Postkarte aus … La Chaise-Dieu

La Chaise-Dieu: La Chaise-Dieu: im Symbialys. Foto: Hilke Maunder
Die schräge Alternative zur Abtei: das Symbialys. Foto: Hilke Maunder

La Chaise-Dieu. Der Sitz Gottes. Mitten in der Weite der sanft gewellten Landschaft von Haute-Loire findet ihr ihn. Streng, hart und abweisend, fast wie ein Gefängnis des Glaubens, wirkt die Abtei. Ein hoher, kantiger Turm ragt aus dem klotzigen Bau hervor, fast wie ein Wachtturm.

Blick auf die Abtei. Foto: Hilke Maunder
In La Chaise-Dieu könnt ihr direkt vor der Abtei parken. Foto: Hilke Maunder

Das Reich des Glaubens

Kalt und streng wirkt auch die Abteikirche von La Chaise-Dieu. Gotik und Romanik vermischen sich in ihr. Tugenden und Laster zieren die 144 Eichenstühle der Geistlichen im Chor. An den Außenwänden des Chors trägt der Teufel Arme und Reiche ins gleiche Jenseits.

Die Abteikirche von La Chaise-Dieu. Foto: Hilke Maunder

Wenn man in den entferntesten Ecken des Kreuzganges steht und flüstert, kann man es gegenüber deutlich hören und verstehen. Unheimlich.

In La Chaise-Dieu steigt der Gläubige die Stufen zu Gott empor… Foto: Hilke Maunder

Das Reich der Fantasie

Unheimlich… das scheint La Chaise-Dieu zu lieben. Und auch Pascal Simonutti. Gleich gegenüber der Kirche hat er an der Place de l’Abbaye mit Symbialys das wohl ungewöhnlichste Café Frankreichs eingerichtet. Teuflisch gut und schön schräg.

… oder dreht sich an der Treppe um, überquert den Platz, öffnet eine Tür – und trifft auf  Pascal Simonutti vom Symbialys. Foto: Hilke Maunder

Wie der Escape Room, den ihr vom Café aus durch einen Kleiderschrank betreten könnt. Noch… denn Simonutti will umziehen in den Süden. In die Sonne. La Chaise-Dieu wäre dann um eine Attraktion ärmer.

Tierisch schräft: das Café-Escape Room Symbialis. Foto: Hilke Maunder
Drachenpisse, unsterbliches Gift und Vampirblut: die Sirupauswahl im Symbialys. Foto. Hilke Maunder
Statt Teebeutel gibt es im Symbialys Teeblüten, die sich im warmen Teewasser langsam öffnen. Foto: Hilke Maunder
Als Gast könnt ihr euch mit den Requisiten verkleiden. Foto: Hilke Maunder
Durchgestylt bis zum Teelöffel…. Foto: Hilke Maunder

Doch dann bleibt ja immer noch das Barockfestival, das von Mitte August bis Mitte September die Musikliebhaber von weit her nach La Chaise-Dieu lockt. Und der Charme eines authentischen Dorfes in der Diagonale du Vide, mitten im Département Haute-Loire.

La Chaise-Dieu: das kleine, arme Dorf im Schatten der großen, reichen Abtei.

Foto: Hilke Maunder
Die Abteikirche mit ihrer ungewöhnlichen Turmspitze. Foto: Hilke Maunder

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In der Nähe

La Chaise-Dieu liegt rund 40 km nördlich von der Welterbe-Stadt Le Puy-en-Velay, Ausgangspunkt von Via Podiensis und Chemin Stevenson. Hier habe ich ihre Top-Ten-Sehenswürdigkeiten vorgestellt.

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11 Kommentare

  1. Hallo Hilke,
    Dein Bericht von La Chaise-Dieu weckt Erinnerungen an einen Traum-Urlaub vor vielen Jahren. Bourg-en-Bresse, erster Besuch in Le Puy( wir waren begeistert)Brioude, Blesle, Salers, La Chaise-Dieu…die ganze Region dieses Teil’s der Auvergne….
    Danke für diese Reportage, wie immer sehr interessant!
    Sonnige Grüße von der Nahe,
    Siegrid

    • Hallo Siegfried, wie schön! Le Puy lese ich gerade Korrektur, der Beitrag soll am 2. 6. laufen. Ich bin auch total begeistert vom Ort… hatte nicht damit gerechnet, dass er so vielseitig und bunt ist… ein traumhaftes Städtchen. Vorher Le Puy kommt noch Mende… :-).
      Und wenn Du die Auvergne so gerne magst, dann guck doch mal hier: https://meinfrankreich.com/auvergne/
      Ich freue mich über Ergänzungen und Tipps oder Erlebnisse! Auf der Startseite meines Blogs findest Du übrigens eine Landkarte… reist da doch mal virtuell durchs Land, bis hoffentlich am 15. Juni die Grenzen wieder aufgehen. Des Bises! Hilke

  2. Eine sehr starke Beschreibung dieses kleinen Ortes, es wird um das Café ärmer werden – eigentlich schade. Dass um die Klöster herum schon immer bittere Armut herrschte, das ist bekannt und es macht mich immer wieder fragend und traurig.

  3. bon jour hilke,
    mit großem Interesse verfolgen wir seit 4 wocen deine beiträge, weil wir uns nützliche Infos zur einreise bekamen. leider liegt unser Sommersitz seit 31jahren am golf du Morbihan, Zone vert, aber bekamen keine einreise. auch nicht als Hausbesitzer mit nötigsten Baumaßnahmen, wegen einem wasserverslust am versorgerschacht, laut SAUR.
    hoffen, ab dem 15.6 dann in die geliebte bretagen zu dürfen, da wir dort einen Jumelage seit über 40 jahren und gute freunde haben
    einige deiner bereichte haben wir verschlungen, manche punkte kennen wir auch durch ausflüge- pyreneen, route Napoleon bis antibes, gorge du tarn – Dordogne und über montpellier nach millau und weiter über cocnac und la rochelle, ein tolles land.
    grüße vom schwarzwald rand und im schatten der Hohenzollernburg marita und Charly.

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