Großfeuer in den Corbières: Natur am Limit
Das Großfeuer in den Corbières prägte die Schlagzeilen des Sommers 2025. In einer von Trockenheit, Hitze und Klimawandel gezeichneten Landschaft verwandelte sich ein Funke innerhalb weniger Stunden in ein Inferno, das Wälder, Weinberge und Dörfer verwüstete – und Spuren hinterließ, die weit über die ersten Augusttage hinausreichen.
Ein Harvester wälzt sich über verkohlte Hänge. Seine Greifer packen schwarz glänzende Kiefernstämme, die wie riesige Streichhölzer in den Himmel ragen. Tief haben sich seine Kettenspuren in die verkohlte Erde gegraben. Dann dreht er sich und wirft den nächsten Baumstamm auf den schier endlos wirkenden Stapel, der sich entlang seiner Arbeitstrasse in den Corbières maritimes des Départements Aude von der Hügelspitze bis an die letzten Ausläufer von Saint-Laurent-de-la-Cabrerisse zieht.
Und auch rund um Ribaute und Jonquières arbeiten so kleine Teams, fällen die Opfer, stapeln die Stümpfe und sammeln ein, was das Feuer übrig ließ. Eine schwarzgraue Brandnarbe zieht sich südwestlich von Narbonne durch das Massiv. 17.000 Hektar verbrannte Erde, auf der der Wind weißgraue Asche aufwirbelt und über verkohlte Traubenstöcke trägt.
Es ist Winter in den Corbières. Und noch immer riecht die Erde nach Rauch. Am Dorfrand von Jonquières sind bei mehreren Häusern angesichts der Hitze die Fensterscheiben geplatzt. OSB-Platten verdecken notdürftig die Öffnungen. Andere Bauten hat das Feuer entkernt, die Fassaden geschwärzt. An einer großen Scheune haben die Flammen selbst die Solarzellen zum Schmelzen gebracht. Das Dach sieht aus, als hätte jemand Plastik über offenes Feuer gehalten: deformiert, geschmolzen, an einer Seite in sich zusammengesackt. Die Hitze muss monströs gewesen sein. Ausgebrannt stehen mehrere Trecker unter diesem Dach.

Als die Hölle kam
Am 5. August 2025, gegen 16.15 Uhr, begann in Ribaute das Inferno. 35 Grad Celsius Sommerhitze zeigte das Thermometer. Mit Böen von mehr als 60 Kilometern pro Stunde fegte die Tramontane über die Böden, bereits gebeutelt von monatelanger Trockenheit. In den ersten 24 Stunden fraß das Feuer bereits mehr als 11.000 Hektar. Zeitweise verbrannte es Hunderte Hektar pro Stunde. Die Flammen sprangen über Departementstraßen, erreichten die Ränder der Autobahnen A 61 und A 9 und folgten den Konturen der Täler wie Finger, die alles greifen wollten.
Es war der größte Waldbrand im französischen Mittelmeerraum seit mehr als fünf Jahrzehnten und einer der schlimmsten in Frankreich seit 1949. Bereits am Mittwoch, 6. August 2025, war der damalige Innenminister Bruno Retailleau im Brandgebiet der Corbières vor Ort. „Seit 1949 ist dies zweifellos das Feuer, das die meisten Hektar Land zerstört hat“, sagte er damals – eine Einschätzung, die die Präfektur und Medien übernahmen, da vom Feuer in den ersten Stunden mehr erfasst worden war als bei allen Bränden der Jahre 2019, 2020 und 2021 zusammen.

Eine Fläche größer als Paris intra muros oder das Fürstentum Liechtenstein erfassten die Flammen. Oder, einmal anders verglichen: 23.800 Fußballfelder brannten lichterloh: Kiefernwälder, Garrigue-Buschland, Weinberge und Felder. 16 Gemeinden der Corbières maritimes waren direkt betroffen, darunter Ribaute, Talairan, Lagrasse, Fabrezan, Tournissan und Saint-Laurent-de-la-Cabrerisse. 3.000 bis 4.000 Menschen mussten fliehen und verbrachten die Nacht in notdürftig eingerichteten Sammelunterkünften in Sporthallen und Festsälen der Nachbarorte.
Bis zu 2.100 Feuerwehrleute und 500 bis 600 Löschfahrzeuge waren im Einsatz, unterstützt von Canadair- und Dash-8-Löschflugzeugen sowie Hubschraubern. Verstärkung kam aus den Départements Hérault, Pyrénées-Orientales, Gard, Tarn und Haute-Garonne, von der sécurité civile und Dutzenden Soldaten.
Eine ältere Frau starb, weil sie ihr Haus nicht verlassen wollte. Rund 25 Menschen wurden verletzt. 36 Wohnhäuser wurden zerstört, Schuppen und Scheunen, Weinberghütten und andere Nebengebäude schwer beschädigt. 54 Fahrzeuge verbrannten – Limousinen, Laster, landwirtschaftliche Maschinen und Camper.
Großfeuer in den Corbiéres: die Chronologie
5. August 2025, ca. 16:00 Uhr: Ausbruch bei Ribaut; innerhalb 24 Std. >11.000 Hektar verbrannt.
6.–7. August: Höhepunkt; 2.000+ Feuerwehrleute, 9 Canadairs im Einsatz; 1 Tote, 25 Verletzte; Evakuierungen von 4.000 Menschen in 16 Gemeinden; Innenminister Retailleau vor Ort.
8.–14. August: Feuer fixé (umgrenzt); Besuche von Premier Bayrou und Landwirtschaftsministerin Genevard; Fläche rund 17.000 Hektar.
15.–27. August: Lösch- und Sicherungsarbeiten
28. August 2025: Offiziell als éteint (gelöscht) deklariert.
Schwarze Hügel, weiße Asche
Direkt nach dem Großfeuer in den Corbières maritimes wirkte das Land wie ein verbranntes Mosaik. Schwarze Kiefern- und Buschskelette, stellenweise bis in die Kronen verkohlt. Der Boden eine helle, staubige Ascheschicht mit dunkelbraunen oder schwarzen Flecken, wo die Vegetation komplett weggebrannt war. Aus der Luft zeigten Satelliten- und Pressebilder eine große, unregelmäßige, dunkelbraun-schwarze Fläche, unterbrochen von wenigen unversehrten Streifen entlang von Straßen, Feuerschneisen und wenigen Talräumen.
Entlang der Hänge folgten die Finger des Feuers den Konturen der Täler: verbrannte Garrigue mit verkohlten Ginster- und Kermeseichenbüschen, verbrannte Trockenmauern, verschmolzene Kunststofftanks, verbogene Metallzäune. In den betroffenen Dörfern und Weilern standen einzelne Häuser wie Inseln in einer verbrannten Umgebung, mit angekokelten Gärten, geschwärzten Fassaden, verbrannten Fahrzeugen.
In der Garrigue und den Kiefernwäldern wurden nicht nur Bäume und Sträucher zerstört, sondern auch Oberböden, Humusschichten und die Mikrostruktur der Landschaft. Die nun nackten Hänge wurden anfälliger für die Erosion, und beim ersten Starkregen des Herbstes rutschte massenweise Schlamm hinab. Tausende Wildtiere – Vögel, Reptilien, Insekten und kleine Säuger – verloren ihren Lebensraum oder kamen in den Flammen um. Die Biodiversität des im September 2023 gegründeten regionalen Naturparks Corbières-Fenouillèdes zeigt bis heute Narben.

Die Winzer und der Rauch
Im Zentrum des Sommerfeuers wurde die Genossenschaftskellerei Cellier des Demoiselles mit Sitz in Saint-Laurent-de-la-Cabrerisse besonders hart getroffen. 1914 gegründet, gehört sie zu den ältesten Winzergenossenschaften Frankreichs. 60 Weinbauern liefern hier die Trauben für die Weine der Appellationen IGP Pays d’Oc und der AOPs Languedoc, Corbières und Corbières-Boutenac.
Nach den Angaben des Weinmagazins Terre de Vins waren 80 Prozent der 300 Hektar großen Rebfläche der Genossenschaft betroffen und komplett zerstört. Was zwei Wochen vor Erntebeginn an Trauben verschont geblieben war, machte der Rauch unverkäuflich. Keine Versicherung haftet für solch einen Schaden.
Anaël Peyrou, der Direktor der Kooperative, sagte gegenüber dem Fachmagazin Terre de Vins kurz nach dem Feuer: „Vielleicht spreche ich zum letzten Mal als Direktor zu Ihnen. Wir werden sicherlich arbeitslos sein.“

Insgesamt wurden nach Einschätzungen etwa 20.000 Hektar im Anbaugebiet Corbières von den verschiedenen Bränden des Sommers betroffen – durch Versengung oder Verrauchung. Darunter befanden sich auch 900 Hektar Parzellen mit AOP-Status, die direkt verbrannt oder stark verraucht waren.
Auch kleinere Weingüter in Fabrezan, Tournissan und Lagrasse wurden Opfer des méga feu. Rund um Ribaute und Talairan wurden die Rebflächen der Winzer vollständig vernichtet. Mehrere kleinere caves verloren 80 bis 100 Prozent ihrer Rebflächen, so auch die Coopérative de Fabrezan, deren Hanglagen komplett verkohlten.

Rhône-Wasser als Rettung?
Gérard Bertrand, ein vinologisches Schwergewicht im Département Aude, forderte am 8. August 2025 nachdrücklich „einen Plan, damit die Corbières aus ihrer Asche wieder auferstehen können“. Bertrand sprach in Interviews mit Terre de Vins und Vitisphere von négligence et manque d’ambition – Fahrlässigkeit und fehlendem Mut, beispielsweise beim Aqua Domitia-Netz.
Aqua Domitia ist ein Rohrnetz für Trinkwasser und Bewässerung in Südfrankreich. Es holt Wasser aus der Rhône und pumpt es über 140 Kilometer bis in trockene Gebiete der Départements Hérault und Aude. Das Netz versorgt 1,5 Millionen Menschen und rund 9.000 Landwirte – jeweils etwa 40 Prozent für Trinkwasser und Landwirtschaft.
Bertrand kritisierte, dieses Netz sei seit zehn Jahren nicht stark genug ausgebaut worden. Man entnehme nur 200 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr aus der Rhône, obwohl 60 bis 70 Milliarden verfügbar seien. Eine Verdopplung würde mehr Wasser in die Corbières bringen, um Böden feucht zu halten und Brände zu stoppen – besonders bei 40 Grad Hitze, wo Weinreben ohne Wasser sterben.

Bewässerung als Feuerbremse?
Ohne genug Wasser trocknet der Boden aus, Weinberge werden herausgerissen, freies Land entsteht. Das wirkt wie Treibstoff: Feuer breitet sich schneller aus, weil keine feuchten Pflanzen es bremsen. Bertrand forderte mehr Wasser aus Aqua Domitia plus kleine Stauseen auf Hügeln. Der Küstenstreifen von Sète bis Perpignan würde immer mehr zur Halbwüste. Seine Forderung: Okzitanien müsse sich zum Eldorad’eau wandeln.
Bertrand ist ein Kind der Corbières. Geboren am 27. Januar 1965 in Narbonne, verbrachte er Kindheit und Jugend 20 Kilometer südlich auf dem Château de Villemajou, das in den Corbières maritimes bei Boutenac über den Weinbergen thront. Als Zehnjähriger machte er dort seine erste Weinlese. Als sein Vater am 28. Oktober 1987 verstarb, übernahm er mit 22 Jahren das Gut, führte es bis etwa 1995 parallel zu seiner Rugbykarriere und machte es dann zum Stammsitz seines Imperiums mit 17 Gütern rund um Narbonne. Seit Jahren führt Bertrand eine Kampagne gegen die Trockenheit und für künstliche Bewässerung als coupe-feu, als Feuerbremse.

Vielfalt statt Monokulturen
Bertrands Forderung nach mehr Bewässerung ist nicht unumstritten. Viele Fachleute sehen darin einen kurzfristigen Notnagel, keine nachhaltige Lösung. Ihr Argument: Wasser wird knapper, nicht reichlicher. Die Niederschläge von Herbst bis Frühjahr nehmen ab, die Konkurrenz mit Trinkwasser steigt. In einem semi-ariden Klima stößt auch die Tropfbewässerung an strukturelle Grenzen.
Die Alternative? Ein Mosaik statt Monokultur. Ökologen und Önologen betonen: Weinberge sind nur dann klima- und feuerrobust, wenn sie in funktionierende Ökosysteme eingebettet sind. Dauerbegrünung zwischen den Reben. Hecken als Windschutz. Trockenmauern, die Feuchtigkeit speichern. Weideflächen, auf denen Schafe das trockene Gras kurz halten – und so Brandlast reduzieren.
Und andere Kulturen. Oliven gedeihen hier seit Jahrhunderten. Pistazien vertragen Hitze und Trockenheit besser als Reben. Aromapflanzen wie Lavendel und Thymian brauchen kaum Wasser. Diese strukturreichen Mosaike aus kleineren Parzellen, unterschiedlichen Kulturen und naturnahen Flächen liefern mehr Artenvielfalt, speichern Feuchtigkeit besser, regulieren Schädlinge natürlich – und verringern Erosion.
In der aktuellen Debatte in Aude und Corbières wird deshalb neben Bewässerung explizit über Agroökologie gesprochen: klimaresistentere Rebsorten, weniger dichte Pflanzung, Mischkulturen, Rückkehr von Weidewirtschaft, Waldumbau. Und die gezielte Anlage von coupures agricoles – bewirtschafteten Korridoren, die als Brandschutz dienen und gleichzeitig Ertrag bringen.
Der Weinbau in den Corbières reicht bis in die Antike zurück. Die Griechen führten Reben ein. Die Römer machten die Hügel zur Wiege des französischen Weinbaus mit Weingütern rund um Narbonne. Im Mittelalter belebten Mönche von Abteien wie Fontfroide und Lagrasse den Anbau, der dank des Canal du Midi ab dem 18. Jahrhundert stärker als je zuvor boomte. 1985 wurde die AOC Corbières gegründet, die u.a. an die AOC Fitou grenzt. Hauptrebe hier und dort ist der rote Carignan.
Rauchgeschmack im Rotwein?
Mitte August richtete die Landwirtschaftskammer des Départements Aude einen Krisenstab ein, organisierte Bereitschaftsdienste in den Rathäusern von Saint-Laurent-de-la-Cabrerisse und Durban und startete eine Notrufnummer.
Um Smoke Taint oder Rauchgeschmack im Wein zu verhindern, beauftragte Frankreich drei Labore, darunter Dubernet und ICV, insgesamt 500 Parzellen zu untersuchen. „Das war sehr hilfreich, da die Entscheidung je nach Intensität und Ausbreitung des Feuers für jede Parzelle einzeln getroffen werden musste“, betonte Frédéric Launay, Abteilungsleiter bei der Landwirtschaftskammer des Départements Aude.

Acht Millionen Euro schwerer Notfallfonds
Eine Woche nach dem Besuch von Premier François Bayrou (6.8.25) reiste Landwirtschaftsministerin Annie Genevard am 14. August nach Saint-Laurent-de-la-Cabrerisse. Sie inspizierte die verbrannten Weinberge, traf sich mit Winzern und Lokalpolitikern in der cave coopérative, nannte den Brand ein „Labor für Klimawandel“ und kündigte einen fonds d’urgence von acht Millionen Euro an.
Eine Million Euro ging an die Mutualité sociale agricole, sieben Millionen Euro an die betroffenen Betriebe. Die erste Welle der Zahlungen für Ernteausfälle wurde Mitte Oktober abgeschlossen. Im November folgten zwei neue Aufrufe, einer für finanzielle Verluste, der andere für die Zerstörung von Weinmengen. Der Rahmen sieht eine staatliche Beihilfe von 3.500 Euro pro Hektar vor – abzüglich Versicherung –, mit einer Obergrenze von 5.000 Euro pro Hektar für Beihilfe plus Versicherung.
Unterstützung von der EU
Für die Wiederbepflanzung nach dem verheerenden Großfeuer in den Corbières gibt es zudem weitere öffentliche Gelder, zum Großteil von der EU. Über die Gemeinsame Agrarpolitik ( GAP/PAC ) läuft die klassische aide à la restructuration du vignoble, die über FranceAgriMer und die Chambre d’agriculture de l’Aude abgewickelt wird. Sie übernimmt einen Teil der Kosten für Rodung und Neubepflanzung – inklusive Umstellung auf andere Sorten.
Diese Mittel speisen sich aus EU-Töpfen, vor allem aus dem Fonds européen agricole pour le développement rural ( FEADER ), und werden im Rahmen des regionalen Programms Occitanie 2023–2027 verteilt. Die Liste der förderfähigen Rebsorten umfasst inzwischen auch klimaresistentere und pilzwiderstandsfähige Sorten wie Floréal, Voltis und Souvignier gris. Auch andere Kulturen wie Oliven oder Pistazien sind im Gespräch. 2025/26 stehen erst einmal Analyse, Rodung und Planung im Vordergrund. Ab 2026 soll die erste größere Welle der Neubepflanzungen folgen.
Von Ende November bis Anfang Dezember 2025 führten bereits die Chambre d’Agriculture de l’Aude und das Institut Français de la Vigne et du Vin ( IFV) Occitanie Schulungen durch. Sie zeigten den Winzern vor Ort, wie Brandschäden an Reben bewertet, geschnitten und in den nächsten Wachstumsjahren gesteuert werden sollten, um die Reben zu retten und Sekundärschäden durch Pilze zu vermeiden.

Aus Asche wird Branntwein
Als Symbol der Wiedergeburt komponierte der Cellier des Demoiselles gemeinsam mit der Union des Distilleries de la Méditerranée ( UDM) einen Branntwein, der in seiner Zusammensetzung einzigartig ist. Alle seine Trauben sind gezeichnet von Flammen und Rauch.
„Die Winzer haben sich trotz allem dafür entschieden, diese Trauben zu ernten, sie in der Genossenschaftskellerei zu vinifizieren und sie dann den Brennereien des Languedoc anzuvertrauen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Der letzte Schritt wurde „in einer hundertjährigen Brennblase durchgeführt, um die Tradition der großen Branntweine des Languedoc fortzuführen“.
Jetzt ruht der Branntwein im Keller und reift die nächsten Jahre in altem Holz, um das perfekte Gleichgewicht zwischen Frucht, Feuer und Holz zu erreichen. In limitierter Auflage soll er dann auf den Markt kommen. Den Vertrieb übernimmt der Cellier des Demoiselles, der den gesamten Gewinn an seine Genossenschaftsmitglieder ausschüttet. „Dieser Branntwein ist nicht nur ein Produkt, sondern eine Hommage an unsere Winzer, an die Corbières und an die Fähigkeit, sich wieder aufzurichten“, erklärte Bruno Guin, Präsident der UDM.
Die Welle der Solidarität

Bereits in den ersten Wochen nach dem Feuer mobilisierte sich die private Solidarität. Es gab Solidaritätsabende im Château Lastours in Saint-Laurent-de-la-Cabrerisse, Solidaritätsverkäufe von Weingütern der Region und Handelspartnern sowie Aktionen der Nachbarn aus dem Minervois und des Lions Club. Vor Ort organisierte der Verein Tiers-Lieu Paysan Streifzüge, half beim Säubern von verbrannten Flächen und startete die Initiative Refleurir les Corbières – die Corbières wieder zum Blühen bringen –, um die verbrannten Flächen neu zu besäen.
Am 25. November 2025 lud der Drei-Sterne-Koch Gilles Goujon von der Auberge du Vieux Puits vier weitere Köche aus dem Département Aude zu einem großen Wohltätigkeitsessen im Château de Boutenac ein. Gemeinsam mit den Sterneköchen Franck Putelat und Raphaël Vanier aus Carcassonne sowie Laurent Château und Julien Lavandet aus Narbonne bereitete er ein Menü mit lokalen Produkten für rund 100 Gäste zu. Alle arbeiteten ehrenamtlich, die gesamten Einnahmen wurden an die Opfer gespendet. Der Erlös: 90.000 Euro.
Die Fondation du patrimoine legte einen speziellen Fonds für die incendies dans les forêts de l’Aude auf. Die hier gesammelten Spenden sollen die Renaturierung samt Sicherung von Hängen sowie den Wiederaufbau in den Corbières maritimes unterstützen. Die Association des Maires de l’Aude richtete mit Unterstützung der AMF Association des Maires de France einen Fonds de solidarité für die betroffenen Gemeinden ein, in den Kommunen, Unternehmen und Bürger einzahlen können – und auch aus unserem schmalen Dorf-Budget gab es eine Spende für die Winzer.
Von früh bis spät räumen Harvester und Bulldozer in diesem Winter 2025/26 das Land auf. Das Holz wird verwertet – als Pellets, als Planken oder verbrannt für Energie. Und wer ein wenig genauer die schwarze Bodenschicht betrachtet, sieht hier und da schon das erste Grün sich den Weg zwischen Asche und Ruß bahnen. Und mit jeder jungen Pflanze kehrt in den geschwärzten Hügeln die Hoffnung zurück: auf die Rückkehr der Rebstöcke, guter Ernten und ehrlicher Weine, die kraftvoll und rund von der Seele des terroir erzählen.

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