La Réunion: Anni’s ganz persönliche Top Ten

Ile de la Reunion. Das Landesinnere. Credits_Anni Zettl
Ile de la Reunion. Das Landesinnere. Credits_Anni Zettl

Ich freue mich immer über Gastbeiträge – und ganz besonders über Ecken, die ich noch gar nicht kenne. Wie La Réunion. Dieser Zipfel Frankreich steht noch ganz oben auf meiner Wunschliste. Und dank der Top Ten von Anni Zettl ist die Île de La Réunion jetzt auf dem obersten Platz gelandet.


Bonjour!

Ich bin Anni, 15 Jahre alt und gerade mehr als 10.000 Kilometer entfernt von meinem Heimatland und meiner Familie. Wo genau? Auf einer französischen Insel. Ich gebe zu, mehr wusste ich auch nicht, als ich die Anzeige meiner Austauschschülerin gelesen habe. Mein erster Gedanke, cool Meer. Mein zweiter Gedanke, liegt bestimmt Richtung Bretagne. Naja fast, nur etwa 10.000km weiter südlich. Kann ja mal passieren… Diese Insel, von der ich spreche, liegt mitten im Indischen Ozean, genauer gesagt zwischen Madagaskar und Mauritius und nennt sich Île de la Réunion. Das ist eines der französischen Übersee-Départements und bildet damit also, wenn man so will, den südlichsten Teil Frankreichs! Ich lebe hier mittlerweile schon seit mehr als Monaten im Süden der Insel in einer Gastfamilie, besuche zusammen mit meiner Austauschschülerin ein Lycée und lerne fleißig die französische Sprache. Natürlich erlebt man da so einiges, wenn die Kulturen von Indien, Madagaskar, Afrika, Frankreich, Asien, ach eigentlich von überall her, aufeinandertreffen und es dazu noch eine wirklich einzigartige Landschaft zu entdecken gilt.

Hier kommt meine ganz persönliche Top-Ten-List!

1. Les Makes

Les Makes ist ein Dorf in den Bergen, also Richtung Inselinneres. Wir haben dort eine kleine Wanderung gemacht, was bei der Hitze und Luftfeuchtigkeit allerdings ziemlich anstrengend werden kann. Der erste Teil ging nur bergauf bis ganz nach oben auf eine Art Aussichtsplattform. Wir waren vormittags unterwegs, da Richtung Mittag Wolken kommen. Mir stockte echt der Atem, als ich das letzte Stück Weg dorthin gelaufen bin und ich diese Aussicht entdeckt habe. Ich habe mit vielem gerechnet, aber nicht mit dem!

2. Cilaos

Cilaos ist ebenfalls ein Dorf in den Bergen, diesmal aber mitten in der Aussicht, die man von Les Makes aus hat. Ich glaube, ihr könnt euch vorstellen, dass es eine halbe Ewigkeit dauert, die Straße mit den gefühlten zehnausend Kurven hochzufahren. Wir sind aber wieder nicht im Dorf geblieben, sondern sind bis zu einem Wasserfall weitergewandert. Das Wetter hat es diesmal ein wenig zu gut mit uns gemeint und ließ uns in der prallen Sonne schwitzen. Wolkenfreier Himmel ist in der Höhe am Nachmittag vor allem im Sommer extrem selten auf La Réunion, aber so hatten wir wenigstens eine fantastische Wanderung durch eine tolle Landschaft.  Am Wasserfall angekommen, bin ich dann so ziemlich sofort in das Wasser gerannt und habe die Erfrischung genossen. Das Wasser muss wohl eiskalt gewesen sein, denn meine Gastfamilie hat dafür ein wenig länger gebraucht und schon nach den Füßen mit den Zähnen geklappert.

3. Le Volcan

Der Vulkan ist auch ein Must-See auf der Insel, und so „mussten“ wir da also auch hin. Leider waren wir ein wenig spät dran und am Mittag war die halbe Aussicht von Wolken versperrt. Trotzdem hat man dort das Gefühl auf einem anderen Planeten gelandet zu sein. Diese scheinbar endlose Mondlandschaft mit dem rötlich-grauen Stein hat einfach etwas ganz eigenes. Wir sind zwar nicht bis zum großen Krater gewandert, da meine Gasteltern das meinem kleinen Gastbruder nicht zutrauen, aber immerhin zu einem kleineren Krater und bis zu einer kleinen Grotte, sowie zu einem zwei Monate alten Lavastrom. Ich hätte es ehrlich gesagt nicht erwartet, aber er war noch warm!

4. Das Lavafeld im Süden

Wenn man die Straße rund um die Insel entlang fährt, gelangt man im Süden, wo der „Häuserring“, wie ich die nah aneinander gereihten Städte nenne, unterbrochen wird und eine Lavalandschaft einsetzt. Es ist wirklich eindrucksvoll und ziemlich riesig. Außerdem eine hübsche Souvenirquelle. Ich habe mir auf jeden Fall ein paar Steinchen mitgenommen. Aber Achtung, die können sehr scharf sein. Das habe ich dann auch bemerkt, als ich die Steine in der Hand hatte.

5. Cascade Langevin

Die Cascade Langevin ist, wie der Name schon sagt, eine Kaskade, versteckt zwischen urwaldbewachsenen Felshängen. Sie hat einen disneyhaften Touch und man könnte meinen, man befindet sich gerade in einem Märchenparalleluniversum. Das Wasser ist zwar eiskalt und holt einen in die Realität zurück, aber es ist wirklich glasklar!

6. Kélonia

Kélonia ist eine Meeresschildkrötenfarm in Saint-Leu. Sie besteht aus mehreren Becken, in denen Meeresschildkröten schwimmen. Zwei kann man sogar von unten anschauen und dabei gleichzeitig, nicht wortwörtlich, in die Korallenwelt eintauchen. Ich fand es wirklich beeindruckend  wie groß Meeresschildkröten werden können und ihnen so nah zu sein. Ich habe sogar mit einer ein High Five gemacht! Also, das war bevor ich die „Ne touche pas“ und „Don’t touch“ Schilder gelesen habe, wobei diese wiederum zu meiner Verteidigung nur am Becken gegenüber hingen… Vielleicht rechnen sie auch einfach nicht damit, dass sich jemand über den Zaun lehnt? Wenn die Schildkröten groß genug sind, werden sie übrigens frei gelassen, um ihren Bestand zu erhöhen, denn leider sind diese wunderschönen, atemberaubenden Tiere vom Aussterben bedroht.

7. Der Strand in Saint-Leu

Wer wortwörtlich in die Korallenwelt eintauchen will, muss noch nicht einmal viel weiter. Noch im selben Ort wie die Wasserschildkrötenfarm befindet sich ein wunderschöner weißer Sandstrand. Wenn man seine Taucherbrille nicht vergessen hat, kann man nicht weit vom Strand schon die ersten Korallen mit schillernd bunten Fischchen und auch Seegurken entdecken. Aber keine Sorge, man begegnet keinen Haien, wenn doch mal Gefahr bestehen sollte, wird man davor gewarnt! Am Abend kann man dort übrigens den wunderschönen Sonnenuntergang genießen!

8. Markt in Saint-Pierre

Eine Sache, die man in Deutschland nicht finden kann, sind eindeutig die farbenfrohen Märkte von La Réunion. Einer der größten befindet sich in Saint Pierre. Dort findet man wirklich alles, von allen möglichen „normalen“ bis hin zu tropisch angehauchten, exotischen Gewürzen und frischen Früchten, von denen man zu Teil noch nie gehört hat, natürlich auch in getrocknet, ganz zu schweigen von dem Gemüse und den Süßwaren und dann noch ein weiterer riesiger Teil für Korbwaren, Klamotten und, und, und…

9. Strand in Saint-Pierre

Einen weiteren perfekten, korallenübersäten, weißen Sandstrand findet man übrigens auch in Saint Pierre. Hier gibt es weniger Korallen und Fische unter Wasser, aber dafür jede Menge Palmen, unter denen man picknicken oder sich einfach ausruhen kann. Der Strand hat eine Barriere zum Meer hin und ist somit haifrei.  Am Mittag wird es hier allerdings extrem heiß und besser ist es am Nachmittag zu kommen.

10. Schwarzer Sandstrand

L’Étang Salé ist einer der schwarzen Sandstrände hier auf der Insel. Das liegt daran, dass La Réunion eigentlich ein Vulkan ist und somit aus der Lava auch schwarze Sandstrände entstehen können. Hier gibt es eine Badezone, eine Art Becken mit Verbindung zum Meer, in der es halbwegs haifrei ist. Richtig gehört, es besteht ein Risiko. Die Chance einem Hai zu begegnen ist aber recht gering.

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