Étretat: die Klippen der Künstler

Étretat: Blick auf den Ort von der Klippenküste. Foto: Hilke Maunder
Étretat: Blick auf den Ort von der Klippenküste. Foto: Hilke Maunder

Sie gehört für mich zu den schönsten Küsten Frankreichs: die Côte d’Albâtre in der Normandie. Steil bricht dort Kalkplateau des Pays de Caux mit hohen Klippen in den Ärmelkanal ab. Wind und Wellen haben faszinierende Felsformationen geschaffen: Klippen und Kalknadeln, Bögen, Brücken und andere bizarren Formen.

In hellem Weiß leuchten sie zwischen dem blauen Meer und dem grünen Land.  Geheimnisvoll, und bei Sturm ungeheuer dramatisch. Gibt es eine schönere Kulisse zum Sonnenuntergang?

Legendäre Felsnasen

Zur Inspirationsquelle wurde für Maler und Literaten wurde besonders die Naturkulisse von Étretat. Gen Südwesten seht ihr die 70 Meter hohe Felsnase L’Aiguille vor der Porte d’Aval, gen Nordosten die Falaise d’Amont mit der Chapelle Notre-Dame-de-la-Garde.

Bei Ebbe könnt ihr zu Fuß über das Watt, sonst auf einem aussichtsreichen Höhenweg erreichen, der am Ende der Strandpromenade beginnt.

Die Klippen von Étretat. Foto: Hilke Maunder

Weiße Klippen & feurige Steine

Die Bögen sind Zeugen eines ehemaligen unterirdischen Flusses, der parallel zur Küste verlief und dessen Bett durch die Erosion der Küste freigelegt wurde.  Kurios sind aber die wie mit dem Lineal gezogenen Schichten von Feuersteinen (auch Flint oder Silex genannt) in der Kreideformation.

Hierbei handelt es sich um Zeugen alter Schachtelhalmwälder, die regelmäßig überflutet wurden, abstarben und schließlich zu Feuerstein verdichtet wurden.

Die Bucht von Étretat säumt Kieselstrand. Foto: Hilke Maunder

Gigantischste Architektur der Welt

Victor Hugo, der sich gerne und oft in der Normandie aufhielt, schrieb seiner Tochter Adèle am 10. August 1835 begeistert:

Was ich von Etretat gesehen habe, ist faszinierend. Die Klippe wird immer wieder von großen natürlichen Bögen durchbrochen, unter denen die Wogen des Meeres bei Flut hindurchschlagen. Das ist die gigantischste Architektur der Welt.

Bei Ebbe freigelegt: der zerfurchte Meeresboden mit seinen Mustern im Kalk. Foto: Hilke Maunder

Fachwerk voller Flair

Auch der kleine Ort, der leider völlig unter dem Verkehr der Ausflügler leidet, lädt zum Bummeln. Besonders hübsch: die Fachwerkhäuser mit reichem Schnitzwerk und dunklem Holz im typisch normannischen Stil und die hölzerne Markthalle mit Glockenturm.

Tipp: Nutzt die Großparkplätze am Ortseingang. Im Ortszentrum wird radikal abgeschleppt! Der kleine Parkplatz direkt am Strand ist selbst im Winter meist komplett belegt.

Typisch normannisches Fachwerk säumt die Gassen von Étretat. Foto: Hilke Maunder

Étretat: meine Reisetipps

Entdecken & erleben

Château des Aygues

Das Château des Aygues aus dem 19. Jh. war Sommerresidenz der spanischen Königinnen.
• route de Fécamp, http://chateaulesaygues.free.fr

Musée Arsène Lupin

Das Musée Arsène Lupin in der Villa von Maurice Leblanc präsentiert den Schriftsteller und sein Werk als Parcours in sieben Etappen • 15, rue Guy de Maupassant, www.arsene-lupin.com

Nungesser & Coll

Hinter der Kapelle Notre Dame de Garde auf der Falaise d’Amont erinnert ein Museum an die Flugpioniere Charles Nungesser und François Coli, die im Mai 1927 zwölf Tage vor Lindbergh den ersten Nonstopflug über den Atlantik wagten und dabei verunglückten

Aktiv

Golf d’Étretat

1908 wurde er auf den Klippen von Aval angelegt. Heute gilt der 18-Loch-Platz als schönste Anlage der Normandie.
• route du Havre, Tel. 02 35 27 04 89, www.golfetretat.com

Umgebung

Fécamp habe ich euch hier vorgestellt.

Nicht weit ist es auch bis nach Le Havre, das 2017 mit dem Été au Havre sein 500-jähriges Bestehen groß gefeiert hat. Hier gibt es die Infos.

Schlafen & schlemmen

Domaine St-Clair Le Donjon

Seine Feinschmeckerküche garniert Le Donjon mit Ausblicken auf die Bucht. Seit 1862 könnt ihr hier edel in Zimmern und Suiten logieren. Spa und Schwimmbad ergänzen das weitläufige Anwesen.
• chemin de Saint-Clair, Tel. 02 35 27 08 23 , www.hoteletretat.com

Le Dormy House

Hoch auf den Klippen von Amont liegt Le Dormy House von 1870 mit 61 gemütlichen Zimmern.
• Route du Havre, Tel. 02 35 27 07 88, www.dormy-house.com/de

Noch mehr Betten*

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Weiterlesen

Das ganze Land: MARCO POLO Frankreich*

MARCO POLO Frankreich: praktisch und kompakt, bearbeitet von Hilke Maunder.Einfach aus dem Besten auswählen und Neues ausprobieren, ist das Motto der Marco Polo-Reiseführer. Den MARCO POLO Frankreichhabe ich gemeinsam mit Barbara Markert verfasst. Gleich zu Beginn geben wir unsere  Insider-Tipps für Frankreich preis: vom größten Flohmarkt Europas in Lille bis zur Schwimmen in der Piscine Olympique in Montpellier.

Das Kapitel „Im Trend“ verrät, was es Neues zu erleben gibt im Hexagon: vom Skijöring in den Skigebieten bis zum Übernachten im Baumhaushotel. Alle Hintergrundinformationen zu Frankreich und seinen Menschen findet ihr unter Fakten, Menschen & News. Es folgen: Tipps für Bars und Boutiquen, Erlebnissen für  Familien, Paare oder Alleinreisende.Wer mag, kann ihn hier direkt bestellen.

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Die Kapelle von Étretat hoch oben auf der Klippe. Foto: Hilke Maunder
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2 Kommentare

  1. Liebe Hilke,
    ein großes Kompliment für die hervorrgende Homepage!!!
    Wir sind Anfang Januar bei Freuden in die Bretagne eingeladen und wollten dies zum Anlass nehmen zuvor die Normandie zu entdecken.
    Diese Region der Normandie wurde uns schon von Freunden, Nachbarn… sehr empfohlen. Nun sind wir auf der dringenden Suche nach einer schönen, gemütlichen, ruhigen, meernahen Unterkunft in der Zeit des Jahreswechsel (27.12.-2.1.). Über Tipps würden wir uns SEHR freuen.
    Herzliche Grüße
    Tina

1 Trackback / Pingback

  1. Postkarte aus ... Fécamp - Mein Frankreich

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