Bilderbuchdorf der Pyrenäen: Évol

Évol. Foto: Hilke Maunder
Évol – eine Bergschönheit aus Natursteinen. Foto: Hilke Maunder

Zwei Kilometer nordwestlich von Olette im Tal der Têt (von Perpignan zu erreichen auf der RN 116) versteckt sich auf einem Sonnenbalkon 800 m hoch über dem gleichnamigen Flüsschen in den Pyrénées-Orientales eines der schönsten Dörfer Frankreichs: Évol, ein kleiner Weiler mit uralten Häusern und Gassen, allesamt aus flachen Schieferplatten erbaut.

Évol. Foto: Hilke Maunder
Évol. Foto: Hilke Maunder

In den Vorgärten blühen Stockrosen und Ringelblumen, Falter und Libellen schwirren zwischen Weinstöcken und Birnbäumen umher. Évol ist ein Idyll. Und noch nicht überlaufen wie einige anderer Orte der Dörfer der Plus Beaux Villages de France.

Évol. Foto: Hilke Maunder
Évol. Foto: Hilke Maunder

In Évol geboren: der Katalanen-Dichter

In einem dieser dunklen Steinhäuser wurde am 7. Januar 1900 als letztes von fünf Kindern Ludovic Massé geboren – für die Katalanen bis heute einer ihrer großen Schriftsteller. Berühmt wurde Massé mit Erzählungen wie Ombres sur les champs, La Flamme sauvage und Le Vin pur, Märchen und seiner dreiteiligen Autobiographie Les Grégoire.

Évol. Foto: Hilke Maunder
Évol. Foto: Hilke Maunder

Im kleinen Museum des Ortes, das ihr kostenlos besuchen könnt, sind seine Werke ausgestellt. Falls ihr ein Mitbringsel sucht: Auf einem Tisch findet ihr auch einige regionale Köstlichkeiten, die typisch für die Region am Canigou sind.

Évol. Foto: Hilke Maunder
Évol. Foto: Hilke Maunder

Der Meister des Roussillon

Wenige Schritte weiter stoßt ihr auf die Église Saint-André aus dem 11. Jahrhundert, die im Innern ursprünglich fünf Retabel barg, die typisch sind für die katalanische Kirchenkunst: den Retabel Saint-Jean-Baptiste (15. Jahrhundert), die dem Maître du Roussillon zugesprochen wird, den Retable du Rosaire (18. Jahrhundert), ein Tabernakel von 1553 und eine Jungfrau mit Kind aus dem 13. Jahrhundert, die jedoch gestohlen wurde. Dazu einige Fresken, ein Votivbild von 1645 und ein seltenes Schellenrad – schaut ruhig mal ins Innere.

Évol. Foto: Hilke Maunder
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Und lauft dann noch vorbei an der Kapelle von Saint-Etienne (18. Jahrhundert) hin zur Ruine des imposanten Schlosses, die Gullem de So 1260 oberhalb des Dorfes hatte errichten lassen. Von dort oben habt ihr traumhafte Ausblicke auf die Bergspitzen der Pyrenäen!

Mein Einkehr-Tipp

La Casa del Sol

Évol. Foto: Hilke Maunder
Évol. Foto: Hilke Maunder

“Hier gibt es keine Coca-Cola, sondern nur ausgemachte “sirops” aus wilden Blüten Früchten: Brombeeren, Aprikosen, Feigen, Erdbeerbaum (arbouse), Heckenrose (églantier), Rosmarin und anderen Aromen”, erzählt mir ein Mann, der hinter dem Tresen hantiert und seit 1998 im Herzen des Ortes an der Placa del Guiner ein kleines  “bistro catalan” mit Gewölbekeller und Sonnenterrasse führt. Geöffnet ist es leider nur tagsüber, und nur von Juni bis September (8, carrer de PloTel. +33 468 97 10 45, mobil +33 610 99 33 15).

Évol. Foto: Hilke Maunder
Évol. Foto: Hilke Maunder

Hier könnt ihr schlafen*

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Évol. Foto: Hilke Maunder
Évol. Foto: Hilke Maunder

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Im Blog

In den Ostpyrenäen haben neben Évol fünf weitere  Orte die Anerkennung als eines der schönsten Dörfer Frankreichs erhalten (Les plus beaux villages de France). Vorgestellt habe ich bereits:

Castelnou

Collioure

Eus

Villefranche-de-Conflent

Noch fehlt: Mosset.

Collioure am frühen Abend. Foto: Hilke Maunder
Collioure am frühen Abend. Foto: Hilke Maunder

Im Buch

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Den MARCO POLO Languedoc-Roussillon/Cevennenhabe ich nach Axel Patitz und Peter Bausch inzwischen mehrfach umfangreich erweitert und aktualisiert.

Von den Cevennen über das Languedoc bis hin zum Roussillon findet ihr dort Highlights und Kleinode, Tipps für Entdecken und Sparfüchse – und Adressen, die ich neu entdeckt und getestet habe. Ein Online-Update-Service informiert euch über Events, Neueröffnungen und Schließungen. Wer mag, kann ihn hier* direkt bestellen.

Der Reisebegleiter vor Ort: Ralf Nestmeyer, Languedoc-Roussillon*

Zwischen dem Delta der Camargue und den Gipfeln der Pyrenäen hat Ralf Nestmeyer nahezu jeden Strand gesehen, jeden Stadt besucht, jedes Wehrdorf besichtigt – im Languedoc etwas intensiver, im Roussillon fokussiert er auf bekannten Highlights.

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Évol. Foto: Hilke Maunder
Évol. Foto: Hilke Maunder
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Évol. Foto: Hilke Maunder
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