Postkarte aus … Lassay-les-châteaux

Lassay-les-Châteaux. Foto: Hilke Maunder
Château de Lassay. Foto: Hilke Maunder

Manchmal sind es die unerwarteten Umwege, die zu den schönsten Orten führen. Oder nach Lassay-les-châteaux, einem Ministädtchen mit drei Schlössern im Département Mayenne.

Das größte von ihnen, ein wehrhafter mittelalterlicher Bau aus dem 15. Jahrhundert, war heiß umkämpft im 100-Jährigen Krieg zwischen England und Frankreich.

Lassay-les-Châteaux. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Nummer 1: Château de Lassay

1836 wollte es einer der berühmtesten französischen Schriftsteller besuchen: Victor Hugo. Der Domestik am Tor erkannte ihn, verwehrte aber den Zutritt mit folgenden Worten:  “Monsieur ne reçoit pas les vagabonds”. Der Schlossherr empfange keine Vagabunden!

Denn Hugo stand am 20. Juni jenen Jahres mit Juliette Drouet vor ihm, seiner Mätresse – und nicht seiner Gattin Adèle… So reiste das Paar unverrichteter Dinge nach Fougères weiter. Den Eindruck von Lassay indes schmälerte die Abfuhr nicht, wie die Zeilen an seine Frau verraten:

Depuis Alençon, j’ai vu Lassay, charmante petite ville demi-sauvage, plantée tout au beau milieu des chemins de traverse, qui a trois vieux châteaux, dont deux admirables que j’ai dessiné. Le troisième (Bois-Frou) n’a plus que quelques ruines situées au milieu des arbres les plus beaux et les plus farouches du Monde.”

Das Château de Lassay ist bis heute Privatbesitz. Bis 2011 führte ein hochbetagter, sehr freundlicher Hausdiener durch die Räume, der als Kind im Schloss aufgewachsen war, da sein Vater bereits dem Comte Pierre de Montalambert gedient hatte. Sein Nachfolger führt leider nur noch Gruppen von Mai bis September durch das historische Gemäuer.

Lassay-les-Châteaux. Foto: Hilke Maunder
Château de Lassay. Foto: Hilke Maunder
Lassay-les-Châteaux. Foto: Hilke Maunder
Château de Lassay. Foto: Hilke Maunder

Nummer 2: Château du Bois Thibault

Die romantischen Ruinen des Château de Bois Thibault erheben sich in der Nähe der D117 Richtung Housseau-Brétignolles aus dem Grün. Der Stammsitz der Familie Bellay aus dem 15. Jahrhundert wurde in den Religionskriegen hat umkämpft, da es Treffpunkt und Heim der “ligueurs” gewesen war.

Lassay indes stand auf der Seite der Reformation. Ein Freundeskreis bemüht sich um den Erhalt und die Restaurierung des Anwesens – und freut sich über Spenden.

Lassay-les-Châteaux. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Nummer 3: Château du Bois Frou

Nur noch sehr wenige Ruinen sind vom Château du Bois Frou an der Straße nach Niort-la-Fontaine erhalten. Aber das Wenige ist wunderschön: ein klassisches Portal mitten auf der Wiese, die einst mit wunderschönen Gärten bedeckt war.

Zum Anwesen, das der Schlossherr, der Massigkeit seines Wehrbaus im Städtchen überdrüssig, als Lustschloss auf dem Land im 17. Jahrhundert hatte anlegen lassen, führt der markierte Weg “Les 3 Châteaux”.

Lassay-les-Châteaux. Foto: Hilke Maunder
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Lassay-les-Châteaux. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

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Lassay-les-Châteaux. Foto: Hilke Maunder
Schmuck: ein Hauseingang in Lassay-les-Châteaux. Foto: Hilke Maunder

 

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