Faisselle: So könnt ihr sie selber machen!

Es ist keine Joghurt. Kein Quark. Kein Schichtkäse. Es ist – Faisselle, was da in einem Plastikbecher mit kleinen Löchern ruht. Für dieses französische Frischkäseprodukt gibt es kein Äquivalent in der deutschen Küche. Hergestellt wird Faisselle ausschließlich aus frischer Roh- oder Vorzugsmilch von Kuh, Schaf oder Ziege, die auf einem Teller im Sonnenlicht am Fenster, heute mit Hilfe von Lab, zu Dickmilch stockt.

Der frische Genuss

Kurz abgetropft, wird danach die gestockte Milch per Hand „à la louche“, mit einer Kelle, abgeschöpft und in eine faisselle gelegt, eine runde Form aus gebranntem und glasiertem Ton, die einst dem Frischkäse seinen Namen gab.

Noch wie früher produzieren zum Beispiel die Laiteries H. Triballat. Mild im Geschmack und herrlich erfrischend, wird die Faisselle von den Franzosen wie Joghurt genossen: pur, mit Zucker oder mit Früchten, frisch oder als Kompott. Andere wiederum mischen Salz Kräuter und Gurke  ins Weiß – voilà Tzatziki à la français.

Faisselle: das Rezept

Wer Faisselle in Deutschland genießen will, findet ihn in keinem Supermarkt. Daher mein Tipp, wie ihr den Frischkäse mit allen natürlichen Proteinen der Milch sowie Kalzium, Phosphor und den wasserlöslichen Vitamine B2 und B12 selbst herstellen könnt. Dazu braucht ihr flüssiges Lab.

In Frankreich gibt es das présure in jeder Apotheke. In Deutschland findet ihr es im Kühlregal eures türkischen Supermarktes: eine kleine brauen Flasche mit Kuh auf dem Etikett und dem Schriftzug Peynir Mayasi.

Auf einen Liter Milch, die ihr auf 35 Grad Celsius erhitzt, gebt ihr 5-6 Tropfen Lab hinzu, rührt, und lasst die Masse ruhen. Am nächsten Tag (ihr könnt den Bruch über Nacht in den Kühlschrank stellen), legt ihr Küchenpapier oder aufgeschnittene Filtertüten in euer Sieb und lasst die Masse so lange abtropfen, bis die Konsistenz schnittfest ist. Fertig ist die Faisselle. Bon appétit!

Wie könnt ihr Faisselle genießen?

Faisselle könnt ihr süß oder salzig zubereiten.  Ich habe einige Vorschläge für euch ausprobiert.

… als frisches, duftendes Entrée

Würzt die Faisselle mit gehackten Kräuter, Rettich Streifen, getrockneter Tomate und Rohschinken. Gebt etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer hinzu und serviert die Faisselle mit getoastetem Brot.

… als Dip

Mixt die Faisselle mit Zutaten eurer Wahl (gehackte Kräuter, Gewürze, Zitronensaft, Ketchup, Senf, gehackten getrockneten Tomaten, zerbröckeltem Thunfisch, zerdrückte Sardinen zerdrückt). Püriert alles, lasst alles im Kühlschrank mindestens eine Stunde lang durchziehen und serviert den Sommerdip mit Grissini und Rohkost.

… als Tarte Salée

Ersetzt ganz einfach in eurem Rezept die Milch oder Sahne mit Faisselle!

als schnellen Nachtisch

Gebt Honig, Sirup oder Dolce di Lecce über die Faisselle und garniert sie mit frischen oder getrockneten Nüssen. Und wer mag, gibt noch Nüsse, ganz oder gehackt, hinzu. Lecker!

… als Panna Cotta

Traditionell ist Panna Cotta ein recht kalorienreicher Nachtisch. Leichter und bekömmlicher wird er, wenn ihr zwei Drittel der Sahne mit Faisselle ersetzt. Rote Früchte verstärken die erfrischen Note.

… saftigen Clafoutis

Bereitet aus 400 g Faisselle, 3 Eiern, 40 g Mehl, 40 g gemahlene Mandeln, 100 g Puderzucker und einer Prise Salz den Teig. Fettet eine Auflaufform großzügig ein, verteilt 500 Sauerkirschen und bedeckt sie mit dem Teig. Im vorgeheizten Ofen bei 180° C 40 Minuten backen. Noch warm genießen!

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