Fontfroide: ein Kloster voller Genuss

Abbaye de Fontfroide, Restaurant "La Table de Fontfroide". Foto: Hilke Maunder
Das Abtei-Restaurant "La Table de Fontfroide". Foto: Hilke Maunder

Wie die London Bridge sollte auch sie Stein für Stein abgebaut und in Amerika aufgebaut werden: die Zisterzienserabtei Abbaye Sainte-Marie de Fontfroide (11.–18. Jh.), rund 14 Kilometer südwestlich von Narbonne.

Sie war einst eines der größten Klöster in Südfrankreich und Bollwerk der katholischen Kirche im Kampf gegen die Katharer. Ihre Ländereien reichten bis nach Spanien.

Abtei in wilder Garrigue

Fontfroide versteckt sich inmitten einer wilden Garrigue-Landschaft, bis heute völlig abgeschieden in einem Tal. Olivenbäume und Zypressen flankieren den  Sakralbau aus hellem Sandstein, der erst nach der letzten Biegung aus dem dunklen Grün eindrucksvoll auftaucht.

Anders als andere Klöster wurde Fontfroide nicht während der Französischen Revolution aufgelöst und geplündert, sondern erst im 19. Jahrhundert säkularisiert. Daher ist die Anlage hervorragend erhalten!

Die Abteikirche, den Kreuzgang, den Kapitelsaal aus dem 12. Jahrhundert und das Wohngebäude der Laienbrüder könnt ihr auf Führungen besichtigen. Buchsbaum und Begonien schmücken den Kreuzgang, Blauregen ziert die Fassaden. Den Cour Louis XIV. schmücken Lavendel und Liguster, akkurat in Form geschnitten.

Mediterraner Gartentraum

Den Abschluss der Führung bilden die Gärten. Sie speist eine font froide, einer “kalte Quelle”. Besonders schön ist der Rosengarten. 3000 Stöcke verwandeln den Garten im Sommer in ein Reich der Farben und Düfte. Lavendel, Katzenminze und hohe Zypressen rahmen die Anlage ein.

Ein kleines Museum erinnert an den Maler Gustave Fayet (1895 – 1925), der als Sohn eines Winzers in Béziers geboren wurde und schon mit 30 Jahren verstarb. Hinterlassen hat er ein umfangreiches Werk an Ölgemälden, die im Stil der Impressionisten Landschaften, Menschen und Pflanzen seine Heimat zeigen.

Während der sommerlichen Hauptsaison gibt es auch Nachtführungen. Im Schein der Strahler, die geschickt Details von Architektur und Garten hervorheben, entfaltet die Abtei von Fontfroide eine ganz besondere Magie!

Fontfroide für Genießer

Das Restaurant "La Table de Fontfroide". Foto: Hilke Maunder
Das Restaurant “La Table de Fontfroide”. Foto: Hilke Maunder

Einkehren könnt ihr gleich auf dem Klostergelände. Unter einem Spitzbogengewölbe serviert der junge Küchenchef Yohan Renard in La Table Fontfroide eine raffinierte mediterrane Küche im Einklang mit den Jahreszeiten. Besonders köstlich sind die hausgemachte Terrine de foie gras und Confit de canard.

Klassiker sind die Taube im Foie-Gras-Mantel und die Ravioles mit Jakobsmuschel, begleitet von geschmorten Morillen. Eine kleine Anekdote nebenbei: In Klöstern hieß der Koch einst coquinarius (lat. KoOch) – so wird auch Yohan von seinem Team genannt.

Göttliche Nächte

Abtei von Frontfroide: die Gästezimmer im Mühlenhaus. Foto: Hilke Maunder
Abtei von Frontfroide: die Gästezimmer im Mühlenhaus. Foto: Hilke Maunder

Fontfroide gefiel uns so gut, dass wir spontan uns im ehemaligen Mühlhaus einquartierten. Heute ist es ein komfortables Refugium für Selbstversorger. Ihr könnt dort herrlich  im Garten frühstücken!

Auch den passenden Schlummertrunk hält Fontfroide bereits: eine reiche Auswahl an mehrfach ausgezeichneten Tropfen als Landwein oder AOC Corbières, komponiert aus Grenache und Syrah.

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Der Gîte du moulin der Abtei Fontfroide. Foto: Hilke Maunder
Der Gîte du moulin der Abtei Fontfroide. Foto: Hilke Maunder
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