Arles: Actes Sud. Foto: Hilke Maunder

14 tolle französische Bücher im Original

Für alle, die gerne ihre Sprachkenntnisse vertiefen und französische Bücher im Original lesen, habe ich hier meine liebsten coups de cœur zusammengestellt. Egal, ob du nach packenden Thrillern, historisch fundierten Romanen oder poetischen Neuentdeckungen suchst – die französische Literatur bietet eine wunderbare Vielfalt, die im Urtext noch einmal ganz anders wirkt. Viel Spaß beim Lesen, bonne lecture !

Französische Bücher im Original: Lieblingsbücher

Wer den Einstieg in die Welt der frankophonen Literatur wagt, sollte mit Werken beginnen, die eine klare Sprache sprechen. Ein wunderbares Beispiel dafür ist Catherine Briat mit ihrem Werk Le divan rouge*.

Catherine Briat, Le divan rouge*

2,20 Meter lang, samtig weich und rot wie ein Lolli, entdeckt sie ihn kurz vor Geschäftsschluss in einem Möbelgeschäft: le divan rouge. Ein rotes Sofa. Mit einfachen, ruhigen Worten erzählt Catherine Briat, was ihre Geschichte mit diesem Möbelstück verbindet. 

Eine Frau verlässt ihren Mann. Bei null fängt sie an, das Leben für sich und ihre beiden Kinder neu zu gestalten. Und kauft aus einem Impuls heraus das rote Sofa. Als erstes Möbelstück im Salon der neuen Wohnung ist es Symbol für den Neuanfang, Zentrum des neuen Familienlebens, Rückzugsort und Heimat.

Catherine Briat, die früher für große Medienunternehmen wie RTL und Radio France gearbeitet hat, dann ls Staatsrätin die Kulturpolitik Frankreichs in Deutschland steuerte, hat mit Le divan rouge* eine Erzählung verfasst, die mich berührt und gefesselt hat. Denn – ihr mögt es glauben oder nicht – was war das erste Möbel, das ich für meine Herzensheimat in Saint-Paul-de-Fenouillet gekauft hatte? Ein rotes Sofa!

Ihr traut euch nicht, im Original das Buch zu lesen? Nur zu! Catherine Briat wählt so einfache, und gleichzeitig berührende Worte, dass auch Anfänger beim Französischlesen ihr Buch gut verstehen werden! Und auch ihre Sätze sind nicht ellenlange, verschachtelte Bandwürmer, sondern klar strukturiert und kurz. Ein echtes Lesevergnügen auch für Anfänger! Wer mag, kann den Band hierdirekt online bei Amazon bestellen. Mehr über die Liebe der Franzosen zum Schreiben und zur Literatur hat die Autorin Catherine Briat hier verraten.

Einen ganz anderen, fast schon detektivischen Ansatz in der Literatur verfolgt das Kollektiv L’AJAR.

L’AJAR: Vivre près des tilleuls*

Es war ein literarischer Sensationsfund: Ende 2013 entdeckt der Archivar Vincent König ein unveröffentlichtes Manuskript der Schweizer Autorin Esther Montandon, die in den 1950er- und 60er-Jahren durch ihre Romane Piano dans le noir und Bras de fer von sich reden gemacht hatte.

In Vivre près des tilleuls – der Titel wurde posthum vom Herausgeber festgelegt – beschreibt die Autorin in 63 knappen, fragmentartigen Episoden den Unfalltod ihrer einzigen Tochter Louise und versucht, ihre unermessliche Trauer in Worte zu fassen.

Die kristallklare, schnörkellose Sprache, die den Leser sofort in den Bann zieht, stößt dabei oft an die Grenze des Sagbaren. Folglich finden sich in dem Manuskript vermehrt editorische Verweise auf durchgestrichene Wörter und auf fehlende oder zerrissene Seiten.

Lässt dieses Vorgehen Vivre près des tilleuls besonders authentisch wirken … oder ist gerade das Gegenteil der Fall? Was, wenn hinter Esther Montandon keine 1923 geborene berühmte Autorin steckt, sondern ein vordergründig als Herausgeber fungierendes 18-köpfiges Autorenkollektiv?

In ihrem Debütroman setzt L’AJAR (Association de jeunes auteur-e-s romand-e-s) die Tradition der literarischen Fälschung und Mystifikation auf virtuose Weise fort und beleuchtet die Frage nach der Verbindung zwischen Literatur und Wirklichkeit, Original und Kopie und der Möglichkeit von Authentizität. Ein kurzer Text voller Überraschungen, der auf eine Fortsetzung der schriftstellerischen Karriere Esther Montandons hoffen lässt. Hier* gibt es das Werk online im Original – und in jeder guten Buchhandlung.

Wenn wir über französische Bücher im Original sprechen, dürfen wir auch die kraftvollen Stimmen aus den Überseegebieten nicht vergessen. Ein herausragendes Beispiel für moderne frankophone Literatur ist Natacha Appanahen.

Natacha Appanah, Tropique de la violence*

Natacha Appanah, Tropique de la Violence« Je me suis demandé ce qu’il aurait pu faire ce gamin-là pour briser ses chaînes, pour contourner son chemin commencé par la violence, l’ignorance et le dégoût. Je me suis demandé, si en réalité, il n’était pas foutu d’avancer, ce garçon-là, et avec lui, tous les garçons et les filles nés comme lui, au mauvais endroit, au mauvais moment.»  S. 172

Natacha Appanah will mit ihrer Erzählung der Welt zeigen, was auf der französischen Überseeinsel Mayotte geschieht, oder genauer in einem Ghetto namens Gaza, in dem eine Gruppe Jugendlicher lebt. Die Autorin verleiht fünf fiktiven Charakteren eine Stimme – Bruce, Moïse, Marie, Olivier und Stéphane.

Fünf Stimmen, fünf Geschichten, fünf Schicksale, die sich kreuzen, die mit der Gewalt der Insel, ihrer eigenen Gewalt, und der Gewalt der anderen konfrontiert werden. Mit einer Gewalt, die ganz allmählich ihr Leben infiltriert, die allgegenwärtig wird, Sprache und Alltag. In einer wunderbaren und poetischen Sprache hat die Autorin einen einfühlsamen, ergreifenden und aufwühlenden Roman geschrieben. Tropique de la violence ist ein großartiges Buch, das einem mitunter beim Lesen den Atem stocken lässt. Hier* gibt es den Roman.

Wer hingegen auf der Suche nach einem echten Pageturner ist, der weltweit die Bestsellerlisten stürmte, kommt an Joël Dicker nicht vorbei.

Joël Dicker: La Vérité sur l’affaire Harry Quebert*

Joel Dicker, Heribert QuebertDieser Roman nimmt euch mit in die Vereinigten Staaten, wo eine spannende Untersuchung anhängig ist. Es ist ein gutes Buch, um in Gedanken dem Alltag zu entfliehen, sich auf das Spiel einzulassen und ganz und gar in den Lesegenuss einzutauchen, meint Lucie.

Denn genau das schafft der 2012 erschienene Roman von Joël Dicker. Dem Autor gelingt es, die Spannung durch den gesamten Roman aufrecht zu halten, ohne dass der Leser jemals an der Auflösung des Falles zweifelt oder sich während der Lektüre langweilt.

Dieses Buch ist das ideale Geschenk für alle Leseratten; andere versöhnt es wieder mit der Literatur. Die Sprache ist recht einfach, und die Handlung lässt euch als Leser rasch die vielen Seiten vergessen. Ein Buch, das euch außer Atem bringen wird und die Zeit vergessen lässt!

Für seinen Roman erhielt der frankofone Schweizer aus Genf neben dem Prix Goncourt des Lycéens weitere Literaturpreise. Bereits ein Jahr nach Erscheinen wurde der Roman von Carina von Enzenberg ins Deutsche übersetzt und mit dem Titel Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert* vom Piper Verlag veröffentlicht.

Michèle Kahn, La clandestine du voyage de Bougainville*

Michele Kahn, Clandestine VoyageDas Werk erzählt die faszinierende Geschichte einer realen Frau des 18. Jahrhunderts, Jeanne Barret (1740 – 1807). Sie nannte sich Jean Baret und verkleidete sich einst als Mann, um an der Expedition des Comte Louis-Antoine de Bougainville teilnehmen zu können.

Am 1. Februar 1767 verließ sie an Bord des königlichen Seglers L’Étoile den Hafen von Rochefort im Département Charente-Maritime. Die Weltreise zur See erlaubte es Jeanne, dank ihres neuen Aussehens, fremde Gebiete, Völker, Pflanzen und Tiere kennenzulernen.

Der Bericht verbindet nicht nur Reisen und Abenteuer, sondern zeichnet auch das Porträt einer engagierten Frau, die, mutig und neugierig, aus Liebe alle Risiken auf sich nimmt. Denn an Bord war auch der Mann, den sie liebt: Philibert Commerson. Geschickt fädelte das verkleidete Landmädchen ihre Stellung an Bord ein: Sie wurde Diener des renommierten Botanikers.

Die Weltreise von Jeanne Barret hat schon vor Michèle Kahn die Dichter inspiriert. Bereits 1982 griff Fanny Deschamps (1920 – 2000) in ihrem Bestseller La Bougainvillée* in zwei Bänden das Sujet auf. 2009 folgte Jean-Jacques Antier (*1928) mit La prisonnière des mers du sud*.

Mein zweites absolutes Lieblingsbuch in meinen Leseempfehlungen für französische Bücher im Original ist neben Le divang rouge dieser kleine Roman.

Olivier Bourdeaut, En attendant Bojangles*

Olivier Bordeaut, En attendant BojanglesEntzückt schaut der Sohn zu, wie seine Eltern zu „Mr. Bojangles“ von Nina Simone tanzen. Das Leben dieser Familie ist eine ewige Feier, in dem es nur Platz für Fantasie, Freude und Freunde gibt. Die extravagante und wunderliche Mutter führt den Tanz und stürzt die ganze Familie in einen Wirbel aus Liebe, Poesie und Wahnsinn.

Bis zu dem Tag, an dem sie zu weit geht und in der Psychiatrie landet. Vater und Sohn werden nun alles tun, um sie zu beschützen, das Schlimmste zu verhindern und dafür zu sorgen, dass die Party immer weiter geht.

Olivier Bourdeaut hat hier einen fabelhaften ersten Roman geschrieben. Die poesievolle Schrift erinnert uns an die Werke von Boris Vian. Die Charaktere und die Geschichte lassen sich als Andeutung auf das Ehepaar Scott und Zelda Fitzgerald und ihren exzentrischen Lebensstil sehen. Allerdings entwickelt Olivier Bourdeaut in diesem Roman seinen eigenen Stil, humorvoll und leichtfüßig, aber auch melancholisch und traurig, um uns eine zauberhafte Liebesgeschichte über l’amour fou zu erzählen. Auch dieses Werk gibt es inzwischen auf Deutsch. Norma Cassau hat es als Warten auf Bojangles* für den Piper Verlag übersetzt.

Amélie Nothomb, Psychopompe*

Im Alter von elf Jahren entdeckte Amélie Nothomb ihre Leidenschaft für Vögel. Mit zwölf wurde sie Opfer sexueller Übergriffe. Diese beiden Dinge, die nichts miteinander zu tun haben, wurden für sie zu Initialzündungen, berichtet Amélie Nothomb in ihrem mittlerweile 32. Roman.

Darin verrät gebürtige Belgierin und Wahlfranzösin, wie sie zu der Autorin wurde, die die Seelen der Toten ins Jenseits begleitet – wie der Vogel Psychopompe. Das Werk ist Autobiografie und Essay über die Kunst des Schreibens zugleich, gefasst auf 164 Seiten. Hier* könnt ihr es bestellen.

Claire Berest, L’Épaisseur d’un cheveu*

Claire Berest, 1982 in Paris geboren, hat sich in der französischen Literaturszene längst einen Namen für ihre feinsinnigen, oft unkonventionellen Frauenporträts und psychologischen Familiendramen gemacht – unter anderem mit ihrem vielbeachteten Roman über die Malerin Frida Kahlo. In ihrem Werk L’Épaisseur d’un cheveu beweist sie erneut ihr Talent für die Sezierung menschlicher Abgründe.

„Um Haaresbreite“ hat Claire Berest dieses dichte Buch genannt. Sie erzählt darin die psychologisch präzise Geschichte von Étienne und Violette, die am Ende ihren Mann mit mehr als dreißig Messerstichen ermordet. Ein beklemmendes und meisterhaft konstruiertes Kammerspiel, das den schleichenden Verfall einer bürgerlichen Ehe bis zum bitteren Finale seziert. Berest verzichtet auf billige Effekthascherei und fokussiert sich stattdessen ganz auf die Frage, wie aus alltäglicher Routine und unterdrückten Emotionen eine unaufhaltsame Tragödie erwachsen kann. Hier* könnt ihr es bestellen.

Serge Joncour, Chaleur humaine*

Serge Joncour, 1961 in Paris geboren, gilt als einer der feinfühligsten Chronisten des modernen Frankreichs, der für sein Schaffen unter anderem mit dem renommierten Prix Femina ausgezeichnet wurde. Seine Romane zeichnen sich durch ein tiefes Verständnis für das Spannungsfeld zwischen Stadt und Land sowie das Innenleben familiärer Beziehungen aus.

Auf die Nature humaine* ließ Serge Joncour nun die Chaleur humaine* folgen. In diesem Roman kehrt er in die prägende Zeit der Pandemiephase des Jahres 2020 zurück. Zwischen Januar und März 2020 ändert sich das Schicksal dreier in der Stadt lebender Schwestern – einer ledigen, einer geschiedenen und einer familiär gebundenen – und ihrer Angehörigen von Grund auf. Joncour gelingt damit ein tiefgründiges Familienepos und ein hellsichtiges Zeitdokument über menschliche Nähe und Isolation in Ausnahmesituationen. Mit psychologischem Scharfsinn zeigt Joncour auf, wie eine globale Krise das Private unweigerlich einholt und bestehende Lebensentwürfe radikal auf den Prüfstand stellt.

Sylvain Prudhomme, L’Enfant dans le taxi*

Sylvain Prudhomme, 1971 in La Seyne-sur-Mer geboren, verbrachte große Teile seiner Kindheit im Ausland und gilt heute als eine der markantesten Stimmen der zeitgenössischen französischen Literatur, gekrönt unter anderem mit dem renommierten Prix Femina. Seine Werke zeichnen sich durch eine poetische, oft behutsame Sprache aus, die sich vor allem den stillen Momenten, den Abwesenheiten und den großen, ungesagten Wahrheiten des Lebens widmet.

Wer ist dieser „M“, über den in der Familie nicht oder nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird? In Prudhommes achtem Roman lüftet die Figur Simon behutsam ein altes Geheimnis und rollt die Familiengeschichte rückwärts auf. Der Autor verwebt hier meisterhaft die Spurensuche in der Vergangenheit mit den emotionalen Erschütterungen der Gegenwart. Es ist eine tief berührende Erkundung über das Gewicht des Schweigens innerhalb einer Familie und über die befreiende Kraft, die das Aufdecken einer lang verborgenen Wahrheit mit sich bringen kann. Hier* könnt ihr sie bestellen!

Philippe Delerm, Les Instants suspendus*

Philippe Delerm, 1950 in Auvers-sur-Oise geboren, ist der unbestrittene Meister der literarischen Miniatur in Frankreich und feierte mit seinen poetischen Alltagsbeobachtungen bereits internationale Millionenerfolge. Er besitzt die seltene Gabe, das scheinbar Unbedeutende und die flüchtigen Freuden des Lebens mit einer unvergleichlichen sprachlichen Leichtigkeit einzufangen.

Von Augenblicken, die in der Luft liegen und Veränderungen möglich machen, erzählt Philippe Derm in diesem Erzählband. Die erste Kurzgeschichte, die den Band eröffnet, trägt den Titel Sortir du tunnel. Darin beschreibt er, wie jeder Einzelne aus dem Schatten ins Licht gelangen kann, ohne die Geschwindigkeit des Zuges zu verändern, sondern einfach dadurch, dass er die Dinge anders sieht. Seine poetische und positive Sammlung kleiner Alltagsgeschichten könnt ihr hier* bestellen.

Chloé Delaume, Pauvre folle*

Chloé Delaume, 1973 im Département Val-d’Oise geboren, ist eine der eigenwilligsten und experimentierfreudigsten Stimmen der zeitgenössischen französischen Literatur, deren visionäres Schaffen unter anderem mit dem renommierten Prix Médicis ausgezeichnet wurde. In ihren oft autofiktionalen Werken verknüpft sie virtuös feministische Gesellschaftskritik mit sprachlicher Brillanz und einer gehörigen Portion bitterböser Ironie.

Eine Zugfahrt, die alles verändert: Mélisse, von Beruf Schriftstellerin und das Alter Ego von Chloé Delaume, reist mit der Bahn von Paris nach Heidelberg – und beendet dort ihre romantische Affäre mit Guillaume Richter. Es ist eine moderne Inszenierung von La Belle et la bête im 21. Jahrhundert, oder wie sie sich selbst nennen: die Königin und das Monster. Delaume seziert in diesem Roman mit radikaler Offenheit die Mechanismen einer toxischen Leidenschaft und das schmerzhafte Erwachen daraus. Ein emotional aufwühlendes, sprachlich fulminantes Werk über die Grausamkeit der Liebe und die rettende Kraft des Schreibens – bestellt es, wenn ihr mögt, hier*.

Marie Pourchet, Western*

Maria Pourchet, 1980 im lothringischen Épinal geboren, hat sich als eine der schärfsten und treffsichersten Beobachterinnen moderner Beziehungs- und Gesellschaftsdynamiken in Frankreich etabliert. Die promovierte Soziologin versteht es meisterhaft, gesellschaftliche Debatten in hochspannende, literarische Pageturner zu verwandeln, was ihr unter anderem die renommierte Auszeichnung Feuille d’Or des Médias einbrachte.

Ihr Roman erzählt die Geschichte eines gefeierten Schauspielers, der vor fast allem flieht, aus Angst, ein dunkles Geheimnis könnte ans Licht kommen. Dabei reflektiert das Buch auf packende und zeitlose Weise die komplexen Beziehungen zwischen Frauen und Männern in der Post-MeToo-Ära. Pourchet nutzt das namensgebende Western-Motiv virtuos, um moderne Rollenbilder, Machtstrukturen und das Phänomen der moralischen Jagd zu sezieren. Ein rasanter, sprachlich brillanter Roman, der den Nerv unserer Zeit trifft und die klassischen Rollen von Jäger und Gejagtem radikal auf den Prüfstand stellt.ans Licht kommen. Dabei reflektiert er auch die Beziehungen zwischen Frauen und Männern nach der Metoo-Bewegung. Hier* könnt ihr das Buch bestellen.

Thomas Gunzig, Rocky, dernier rivage*

Thomas Gunzig, 1970 in Brüssel geboren, ist einer der profiliertesten und wandlungsfähigsten Schriftsteller Belgiens, dessen Werk mit zahlreichen Literaturpreisen, darunter dem Prix Rossel, ausgezeichnet wurde. Er ist bekannt für seinen unnachahmlichen Stil, der tiefgründigen Gesellschaftsschock und existenzielle Fragen mit einer feinen Prise schwarzem Humor und surrealem Einschlag verbindet.

In einfachen, direkten und präzisen Worten erzählt der belgische Schriftsteller in seinem Roman eine moderne Robinsonade. Seine Hauptfigur Fred ist der Inbegriff eines selbstbewussten Selfmade-Milliardärs. Zusammen mit seiner Frau Hélène, seinem Sohn Alexandre und seiner Tochter Jeanne flieht er vor der Pandemie auf eine einsame Insel, wo er sich – vorausschauend – bereits eine Luxusvilla mit allem Drum und Dran hat bauen lassen.

Die Insel bietet ihnen Schutz. Je länger sie dort überleben, desto stärker werden die Erinnerungen, desto größer die Kluft zwischen dem realen Leben, das sie führen, und der Sehnsucht nach einem Leben, das jetzt unmöglich ist. Ohne Verbindung zum Rest der Welt sind sie vielleicht die letzten Überlebenden.

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Ich hoffe, diese Auswahl inspiriert dich dazu, wieder öfter zu französischen Büchern im Original zu greifen. Die Sprache direkt vom Autor zu erleben, ist eine ganz besondere Erfahrung. Nicht nur belletristische Werke, sondern viele weitere frankophile Lesetipps findet ihr im Blog. Schaut mal hier:

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