Kochen ist Chefsache – comme un chef

Im letzten Jahrzehnt hat das Kochen das Fernsehen erobert. Seit einigen Jahren wogt die Kochwelle auch in den Kinos. Nach Bella Martha, die das den Spagat zwischen Starköchin und Part-Time-Mutter thematisierte, Fatih Akins Szenestreifen Soul Kitchen über ein Restaurant in einer Wilhelmsburger Industriehalle und dem Animationsfilm Ratatouille über eine kochbegeisterte Ratte in Paris kommt nun aus dem Mutterland der Gourmets mit Daniel Cohens Kochen ist Chefsache eine Komödie, die vor allem durch die mitfühlende Darstellung ihrer Charaktere und viel Charme besticht.

Kochen – eine Beruf mit harten Bandagen

Und dem wieder einmal wundervollen Jean Reno. Er spielt  Alexandre Lagarde, Frankreichs berühmtesten Sternekoch – bewundert, erfolgreich, eine Legende. Seit kurzem muss er sich aber vor allem mit Stanislas Matter (Julien Boisselier) herumschlagen, dem neuen Boss der Finanzgruppe, der sein Gourmetrestaurant angehört.

Stanislas will Alexandre durch den jungen britischen Cyril Boss ( James Gerard) – hatte Cohen den jungen Gordon Ramsay im Hinterkopf? –  ersetzen, dem allerdings die Edelgastronomie weniger am Herzen liegt als die Molekularküche im Reagenzglas.

Dass dem alten Hasen die kulinarischen Ideen ausgehen, ist jedoch fast noch schlimmer. Schließlich muss er ein sagenhaftes neues Menü kreieren, um den Gastro-Kritiker vom Guide Michelin zu überzeugen.

Da läuft ihm Jacky Bonnot (Michëal Youn) über den Weg – jung und hitzköpfig, aber ein echter Könner am Kochtopf, der sein Talent bisher in lausigen Bistrojobs und als Maler vergeudete.

Es scheint, als hätte Alexandre mit Jacky den idealen Komplizen gefunden. Bei allem Humor berührt der Film ein Thema, das in Frankreich in den letzten Jahren immer wieder seinen Niederschlag fand, in denen hochdekorierte Spitzenköche wie Bernard Loiseau, Alain Senderens, Marc Veyrat und Olivier Rollinger aus Cancale ihre Sterne zurückgaben, um wieder ohne Druck, aber mit viel Freude zu kochen oder einfach nur entspannter das Leben zu genießen.

Einer der Drehorte: Ferrandi

Gedreht wurde in der Kochschule Cuisine Grégoire Ferrandi, wo die Schauspieler binnen einer Wochen das wahre Leben eines Spitzenkochs kennenlernten. Ihr Lehrherr: Alain Ducasse. In Frankreich war am 7. März 2012 Kinostart, zwei Wochen später kam die dokumentiertemit nüchternem Blick Paul Lacoste mit Entre les Bras den Alltag in einem Gourmetrestaurant, das von Vater und Sohn betrieben wird. In Deutschland läuft „Kochen ist Chefsache“ am 7. Juni  an.

http://comme-un-chef.gaumont.fr

© Filmphotos: Gaumont

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