Frankreichs Spreewald: der Marais Poitevin

n Coulon starten Rundfahrten durch das grüne Labyrinth des Marais Poitevin. Foto: Hilke Maunder
In Coulon starten Rundfahrten durch das grüne Labyrinth des Marais Poitevin. Foto: Hilke Maunder

Landunter: So sah es im Marais Poitevin einst aus. Anfangs war das gesamte Gebiet noch vom Atlantik überflutet. Doch je mehr sich das Meer zurückzog, desto mehr machten sich die Mönche daran, den sehr fruchtbaren Boden urbar zu machen. Sie bauten Deiche, Schleusen und Kanäle und entwässerten so die Sèvre Niortaise.

Die Zugbrücke von Magné. Foto: Hilke Maunder
Die Zugbrücke von Magné. Foto: Hilke Maunder
Der Blick von der Zugbrücke von Magné. Foto: Hilke Maunder
Noch eine Ansicht der Zugbrücke von Magné. Foto: Hilke Maunder

Um 1200 entstanden so die ersten landwirtschaftlichen Parzellen. Heinrich IV. unterstützte die Trockenlegung des Marais Poitevin und holte dafür Holländer hinzu.

Mit solchen Booten geht es durch den Marais Poitevin. Diese hier sind am Anleger von La Repentie de Magné vertäut. Foto: Hilke Maunder
Mit solchen Booten geht es durch den Marais Poitevin. Diese hier sind am Anleger von La Repentie de Magné vertäut. Foto: Hilke Maunder

Auf 80.000 Hektar erstrecken sich heute die poitevinischen Sümpfe zwischen Niort und der Küste in den drei Départements: Vendée, Deux-Sèvres und Charente-Maritime.

In Coulon. Foto: Hilke Maunder
In Coulon. Foto: Hilke Maunder

Die faszinierende Naturlandschaft mit ihren beiden komplett gegensätzlichen Gesichtern schützt ein regionaler Naturpark. Nördlich und südlich der Sèvre-Mündung erstrecken sich die marais desséchés.

Dort zeigt sich der einstige Sumpf als eine flache Landschaft, die riesige Getreidefelder bedecken. Dieser Teil des Marais Poitevin macht rund 70 Prozent des Parc Pégional Marais Poitevin aus.

Auf an der Sèvre Niortaise findet ihr vor den Wohnhäuser die flachen <em>plattes</em>-Boote. Foto: Hilke Maunder
An der Sèvre Niortaise findet ihr vor den Wohnhäusern die flachen plates-Boote. Foto: Hilke Maunder

Schwertlilien und Seerosen, Pappeln und Bucher säumen ihre Ufer. Mit flachen, plates genannten Booten fahren dort die maraîchins zu ihren Feldern.

Die Dreifaltigkeitskirche von Coulon. Foto: Hilke Maunder
Die Dreifaltigkeitskirche von Coulon. Foto: Hilke Maunder
Die Pfarrkirche von Magné. Foto: Hilke Maunder
Die Pfarrkirche von Magné. Foto: Hilke Maunder

Alle Dörfer sind erhöht angelegt und so vor Hochwasser recht gut geschützt. Als Schutz vor Insekten wurden die Fassaden der Häuser weiß gekalkt. Das größte Dorf und touristischer Hotspot des Marais Poitevin ist Coulon. Zur Sommersaison kann es dort sehr voll werden.

Weißer Putz, blaue Fensterläden: der typische Look der Häuser im <em>Marais Poitevin</em>. Foto: Hilke Maunder
Weißer Putz, blaue Fensterläden: der typische Look der Häuser im Marais Poitevin. Foto: Hilke Maunder

An den Kaimauern des Kanals sind schwarze Ausflugsboote vertäut, mit denen ihr mit Führern in die Wunderwelt der Kanäle starten könnt. Oder mietet euch ein Boot und entdeckt den Marais Poitevin auf eigene Faust. Insektenschutz gehört dabei unbedingt dazu!

Auf eigene Faust unterwegs. Los geht es in Coulon. Foto: Hilke Maunder
Auf eigene Faust unterwegs. Los geht es in Coulon. Foto: Hilke Maunder

In Magné könnt ihr auch auf der Sèvre Niortaise unterwegs sein. Kanu oder Kajak müsst ihr euch dort allerdings selbst mitbringen. Es gibt keinen Verleih!

Unterwegs auf der Sèvre Niortaise in Magné. Foto: Hilke Maunder
Unterwegs auf der Sèvre Niortaise in Magné. Foto: Hilke Maunder

Der Marais Poitevin: meine Reisetipps

Ansehen

La Maison du Marais Poitevin

Im einstigen Zollhaus präsentiert das Haus des Marais Poitevin die Geschichte, Flora und Fauna der Sümpfe.
• Place de la Coutume, 79510 Coulon, Tel. 05 49 35 81 04, www.maison-marais-poitevin.fr

Aktiv

La Vélo Francette

Auf der Radroute <em>La Francinette</em>bei Magné. Foto: Hilke Maunder
Auf der Radroute La Francinette bei Magné. Foto: Hilke Maunder

Die 600 Kilometer lange Radroute verbindet Ouistreham an den Landungsstränden der Normandie mit La Rochelle. Sie durchquert den Marais Poitevin von Niort nach Coulon und weiter via Damvix und Bazoin bis nach Marans. 2017 wurde diese Radroute zur schönsten Frankreichs gewählt.
www.lavelofrancette.com

Mitten durch den Marais Poitevin führt bei Magné die Radwanderroute La Francette. Foto: Hilke Maunder
Mitten durch den Marais Poitevin führt bei Magné die Radwanderroute La Francette. Foto: Hilke Maunder

Schlemmen

L’Atelier Gourmand

Modern gemütliches Restaurant mit Terrasse. Serviert wird regionale Küche – auch zum Mitnehmen!
• 2, Place de la Pechoire, 79510 Coulon, Tel. 05 49 79 68 02, www.ateliergourmandcoulon.com

La Rive Gauche

Nur wenige Meter von den Bootsanlegern entfernt könnt ihr hier im großen Garten am auf der Terrasse im Grünen speisen – oder drinnen die Küche genießen, die raffiniert ebenso kann wie deftig.
• 3, Chemin de Halage, 79510 Coulon, Tel. 09 73 66 36 29, www.larivegauche.fr

Schlafen
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Apéro zum Selber-Zapfen – entdeckt in Coulon im Marais Poitevin. Foto: Hilke Maunder
Apéro zum Selber-Zapfen – entdeckt in Coulon im Marais Poitevin. Foto: Hilke Maunder

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Im Buch

Mathias Enard, Das Jahresbankett der Totengräber*

Für eine Dissertation über das Leben auf dem Land im 21. Jahrhundert zieht der Pariser Anthropologe David aufs Dorf, um Sitten und Bräuche der Landbevölkerung zu beobachten. Er landet dabei im Marais Poitevin. Sein Feldtagebuch mit Erlebnissen und Begegnungen gleicht einem Wimmelbild dieser Gegend, die durch geschickte Assoziationen, Kontrapunkten und verblüffende Bezüge so lebendig vor dem geistigen Auge erwächst, als sei man mit dem Forscher dort vor Ort.

Tütensuppen und Totenkult kann wohl keiner so gut wie Enard erzählerisch verflechten, der für seinen Roman “Kompass” mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet worden ist. Wer mag, kann den Roman hier* online bestellen.

Das ganze Land: MARCO POLO Frankreich*

Einfach aus dem Besten auswählen und Neues ausprobieren, ist das Motto der Marco Polo-Reiseführer. Den MARCO POLO Frankreich* habe ich vor vielen Jahren von Barbara Markert übernommen und seitdem umfassend aktualisiert und erweitert.

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In Magné. Foto: Hilke Maunder
In Magné. Foto: Hilke Maunder
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