La Floride française: Badeorte vom Reißbrett

La Floride française. La Grande Motte feierte 2018 seinen 50. Geburtstag. Foto: _Foto_-Pressebild DucasseSchetter-PR, /Lucie Dalichoux Architecture
La Grande Motte feierte 2018 seinen 50. Geburtstag. Foto: Pressebild DucasseSchetter-PR, /Lucie Dalichoux Architecture

Europa im Jahre 1950: Im aufkommenden Massentourismus der Nachkriegsjahre zieht es auch die Franzosen an die Sonnenstrände Spaniens. Um die Touristenflucht einzudämmen, beschließen Staatspräsident Charles de Gaulle und sein Premier Georges Pompidou den exemplarischen Bau von fünf Ferienstädtchen an der Küste des Languedoc-Roussillon.

Cap Leucate: Blick auf Port Leucate und Le Bacarès. Foto: Hilke Maunder

1962 begannen die ersten Planungen, im Folgejahr wurden die renommiertesten Architekten des Landes für die Prestigeprojekte verpflichtet. Für den Ausbau von Leucate und Le Bacarès wurde Georges Candillis engagiert.

Wahrzeichen von Le Bacarès ist das Kasinoschiff „Lydia“. Foto: Hilke Maunder

Für Gruissan gewann man Raymond Gleize und Edouard Hartané. Den  südlichsten neuen Badeort namens Saint-Cyprien Plage entwarf Henri Castella. Jean Le Coutour zeichnete für Cap d’Agde verantwortlich.

Der damals 40-Jährige Jean Balladur erhielt den Auftrag für das Pilotprojekt: La Grande Motte. Das Gebiet, das von der Pariser Zentralregierung zur Umsetzung des Prestigevorhabens angekauft wurde, lag in einer weiten Bucht am Rande der L’Espiguette, einer amphibischen Landschaft mit salzverkrusteter Erde, sumpfigen Gewässern, wenig Vegetation, endlosen Dünen und langen Sandstränden.

Mit La Grande Motte schuf der Freund von Jean-Paul Sartre für die Freizeitgesellschaft eine Stadt aus der Retorte, funktionell – und architektonisch so überraschend, dass Balladurs Bauten bis heute die Wahrzeichen des Floride Française sind. Inspiriert von den Tempeln in Teotihuacan in Mexiko, ließ Balladur die zentralen Bauwerke des Badeortes in Form von Pyramiden anlegen – mal aufrecht, mal umgedreht, aber immer terrassenförmig.

Der Hafenkanal von Le-Grau-du-Roi. Foto: Hilke Maunder

Später koordinierte Balladur den Bau von Port Camargue, mit rund 5.000 Liegeplätzen einer der größten Jachthäfen Europas und Stadtteil von Le-Grau-du-Roi, das entlang des Hauptkanal Nostalgiker bedient: Am Kai sind Sardinenkutter vertäut. Fischlokale servieren fangfrische Meeresfrüchte als Fruits de Mer. Ein kleiner Leuchtturm spiegelt sich in den Fluten. Möwen gellen. Ferien in La Floride française!

Die Küste des Roussillon zwischen Saint-Cyprien und Argelès-sur-Mer. Foto: Hilke Maunder

La Floride française: Info

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MARCO POLO Languedoc-Roussillon: die Hommage von Hilke Maunder an ihre WahlheimatMARCO POLO Languedoc-Roussillon

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