Bettentest: La Pommeraie in Westrehem

Béatrice empfängt euch in ihrem stattlichen, wunderschön renovierten Landhaus. Hilke Maunder
Béatrice empfängt euch in ihrem stattlichen, wunderschön renovierten Landhaus. Hilke Maunder

La Pommeraie heißt es, und der Name passt perfekt: Das chambre d’hôtes befindet sich inmitten eines kleinen Obsthains mit alten Apfelbäumen. Solide aus Backstein gebaut, mit hellem Stein als Schmuck ist ihr Landhaus. Drinnen birgt es eine der schönsten Privatunterkünfte, die ich in Frankreich kenne.

Kennengelernt habe ich es an einem völlig verregneten Tag. Nach Wochen der Hitze pladderte der Regen in dicken Tropfen gegen die Windschutzscheibe, und nur schemenhaft konnte ich erahnen, wohin mich die Buchung über ein bekanntes Portal gebracht hatte. Westrehem: ein Bauerndorf auf dem Meridian von Paris. 115 Meter über dem Meeresspiegel auf einem Plateau gelegen, rund 15 km entfernt von Aire-sur-la-Lys.

Eure Gastgeberin: Béatrice Foto: Hilke Maunder
Eure Gastgeberin: Marie-Béatrice Decroix Desbuquoi. Foto: Hilke Maunder

Göttlich logieren im Gutshaus

Rundherum erstreckt sich bis an den Horizont Ackerland: Weiden mit Milchvieh, Felder mit Raps und Weizen. Und auch Béatrice ist tief im Bäuerlichen verwurzelt. Ihr Mann Luc Desbuquois war Landwirt, ihr Sohn ist es. Doch das Haus versprüht geradezu Pariser Charme.

Der Aufgang ins Obergeschoss. Foto: Hilke Maunder
Der Aufgang ins Obergeschoss. Foto: Hilke Maunder

Es ist ein altes Landhaus, zweigeschossig, mit Kieselauffahrt, die knirscht, wenn man sie befährt – und Béatrice verrät: Gäste! Im linken Flügel wohnt sie mit ihrem Mann.

Im rechten Flügel befinden sich im Erdgeschoss das Wohn- und Esszimmer für die Gäste. Eine hölzerne Treppe führt hinauf ins Obergeschoss mit den drei Gästezimmern. Kleine Info nebenbei: Für chambres d’hôtes gilt in Frankreich eine Obergrenze von fünf Zimmern.

Trendig nostalgisch

Zimmer eins. Foto: Hilke Maunder
Zimmer eins: la chambre Granny. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Jedes der drei Zimmer ist individuell eingerichtet und angenehm geräumig. Ihr Stil ist ein nostalgisch geprägter Zeitgeist-Schick mit liebevoll ausgesuchten Dekorationen, Erbstücken der Familie und modernen Landhaus-Elementen. Nachts lassen sich die Fenster mit elektrischen Rollos verdunkeln.

Zimmer zwei. Foto: Hilke Maunder
Zimmer zwei: la chambre Melrose. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Doch das Beste sind die Betten: Sie waren so lang, dass endlich mal nicht meine Füße am Fußende raushingen. Und herrlich breit. Die Matratze war fest, aber zugleich angenehm liegeweich. Doch die eigentlichen Glücksgefühle bescherte die Bettwäsche: glatte, kühle Baumwolle, samtig weich wie Seide – herrlich!

Zimmmer drei. Foto: Hilke Maunder
Zimmer drei: la chambre Gala. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Sich wie zuhause fühlen

Der gleiche hochwertige Komfort zeichnet auch die Bäder aus. Den Salon mit dem großen Esstisch teilen sich alle Gäste. Auf dem Sideboard stehen neben dem Wasserkocher Tee, Kaffee und Kakao; unter einer Glashaube liegen einige süße Leckereien.

Der Salon. Zum Garten hin folgt eine Terrasse. Foto: Hilke Maunder
Der Salon. Zum Garten hin folgt eine Terrasse. Foto: Hilke Maunder

Hier serviert Béatrice morgens das Frühstück: mit frischem Baguette, Croissant und pain au chocolat, Fruchtsaft, hausgemachter Konfitüre und einem köstlichen Käse-Trio ihrer Heimat. So gut gestärkt, könnt ihr bereits in der nächsten Umgebung viel entdecken.

An diesem Tisch wird das Frühstück serviert. Es war so köstlich, dass ich schlichtweg vergessen hab, es zu fotografieren. Foto: Hilke Maunder
An diesem Tisch wird das Frühstück serviert. Es war so köstlich, dass ich am Morgen es schlichtweg vergessen habe, es zu fotografieren. Foto: Hilke Maunder

Tor zu tollen Ausflügen

Das Landhaus ist mitten im ländlichen Französisch-Flandern gelegen. Wer gerne wandert oder radelt, kann vor der Haustür startet. Mich haben die folgenden Orten in der Nähe begeistert.

Hesdin

Der Belfried von Hesdin. Foto: Hilke Maunder
Der Belfried von Hesdin. Foto: Hilke Maunder

Die Kleinstadt Hesdin liegt genau dort, wo die Ternoise in die Canche mündet. Von weitem ist der Belfried zu sehen, der das Rathaus überragt – und zum Welterbe dieser Glockentürme Nordfrankreichs gehört. Es lohnt sich, in Hesdin das alte Zentrum zu entdecken und durch die Gassen jenseits des großen Platzes vor dem Rathaus zu schlendern.

Das Stadttheater im Rathaus. Foto: Hilke Maunder
Das Stadttheater im Rathaus. Foto: Hilke Maunder

Der Belfried ist baufällig und darf daher deshalb nicht bestiegen werden. Doch ein kleines Museum präsentiert den Kerker … und ausgewählte Ausstellungen zur Stadtgeschichte. Von dort aus könnt ihr auch das Stadttheater besichtigen, das sich ebenfalls im Rathaus befindet – wie in Le Havre oder Toulouse.

Kunst im öffentlichen Raum – temporär ausgestellt in Hesdin. Foto: Hilke Maunder
Kunst im öffentlichen Raum – temporär ausgestellt in Hesdin. Foto: Hilke Maunder

Aire-sur-la-Lys

Der Ort war die Überraschung.  Denn integriert ins Rathaus sind Les Hallettes. Ah, kleine Markthallen, dachte ich. Doch falsch. Drinnen versteckt sich die Stadtbibliothek.

Die Stadtbibliothek von Aire-sur-la-Lys ist ein Juwel für Bücherliebhaber. Foto: Hilke Maunder
Die Stadtbibliothek von Aire-sur-la-Lys ist ein Juwel für Bücherliebhaber. Foto: Hilke Maunder

Und jene lohnt einen Besuch. Sie birgt alle Lokalzeitungsausgaben seit 1841 sowie eine faszinierende Sammlung historischer Bücher von Musik bis Reise. Die Bibliothekarin kennt sie alle – und ist unglaublich kompetent!

Auch die Abteilung "Reise" ist vertreten - und lässt mit Veteranen von einst träumen. Foto: Hilke Maunder
Auch die Abteilung „Reise“ ist vertreten – und lässt mit Veteranen von einst träumen. Foto: Hilke Maunder

Marais Audomarois

Der Marais Audomorois ist der Spreewald von Nordfrankreich. In Clairmarais bei Saint-Omer startet Kahnfahrten. Wer Lust hat, kann diese faszinierende amphibische Landschaft auch auf eigene Faust mit dem Kanu entdecken.

Im <em>Marais Audaramarois</em>. Foto: Hilke Maunder
Im Marais Audoramarois. Foto: Hilke Maunder

Info: La Pommeraie*

• 52, Rue d’Hesdin, 62960 Westrehem, Tel. 03 21 26 17 48, mobil  06 70 45 23 24, Mail: beatricedesbuquois@gmail.com, Facebook: www.facebook.com/lapommeraielysromane

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