ENTDECKT
Meuse
Verdun und die Gedenkstätten der Grande Guerre, wie die Franzosen den Ersten Weltkrieg nennen, gehören zu den weltweit bekanntesten Orten des Départements Meuse. Das Département mit der Ordnungsnummer liegt in der Region Grand Est im Nordosten Frankreichs und erstreckt sich über eine Fläche von etwa 6.211 Quadratkilometern, was in etwa der Größe des Saarlandes und Korsikas zusammen entspricht. Es grenzt an die französischen Départements Ardennes, Marne, Haute-Marne, Vogesen und Meurthe-et-Moselle sowie an Belgien.
Die Maas: Lebensader und Namensgeber
Namensgeber und Lebensader des Départements ist die Meuse (im Deutschen: Maas), die auf dem Plateau von Langres auf 409 Metern Höhe in Pouilly-en-Bassigny in Frankreich entspringt, Belgien durchfließt und nach 874 Kilometern in den Niederlanden als Haringvliet in die Nordsee mündet. Ihr Lauf prägt die fruchtbaren Täler und die sanfte Topografie des Départements Meuse.
Bar-le-Duc: oben oder unten?
Nicht an der Maas, sondern am Ornain liegt die Hauptstadt des lothringischen Département Meuse: Bar-le-Duc – den schönsten Blick auf das Renaissance-Juwel mit Unter- und Oberstadt habt ihr von einer seiner sieben Brücken. Die Unterstadt präsentiert die romanische Kirche Notre-Dame aus dem 12. Jahrhundert und das Collège Gilles de Trèves von 1571. In der Oberstadt ist das 1670 zerstörte Herzogsschloss heute ein blumiger Platz mit Bäumen, Bänken und dem sehenswerten Musée Barrois in einem Gebäude des 16. Jahrhunderts. Ebenfalls dort findet ihr dutzende denkmalgeschützte Hôtels particuliers aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, den Uhrturm und den Transi de René de Chalon von Ligier Richier (ca. 1500–1567) in der Église Saint-Étienne. Dieses reiche Bauerbe bescherte der Stadt im Jahr 2004 die Auszeichnung als ville d’art et d’histoire.
Voie Sacrée: der Weg zum Überleben

Während des Ersten Weltkrieges (1914–1918) war die Straße von Bar-le-Duc nach Verdun für die französische Armee während der Schlacht um Verdun zur Schicksalsader Frankreichs. Als einzige logistische Verbindung war sie der ständige Weg für Nachschub und Truppentransport. Täglich rollten tausende Lastwagen über den Asphalt; die gesamte Versorgung der Front hing von dieser Route ab. In Anerkennung dieser Schlüsselrolle wird sie seitdem als Voie Sacrée, als Heilige Straße, bezeichnet.
Verdun: Mahnmal des Friedens

Kaum eine Stadt wurde so zum Symbol für den Blutzoll von Kriegen – und ist heute Symbol für das Grauen des Krieges und die Kraft der Versöhnung. Die Schlacht von 1916 hinterließ eine Landschaft, die bis heute von Granattrichtern gezeichnet ist. Über dem ehemaligen Schlachtfeld thront der Ossuaire de Douaumont, in dem die Gebeine von rund 130.000 bis heute nicht identifizierten französischen und deutschen Soldaten ruhen.
Ein Besuch der Zitadelle von Verdun führt tief in die unterirdischen Gänge, die während der Kämpfe als logistisches Zentrum dienten. Hier wurde 1920 auch der Soldat ausgewählt, der heute unter dem Triumphbogen in Paris als „Unbekannter Soldat“ ruht. Heute trägt Verdun stolz den Titel „Welthauptstadt des Friedens“ und beherbergt im ehemaligen Bischofspalast das Centre Mondial de la Paix, das sich der Förderung von Menschenrechten und Völkerverständigung widmet.

Natur pur abseits der Massen
Zu den Naturperlen des Département Meuse gehören die dichten Wäldern der Forêt de l’Argonne in den südlichen Ardennen und der Parc naturel régional de Lorraine. Hier wechseln sich weite Forstgebiete mit Feuchtwiesen und sanften Hügeln ab – perfekt für Wanderungen abseits der Massen.
Fruchtig oder süß?
Zu den bekanntesten kulinarischen Botschaftern des Département Meuse gehört die Confiture de Groseilles aus Bar-le-Duc. Die Kerne der Johannisbeeren werden hier bis heute von Hand mit einer Gänsefeder entfernt, was diese Konfitüre zu einem Luxusprodukt macht. In Verdun hingegen locken die berühmten Dragées Braquier – mit Zucker überzogene Mandeln, die seit 1783 nach traditionellem Rezept gefertigt werden.



