f_marseille_bahnhof_credits_hilke-maunder

Frankreich per Bahn: Das müsst ihr wissen!

Frankreich per Bahn: Wie funktioniert das? Was ist anders? Was müsst ihr beachten? Hier gibt es kompakt Infos, Tipps und Hinweise für die Reise mit der Staatsbahn SNCF und Anbietern wie Renfe, Trenitalia und ÖBB.

14.000 Züge verbinden in Frankreich täglich 3.054 Bahnhöfe miteinander. Größter Verkehrsknoten im Bahnnetz ist Paris. Von dort geht das Schienennetz sternförmig ins Land. Atemberaubend ist die Fahrt in den zweistöckigen TGV, die mit bis zu 320 Kilometern pro Stunde durchs Land sausen!

Die Bahn-Betreiber

SNCF

Die SNCF ist die Staatsbahn in Frankreich. Sie entstand aus der Verstaatlichung von fünf privaten Eisenbahngesellschaften und übernahm das gesamte französische Schienennetz. Jahrhundertelang war sie ein reiner Staatsbetrieb, seit 2020 ist sie jedoch als öffentlich-rechtliches Unternehmen mit privatwirtschaftlicher Struktur organisiert.

Die SNCF hat die TGV-Ära 1981 mit der Eröffnung der ersten Hochgeschwindigkeitsstrecke (LGV Sud-Est) zwischen Paris und Lyon eingeleitet. Mit dem TGV revolutionierte sie den europäischen Bahnverkehr und entwickelte ihn kontinuierlich weiter – von den ersten TGV Sud-Est-Zügen über TGV Réseau, TGV Duplex, TGV Euroduplex bis zum heutigen TGV INOUI und TGV M (Avelia Horizon).

Heute betreibt die SNCF SNCF Voyageurs (Personenverkehr), SNCF Réseau (Streckennetz) und Spezialunternehmen wie SNCF Geodis (Logistik). Sie beschäftigt rund 250.000 Mitarbeiter, erwirtschaftet jährlich etwa 33 Milliarden Euro Umsatz und befördert mehr als 200 Millionen Fahrgäste im Hochgeschwindigkeitsverkehr. Das Netz umfasst 30.000 km Schienen, davon 2.700 km Hochgeschwindigkeitsstrecken (LGV) mit Geschwindigkeiten bis 320 km/h. 

Trenitatlia

Das italienische Staatsbahnunternehmen Trenitalia war 2021 der erste ausländische Bahnbetreiber, der seit der Liberalisierung des französischen Eisenbahnmarktes in Frankreich aktiv wurde. Am 18. Dezember 2021 startete die erste Verbindung Mailand–Paris mit dem Frecciarossa 1000, was das 38-jährige Monopol der SNCF beendete.

Im April 2022 führte Trenitalia die erste vollständig auf französischem Gebiet betriebene Linie ein: Paris–Lyon mit dem Frecciarossa 1000. Der „rote Pfeil“ ist einer der schnellsten Hochgeschwindigkeitszüge Europas mit bis zu 360 km/h, 1.000 Sitzplätzen, Komfortklassen (Standard, Premium, Business, Executive), kostenlosem WLAN, Bordrestaurant und großen Fenstern. Der Zug verbindet Italien (Mailand, Turin) mit Frankreich (Paris, Lyon). Und das Beste an Bord: der unschlagbar gute wie günstige echte Espresso der Bordbar. Einfach himmlisch!

Renfe

Die spanische Staatsbahn Renfe war 2023 die zweite ausländische Bahngesellschaft, die seit der Öffnung des französischen Eisenbahnmarktes 2020 in Frankreich aktiv wurde. Seitdem bedient sie die Linien Lyon–Barcelona (freitags bis montags) und Marseille–Madrid (viermal wöchentlich). Die Renfe bedient dabei 17 Ziele auf beiden Seiten der Grenze und bietet Ablösungen auf Zwischenstationen wie Perpignan, Narbonne, Béziers, Montpellier, Nîmes, Avignon, Aix-en-Provence und weitere. Die Renfe setzt auf extrem günstige Einstiegspreise und positioniert sich als Preiskonkurrent zurSNCF.

GoVolta

Neu am Markt ist GoVolta, das ab Dezember 2026 eine tägliche Verbindung zwischen Amsterdam und Paris plant. GoVolta Exploitation B.V. , gegründet von den Unternehmern Maarten Bastian und Hessel Winkelman. betreibt bereits zwischen Amsterdam und deutschen Städten (Berlin, Hamburg) Bahnverbindungen nach dem No-Frills-Prinzip mit besonders günstigen Preisen.

GoVolta setzt gebrauchte Großraumwagen der Bauart I10 aus den 1980er Jahren ein, die von der belgischen Staatsbahn SNCB gekauft und vollständig renoviert wurden. Die Züge fahren mit maximal 160 km/h, haben 11 Wagen, 820 Sitzplätze, Retro-Design, aber kein WLAN, keine Steckdosen und reduzierten Service.

Velvet

Ende3 2023 gründeten Rachel Picard, ehemalige TGV-Direktorin derSNCF, und Tim Jackson, ehemals bei OpenRail, eine private TGV-Konkurren, die erst Proxima hieß und sich seit Mai 2024 Velvet nennt. Im April 2026 stellte Velvet offiziell seine erste Avelia-Horizon-Flotte (TGV M, Doppelstock-Hochgeschwindigkeitszug von Alstom) auf dem Werksgelände in La Rochelle vor. Die Züge sind doppelstöckig, bis zu 320 km/h schnell, modular aufgebaut und von Beginn an für Fahrradplätze, flexible Sitzanordnung und Barrierefreiheit konzipiert.

Velvet plant, ab 2028 die Städte Bordeaux, Nantes, Angers und Rennes direkt mit Paris-Montparnasse zu verbinden – mit einer Fahrzeit von etwa 2 Stunden. Die Gesellschaft will mit zwölf Zügen starten und zehn Millionen zusätzliche Sitzplätze pro Jahr anbieten, insbesondere auf der stark nachgefragten Atlantikroute, wo Züge wochenlang ausverkauft sind

Kevin Speed

Kevin Speed ist ein französisches Eisenbahn-Start-up, gegründet 2021 von Laurent Fourtune, einem Experten für öffentlichen Verkehr, der acht Jahre lang bei der RATP arbeitete und 2019 Betriebsleiter des Eurotunnels wurde. Der Slogan des Unternehmens lautet „Hochgeschwindigkeit für alle, jeden Tag“.

Im Februar 2024 unterzeichnete Kevin Speed einen Zehnjahresvertrag mit SNCF Réseau über den Zugang zu den Gleisen für seine 20 ilisto-Hochgeschwindigkeitszügenvon Alstom, die speziell für den Pendlerverkehr entwickelt werden und 300 km/h schnell fahren.

Kevin Speed plant, ab Ende 2028 kostengünstige Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen Paris, Lille, Lyon und Straßburg anzubieten, Dabei sollen auch Zwischenbahnhöfe bedient werden, im Gegensatz zu anderen privaten Betreibern. Der versprochene Preis liegt bei 3–5 Euro pro 100 km, es soll keine Reservierungen mehr geben.

Das Bahnnetz

Im Internet könnt ihr euch das Streckennetz der französischen Staatsbahn herunterladen. Im Blog findet ihr es hier.

Das Bahnnetz in Frankreich. Copyright: SNCF
Das Bahnnetz in Frankreich. Copyright: SNCF

Die Züge der SNCF

TGV

Der TGV, kurz für train à grande vitesse, ist Frankreichs legendärer Hochgeschwindigkeitszug. Er verbindet Süddeutschland mit Frankreich und die wichtigsten urbanen Zentren innerhalb des Landes. Und das wahrhaft rasant. Von Paris nach Bordeaux braucht der Hochgeschwindigkeitszug nur zwei Stunden. Da können weder Flieger noch Fahrzeuge mithalten. Mit an Bord reist euer Rad – in vielen Zügen nur nach vorheriger Reservierung.

Die Kombination ICE / TGV bringt euch nach Paris ab

  • Frankfurt, Kaiserslautern, Saarbrücken
  • Frankfurt, Mannheim, Karlsruhe
  • München, Augsburg, Ulm, Stuttgart, Karlsruhe
  • Freiburg
  • Berlin (Direktverbindung über Frankfurt und Straßburg)
  • Basel, Bern, Zürich, Genf (TGV Lyria)

Von Paris geht es natürlich weiter – zum Beispiel nach Toulouse, Bordeaux oder Brest im High-Speed-Tempo.

In die Provence
• Frankfurt, Mannheim, Karlsruhe, Baden-Baden => Strasbourg, Mulhouse, Belfort, Besançon, Chalon-sur-Saône, Lyon, Avignon, Aix-en-Provence und Marseille

TGV InOui und TGV OuiGo

 TGV InOui ist das klassische Premium-/Standardangebot im Fernverkehr, OuiGo ist das günstigere Low-Cost-Angebot der SNCF.

TGV InOui

Der TGV InOui ist das Premium-Angebot der französischen Staatsbahn SNCF und ein Doppelstock-Hochgeschwindigkeitszug ( TGV Euroduplex ), mit 1. Klasse (meist in der Nähe der Bord-Bar) und 2. Klasse. An Bord gibt es kostenloses WLAN, Familienabteile mit vier Sitzen, Tischen und Steckdosen in den Wagen 6 und 7 sowie kontrastreicher Sitznummerierung und einem bildschirmbasierten Informationssystem für seh- und hörbehinderte Personen.

Der TGV INOUI M, seit 2026 im Regelbetrieb, bietete deutlich verbesserte Barrierefreiheit. Rollstuhlfahrer können dank integriertem Plattformlift und größerer Einstiegsöffnung selbstständig in den Zug einsteigen, es gibt fünf Rollstuhlplätze (statt bisher zwei), sehr große Toiletten mit Drehraum, Braille-Beschriftung und taktilem Bodenbelag. Der Zug ist 20 Prozent energieeffizienter als seine Vorgänger, wurde zu 97 Prozent aus recycelbaren Materialien gefertigt und modular aufgebaut, um Sitzanordnungen, Fahrradstellplätze und Waggonfunktionen flexibler anzupassen.

TGV Ouigo

Schnelle Züge zum Minipreis: Der TGV Ouigo bringt euch zu rund 50 Zielen. Der Unterschied zum Premium-Produkt TGV InOui: Die Bestuhlung ist enger, es gibt weniger Stauraum – und nur die zweite Klasse. Auch fehlt ein Bordbistro. Sämtliche Fahrkarten sind nur online und nicht am Bahnhof erhältlich. Jeder Reisende darf entweder zwei Handgepäckstücke (maximal 36 × 27 × 15 cm) oder ein Handgepäck plus ein normales Gepäckstück (maximal 55 × 35 × 25 cm) mitnehmen, Haustiere unter sechs Kilogramm in einem Transportbehälter reisen kostenlos. Erkennen könnt ihr den TGV light am poppig türkisblauem Anstrich. Welche Ziele der preiswerte Sprinter bedient, sehr ihr hier.

Der Ouigo Train Classique verkehr auf herkömmlichen Gleisen langsamer, aber extrem günstig zwischen Städten wie Paris, Lyon oder Nantes.

Gut zu wissen: TGV-Bahnhöfe in der Pampa

Die TGV-Bahnhöfe befinden sich – wie zum Beispiel in Tours, Montpellier oder Avignon – oftmals außerhalb. Das bedeutet: Beim Umsteigen in Regional- oder Intercity-Züge müsst ihr mit einem Lokalzug vom TGV-Bahnhof zum Hauptbahnhof im Stadtzentrum fahren. Achtung bei Montpellier: Dort halten die TGV-Züge mal im Stadtbahnhof Saint-Roch, mal außerhalb an der Gare Sud de France. Beide Bahnhöfe verbindet die Straßenbahnlinie 1, die alle paar Minuten Richtung Innenstadt und zum Bahnhof Saint-Roch fährt.

Eurostar

2023 wurde aus Thalys Eurostar. Die Züge unterscheidet die Farbe: Züge von Eurostar nach London sind blau, in Europa rot. Das frühere Thalys-Streckennetz wurde komplett integriert und verbindet Belgien, die Niederlande und Deutschland mit Frankreich.

  • Von Essen, Duisburg, Düsseldorf, Düsseldorf-Flughafen, Köln, Aachen => Paris.
  • Über Paris kommt ihr nach Marseille, Nizza, Biarritz, Nantes, Rennes, Bourg-Saint-Maurice und London.

Intercités

Mit den neun Intercités-Linien kommt ihr zu 150 Zielen in Frankreich – mit (teilweise, nicht überall) WLAN ( wifi ) und Restauration an Bord. Sieben Linien fahren nur tagsüber, zwei Linien auch nachts.

Tagsüber: Züge ohne Reservierungspflicht

  • Béziers – Clermont-Ferrand
  • Nantes – Bordeaux
  • Nantes – Lyon
  • Toulouse – Hendaye

Tagsüber: Züge mit Reservierungspflicht

  • Bordeaux – Toulouse – Marseille
  • Paris – Clermont-Ferrand
  • Paris – Orléans – Limoges – Toulouse

Nachts

  • Paris  – Gap – Briançon
  • Paris – Toulouse – Rodez – Latour-de-Carol – Perpignan – Cerbère

Nachtzüge ( trains de nuit )

Im April 2021 stimmte die Nationalversammlung dafür, all jene inländischen Kurzstreckenflüge zu Zielen zu verbieten, die per Bahn in weniger als 150 Minuten erreicht werden können. Seitdem erleben die schon totgeglaubten und oft vermissten Nachtzüge ihr verdientes Comeback.

Derzeit betreibt die SNCF folgende Nachtzuglinien

  • Derzeit betreibt die SNCF folgende Nachtzuglinien:
  • Paris – Briançon (via Gap…)
  • Paris – Nice (via Marseille, Cannes…)
  • Paris – Albi und Aurillac (via Rodez…)
  • Paris – Cerbère (via Toulouse, Perpignan, Argelès-sur-Mer…)
  • Paris – Latour-de-Carol
  • Paris – Tarbes – Lourdes

Die ÖBB Nightjet-Verbindungen Berlin–Paris (seit Dez. 2023) und Wien–Paris wurden Ende Dezember 2025 eingestellt; Nachfolger ist European Sleeper, der seit März 2026 Berlin–Paris betreibt, ab Juli 2026 auch mit Zustieg in Hamburg.

TER

Der TER bedient in Frankreich täglich 11 Regionen mit 7.500 Zügen und 2.000 Busverbindungen. Euer Drahtesel reist in allen TER-Zügen kostenlos mit. Beachtet jedoch, dass in vielen Regionen während der Sommermonate eine (oft kostenlose) Vorab-Reservierung für den Fahrradstellplatz obligatorisch – und mitunter auch kostenpflichtig – geworden ist.

Transilien

Das Regionalnetz der SNCF für den Großraum Paris und die Île-de-France.

Achtung: Alle Gepäckstücke – ob in der Ablage im Vorraum des Waggons oder bei euch im Abteil – müssen Gepäckanhänger mit Vorname, Name und Mobiltelefonnummer tragen.

Bordeaux: die Gare Saint-Jean. Foto: Hilke Maunder
Die Gare Saint-Jean von Bordeaux Foto: Hilke Maunder

Innovation auf der Schiene

Frankreichs Bahn macht auf auf der Schiene mit Wasserstoff mobil. Seit Frühjahr 2024 testen die Region Bourgogne-Franche-Comté und die staatliche Bahngesellschaft SNCF drei Wasserstoffzüge des Herstellers Alstom im regulären Fahrgastbetrieb – eine Premiere im Land.

Die emissionsfreie Fahrt im Zugverkehr ermöglicht eine Brennstoffzelle, die ein Wasserstofftank beliefert. Der so an Bord erzeugte Strom  reicht aus, um einen Zug mit bis zu 220 Passagieren bei einer Geschwindigkeit von 160 km/h  rund 400-600 Kilometer anzutreiben. Die drei Züge kosten insgesamt 51,9 Millionen Euro.

Neben Bourgogne-Franche-Comté bestellten auch die Regionen Auvergne-Rhône-Alpes, Grand Est und Okzitanien Züge mit zwei Betriebsarten, die auf elektrifizierten Strecken über die Oberleitung und auf nicht elektrifizierten Strecken mit Energie aus Wasserstoff betrieben werden können. Nach erfolgreichen Testfahrten im Jahr 2025 sollen diese Hybrid-Züge ab Ende 2027 sukzessive den regulären Betrieb in den Bahnhöfen aufnehmen.

Liniennetz

Eine Übersicht über das Netz der Bahnstrecken in Frankreich und die Fernverbindungen nach Deutschland findet ihr hier. Die Fernverbindungen mit dem TGV Inoui sind hier schematisch dargestellt. Die Linienpläne der Regionalzüge TER  sind auf der SNCF-Webseite für jede Region einzeln aufgeführt.

Die Pariser Bahnhöfe

Der Pariser Bahnhof Gare Saint-Lazare ist der Bahnhof für die Linien in die Normandie - und den Eurostar nach London. Foto: Hilke Maunder
Der Pariser Bahnhof Gare Saint-Lazare ist der Bahnhof für die Linien in die Normandie – und den Eurostar nach London. Foto: Hilke Maunder

Paris ist der größte Bahnknoten Frankreichs. Von der französischen Hauptstadt starten alle großen Linien sternförmig ins Land. Beim Umsteigen müssen oftmals die Bahnhöfe gewechselt werden. Ladet euch dazu die App des Pariser ÖPNV-Betreibers RATP aufs Handy. Sie heißt Bonjour RATP und bündelt Fahrpläne, Routennetz, Echtzeit-Infos und die Möglichkeit, Tickets direkt zu kaufen und zu speichern.

Gare Saint-Lazare

13, rue d’Amsterdam (8. Arr.)
Métro 3, 9: Havre-Caumartin 12, 13, 14; Gare Saint-Lazare RER A: Auber, E: Haussmann-Saint-Lazare

Züge in die Normandie

Gare d’Austerlitz

55, Quai d’Austerlitz (13. Arr.)
Métro 5, 10; RER C: Gare de l’Est

Züge nach Bordeaux-Saint-Jean, Limoges-Bénédictins und Toulouse-Matabiau, in den Süden der Ile-de-France, das Orléanais, das Berry und den Westen des Zentralmassivs. Zudem starten hier fast alle Nachtzüge ( Intercités de Nuit ).

Gare de l’Est

10, Place du 11. Nov. 1918 (10. Arr.)
Métro 4, 5, 7: Gare de l’Est

ICE-/TGV-Züge nach Süddeutschland (u. a. Stuttgart, München, Frankfurt), Luxemburg, Schweiz und Österreich

Gare de Lyon

20, Boulevard Diderot (12. Arr.)
Métro 1,14; RER A, D: Gare de Lyon

TGV nach Süd- und Südostfrankreich, in die Schweiz (Basel und Genf), nach Spanien (Barcelona) und nach Italien (Turin und Mailand).

Gare Montparnasse

17, Bd. Vaugirard (15. Arr.)
Métro: 4, 6, 12, 13: Montparnasse-Bienvenue

TGV Atlantique (Le Mans – Rennes – Bordeaux Biarritz); Destinationen der Westküste, der Bretagne und im Loiretal.

Gare du Nord

18, Rue de Dunkerque (10. Arr.)
Métro 4, 5; RER B, D, E (Bahnhof Magenta)

Eurostar nach London St Pancras, Belgien, Nordrhein-Westfalen (Köln, Essen) und in die Niederlande, TGV-Züge in den Norden Frankreichs (Lille).

Wo fährt mein Zug?

Der typische Anblick: Dicht ballt sich der Pulk der Reisenden in der Bahnhofshalle und blickt auf die große Anzeigetafel, die über ihnen hängt. Denn: In Frankreich wird erst 20 Minuten vor Abfahrt das jeweilige Gleis angezeigt! Feststehende Abfahrtsgleise wie beispielsweise in Deutschland gibt es dort nicht.

Begründet ist diese dynamische Gleiszuweisung in Frankreich in der Anlage des Streckennetzes mit seinen vielen Knotenpunkten und Verzweigungen.

Die Zuweisung eines Gleises kurz vor Abfahrt ermöglicht es der Bahn, die Gleisbelegung flexibler und effizienter zu gestalten. So kann die SNCF auf aktuelle Gegebenheiten wie Zugverspätungen, kurzfristige Änderungen im Reiseaufkommen oder Gleisarbeiten besser reagieren und die Pünktlichkeitsquote verbessern.

85,9 Prozent der TGV-Züge waren so im Jahr 2023 pünktlich oder kamen mit einer Verspätung von weniger als 5 Minuten an ihrem Zielbahnhof an. Die Pünktlichkeitsquote der Fernzüge der Deutschen Bahn (DB) betrug 2023 63,6 Prozent.

Die 2-Minuten-Grenze

Ist auf der Anzeigetafel das Gleis erschienen, beginnt das große Rennen. Wichtig zu wissen: Der Zugang zum Bahnsteig ist nur bis fünf Minuten vor der Abfahrt garantiert. Die Zugtüren selbst schließen exakt zwei Minuten vor der Abfahrt final. In letzter Sekunde in den Wagen zu springen, ist in Frankreich unmöglich. Versuche, die Türen bei Regionalzügen (TER ) gewaltsam aufzuhalten, führen nicht nur zu Defekten, sondern sind auch streng untersagt und werden teuer geahndet.

Achtung: An fast allen TGV-Bahnhöfen – wie Paris-Montparnasse, Lyon-Part-Dieu oder Bordeaux-Saint-Jean – gibt es Scannerschleusen ( portes d’embarquement ) am Gleiszugang. Scannt euer Ticket (digital oder Papier) rechtzeitig ein, da es besonders in den Ferienzeiten an den Schleusen zu Staus kommen kann.

Fahrkarten

Bahn-Fahren in Frankreich: Der Bahnhof von Le Havre. Foto: Hilke Maunder
Der Bahnhof von Le Havre. Foto: Hilke Maunder

Eure Fahrkarten kauft ihr am besten online, in den DB-Reisezentren oder in den SNCF-Vertragsbüros. Natürlich werden sie auch an Automaten verkauft. Der Nachteil: Die Benutzerführung ist zwar mehrsprachig, aber mitunter umständlich, und die Kartenzahlung mit ausländischen Kreditkarten bereitet gelegentlich Probleme. Da es an vielen Bahnhöfen immer weniger besetzte Schalter und intakte Automaten gibt, sind Warteschlangen vorprogrammiert.

Daher: Am besten kauft ihr online auf www.sncf-connect.com oder nutzt die gleichnamige App. Die Webseite offeriert des Öfteren Specials, die es am Schalter nicht gibt. SNCF-Tickets könnt ihr auch auf www.bahn.de oder über spezialisierte Portale wie www.trainline.com kaufen.

Wenn ihr ein Smartphone besitzt, ladet euch das Ticket direkt in die App. Ein zusätzlicher Ausdruck auf Papier ist heute nur noch in Ausnahmefällen nötig, etwa wenn der Akku schwächelt. Der QR-Code auf dem Handy reicht für die Scannerschleusen und die Kontrolle im Zug völlig aus.

SNCF-Treueprogramm

Die alte Carte Voyageur gibt es in dieser Form nicht mehr. Das aktuelle Programm heißt Mon Identifiant SNCF. Die Anmeldung ist kostenlos und bündelt eure Reisen digital. Wer häufiger fährt, für den lohnt sich die kostenpflichtige Carte Avantage. Die Vorteilskarte für wahlweise Jugendliche, Erwachsene oder Senioren garantiert euch Festpreise sowie einen Rabatt von 30 Prozent auf fast alle Fahrten. Darüber hinaus sammelt ihr mit dem Programm TGV INOUI Illimité oder dem klassischen Treuekonto Punkte ( points prime ), die ihr gegen Freifahrten oder Upgrades einlösen könnt.

Garantie G30

Euer Zug hat Verspätung? Bereits nach 30 Minuten greift die Garantie G30 bei der Staatsbahn SNCF. Je nach Länge der Verzögerung gibt es eine Rückzahlung.  Die Erstattung könnt ihr online beantragen aufhttps://garantie30minutes.sncf.com.

Gepäck

In Frankreich gibt es vor jedem Abteil große Bereiche für die Gepäckaufbewahrung. Der Stauraum direkt am Platz ist begrenzt. Wichtig: Jedes Gepäckstück muss zwingend mit eurem Namen und eurer Telefonnummer gekennzeichnet sein. Die SNCF versteht hier keinen Spaß – herrenlose Koffer ohne Anhänger führen zur Räumung des Bahnhofs oder des Zuges und werden im Zweifel kontrolliert gesprengt.

Gepäck-Service

Nutzt das digitale Etikettierungssystem der SNCF in der App. Dort könnt ihr eure Kontaktdaten hinterlegen, die mit eurem Ticket verknüpft sind. Dennoch bleibt ein physischer Anhänger am Koffer Pflicht.

Vorsicht bei den Gepäckträgern: Den klassischen, kostenlosen Gepäckträger-Service der SNCF gibt es kaum noch. Es gibt vereinfachte Hilfsdienste für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ( Assist’enGare ), die ihr vorab reservieren müsst. Ignoriert in Paris unbedingt Personen, die euch ungefragt Hilfe beim Koffertragen anbieten – das sind oft inoffizielle Schlepper, die danach hohe Summen fordern.

Ihr wollt euer Gepäck bereits schon zu Hause abholen lassen? Dann nutzt  den Service Mes Bagages ( bagages á domicile ) der SNCF, der für alle Züge mit Reservierungspflicht angeboten wird. Beim Haus-zu-Haus-Service ist das Gepäck bereits am nächsten Tag bei euch. Dieser Service ist kostenpflichtig und muss spätestens zwei Tage vor der Reise online gebucht werden.

Das Fahrrad in der Bahn

Bahn-Fahren in Frankreich: Stressfrei: Fahrradmitnahme im TER, der Regionalbahn. Foto: Hilke Maunder
Stressfrei: Fahrradmitnahme im TER, der Regionalbahn. Foto: Hilke Maunder

Die gute Nachricht: Ihr könnt euer Fahrrad kostenlos in allen Zügen mitnehmen, sofern es zusammengeklappt oder demontiert in einer Tasche (max. 130 x 90 x 30 cm) verpackt ist. Dann gilt es als Handgepäck und darf, mit Gepäckanhänger versehen, gratis mitreisen. Ist das Rad nicht demontiert, gelten folgende Regeln:

Regionalzüge (TER)

Hier reist das Rad meist kostenlos mit. Achtung: In fast allen französischen Regionen ist mittlerweile während der Sommermonate (ca. Mai bis September) und an Feiertagen eine Reservierung für Fahrräder im TER obligatorisch geworden. Diese ist oft kostenlos oder kostet einen symbolischen Euro, ist aber zwingend erforderlich, um einen Stellplatz zu garantieren.

TGV und Intercités

In den Fernzügen muss der Stellplatz für das unzerlegte Rad zwingend bei der Ticketbuchung reserviert werden. Der Preis beträgt pauschal 10 Euro. Die Anzahl der Plätze ist sehr begrenzt (meist nur vier bis acht pro Zug), daher solltet ihr extrem frühzeitig buchen.

Verbindungen nach D-A-CH

Hier gibt es eine erfreuliche Neuerung: Im Gegensatz zu früher nehmen die Eurostar-Züge sowie die neuen Generationen des TGV und ICE auf den Strecken zwischen Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich teilweise Räder mit. Dennoch gilt: Prüft dies unbedingt bei der Buchung, da viele ältere Garnituren auf diesen Strecken noch immer keine Fahrradstellplätze besitzen.

Nachtzüge

In den Nachtzügen der SNCF ist die Radmitnahme möglich (Reservierungspflicht: 10 Euro), allerdings oft nur in begrenzter Zahl in speziellen Mehrzweckabteilen.

Achtung:

Es werden nur Standardräder transportiert. Liegeräder, Dreiräder, Tandems und Fahrradanhänger sind weiterhin von der Mitnahme in den Zügen ausgeschlossen.

Haustiere in der Bahn

Ihr dürft eure Haustiere mit in die Züge nehmen. Seit 2024 zahlen Hunde und andere Haustiere in den Zügen der SNCF ( TGV Intercités und TER ) einen Festpreis pro Fahrt – unabhängig vom Gewicht des Tieres.

TER, TGV InOui & Intercités

  • Kleine Tiere: In einer Transportbox, Tasche oder einem Korb (maximal 45 × 30 × 25 cm) reisen sie zum Festpreis von 7 Euro.
  • Größere Hunde: Auch für Hunde, die nicht in eine Box passen, gilt der Festpreis von 7 Euro. Sie müssen angeleint sein und einen Maulkorb tragen.
  • Blinden- und Assistenzhunde: Diese reisen grundsätzlich kostenlos und ohne Maulkorbpflicht mit.

Ouigo

  • Einheitlicher Tiertarif: Auch beim Budget-Ableger Ouigo zahlt ihr einen Festpreis von 10 Euro pro Tier und Fahrt.
  • Begleithunde für Reisende mit Behinderungen reisen hier ebenfalls kostenlos.

Eurostar

Bei den Eurostar-Verbindungen nach Deutschland, Belgien und in die Niederlande gelten leicht abweichende Regeln:

  • Kleine Tiere: In einer Transportbox (maximal 55 x 30 x 30 cm) reisen sie kostenlos mit.
  • Größere Hunde: Für Tiere, die nicht in eine Box passen, muss ein Ticket zum speziellen „Hundetarif“ (Festpreis) direkt beim Zugpersonal oder vorab online gebucht werden.

In den Eurostar-Zügen nach London sind Haustiere (außer zertifizierten Assistenzhunden) strikt verboten.

Bahn-Service

für Familien

In allen TGV-Zügen findet ihr Familienbereiche mit Spieltischen und Wickelräumen (meist in den Wagen 7, 17, 27 oder 37). Fläschchen oder Brei könnt ihr mittlerweile in fast allen TGV InOui im Barwagen selbst am Kunden-Mikrowellengerät erwärmen oder die Mitarbeiter im Bar-Wagon um Hilfe bitten.

für alleinreisende Kinder

Eine Betreuung für alleinreisende Kinder von vier bis 14 Jahren bietet die SNCF mit ihrem Servicepaket Junior & Cie während der Ferien- und Urlaubszeiten sowie an Wochenenden an. Während der ganzen Fahrt ist der Nachwuchs unter Aufsicht und wird mit Spielen und Gesprächen unterhalten. Dieser Service wird für rund 130 Bahnhöfe angeboten und kostet zusätzlich zur Fahrkarte eine Gebühr, die sich nach der Dauer der Fahrt und der Anzahl der Kinder richtet.

für Menschen mit Handicap

In allen Fernzügen und modernen Regionalzügen findet ihr extra ausgewiesene Bereiche für Reisende im Rollstuhl. Seit 2024 ersetzt Assist’enGare die alten Dienste Accès Plus und Accès TER. Er muss spätestens 24 Stunden vor Reiseantritt gebucht werden.

Was bringt er? 30 Minuten vor Abfahrt des Zuges trefft ihr euren Begleiter, der euch zum Platz bringt und euch hilft, euch für die Fahrt dort einzurichten. Er informiert den Zugkontrolleur über euren gebuchten Zusatz-Service und prüft, ob die Fahrt zu eurer Zufriedenheit verläuft. Beim Zugwechsel hilft er beim Umsteigen, beim Fahrtende bringt er euch zum Treffpunkt.

Bahnfahren in Frankreich. Der Bahnhof von Perpignan war bis vor wenigen Jahren kunterbunt im Innern - eine Hommage an DalI. Foto: Hilke Maunder
Der Bahnhof von Perpignan war bis vor wenigen Jahren kunterbunt im Innern – eine Hommage an Dalí. Foto: Hilke Maunder

Sparen beim Fahren

Rechtzeitig buchen

In Frankreich gilt: Wer früher bucht, fährt günstiger. Die SNCF nutzt ein dynamisches Preissystem. Die günstigsten Prems-Tickets sind oft schon kurz nach Verkaufsstart vergriffen.

Buchungsfristen für SNCF-Tickets

Die Zeitfenster, in denen ihr Fahrkarten im Voraus kaufen könnt, variieren je nach Zugtyp:

ZugtypBuchungsbeginnHinweise
TGV INOUI4 Monate im VorausBei saisonalen Verkaufsstarts (Sommer/Weihnachten) öffnet das Fenster für alle gleichzeitig.
OUIGOBis zu 9 MonateDie Budget-Züge werden meist in zwei großen Wellen (Frühjahr/Herbst) für das ganze Halbjahr freigeschaltet.
INTERCITÉS4 Monate im VorausGilt für die nationalen Fernverbindungen und Nachtzüge.
TER2 bis 5 MonateDie Fristen variieren stark je nach Region; oft ist die Buchung erst 45 bis 90 Tage vorher möglich.
EurostarBis zu 11 MonateGilt vor allem für die Verbindungen nach London; kontinentale Strecken meist 4 bis 6 Monate.

Rabatte und Sparpreise

Die früher bekannten Heures Bleues (blaue Stunden) wurden weitgehend durch digitale Spartarife ersetzt. In vielen Regionen gibt es für die TER-Züge mittlerweile spezielle Online-Tarife (z. B. Tarif Low Cost oder Billet Futé ), die nur bei Buchung über die App oder Webseite der jeweiligen Region (TER-SNCF) verfügbar sind.

Wer öfter im Land unterwegs ist, sollte sich die Carte Avantage beschaffen. Sie garantiert nicht nur 30 Prozent Rabatt, sondern deckelt auch die Maximalpreise für Fernfahrten, selbst wenn man erst in letzter Minute bucht.

Train à 1 Euro

AvantagiO‚ 1 € nennt dieSNCF ihr Sparangebot, das als train à un euro den Nahverkehr in Okzitanien revolutioniert hat. In der gesamten Region könnt ihr am ersten Wochenende im Monat für nur einen Euro mit der Bahn unterwegs sein. Bereits drei Wochen im Voraus könnt ihr das Sparticket erwerben – allerdings nur online!
• www.ter.sncf.com/occitanie/tarifs-cartes/billets-un-euro

Das Angebot für die Schiene ergänzt u.a. in den Pyrénées-Orientales das Sparticket für die Busse: le bus à un euro.

Europa-Sparpreis

Die DB bietet für Reisen von Deutschland nach Frankreich den Sparpreis Europa an. Die Preise starten für einfache Fahrten bei 29,90 Euro (Super Sparpreis) bzw. 34,90 Euro (regulärer Sparpreis inklusive Stornomöglichkeit). Auf kurzen Strecken über die Grenze beginnen die Tarife vereinzelt noch bei 22,90 Euro. Die Tickets können bis zu sechs Monate im Voraus erworben werden. Mit einer BahnCard 25 oder 50 erhaltet ihr auf den deutschen Streckenanteil zusätzlich 25 Prozent Rabatt, was den Preis oft nochmals drückt.oraus erworben werden.

Cauterets: der Bahnhof. Foto: Hilke Maunder
Der ehemalige Bahnhof von Cauterets: eine kinoreife Kulisse! Foto: Hilke Maunder

Interrail-Länderpass Frankreich

Der Interrail Frankreich-Pass ist die ideale Option, wenn ihr das Land flexibel und ohne Auto entdecken wollt. In Kombination mit den überall verfügbaren Leihrädern in den Großstädten ist dies die perfekte Art des Reisens.

  • Erhältlich für 3, 4, 5, 6 oder 8 Reisetage innerhalb eines Monats.
  • Wahlweise für die 1. oder 2. Klasse.
  • Ermäßigungen für Kinder (4–11), Jugendliche (12–27) und Senioren (ab 60). Kinder reisen oft kostenlos mit einem Erwachsenen-Pass.
  • Der One Country Mobile Pass direkt auf dem Smartphone ist mittlerweile Standard.

Die Reservierungsfalle

In Frankreich ist der Interrail-Pass kein „Einsteigen-und-losfahren“-Ticket für alle Züge.

  • TGV und Eurostar: Hier besteht eine strikte Reservierungspflicht. Die Kontingente für Interrail-Nutzer sind begrenzt. Kostet pro Fahrt meist zwischen 10 und 20 Euro. Tipp: Bucht diese Reservierungen so früh wie möglich (bis zu drei Monate im Voraus) über die Eurail/Interrail-App oder die SNCF-Webseite.
  • TER (Regionalzüge): Grundsätzlich reservierungsfrei. Achtung: Seit 2024/25 verlangen immer mehr Regione auch im TER eine (oft kostenlose oder sehr günstige) Platzreservierung. Informiert euch vorab in der App SNCF Connect.
  • Nachtzüge ( Intercités de Nuit ): Hier ist eine Reservierung für den Liegewagen zwingend erforderlich und sollte frühzeitig gebucht werden.

Info & Buchung: www.interrail.eu

Musik im Bahnhof: in Paris wie in Marseille. Reisende und Besucher sind eingeladen, selbst einmal zu musizieren. Foto: Hilke Maunder
Musik im Bahnhof: in Paris wie in Marseille. Reisende und Besucher sind eingeladen, selbst einmal zu musizieren. Foto: Hilke Maunder

Autozug nach und in Frankreich

Wer hofft, entspannt im Schlafwagen zu reisen, während das eigene Auto auf dem Waggon hintenanrollt, wird enttäuscht: Die Deutsche Bahn hat ihren Autozug bereits vor Jahren eingestellt, und auch die SNCF hat ihren klassischen Auto-Train zum Jahresende 2019 komplett aufgegeben.

Als Nachfolgelösung fungiert heute der Dienstleister Hiflow. Doch Vorsicht: Der Name täuscht – mit der Schiene hat dieser Service nichts mehr zu tun. Statt auf dem Zug wird euer Fahrzeug heute auf zwei Wegen an den Zielort transportiert:

  • Per LKW: Euer Wagen wird auf einem Autotransporter über die Straße zum Zielort gebracht.
  • Per Chauffeur: Ein professioneller Fahrer steuert euer Auto direkt von Tür zu Tür.

Der Vorteil: Ihr seid an keine Schienenstrecken gebunden.

Ausflugszüge

In Frankreich gibt es herrliche Touristenstrecken für alle, die mit der Bahn tolle Landschaften erleben wollen. Einige habe ich bereits entdecken und vorstellen können. Lasst euch inspirieren!

U Trinighellu (Micheline)

Trinighellu, trenuccio und la Micheline: Dieser korsische Zug hat viele Namen. Als Tramway de la Balagne bringt er euch von Calvi nach L’Île-Rousse.

1888 hatte man mit dem Bau einer Schmalspurbahn begonnen, um die Insel zu erschließen, auf der sonst Maultier und Kutschen die wichtigsten Verkehrsträger waren. Neugierig? Dann klickt mal hier!

Trinighellu: Kopf rausstecken, gucken und den Fahrwind spüren... Bahngenuss wie früher! Foto: Hilke Maunder
Kopf rausstecken, gucken und den Fahrtwind spüren… Bahngenuss wie früher! Foto: Hilke Maunder

Train des Merveilles

Die Flüsse Paillon, Bévéra und Roya haben im Hinterland von Nizza sich tief in den Fels gefräst und eine spektakuläre Landschaft geschaffen, in der uralte Dörfer auf hohen Kämmen und Spitzen wie Adlerhorste hocken, eingebettet in ein sattes Grün. Mitten hindurch saust ein legendärer Zug: der Train des Merveilles.

Train Jaune

Die Aussichtsstrecke im Tal des Tech führt von Villefranche-de-Conflent nach Latour-de-Carol und hält unterwegs in Bolquère-Eyne, mit 1.593 Metern der höchstgelegene Bahnhof im französischen Schienennetz.

Train Rouge

Der Zug des Fenouillèdes: le train rouge – im Sommer mit offenen Wagen! Foto: Hilke Maunder
Der Zug des Fenouillèdes: le train rouge – im Sommer mit offenen Wagen! Foto: Hilke Maunder

Der rote Zug durch die Täler von Agly und Aude, durch weite Weingärten und dunkle Tunnel. Was ihr auf der Bahnfahrt zwischen Axat und Rivesaltes alles erleben könnt? Klickt mal hier!

Train à Vapeur des Cevennes

Zwischen Anduze und Saint-Jean-du-Gard verkehrt der nostalgische Train à Vapeur des Cevennes mit dunkelblauen Dampfloks.

Le Petit Train d’Artouste

In 2.000 Metern Höhe fährt im Ossau-Tal der Petit Train d’Artouste durch die Bergspitzen der Pyrenäen – eine Schmalspurbahn mit grandiosen Ausblicken und hier und da Nervenkitzel. Erfahrt hier mehr!

Le Petit Train d'Artouste. Foto: Hilke Maunder
Le Petit Train d’Artouste des Béarn. Foto: Hilke Maunder

Allerfeinste Bahnhofsküche

Croissant auf die Hand, Café im Stehen? Immer mehr Restaurants zeigen: Bahnhofsküche geht auch anders – opulent, nostalgisch oder edel mit Zeitgeist.

Paris

Le Train Bleu

Vergoldete Stukkaturen, Kristalllüster, livrierte Kellner, nostalgisches Leder und opulente Gemälde: Le Train Bleu im Pariser Gare de Lyon hat die pure Pracht des Fin de Siècle bewahrt. Coco Chanel, Colette und Brigitte Bardot nippten hier am Champagner. Jean Gabin, Jean Cocteau und Salvador Dalí speisten inmitten von 41 Decken- und Wandgemälden.

Lange Zeit galt die Küche als schwankend, doch die Kooperation mit der renommierten Maison Rostang hat das Ruder herumgerissen. Heute wird hier wieder erstklassige Buffet-de-Gare-Küche serviert. Die am Tisch tranchierte Lammkeule oder das Gratin Dauphinois sind Klassiker der Karte.

Wer nicht groß speisen will, sollte für einen Apéro in die Lounge-Bar – das Ambiente ist unschlagbar. Cocktails wie Nikita erinnern daran, dass das Bahnhofslokal schon oft Kulisse für Blockbuster war – von Mr. Bean, der auf Ferien ging, bis zum Kultfilm von Luc Besson, Nikita.

Lazare

Bahnhofsrestaurant Éric Frechon, Gare Saint-Lazare. © Pressefotos, zur Verfügung gestellt von Clarisse Ferreres Communication
Bahnhofsrestaurant Éric Frechon, Gare Saint-Lazare. © Pressefotos, zur Verfügung gestellt von Clarisse Ferreres Communication

Für eine sterneverdächtige Bahnhofsküche solltet ihr mit der Métro ein zweites Bahnhofslokal ansteuern: das Lazare  in der Gare Saint-Lazare. Genau dort, wo die Züge in seine normannische Heimat abfahren, eröffnete der Dreisternechef im Herbst 2013 sein Schlemmerlokal, das blitzschnell zum In-Treff aufstieg. Im September 2025 hat der langjährige Patron Eric Frechon die Leitung an Guillaume Chevalier übergeben.