Pause beim Wandern auf dem Katharerweg: v.l. Claudia Schmalenbach und Christine Neuert auf der Terrasse der Brasseriees Deux Moi Z'elles in Saint-Paul-de-Fenouillet. Foto: privat
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Unterwegs auf dem Katharerweg

„Mein Frankreich“ ist nicht nur Titel meines Blogs, sondern auch Programm: Ich möchte möglichst viele von euch animieren, euer Frankreich vorzustellen. Mein Frankreich – was bedeutet das für euch? Viele haben schon bei dieser Reihe mitgewirkt. Diesmal stellt Claudia Schmalenbach ihr Frankreich vormit einer Wanderung auf dem Katharerweg.

Wir sind Christine Neuert und Claudia Schmalenbach – zwei begeisterte Wanderinnen, die ihre Leidenschaft für die Natur und das Unterwegssein teilen.

Meine Freundin Christine Neuert, 68 Jahre alt, ist in Bayern aufgewachsen, lebt aber inzwischen schon über 30 Jahre im Ruhrgebiet. Zu ihren großen Leidenschaften gehört das Wandern: Früher unternahm sie Tagestouren in den Alpen, den Schweizer Bergen und den Dolomiten. Durch ihre Freundin Claudia entdeckte sie ihre Begeisterung für mehrtägige Rucksacktouren. Auch Langstrecken-Märsche gehören zu ihren Herausforderungen: Bisher hat sie dreimal die 100 Kilometer gefinisht und viele 50-Kilometer-Strecken absolviert. Im nächsten Jahr wollen Christine und Claudia gemeinsam die 100-Kilometer-Strecke rocken.

Ich bin Claudia Schmalenbach, 61 Jahre alt, gebürtig aus Duisburg-Homberg, und heute wohne ich noch immer noch im Ruhrgebiet. Draußen zu sein, war schon immer mein Element: Laufen, Wandern, Schwimmen, Rad- und Motorradfahren bereiten mir Freude. Zusammen mit Christine laufe ich gerne auch mal Langstrecke – 42 Kilometer, 50 Kilometer und mehr. Am liebsten packe ich jedoch meinen Rucksack und wandere tagelang, gerne durch Frankreich, aber auch in Deutschland, Portugal und Spanien. Wenn es kalt wird, stricke ich auch schon mal Socken.

Wandern in Frankreich

Ich bin schon einige Wege in Frankreich gewandert: den Chemin Stevenson,  einen Teil der Via Podienses von Le Puy-en-Velay nach Cahors und viele andere Routen. Manchmal bin ich zu zweit unterwegs, aber auch gerne mal alleine. Die GR 367, wie der Katharerweg ( Sentier Cathare ) auch heißt, war auch alleine geplant. Christine, eine Freundin, war aber so begeistert von der Idee, dass sie mit gewandert ist.

Der Weg ist fordernd, aber mit etwas Kondition machbar. Inklusive der Zusatztage waren es zirka 210 Kilometer mit insgesamt 5.380 positiven Höhenmetern (HM), runter waren es 5.180 Höhenmeter. Es gibt zwei Varianten, Nord und Süd. Wir haben uns für die Südroute entschieden, wie wir finden, die landschaftlich schönere Tour.

Leider war es sehr, sehr heiß – und die Bremsen haben nur auf uns gewartet. An allen kühlen Orten mit Wasser waren sie zahlreich vertreten, und Pausen waren kaum möglich. Das war bei den Höhenmetern und den hohen Temperaturen eine Herausforderung.

Der Weg ist wunderschön, abwechslungsreich und wenig frequentiert. Die Etappen sollten gut geplant werden, da es nicht überall die Möglichkeit zum Einkaufen gegeben ist. Wasser ist kein Problem, es gibt Wassertaps, die im Reiseführer angegeben sind. 

Die Unterkünfte haben wir alle vorgebucht. Dies ist in den Ferien dringend zu empfehlen, da es in manchen Orten nur sehr begrenzte Möglichkeiten gibt. Sehr zu empfehlen ist die Unterkunft in Quirbajou. Florence hat uns sehr lecker versorgt und uns herzlich empfangen. Wir haben uns pudelwohl gefühlt. In Roqufeuille haben wir im Tipi übernachtet und am Abend sehr gut gegessen: Oh Rendezvous Gîte d’étape, sehr zu empfehlen. In Montségur haben wir privat im Gîte Serrat übernachtet. Das Essen war hervorragend und der Empfang herzlich.

Die verrückteste Unterkunft war in Comus der Giîe de Presbytere. Anfang Juli war die Deko noch sehr weihnachtlich, die Vorhänge und Tischdecken in Rot mit Elchen und vielen Stofftieren ausgestattet. Auch da war der Empfang herzlich. In Tuchan ist das Gîte San Roche zu loben. Theo hat uns dort empfangen.

Er spricht Englisch, Spanisch, Französisch und ich weiß nicht was sonst noch …. Leider endet unsere Wanderung in Tuchan. Das Großfeuer bei Narbonne macht uns die Ankunft in Port-la-Nouvelle schwer. Wir haben zwei Tage in Tuchan verbracht. Die Aussicht vom gîte, knapp drei Kilometer außerhalb vom Ort, war traumhaft. Für mich die Toskana Frankreichs. Da hätte ich alt werden können. 

Katharerweg / Sentier Cathare : die Etappen im Detail

Tag 1: Foix – Roquefixade

20 km 940 HM rauf, 570 HM runter. Übernachtung im gîte von Roquefixade (??)

Tag 2: Roquefixade – Montségur

17 km 880 HM  rauf, 680  runter. Pause in Montferrier, super Café 

Tag 3: Montségur –  Comus

20 km 810 HM rauf. 560 HM runter
Gorges de Frau, wunderschön

Tag 4: Comus –  Roqufeuille 

Badesee in Belcaire, Route abgeändert, 13 km, entspannter Tag. 340 HM rauf, 620 HM runter

Tag 5: Roqufeuille – Puivert

22 km 260 HM rauf, 670 HM runter. Der letzte Teil des Weges schattenlos durch die Felder. Zur Belohnung konnten wir im See baden.

Tag 6: Puivert – Quirbajou

Wir sind erst ab Nebias gelaufen. Christine hatte Probleme mit dem Rücken. 15 km, 630 HM rauf. 400 HM runter. Wunderschöne Etappe. 

Tag 7:  Quirbajou – Axat – Aigues Bonnes 

18 km – eigentlich war eine Zugfahrt mit dem Train Rouge geplant. Leider fuhr dieser aber nicht. Die Zeit zum Laufen war zu knapp, also mit dem Bus von Axat nach Lapadrelles und eine tödliche Strecke bergauf nach Aigues Bonnes. Das Abendessen und die Dusche haben wir uns verdient.

Tag 8. Aigues Bonnes – Saint-Paul-de-Fenouillet

12 km, 170 HM rauf, 420 HM runter. Ab Caudies-de-Fenouillèdes mit dem Bus bis nach Saint-Paul-de-Fenouillet.

Tag 9: Saint-Paul-de-Fenouillet – Duilhac-sur-Peyrepertuse

20 km 690 HM rauf, 570 HM runter.
Eine der schönsten Etappen durch die Gorges du Galamus. Wir sind nicht ganz die Original-Route gewandert. Wunderschön am Pla de Brezon, Pause zu machen. Der gîte bietet keine Verpflegung, und es gibt nur einen Bäcker, der spät öffnet. Am Abend gab es die Möglichkeit, in zwei Restaurants zu speisen.

Tag 10: Duilhac – Tuchan

20 km, 450 HM rauf, 420 HM runter
Eine schöne Etappe mit Einkehrmöglichkeit auf zirka halber Strecke. Es war nicht mehr so heiß, dafür blies uns die Tramontane fast vom Berg.

Hier endete unser Senthier de Cathare leider. Wir haben noch eine Tour durch die Gorges de la Carança gemacht und sind von Port-la-Nouvelle zum Cap Leucate gewandert. Das zu umrunden lohnt sich auch. 

Es war eine tolle Erfahrung! Bei Fragen dürft ihr mich gerne kontaktieren. Ich habe die Route mit Komoot aufgezeichnet.

Der Beitrag von Claudia Schmalenbach ist ein Gastartikel in einer kleinen Reihe, in der alle, die dazu Lust haben, ihre Verbundenheit zu Frankreich ausdrücken können. Ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit Frankreich, Erlebnisse, Gedanken. Ihr wollt mitmachen? Dann denkt bitte daran: 

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  • Vor der Veröffentlichung erhaltet ihr euren Beitrag zur Voransicht für etwaige Korrekturen oder Ergänzungen. Erst, wenn ihr zufrieden seid, plane ich ihn für eine Veröffentlichung ein. Merci !

Ich freue mich auf eure Beiträge! Alle bisherigen Artikel dieser Reihe findet ihr hier.