So viel Frankreich steckt in … Karlsruhe

Karlsruhe: das Schloss. credits_KTG Karlsruhe Tourismus GmbH
Das Karlsruher Schloss aus der Luft. Foto: KTG Karlsruhe Tourismus GmbH

Sehen, denken, träumen: Dazu inspirieren rund 100 Zeichnungen, die die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe in der Hans-Thomas-Straße 2 noch bis zum 13. Januar 2019 zeigt. Sein Kupferstichkabinett besitzt einen herausragenden Bestand an französischen Zeichnungen vom 16. bis zum 20. Jahrhundert, die erstmals in dieser Zusammenstellung präsentiert werden.

Dazu gehören außergewöhnliche Blätter des großen Landschaftskünstlers Claude Lorrain (um 1600–1682), virtuose Illustrationen voll dramatischer Lebendigkeit von Jean-Honoré Fragonard (1732–1806) und feinsinnige Darstellungen des zeitgenössischen Pariser Lebens von Edgar Degas (1834–1917). Ebenfalls ausgestellt sind Werle von Camille Corot, Paul Cézanne, Odilon Redon, Paul Gauguin und anderen.

Anhand der Werke werden nicht nur die angewendeten Zeichentechniken und ihre Materialien thematisiert, sondern auch die zahlreichen Spuren und Hinweise, die zur Bedeutung eines individuellen Werkes beitragen: Wie ist es gezeichnet? Wofür hat der Künstler es geschaffen? Wem hat es gehört? Freut euch auf spannenden Begegnungen mit den französischen „Denkern auf Papier“!

In der Zeichenwerkstatt könnt ihr danach selbst verschiedene Zeichenverfahren ausprobieren und so die ausgestellten Originale aus einer neuen Perspektive betrachten.

Nähe macht nicht ähnlich

Frankreich ist vom Stadtzentrum keine 20 Kilometer entfernt. Mit dem Weiler Maxau grenzt die Fächerstadt sogar direkt an Frankreich. Die Grenze ist der Rhein. Und so fühlte sich Anne Picot auch im Ausland. Erstaunt schrieb die französische Mitarbeiterin der KA-News in einem ihrer ersten Artikel:

Was ich entdeckte, war eine typische, deutsche Stadt. Die Nähe zur französische Grenze habe ich schnell vergessen und mir wurde klar: Ich bin definitiv im Ausland! Auf der Straße fahren viele Fahrräder, die Fußgänger halten sich an den roten Ampeln an, Grünanlagen sind überall: nicht wie in den typischen französischen Großstädten die ich kenne, sowie Lille und Paris. Ich hörte kein Französisch auf der Straße, und französische Feinkost war weit und breit nichts zu sehen.

Später, als sie schon ein wenig länger in Karlsruhe lebt, entdeckt sie doch kulinarische Botschaft aus der Heimat. In der Käsehütte findet sie Comté und Bergkäse aus Savoyen, bei Real eine größere Auswah: Roquefort, frischer Ziegenkäse, Brie de Meaux und würzig-kräftigen Munster aus dem nahen Elsass.

Wie in Frankreich indes fühlt ihr euch bei der Pâtisserie Ludwig in der Waldstraße. Morgens duftet es nach frisch gebackenen Baguettes, Croissants, Pains au chocolat und „Chaussons aux pommes“. Den ganzen Tag über pilgern die Karlsruher zur Miriam Kingl und Stefan Ludwig, um die besten Macarons der Stadt zu erstehen. Die Nähe zum Elsass verrät ein Gugelhopf.

Im Advent fühlt sich die Theke mit Bredele, typisch elsässischen Weihnachtskirche. Und wer Franzose nicht auf die Bûche de Noël verzichten kann, bestellt sie bei bei den beiden. Und damit ihnen nicht die Ideen ausgehen, sind sie  mit dem Schokoladenhersteller Valrhona eine Kooperation eingegangen.

So erhalten sie neben allerfeinste Schokolade auch immer wieder Tipps für ausgefallene Kreationen. Köstlich, diese Zusammenarbeit!

Karlsruhe & Frankreich: Was für Verbindungen!

Deutsch-Französischer Freundeskreis Karlsruhe e.V.

Seit 1969 gefördert der DFF gemeinsam mit seinem Partnerverein Cercle Amical France-Allemagne die deutsch-französischen Freundschaft mit Aktivitäten, die die Menschen in beiden Städten ansprechen und näher bringen: Vorträge und Konversationsabende, Wanderungen und Kulturreise sowie Jugendaustausche.
• www.dff-karlsruhe.de

Deutsch-Französische Gesellschaft Karlsruhe e.V.

Die Deutsch-Französische Gesellschaft Karlsruhe fördert die deutsch-französischen Beziehungen im regen Austausch mit dem Nachbarn Elsass und einem breit aufgestellten Programm, bei dem Geselligkeit und Kultur eine große Rolle spielen.
www.dfg-karlsruhe.de

Deutsch-französische Kitas

Sechs Kindertagesstätten bringen dem Nachwuchs die französische Sprache und Kultur näher: die Kita Pamina, die Kita Polyglott an der Europäi­schen Schule und die Kita „les explorateurs – die Entdecker“. In den drei Gruppen der Kita „les petits amis – die kleinen Freunde“ arbeiten deutsch- und franzö­sisch­spra­chige Erzie­he­rin­nen zusammen. Naturwissenschaftliche Grunderfahrungen und Spracherwerbe verbinden die beiden bilingualen Kitas SieKids Villa Pusteblume und Mikado.

Deutsch-Französisches Institut für Umweltforschung (DFIU)

Seit 1991 arbeiten Deutschland und Frankreich grenzüberschreitend am DFIU in der Umweltforschung zusammen. Ziel der Forschungsaktivitäten ist es, in deutsch-französischen Teams interdisziplinär Lösungen für gemeinsame Probleme zu erarbeiten. Luft, Abfall und Energie, Kreislaufwirtschaft, sowie Flächen- und Stoffstrommanagement sind Kerngebiete der länderübergreifenden Forschungsarbeit.
• https://www.dfiu.kit.edu

Duale Hochschule Baden-Württemberg

Seit Oktober 2016 könnt ihr in Karlsruhe „Deutsch-Französisches Management“ studieren und nach drei Jahren nicht nur den Bachelor of Arts ablegen, sondern auch ein Double Diplôme. Neben dem deutschen Bachelorabschluss erhaltet ihr dann auch einen französischen Licence-Abschluss.

Nach dem dualen, betriebswirtschaftlich orientierten Studium an der DHBW Karlsruhe folgt dazu dann ein internetbasiertes, ökonomischen Aufbaustudium an der Faculté des sciences économiques et de gestion der Université de Strasbourg.
www.karlsruhe.dhbw.de

Europäische Schule

1962 für Kinder der Beamten der Europäischen Kommission, die für das Forschungsinstitut – Institut für Transurane – arbeiteten,  steht die erste Europäische Schule Deutschlands allen offen. Vom Kindergarten bis zu Abitur vermittelt sie heute XX Schülern bei einen multikulturellen Unterricht in drei Sprachen (Englisch, Französisch und Deutsch) Offenheit, Toleranz, Respekt und andere menschliche Werte.
• www.es-karlsruhe.eu

Eurodistrikt Pamina

Südpfalz, Baden und Elsass bilden seit XXX den deutsch-französischer  Zweckverband Pamina. Sein Name ist ein Akronym, gebildet aus Palatinat (Pfalz), Mittlerer Oberrhein und Nord Alsace (Nordelsass). Auf seiner 6.000 qkm großen Fläche leben 1,6 Millionen Menschen. Rund 16.000 von ihnen sind Grenzgänger und pendeln täglich über die Grenze zur Arbeit.
www.eurodistrict-pamina.eu

Institut français Karlsruhe

Im deutsch-französischen Kulturzentrum Karlsruhe sitzt auch das IF Karlsruhe, da dort den Spracherwerb mit Kursen und Mediathek fördert und auch Sprachprüfungen abnimmt.
https://karlsruhe.institutfrancais.de

Stiftung Centre Culturel Franco-Allemand Karlsruhe

Sinnlich und intellektuell, in der Kunst und im Diskurs, bei Gesprächen, Ausstellungen und Feiern will das Kulturzentrum in der Postgalerie er Kaiserstraße den deutsch-französischen Austausch stärken. Und das heißt für seine Wiener Direktorin Marlène Rigler nicht nur mit dem nahen Elsass. Sondern: Lust machen auf die gesamte Frankophonie, und damit alle Länder, in denen Französisch eine der Landessprachen ist.
http://ccfa-ka.de

Buchtipp

Karlsruhe – Nancy

Karlsruhe-Nancy gehört zu den ältesten und erfolgreichsten deutsch-französischen Städtepartnerschaften. Ihre Geschichte haben die Partner in diesem Band zweisprachig dokumentiert.  Eine kurze Darstellung und eine bebilderte Ereignischronik machen die Entwicklung von der Versöhnungs- zur Projektpartnerschaft in einem europäischen Städtenetzwerk nachvollziehbar. 20 Interviews geben Einblicke in die Vielfalt individueller Begegnungen im Rahmen der Jumelage. Wer mag, kann hier* online bestellen.

Stadt Karlsruhe, Stadt Nancy: Karlsruhe – Nancy. INFO Verlag 2005. ISBN 978-3881904087

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Wie viel Frankreich steckt in Deutschland? Das hat euch 2018 meine Blogparade verraten, die in Kooperation mit der Vereinigung der Deutsch-Französischen Gesellschaften für Europa  (VDFG) das Jahr der Frankophonie begleitet hat. Alle bisherigen Beiträge findet ihr hier.

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4 Kommentare

    • Hallo Sabine, danke für Dein Feedback! Ich muss mal schauen, ob ich die Zeit finde – aber Ideen sammle ich schon. Lust hätte ich, die Reihe mit kleineren Orten oder gar Dörfern fortzusetzen. Muss mal in mich gehen und recherchieren! Alles Gute fürs neue Jahr! Hilke

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