Entdeckt Guadeloupe!

Wer sich Guadeloupe nähert, erkennt sofort die markante Form: Wie ein riesiger smaragdgrüner Schmetterling liegt der Archipel in der Karibik. Doch der Schein trügt, denn Guadeloupe ist kein zusammenhängendes Landstück, sondern ein vielschichtiger Archipel aus sechs bewohnten Inseln, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Von den nebelverhangenen Regenwäldern auf Basse-Terre bis zu den endlosen Zuckerrohrfeldern von Marie-Galante bietet dieses Überseedépartement mit der Ordnungsnummer eine Vielfalt, die in der Karibik ihresgleichen sucht.

Die zentrale Doppel: Basse-Terre und Grande-Terre

Guadeloupe: schützte einst die Hauptstadt - das Fort Delgrès. Foto: Hilke Maunder
Schützte einst die Hauptstadt – das Fort Delgrès. Foto: Hilke Maunder

Die beiden Hauptinseln sind nur durch einen schmalen Meeresarm, den Rivière Salée, getrennt und bilden das Zentrum des Archipels. Dennoch wirken sie wie zwei verschiedene Welten. Basse-Terre im Westen ist das wilde, grüne Herz. Hier thront der majestätische Vulkan La Soufrière über einer Landschaft aus dichtem Tropenwald, donnernden Wasserfällen und schwarzen Sandstränden. Es ist ein Paradies für Wanderer und Naturliebhaber, die im Nationalpark von Guadeloupe in eine urzeitliche Flora eintauchen, in Deshaies sich wie im Film fühlen – und in Basse-Terre auf den Spuren der ersten Siedler wandeln können.

Guadeloupe: Der Abend senkt sich über Deshaies. Foto: Hilke Maunder
Der Abend senkt sich über Deshaies. Foto: Hilke Maunder

Grande-Terre im Osten bildet dazu einenm wirklich krassen Gegensatz. Diese Kalksteininsel ist flach, sonnenverwöhnt und berühmt für ihre postkartentauglichen Traumstrände. Hier finden sich die türkisfarbenen Lagunen von Sainte-Anne und die spektakulären Klippen der Pointe de la Grande Vigie, wo der Atlantik mit unbändiger Wucht gegen das Land brandet. Während Basse-Terre das Abenteuer verspricht, steht Grande-Terre für das süße Nichtstun unter Palmen.

Marie-Galante: die Insel der hundert Windmühlen

Marie-Galante: Blick auf die Belle-Île-En-Mer vom Oberdeck der Fähre. Foto: Hilke Maunder
Blick auf Marie-Galante vom Oberdeck der Fähre. Foto: Hilke Maunder

Südlich der Hauptinseln scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Marie-Galante, oft als die authentischste der Antilleninseln bezeichnet, ist ein Refugium der Tradition. Weite Zuckerrohrfelder prägen das Landschaftsbild, unterbrochen von den Ruinen alter Windmühlen, die einst das Rückgrat der Zuckerproduktion bildeten. Hier wird noch heute einer der besten Rums der Welt destilliert – oft mit einem Alkoholgehalt von 59%, der unter Kennern Legendenstatus genießt.

Les Saintes: Karibik-Buch zum Träumen

Südwestlich von Basse-Terre liegt die Inselgruppe Les Saintes. Die Hauptinsel Terre-de-Haut beherbergt eine der schönsten Buchten der Erde. In den schmalen Gassen des bunten Fischerdorfes fahren kaum Autos, dafür prägen Motorroller das Bild. Berühmt ist die Insel für ihre Tourments d’Amour, kleine, mit Kokos oder Banane gefüllte Törtchen, die direkt am Hafen verkauft werden. Wer das Fort Napoléon erklimmt, wird mit einem Panoramablick belohnt, der verrät, warum ich die Îles des Saintes so liebe: Sie sind Karibik pur.

La Désirade: die unberührte Schöne

Ganz im Osten liegt La Désirade, ein schmales Kalksteinplateau, das wie ein gestrandeter Wal im Ozean liegt. Sie ist die am wenigsten besuchte Insel des Archipels und gerade deshalb ein Juwel für Individualisten. Hier begegnet man Leguanen in freier Wildbahn und findet Einsamkeit an unberührten Stränden. Es ist der Ort, an dem ihr die raue Kraft des Meeres und die ursprüngliche Stille der Karibik noch unverfälscht erleben könnt.

Ein Schmelztiegel der Kulturen

Guadeloupe ist nicht nur Geografie, sondern ein pulsierendes Lebensgefühl. Die kreolische Kultur verbindet französisches Savoir-vivre mit afrikanischen Rhythmen und karibischer Gelassenheit. Auf den Märkten von Pointe-à-Pitre mischen sich die Düfte von Vanille, Muskat und Zimt mit dem lebhaften Treiben der Händlerinnen in ihren traditionellen Madras-Stoffen. Nur wenige Schritte könnt ihr ein faszinierendes Street-Art-Projekt entdecken, mit dem ein Verein die alten Gassen der dieser karibischen Kapitale retten will. Ob beim Gwo-Ka-Trommeln am Strand oder beim Genuss eines feurigen Colombo de Cabri: Guadeloupe fordert alle Sinne heraus. Entdeckt diesen Archipel – und ein echtes tropisches Gesamtkunstwerk!

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