Postkarte aus … Harfleur

Harfleur. Foto: Hilke Maunder
Das Füsschen Lézarde fließt mitten durch Harfleur. Foto: Hilke Maunder

Harfleur: 8.237 Einwohner, 15,6 Prozent Arbeitslose. An der Rue de la République und Rue Gambetta sind zahlreiche Ladengeschäfte verwaist, selbst Bars verrammelt. Putz bröckelt von den Fassaden. Bummelt man tagsüber durch die kleine Stadt ist man vielleicht ein wenig enttäuscht.

Harfleur. Foto: Hilke Maunder
Harfleur am Ledore, der mitten durch das alte Zentrum fließt. Foto: Hilke Maunder

Die Tatsache, das heute der Hafen von Le Havre bedeutsamer ist – bis ins 15. Jahrhundert war es Harfleur! – und Auswirkungen der Finanzkrise haben deutliche Spuren in der Stadt hinterlassen.

Harfleur. Foto: Hilke Maunder
Harfleur. Foto: Hilke Maunder

Einzig in der Rue des 104 ist ein wenig Leben zu spüren, wird beim Grünhöker und Schlachter eingekauft, in der Bar-Tabac der Lottoschein ausgefüllt, ein Café getrunken und ein wenig geklatscht. Und hier und da brummt das Geschäft, ist Leben zu spüren.

Die malterische Rue des 104 erinnert mit ihrem Namen an die 104 Bauern, die Harfleur 1435 von der Herrschaft der Engländer befreiten,

Harfleur. Foto: Hilke Maunder
Schlachter an der Rue des 104. Foto: Hilke Maunder

Farbspiele in Glas

Harfleur. Foto: Hilke Maunder
Die jahrhundertealte Kirche Église Saint-Martin ist für ihre modernen Buntglasfenster bekannt. Foto: Hilke Maunder.

Vor allem im Schatten der Église Saint-Martin. Mit ihrem 83 m hohen Kirchturm gehört das Gotteshaus zu den Prunkstücken der gotischen Architektur in der Normandie. Im 13.-16. Jahrhundert errichtet, wurde ihre Westfassade 2011 restauriert.

Harfleur. Foto: Hilke Maunder
Église Saint-Martin. Foto: Hilke Maunder

Das Schönste im Innern sind ihre modernen Buntglasfenster, die von in Gelb-, Rot-, Blau- und Lilatönen leuchten.

Harfleur. Foto: Hilke Maunder
Église Saint-Martin. Foto: Hilke Maunder

Abends leuchtet Harfleur

Noch mehr leuchtet Harfleur am Abend. Kunstvoll mit Licht in Szene gesetzt werden nicht nur die Église St-Martin, sondern auch Fischerhäuser und Fachwerk. Wunderschön illuminiert werden auch historische Bauten wie die Prieuré aus dem 15. Jahrhundert, die heute ein Museum zur Stadtgeschichte birgt.

Harfleur. Foto: Hilke Maunder
Die Église Saint-Martin wird abends wunderschön beleuchtet. Foto: Hilke Maunder

Wunderschön illuminiert ist schließlich auch das monumentale Rathaus, das in einem aus Ziegel- und Naturstein errichteten Schloss des 17. Jahrhunderts in einem zwei Hektar großen Park im englischen Stil residiert.

Und schließlich tanzt das Licht der Straßenlaternen und Wohnhäuser auch auf auf der nur 14 km langen Lézarde, die sich durchs Straßenzentrum windet.

Harfleur. Foto: Hilke Maunder

Harfleur: meine Reisetipps

Solidarische genießen

La Cantine

Restaurant associatif steht auf der Schiefertafel, die zwischen Blumentöpfen, Gestecken und zusammen geklappten Stühlen steht? Restaurant associatif? Muss ich da Mitglied sein? Kann, muss man aber nicht.

Harfleur: Gast im Restaurant "La Cantine". Foto: Hilke Maunder
“La Cantine”: schlemmen ganz solidarisch – und mit Spaß an Farbe und Vielfalt. Foto: Hilke Maunder

Mittags wird zu einem äußerst günstigen Einheitspreis seit Sommer 2011 ein täglich wechselndes Menü gereicht. Wer einen kleinen Obolus als Mitgliedsbeitrag zahlt, erfährt schon vorher, welche Speisen, Konzerte oder andere Veranstaltungen geplant sind.
• Place Victor Hugo/Ecke Rue Jehan de Grouchy, Harfleur, Reservierung: Tel. 06 16 73 59 61, www.facebook.com/lacantine.harfleur

La Cantine, Restaurant associatif in Harfleur. Foto: Hilke Maunder
La Cantine mag es bunt: von den Gästen über die Einrichtung bis zur Küche.Foto: Hilke Maunder

Erleben

Viel lebendiger als in der Woche ist Harfleur beim großen Markt am Sonntagvormittag mit seinen Farben und Düften. Das Fest der Säge, La Fête de la Sie, feiern alljährlich im April rund 20.000 Besucher.

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Harfleur. Foto: Hilke Maunder
Malerisch schön: Harfleur zur blauen Stunde. Foto: Hilke Maunder
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