K’fee K’nelle: Crashkurs in Kreolenküche


Zum Aperitif schenkt sie eisgekühlten Guajilote-Saft ins Glas. „Wollt ihr ihn pur – oder lieber mit Rum?“ Dazu reicht sie als Amuse-bouche knusprige Acras aus der Pfanne, kleine Bällchen mit Fisch oder Gemüse. Als Vorspeise folgt feinste Foie Gras, französische Stopfleberpastete.

Beim Hauptgang umhüllt geraspelte Brotfrucht den Wolfsbarsch, der neben einem Gratin aus Yamswurzel ruht. Auch beim Dessert flirtet die Exotik der Karibik mit einem Klassiker der Haute Cuisine. Mousse au Chocolat an Meringue mit Mango. Denn wir sind auf Martinique – und erhalten bei einem Koch-Atelier von Claire-Marie Dubois (42) einen Blitzkurs in kreolischer Küche. Dass dabei fast alle bio, meist von der Insel und stets glutenfrei ist, macht die kulinarische Lehrstunde noch interessanter.

 

Den „Loup des Caraïbes“ hat Xavier Suivant direkt vor Kursbeginn nur einen Steinwurf von ihrem Anwesen entfernt aus den türkisblauen Fluten der Baie Robert gezogen. Mit schnellen Scherenschnitten entfernt Madame die Flossen, schneidet Rückenmark und Innereien heraus und füllt das feste, saftige Fleisch mit einem Mix aus rohem Thunfisch, mildem Chili (Piment végétarien), Frühlingszwiebeln und Petersilie. Erst jetzt sind wir Hobbyköche dran. „Raspelt die Brotfrucht!“

Ratlos wandern die Blicke umher. Die Kreolin lacht, greift in den Gemüsekorb und holt eine grüne, fußballgroße Kugel voller Noppen hervor. „Voilà. Das einzige Gemüse, das auf großen Bäumen wächst! Einfach grob reiben, Maniok-Mehl, Ei und Salz untermengen, und dann den Fisch zentimeterdick ummanteln!“

Gelernt hat sie das Kochen „auf dem Kontinent“ – im Stammland des Pays Outre-Mer Martinique: Frankreich. Dort hat sie in Paris die renommierten Kochschule Ferrandi in Paris besucht – rund  6800 Kilometer von ihrer Insel entfernt. Und doch mitten in der Heimat. Martinique gehört zu den französischen Antillen, hat den Euro – „und das viel bessere Wetter.“

Marie-Claire lacht und holt ein dickes Buch voller Fotos und Rezepte hervor. Darin hat sie nach ihrer Ausbildung und Stationen als Küchenchefin in Paris und auf der Antillen-Insel Saint-Barthélemy ihre Kochphilosophie festgehalten. Französische Perfektion in der Zubereitung, unglaublich vielfältige exotische Zutaten und Mut zu kreativen Ideen paaren sich dort zu Rezepten, die mir schon beim Lesen und Betrachten der Bilder das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. K’fee K’nelle … die reinste Verführung!

Wie gerne würde ich länger bleiben in ihrer weißen Villa hoch über der Bucht, in der sich farbenfroh gemütliche Gästezimmer eingerichtet hat, umgeben von Mangroven und tropischen Pflanzen. Doch der Tisch ist abgedeckt, und der Kapitän des Bootsshuttles drängt auf Eile. „Wenn ihr nicht nass werden wollt, müssen wir jetzt los.“ Am Himmel ballen sich bereits wieder die Wolkenberge….

Kochen wie Claire-Marie: meine Tipps

Das Kochbuch

K’fee K’nelle

Die hohe Küche der Inseln – das ist die Magie der kreolischen Aromen, der Reichtum der Früchte und die schier unglaublich Vielfalt der Erzeugnisse vom Land und dem Meer.  Gepaart mit dem perfekten Handwerk von Marie-Clair Dubois und ihrer Lust am Experimentieren, ihrem Bewusstsein für gesunde, moderne Ernährung und ihrem Streben nach Nachhaltigkeit vereint ihr Kochbuch Inselkultur und Kochkunst, lädt zum Streifzug durch die Karibikküche und macht Lust, sich sofort an den Herd zu stellen und ihre Rezepte nachzukochen.
Erscheinungsjahr: 2016, ISBN: 9782812315558, Format: 268×317 mm, Seiten: 320, Preis: 59.90 €

Kochen, Kost & Logis

Zwei Gästezimmer mit eigenem Bad, schnelles WLAN und auf Wunsch Massagen vor Ort: Das Gästehaus, das Erwachsenen vorbehalten ist, verwöhnt nicht nur mit exzellenter Küche!
• 28 – 150 Lotissement Pointe Hyacinthe,  Hyacinthe, http://kfee-knelle.french-west-indies-hotels.com/de/#rooms. Buchbar auch auf Booking.com und anderen Plattformen.

Alle Infos zu den Kochkursen von Marie-Claire Dubois findet ihr auf dieser Webseite.

Offenlegung

Die Karibikinsel Martinique entdeckte ich auf einer Pressereise, die das staatliche französische Fremdenverkehrsamt ATOUT France, das CMT FRANCE-EUROPE und das COMITÉ MARTINIQUAIS DU TOURISME veranstaltet haben. Den Hotels und anderen Unterkünften, in denen ich wohnen durfte, den Restaurants und besuchten Orten und Stätten sagte ich herzlichen Dank für ihre Unterstützung.

Unglaublich kenntnisreich, hilfsbereit und herzlich war auch die Fremdenführerin Veronika Kuster Kudrna, die uns die gesamte Reise über begleitetet hat.  Auch ihr sage ich „merci“ und herzlichen Dank. Einfluss auf meine Blogberichte hat die Unterstützung meiner Reise nicht. Ich berichte subjektiv, wie ich es erlebt habe, mache kein Merchandising und werde erst recht nicht für meine Posts bezahlt.

Schickt mir eure Kommentare!