Französische Geschichte
Die französische Geschichte ist ein faszinierendes Geflecht aus Epochen und Persönlichkeiten, die nicht nur das Land, sondern oft die ganze Welt verändert haben. Fast wäre Frankreich sogar englisch geworden – wäre Jeanne d’Arc nicht auf den Plan getreten. Wer im Land unterwegs ist, begegnet dieser Vergangenheit auf Schritt und Tritt – von den Höhlenmalereien der Steinzeit bis zur modernen Republik.
Urzeit & Megalithzeit

Die frühesten Spuren menschlichen Daseins findet ihr in Frankreich sich tief unter der Erde. In den Höhlen von Lascaux, Chauvet, Pech-Merle, Bedeilhac, Mas-Azil oder Niaux hinterließen prähistorische Völker atemberaubende Malereien. In der Megalithzeit entstanden mysteriöse Steinkreise und Dolmen, die nicht nur in Carnac, sondern sondern selbst in Okzitanien zu finden sind und bis heute Rätsel aufgeben.

Griechen & Römer
Lange bevor die Römer das Land „Gallien“ nannten, legten griechische Seefahrer aus Phokäa in der heutigen Türkei die ersten Sätdte an. Um 600 v. Chr. erfolgte die Gründung von Marseille (Massalia). Die Legende besagt, dass sich der Grieche Protis in Gyptis, die Tochter eines einheimischen Keltenfürsten, verliebte und so das Land für die Stadtgründung erhielt. Nur wenig später, um 575 v. Chr. ließen sich griechische Siedler in Béziers (Besara) nieder. Auch Nizza (Nikaia – die Siegreiche) und Antibes (Antipolis) verdanken ihre Existenz dieser griechischen Expansionswelle.
Im 52. n. Chr eroberte Julius Caesar Galliens. Römische Städte wie Lutetia, das heutige Paris, Nîmes, Arles und Narbonne entstanden. Prachtvolle Aquädukte wie der Pont du Gard, Arenen und Amphitheater entstanden – und sind in Orange heute Bühne für das Festival Les Chorégies.

Könige und Kaiser
Auf die Römer folgten die Merowinger und Karolinger. Karl der Große spielte eine Schlüsselrolle bei der Vereinigung Westeuropas. Wikingerüberfälle im 9. und 10. Jahrhundert führten zur Gründung des Herzogtums Normandie. Wilhelm der Eroberer, Herzog der Normandie, marschierte 1066 in England ein und wurde Wilhelm I. von England. Der Hundertjähriger Krieg (1337-1453) hätte fast dafür gesorgt, dass Frankreich englisch wurde. Wäre da nicht Jeanne d’Arc, ein Bauernmädchen, das zur Heerführerin wurde, eingeschritten.
Die Renaissance brachte Italien nach Frankreich.. Franz I. war ein Kunstmäzen, holte Leonardo da Vinci und ließ Schloss Chambord bauen. Philosophen wie René Descartes und Schriftsteller wie Michel de Montaigne prägten das Denken jener Zeit. Mit Voltaire, Rousseau und Montesquieu erleuchtete Frankreich im siècle des lumières, der Aufklärung. Die Französische Revolution (1789) markierte einen Wendepunkt in der Weltgeschichte und führte zum Ende der Monarchie und zum Aufstieg Napoleon Bonapartes.

Napoleon Bonaparte, militärisch ein Genie, etablierte sich als Kaiser der Franzosen und führte Rechtsreformen durch, die als Code Napoléon noch heute Einfluss auf das französische Recht haben. Unter seiner Herrschaft kam es zu ausgedehnten territorialen Expansionen und Konflikten in Europa. Sehr turbulent war auch das 19. Jahrhundert mit mehreren Republiken, der Julimonarchie, der Zweiten Republik und dem Zweite Kaiserreich unter Napoleon III. Industrialisierung und Kolonialismus prägen die Ära.

Kriege und Krise
Der Vertrag von Versailles beendete den Ersten Weltkrieg, während Frankreich im Zweiten Weltkrieg von Nazi-Deutschland besetzt war. Gneral Charles de Gaulle führte die Freien Französischen Streitkräfte während des Zweiten Weltkriegs an und wurde Präsident der Vierten Französischen Republik und später der Fünften Republik. In der Nachkriegszeit werden viele asiatische und afrikanische Kolonien unabhängig. Die pieds noirs kamen ins Land.
Präsidenten wie François Mitterrand, Jacques Chirac und Emmanuel Macron prägten später die moderne französische Geschichte. Heute ist Migration und Terrorismus, internationale Konflikten und eine bedrohte EU-Topthemen der Politik. Voilà die französische Geschichte in ausgewählten Themen.













