Mit dem E-Auto in Frankreich
Mit dem E-Auto nach Frankreich fahren oder dort umher reisen? Wie funktioniert das? Und: Gelingt die E-Mobilität im Nachbarland? Voilà meine Tipps und Infos für einen entspannten Urlaub im E-Auto.
Norwegen ist der europaweite Primus im hohen Norden, Frankreich gehört zu den Vorreitern beim Ausbau der Elektromobilität innerhalb der Europäischen Union – besonders bei der Ladeinfrastruktur und staatlichen Anreizen. Der größte Flächenstaat der EU verfolgt ambitionierte Ziele. Bis 2030 sollen zwei Millionen E-Autos pro Jahr produziert werden. Die EU plant ein Verbrenner-Verbot ab 2035, Frankreich strebt an, ab 2040 keine Verbrenner mehr zuzulassen. Schon jetzt gibt es einen Malus beim Kauf eines Verbrenners – und attraktive Prämien beim Kauf von emissionsfreien Fahrzeugen.
Vom Zaudern zum Boom: E-Auto-Land Frankreich
Vor dem Boom jedoch stand ein Hürdenlauf. Zwar brachte schon die Regierung Raffarin im Jahr 2005 den Plan Automobile zur Förderung der Elektromobilität auf den Weg, den die Regierung Villepin im darauffolgenden Jahr mit eigenen Initiativen unterstützte – und die Regierung Fillon drei Jahre später stoppte. Aufschwung nahm der Umstieg auf E-Mobile erst wieder, als Präsident Hollande das Ruder übernahm.
Unter seiner Ägidie wurde 2010 die erste öffentliche Ladesäule in Paris (Rue de la Convention) installiert. Boulogne-Billancourt folgte 2011. 2011 lief mit dem Renault Kangoo Z.E. das erste E-Auto eines französischen Autobauers vom Band, 2012 folgte der Renault Zoe. 2015 erhielt Saint-Pierre-de-Chartreuse im Département Isère die erste Ladestelle im ländlichen Raum.
„Die Elektromobilität ist eine Chance für Frankreich, seine Automobilindustrie zu modernisieren und seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren“, sagte Emmanuel Macron kurz nach seinem Amtsantritt 2017 – und legte mit seiner Politik die Basis für den Boom, der 2020 begann.
Aufgrund einer schwierigen Haushaltssituation wurde jedoch das Gesamtbudget für die E-Auto-Förderung von 1,5 Milliarden Euro (2024) auf 1 Milliarde Euro (2025) und 800 Millionen Euro (2026) reduziert.
Ähnlich wie in Deutschland gibt es auch in Frankreich bei zahlreichen Bürgern Bedenken gegen die E-Autos. Ihre Argumente: stark gestiegene Strompreise, defekte Ladesäulen, Ladewüsten im ländlichen Raum … und ein Gefühl, vom Staat zum Umstieg auf E-Autos gezwungen zu werden.
Prämien für saubere Fahrzeuge
Frankreich hat seine Förderlandschaft für Elektroautos zum Jahr 2026 grundlegend umgebaut. Es setzt auf ein neues System, das stärker auf die Herkunft der Fahrzeuge und die finanzielle Situation der Haushalte ausgerichtet ist. Die staatliche Prime à la conversion (Abwrackprämie) wurde am 1. Januar 2026 offiziell eingestellt.
Die staatliche Kaufprämie bonus écologique
Diese Förderung richtet sich an Privatpersonen mit festem Wohnsitz in Frankreich, die ein neues Elektroauto kaufen oder für eine Laufzeit von mindestens 24 Monaten leasen.
Voraussetzungen für das Fahrzeug
- Kategorie: PKW (Kategorie M1) oder leichte Nutzfahrzeuge.
- Preis & Gewicht: Der Bruttopreis darf maximal 45.000 Euro betragen, das zulässige Gesamtgewicht muss unter 2.400 Kilogramm liegen.
- Umwelt-Score: Das Fahrzeug muss einen Umwelt-Score ( Score Environnemental ) von mindestens 60 Punkten erreichen. Die staatliche Umweltagentur ADEME bewertet hierfür den gesamten Lebenszyklus inklusive Produktion und Transportwegen, was viele Importe aus Übersee, vor allem aus China, ausschließt. Bestimmte in den USA produzierte Modelle (z. B. Tesla Model Y aus bestimmten Werken) sind aufgrund optimierter Lieferketten wieder für den französischen Bonus qualifiziert.
- Antrieb: Rein elektrisch oder Wasserstoff. Hybridfahrzeuge sind komplett von der Förderung ausgeschlossen.
Prämienhöhe nach Haushaltseinkommen
Die finanzielle Unterstützung ist streng sozial gestaffelt und richtet sich nach dem steuerlichen Referenzeinkommen pro Anteil (Revenu fiscal de référence par part):
- 4.000 Euro für Haushalte mit geringem Einkommen (≤ 14.083 Euro pro Person).
- 2.500 Euro für Haushalte mit moderatem Einkommen (14.084 bis 26.741 Euro pro Person).
- 0 Euro: Höhere Einkommensklassen (> 26.741 Euro pro Person) erhalten im Jahr 2026 keinen staatlichen Zuschuss mehr.
Regionale Unterstützung
Zusätzlich zu den nationalen Hilfen bieten viele Regionen eigene Programme an. So gewährt beispielsweise die Region Occitanie weiterhin den Éco-chèque mobilité von bis zu 2.000 € für den Kauf von Elektrofahrzeugen, sofern bestimmte Einkommensgrenzen eingehalten werden.
Wichtig für EU-Ausländer
Wer seinen festen Wohnsitz in Frankreich hat, ist unabhängig von der Staatsbürgerschaft antragsberechtigt. Entscheidend ist die dauerhafte Zulassung des Fahrzeugs in Frankreich. Die Prämie wird in der Regel direkt beim Kauf vom Händler abgezogen oder kann nachträglich über das Portal service-public.fr beantragt werden.
Achtung
Alte Fahrzeuge mit Benzinmotor (zugelassen vor 2006) oder Dieselmotor (zugelassen vor 2011) dürfen nicht als Gebrauchtwagen verkauft werden, sondern müssen in einer zugelassenen Auto-Recycling-Anlage (Centres VHU Agréés) verschrottet werden.
• www.primealaconversion.gouv.fr
Strafzoll für Verbrenner
Um den Übergang zu Elektroautos weiter zu beschleunigen, hat Frankreich im Januar 2008 unter der Regierung Fillon einen Malus für Autos mit Verbrennungsmotor eingeführt und über die Jahre verschärft. Der malus écologique gilt für den Kauf neuer Autos, Langzeitmietverträge (LLD) und importierte Gebrauchtwagen. Der Malusgilt auch für importierte Gebrauchtfahrzeuge bei ihrer Erstzulassung in Frankreich.
2026 beginnt der Malus bei 108 g/km CO₂, die Strafgebühren wurden erhöht:
- 108–117 g/km: 50 €
- 118–127 g/km: 100 €
- 128–137 g/km: 200 €
- 138–147 g/km: 350 €
- 148–157 g/km: 550 €
- 158–167 g/km: 800 €
- 168–177 g/km: 1.200 €
- 178–187 g/km: 1.800 €
- 188–191 g/km: 2.500 €
- ab 192 g/km: 80.000 € (maximaler Malus)
Ausnahmen
- Fahrzeuge für Menschen mit schwerer Behinderung (Nachweis erforderlich).
- Spezialfahrzeuge (z. B. Krankenwagen, Feuerwehrautos).
- Oldtimer (über 30 Jahre alt).
Strafsteuer für Schwergewichte
Der malus au poids (Gewichtsmalus) ist eine zusätzliche Strafsteuer in Frankreich, die darauf abzielt, den Kauf von schweren Fahrzeugen zu reduzieren und den Umstieg auf leichtere, umweltfreundlichere Fahrzeuge, einschließlich Elektroautos, zu fördern. Diese Maßnahme ist Teil des malus écologique (ökologischer Malus).
Das gilt 2026
Die Steuer wird für Fahrzeuge mit einem Gewicht ab 1.500 kg erhoben und steigt mit zunehmendem Fahrzeuggewicht. Reine Elektroautos und Wasserstofffahrzeuge sind vom Gewichtsmalus befreit, selbst wenn sie über 1.500 kg wiegen.
- 1.500–1.699 kg: 10 € pro kg
- 1.700–1.899 kg: 15 € pro kg
- 1.900–1.999 kg: 20 € pro kg
- 2.000–2.099 kg: 25 € pro kg
- Ab 2.100 kg: 30 € pro kg
Beide Maßnahmen haben dazu geführt, dass der Absatz von Elektroautos in Frankreich stark gestiegen ist. 2025 wurden über 900.000 E- und Hybrid-Autos verkauft, davon ca. 500.000 reine E-Autos – eine Verzehnfachung seit 2019.
Stadt vs. Land
Die Preise für E-Autos sind in den letzten Jahren deutlich gesunken. Doch trotz des Preisverfalls, der Prämien und der Mali ist die Preiskluft zwischen Verbrenner und E-Auto immer noch sehr hoch, und viele Franzosen überlegen sich sehr, ob sie den 208 Essence für ca. 18.000 Euro oder den E-208 für ca. 33.000 Euro anschaffen. Ähnlich liegt das Problem beim Corsa: Ihn gibt es ab 19.400 Euro gegenüber E-Variante mit 36.000 Euro. Gerade, wer auf dem Land lebt, fährt Diesel – und denkt gar nicht daran, diese einzutauschen. In den Städten sieht dies anders aus.

Heimisch statt chinesisch
Frankreich ist – wie auch Deutschland – stolz auf seine E-Autobauer. Der größte französische Autobauer ist Renault, der 2025 mehr als 100.000 E-Autos in Frankreich produziert hat, darunter den Renault 5 E-Tech als Nachfolger des beliebten Renault Zoe, den Renault Twingo Electric und den Renault Megane E-Tech Electric.
Zu Renault gehört die französische Sportwagenmarke Alpine, die im Jahr 2023 den Alpine A110 E-ternité als fahrbares Konzeptfahrzeug zum 60. Jubiläum der Marke vorstellte. Es besaß zur Freude vieler Cabrio-Fans ein herausnehmbares Dach mit Schalen aus recyceltem Kohlenstoff. Alpine entwickelt derzeit eine komplett neue, rein elektrische Flotte. Die Serienproduktion des elektrischen A110-Nachfolgers soll 2027 starten.
Der französisch-italienische Automobilkonzern Stellantis, eine Fusion von PSA und Fiat Chrysler Automobiles entstanden, hat 2025 rund 80.000 E-Autos in Frankreich produziert, darunter den Peugeot E-208 und E-308/3008, den Opel Corsa Electric, der sehr erfolgreiche Citroën ë-C3 und den DS 3 E-Tense.
Das französische Start-up Hopium hat sich auf die Produktion von Luxus-E-Autos spezialisiert und im Jahr 2023 sein erstes E-Auto, den Hopium Machina, vorgestellt, dessen Serienproduktion für 2027 geplant ist.
Der französische Mischkonzern Bolloré war mit dem Bolloré Bluecar und dem Bolloré Bluesummer auf dem E-Automarkt vertreten. Doch bereits 2021 wurde die Produktion dieser Modelle aus dem alten Pariser Autolib’-System eingestellt.
Ohne Führerschein dürft ihr in Frankreich die Kleinstwagen von Aixam fahren – das gilt auch für die E-Autos Aixam e-City und Aixam e-Coupé.
Für diese Voitures sans permis (VSP) ist ein Mindestalter von 14 Jahren und eine Bescheinigung über die Verkehrssicherheit ( BSR Brevet de Sécurité Routière ) erforderlich. Diese Regelung gilt für Fahrzeuge der Kategorie L6e (leichte vierrädrige Fahrzeuge), die eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h nicht überschreiten. In Deutschland ist ein AM-Führerschein erforderlich.
Um heimische Hersteller zu unterstützen, gewährt Frankreich Steuererleichterungen für Unternehmen, die in Frankreich Elektroautos herstellen, und gewährt seine Prämien nur noch für in Frankreich produzierte Elektroautos.
Der Marktanteil chinesischer E-Autos in Frankreich lag 2025 bei 5,2 Prozent und rund 25.000 Fahrzeugen der Marken BYD, MG (SAIC), NIO und XPeng. Der Marktanteil chinesischer E-Autos in Frankreich ist damit im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wie Deutschland und den Niederlanden noch relativ gering.
Elektromobilität in Frankreich ganz praktisch
Plant eure Route!
Einfach drauf losfahren und immer der Nase nach den Wegen folgen: So unterwegs zu sein mit einem E-Gefährt ist noch schwierig in Frankreich. Gerade, wenn ihr im ländlichen Raum oder gebirgigen, energiefressenden Landschaften unterwegs seid, solltet ihr eure Route sorgfältig planen. Berücksichtigt dabei die Reichweite eures E-Autos und die Verfügbarkeit von Ladestationen entlang eurer Route – und rechnet damit, dass die Ladepunkte unterwegs hier und da defekt sein können. Ladet euer E-Auto am besten immer dann auf, wenn ihr die Möglichkeit dazu habt – an öffentlichen Ladestationen, am Hotel oder an eurem Ferienhaus. Mit weniger als zehn Prozent Batterieleistung solltet ihr nicht unterwegs sein.
Bei der Routenplanung helfen verschiedene Apps und Websites:
- Chargemap: https://chargemap.com
- Freshmile: https://freshmile.com
- ABRP: https://abetterrouteplanner.com
- EnBW mobility+: www.enbw.com
Das Netz der Ladestationen

Foto: Hilke Maunder
Im Februar 2021 verpflichtete ein Dekret alle Autobahnbetreiber, bis zum 1. Januar 2024 auf allen Raststätten mit Tankstelle Ladestationen für E-Autos zu installieren. Für den Ausbau der ländlichen Ladeinfrastruktur stellte die Regierung selbst kleinsten Dörfern Gelder bereit.
So hat sich seit 2021 die Zahl der Ladepunkte verdreifacht. Anfang 2026 waren es mehr als 150.000 öffentliche Ladepunkte; 1,5 Millionen sollen es bis 2030 sein. Neben den öffentlichen Ladestationen gibt es auch immer mehr private Ladestationen in Unternehmen und Wohnhäusern, an Hotels und Hotspots mit beliebten Attraktionen. Die Bedienungsanleitung auf Französisch begleiten meist selbsterklärende Piktogramme, mitunter gibt es auch Ladesäulen mit Sprachwahl über Buttons.
Laden beim Einkaufen
Neben immer mehr Sehenswürdigkeiten bieten auch Supermärkte (Carrefour, Super U, Auchan) Ladestationen an. Führend beim Ausbau ist die Schwarz-Gruppe mit ihrer Discounter-Kette Lidl. Ende 2022 hat Lidl vier Schnellladeparks an Filialen in Frankreich eröffnet (Villefranche-sur-Saône, Landivisiau, Pennes-Mirabeau, Tourcoing). 2026 betreibt Lidl bereits über 3.000 Ladepunkte in Frankreich – mit sehr günstigen Ladepreisen. Je nach Standort sind diese mit vier AC-Ladesäulen mit 22 kW, 4 DC-Ladepunkten mit bis zu 90 kW sowie fünf HPC-Anschlüsse (High Power Charging) mit 180 bis 360 kW Leistung ausgestattet.
An LIDL-Ladesäulen in Frankreich wird in der Regel mit der Lidl-App der Ladevorgang gestartet, um die günstigen Preise zu bekommen. Die deutsche Lidl-App kann dazu auf die franzözische Sprache umgestellt werden. Unterschied zu Deutschland: Hier muss mit einer Kredit/EC (kompatiblen) Karte bezahlt werden, die im Internet hinterlegt sein muss (in der Regel wird über die App der Kreditkarten-Firma der Ladevorgang verifiziert/freigegeben). Leider sind mittlerweile auch die Lidl-Ladesäulen desöfteren defekt oder „zicken“ mit dem ein- oder anderen E-Auto herum.
Laden beim Essengehen
An DC-Ladesäulen, die direkt auf dem Gelände der Fastfoodkette McDonalds aufgestellt sind, kann ebenfalls schnell und sehr günstig geladen werden. Dort gibt es sog. Happy Hour(s), die günstiges laden zulassen. Unterstützt werden diverese Ladekartenanbieter wie Octopus Electroverse. Mit dieser Ladekarte kann rund um die Uhr der Happy Hour-Preis genutzt werden.
Laden am Feriendomizil
Auch Hotels und andere Ferienunterkünfte bieten immer häufiger eigene Ladestationen an. Bei Martina und Claude Fussler in Bras können beispielsweise die Hausgäste der Gästezimmer von Une Campagne en Provence die Batterie ihrer E-Autos mit dem hauseigenen Solarstrom aufladen.
Am Ferienhaus braucht es nicht zwingend eine Wallbox: Wer über eine geeignete, abgesicherte Steckdose verfügt, kann sein Elektroauto auch mit einem mobilen Ladegerät bequem nachladen. Besonders praktisch sind dafür verstärkte Steckdosen wie die Green’up oder – je nach vorhandener Installation – rote oder blaue CEE-Anschlüsse, für die es passende Adapter gibt.
Entscheidend ist dabei die Vorbereitung: Vor der Anreise sollte man klären, welche Steckdosen vor Ort tatsächlich vorhanden sind, um das richtige Zubehör mitzunehmen. Ein mobiler Lader wie der Juice Booster kann hier eine flexible Lösung sein, weil er für verschiedene Steckdosentypen ausgelegt ist und sich damit auch für Urlaubs- oder Ferienhausnutzung eignet.
Die Ladeleistung bleibt jedoch begrenzt und hängt vom Anschluss sowie vom Fahrzeug ab. Eine Green’up-Steckdose liefert nicht automatisch die vollen 3,7 kW, wenn das verwendete Kabel oder Auto nur mit geringerer Leistung lädt; bei längeren Standzeiten lässt sich aber dennoch im Alltag oft genug Energie für die nächste Fahrt nachladen.

Laden beim Baden
Auch immer mehr Strandabschnitte entlang der Küste bieten AC-Ladesäulen, die teils von kommunalen Anbietern betrieben werden. Manchmal kann man dort sein E-Auto für die Zeit des Aufenthaltes mit max. 11kw aufladen. Es lohnt sich jedoch, die Ladepreise zu vergleichen. Meist muss auch eine App heruntergeladen und genutzt werden, um den Ladevorgang starten zu können. Vorsicht gilt auch bei den Parkplatzregeln. Die Strandparkplätze sind häufig gebührenpflichtig – und Elektrofahrzeuge während des Ladevorgangs in der Regel nicht davon befreit.
Achtung, Hybridfahrer
Teilzeitelektrische Plug-in-Hybride nutzen für die Stromzufuhr den Typ-2-Stecker. Ein Trugschluss ist es jedoch zu glauben, diese Fahrzeuge ließen sich unkompliziert an jeder Autobahn-Raststätte aufladen. Die dort dominierenden Gleichstrom-Schnellladesäulen (DC) arbeiten mit dem CCS-Standard. Weil den allermeisten Hybridmodellen die dafür notwendige DC-Schnellladeelektronik an Bord fehlt, können sie technisch ausschließlich Wechselstrom (AC) verarbeiten.
Das Laden an den High-Power-Charging-Parks (HPC) von Anbietern wie Fastned oder Ionity gerät für Hybridfahrer daher oft zur Sackgasse, da reine AC-Lademöglichkeiten an den großen Trassen zugunsten der superschnellen CCS-Kabel massiv zurückgebaut wurden. In Städten und an Supermärkten hingegen dominieren die langsameren AC-Ladestationen, an denen das Laden mit dem eigenen Typ-2-Kabel problemlos gelingt.
30 Minuten Schnellladestationen
In nur 30 Minuten könnt ihr euerr Gefährt an Frankreichs Schnellladetationen aufladen – perfekt für eine kleine Kaffeepause oder einen Toilettengang. Bei einem Tesla Supercharger dauert der Ladevorgang für eine Reichweite von 200-300 Kilometern nur 15 Minuten, eine Vollladung deutlich länger. Sobald die Batterie gefüllt ist, meldet euer Auto oder eure App auf dem Smartphone, dass es wieder bereit ist.
Um an einem Supercharger zu laden, genügt es, einfach das Tesla-Fahrzeug anzuschließen – der Ladevorgang erfolgt automatisch. Mit der Tesla App könnt ihr die Supercharger-Ladeplätze finden und den Ladestatus eures Fahrzeugs kontrollieren. Ist die Batterie des Tesla-Wagens aufgefüllt, benachrichtigt euch die App automatisch. Achtung: die Tesla-Supercharger sind nicht automatisch für Fremdfahrzeuge freigeschaltet. Wo sich Tesla-Schnellladestationen befinden, die für alle geöffnet sind, verrät die Tesla-Ladestandortkarte.
Frankreichs Lade“wüsten“
Auch wenn der Ausbau der Ladestationen rasant voranschreitet, gibt es in Frankreich immer noch Gebiete, wo ihr fast keine Ladesäulen findet. Solche Lade“wüsten“ gibt es vor allem in einigen Ecken Burgunds sowie in der Auvergne und im Limousin. Wie gut die Infrastruktur ausgebaut ist, zeigt beispielsweise die Karte von Chargemap. Zu einem Problem geworden sind defekte Ladesäulen –rund zehn Prozent der öffentlichen Ladesäulen sind defekt (Quelle: Chargemap). In Internet-Foren wird berichtet, dass besonders Schnellladesäulen gerne Opfer von Vandalismus werden oder nur mit gedrosselter Leistung laden.

Ladekarten
Fürs Laden eures E-Autos benötigt ihr auch in Frankreich eine Ladekarte. Mit dieser Karte könnt ihr die Ladestationen verschiedenster Anbieter nutzen. Einige der bekanntesten Anbieter in Frankreich sind:
- Alizé by CNR: (Rhône-Tal und Südfrankreich): https://alizecharge.com
- Chargemap Pass: https://chargemap.com/pass
- Charge+TotalEnergies: https://chargeplus.totalenergies.com
- eborn (besonders präsent vom Allier bis Var: www.eborn.fr
- Electra: www.go-electra.com
- Freshmile: www.freshmile.com
- Fulli: www.fulli.com
- Shell Recharge: www.shell.de
- Plugsurfing: https://plugsurfing.com
- Ionity: https://ionity.eu
- Mobive (Nouvelle-Aquitaine): https://mobive.fr
- Révéo (Occitanie): https://reveocharge.com
Auch die Tesla Supercharger sind eine Option – auf seiner Ladepunkte-Karte verrät das Unternehmen, welche Ladestationen auch für Fremdmarken geöffnet sind. Der Ladevorgang erfolgt automatisch nach Anschließen des Fahrzeugs. Es lohnt sich, gleich mehrere Ladekarten in der Tasche zu haben! Ihr könnt die Ladekarten online oder an den Verkaufsstellen der o.g. Unternehmen erwerben.
Tipp
Informiert euch vor der Reise, welche Ladekartenanbieter in den Regionen, die ihr besuchen möchtet, am häufigsten vertreten sind.

So bezahlt ihr an den Ladestationen
Die Bezahlung an den Ladestationen erfolgt in der Regel über die Ladekarte: Steckt die Karte in die Ladestation und startet den Ladevorgang. Der Betrag wird automatisch von eurem Konto abgebucht. Die Zahlungsmethode wird in der Regel an der Ladestation angezeigt. Durch die EU-Verordnung AFIR ( Alternative Fuels Infrastructure Regulation ) müssen alle neu errichteten Schnellladesäulen (ab 50 kW) in der EU verpflichtend ein Ad-hoc-Bezahlsystem per Debit- oder Kreditkarte bzw. kontaktlos per Apple Pay/Google Pay anbieten.
Crit’Air für E-Autos

Alle Fahrzeuge, und damit auch emissionsfreie E-Autos, benötigen in Frankreich in nahezu alle (Innen-)Städten und Ballungsräumen, Ringautobahnen und einer steigenden Zahl von ländlichen Räumen eine französische Umweltplakette. Sie ist unbegrenzt gültig und kostet 3,70 Euro plus Porto, bei Versand in ein Land der EU 5,11 Euro. E-Autos werden automatisch in die höchste Stufe (= grün) eingestuft. Alle Infos dazu gibt es hier.
Perfektes Duo
Wer kein eigenes E-Auto besitzt oder die Anreise nach Frankreich im E-Mobil scheut, kann in Frankreich bei immer mehr Anbietern auch Elektromodelle mieten und so den Komfort der Anreise per Bahn mit der emissionsfreien Mobilität vor Ort im Elektroauto kombinieren. Diese Kombination gewinnt immer mehr Liebhaber – und ist, angesichts der überfüllten Züge zu Ferienzeiten, nur außerhalb der Hauptsaison zu empfehlen.
Sixt, Europcar und Hertz bieten in vielen französischen Städten und an Flughäfen Modelle wie den Renault 5 E-Tech, Peugeot E-208 oder Citroën ë-C3 an – ideal, um die emissionsfreie Mobilität flexibel zu testen. Besonders praktisch: Viele Vermieter bieten Ladekarten inklusive, sodass ihr direkt loslegen könnt. Eine Buchung lohnt sich frühzeitig, da die Nachfrage nach E-Mietwagen sehr hoch ist.
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