir !

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Zu den schönsten Automuseen in Frankreich gehört diese Nationalsammlung in Mulhouse. Dem Autofahren in Frankreich widmet sich diese Kategorie. Sämtliche Ziele, in meinem Online-Magazin nach Départements und Regionen vorgestellt, findet ihr zentral vereint auf dieser zoombaren Karte.
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