Nordfrankreich feiert König Hering


Hering_Fang_wikiDer Hering ist der Brotfisch von Nord- und Ostsee und des Atlantiks. Dort stellt er 70 Prozent der Fänge im Netz. In schlechten Zeiten, und davon gab es zwischen Mecklenburg, Jütland und Nordfrankreich viele, sicherte er das Überleben der ärmeren Bevölkerungsgruppen. Zu Hungerszeiten wurde er so hoch gehandelt, dass er sogar als  Zahlungsmittel diente. Die Hochsaison für den silbrig schimmernden Fisch beginnt im November, wenn er in Boulogne-sur-Mer und Étaples-sur-Mer massenhaft in die Netze der Hochseefischer wandert. 35.000 Tonnen  sind es jedes Jahr, begrenzt durch die Fangquoten der EU.
Hering_Geschichte_stich_72_wiki

Zwei Volksfeste für den Hering

Mit zwei großen Volksfesten wird der Hering bis heute geehrt. Anfang November feiert Etaples-sur-Mer seit mehr als einem Vierteljahrhundert die Fête du Hareng Roi (Fest des „König Hering“). Gegrillt oder geräuchert, zu Kaffee oder Glühwein, kommt der Hering im Hafen auf den Tisch, begleitet von Seemannsgesang und Markttreiben. Stände unterhalten mit traditionellen Gesellschaftsspielen, alten Berufen und maritimem Vermächtnis.

Der deutlich größere Fischerort Boulogne-sur-Mer lädt am letzten November-Wochenende zur Fête du Hareng (Heringsfest). Der Hering hat dem Ort großen wirtschaftlichen Erfolg beschert. Bis heute lebt Boulogne-sur-Mer mit der größten europäischen Fischräucherei neben dem Tourismus vor allem von der Fischerei und maritimen Industrie. Wie der Fang während des Volksfest fachgerecht filetiert wird, hat die Regionalzeitung Voix du Nord in diesem Video festgehalten. Köstlich sind auch craquelots, kleine geräucherte Heringe.

Etaples sur mer_Hering_Pressebild

 

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