Les Albères: das östlichste Massiv der Pyrenäen

Die Albères bei Montesquieu. Foto: Hilke Maunder
Die Albères bei Montesquieu. Foto: Hilke Maunder

Les Albères bilden das östlichste kristalline Bergmassiv der Pyrenäen. Bevor es sich an der Felsküste Côte Vermeille schroff und zerklüftet ins Mittelmeer verabschiedet, teilt es mit seinen Bergen zwei Ebenen.

Das Roussillon in Frankreich und das Empordà in Spanien sind zwei ehemalige Meerbusen, die Sedimente bis zu 800 Meter hoch aufgefüllt haben.

In den Albères oberhalb von Collioure. Foto: Hilke Maunder
In den Albères oberhalb von Collioure. Foto: Hilke Maunder

Die Grenzberge soll Hannibal (247 v. Chr. – 183 v. Chr.) mit seinen Soldaten und Elefanten durchquert haben bei seinem Marsch nach Rom. Auf den Routen, die die Römer angelegt hatten, folgten viele weitere Armeen – von Philip III. dem Kühnen bis zu den spanischen Republikanern im Zweiten Weltkrieg.

Argelès-sur-Mer

Der Badeort Argelès-sur-Mer mit der Mündung der Massane. Foto: Hilke Maunder
Der Badeort Argelès-sur-Mer mit der Mündung der Massane. Foto: Hilke Maunder

In Argelès-sur-Mer enden die Sandstrände der Côte Radieuse und fallen die Ausläufer der Albères an der Côte Vermeille ins Meer. An der Purpurküste setzen sich die Berge unter der Wasserlinie umgedreht wie oben fort. Das Meer wird dort im gleichen Verhältnis tiefer, wie an Land die Berge aufsteigen.

In sicherer Entfernung vom Meer findet ihr das alte Dorf Argelès. Jeden Samstag findet dort ein großer Wochenmarkt unter freiem Himmel statt. Rechtzeitig kommen – die großen Parkplätze in der Nähe des Marktes sind rasch belegt!

Tipp: Welterbe Forêt de Massane

Buchen, wohin man schaut: die <em>Forêt de Massane</em>. Foto: Hilke Maunder
Buchen, wohin man schaut: die Forêt de Massane. Foto: Hilke Maunder

Auf dem Gemeindegebiet von Argelès liegt die 336 Hektar große  Réserve naturelle nationale de la forêt de la Massane. Ein Drittel des Naturschutzgebietes nehmen seltene alte Buchenwälder in freier Entwicklung ein.

In der <em>Forêt de Massane</em>. Foto: Hilke Maunder
In der Forêt de Massane. Foto: Hilke Maunder

Seit 28. Juli 2021 gehören sie zum UNESCO-Welterbe “Primäre Buchenwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas”. Der Wald von Massane umfasst das gesamte obere Tal der Massane.

Auch “Wald von Couloumates” genannt, reicht er von den Schluchten am Fuße des Massane-Turms bis zum Pic des Quatre Termes.

Die Ausläufer der Albères bei Argelès-sur-Mer. Foto: Hilke Maunder
Die Ausläufer der Albères bei Argelès-sur-Mer. Foto: Hilke Maunder

Sorède

In Sorède wurden einst Reitgerten gefertigt, die im ganzen Land berühmt waren: die cravaches aus dem Holz des Zürgelbaums. Auch Peitschen wurden dort einst hergestellt.

Blick über die Gärten auf Sorède. Foto: Hilke Maunder
Blick über die Gärten auf Sorède. Foto: Hilke Maunder

Die cravaches

Von den fünf Fabriken, die es zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab, ist nur noch ein Centre d’Aide par le Travail übrig geblieben, in dem Behinderte ausgebildet und beschäftigt werden. In der ESAT Les Micocouliers stellen sie wie einst Peitschen und Gerten her. Von Montag bis Freitag könnt ihr dabei zuschauen.

Der cadran solaire

Die moderne Sonnenuhr von Sorède. Foto: Hilke Maunder
Die moderne Sonnenuhr von Sorède. Foto: Hilke Maunder

Im Ortszentrum hat der Künstler Marc-André de Figuères im Auftrag des Dorfes auf dem Padre-Himalaya-Platz im Jahr 2013 einen cadran solaire geschaffen. Seine  Skulptur besitzt eine doppelte Symbolik.

Sie würdigt den Ursprung der Sonnenforschung in Sorède als Werk von Padre Himalaya und zeigt wissenschaftlich die “wahre Zeit” (Sonnenzeit) an. Infotafeln erklären an der Rue de la Caserne diese besondere Sonnenuhr.

Wer war Padre Himalaya?

Padre Himalaya hieß mit bürgerlichem Namen Manuel Antonio Gomes und war ein portugiesischer Wissenschaftler. Der Spitzname Himalaya wurde ihm von seinen Freunden an der Universität wegen seiner für damalige Verhältnisse großen Körpergröße (1,93 m) verliehen.

Der Schüler von Berthelot hat zahlreiche Erfindungen gemacht und fast 25 Patente angemeldet. Seine mathematische und optische Theorien ermöglichten ihm, bereits vor mehr als 100 Jahren ein Gerät zur Konzentration der Sonnenstrahlung zu bauen. Diesen Sonnenofen installierte er im Sommer 1900 in Sorède.

Ein Landsitz in der <em>vallée heureuse</em>. Foto: Hilke Maunder
Ein Landsitz in der vallée heureuse. Foto: Hilke Maunder

Das Tal der Schildkröten

Etwas außerhalb von Sorède lockt eine Schildkrötenfarm die Besucher. In der Vallée de la Tortue werden rund 50 Schildkrötenarten aus aller Welt vorgestellt – von der Riesenschildkröte der Seychellen bis zu französischen Landschildkröten.

Die Aussicht von den Albères auf die Ebene des Roussillon und die Berge der Corbières mit dem Pech de Bugarach. Foto: Hilke Maunder
Die Aussicht von den Albères auf die Ebene des Roussillon und die Berge der Corbières mit dem Pech de Bugarach. Foto: Hilke Maunder

Fitness mit Aussicht

Beim Mas del Cas gibt es zudem seit 2021 einen Parcours de Santé. Der 900 Meter lange Trimm-Dich-Pfad inmitten der Natur bietet sieben Trainingsmodule aus Holz und fünf Outdoor-Sportgeräte.

Danach könnt ihr an den aufgestellten Tischen picknicken und die herrliche Aussicht auf Sorède und seine Umgebung genießen. Und verpasst auch nicht den an der  Strecke installierten Solarofen!

Laroque-des-Albères

Laroque mit seiner Église Saint-Félix. Foto: Hilke Maunder
Laroque mit seiner Église Saint-Félix. Foto: Hilke Maunder

Der Name Laroque kommt von dem Wort Roca. Dieser Begriff bezieht sich sowohl auf einen Felsen als auch auf eine auf einem Felsen errichtete Burg. Bereits die Westgoten hatten in den Albères eine erste Burg errichtet.

Der Turm ist das einzige Überbleibsel des Château de Laroque. Einst diente der als Wachposten und kommunizierte durch Signale mit Elne und den Türmen auf dem Kamm der Albères.

Die letzten Überreste der Burg von Laroque. Foto: Hilke Maunder
Die letzten Überreste der Burg von Laroque. Foto: Hilke Maunder

Im Schatten der Burg entstand ein Dorf. Kreisrund ist der alte Kern der Anlage. Schon im Spätmittelalter ist es darüber hinaus gewachsen. 1285 fand der erste König von Mallorca in der Burg von Laroque Zuflucht.

Der Durchgang erinnert in Laroque an den Besuch des ersten Königs von Mallorca. Foto: Hilke Maunder
Der Durchgang erinnert in Laroque an den Besuch des ersten Königs von Mallorca. Foto: Hilke Maunder

An diesen Aufenthalt erinnert die Rue du Roi de Majorque, ein von einem Holzgerüst überdachter Durchgang mit bemerkenswert gut erhaltenen Balken.

Die Weinbar <em>Le Carignan</em>. Foto: Hilke Maunder
Die Weinbar Le Carignan. Foto: Hilke Maunder

Wein und Obst prägten Jahrhunderte lang Leben und Wirtschaft des Dorfes. Aprikosen, Mandeln, Oliven und Pfirsiche wachsen hier bis heute. Doch längst ist Laroque-les-Albères kein Bauerndorf mehr.

Sondern ein gefragter Erst- und Zweitwohnsitz. In den letzten dreißig Jahren hat es einen außergewöhnlichen Aufschwung erlebt – und dabei die Einwohnerzahl mehr als verdoppelt. Die Gentrifizierung der einst armen und dörflichen Albères ist besonders zwischen Argelès und Le Boulou deutlich zu spüren.

Die <em>Place de la République</em> mit dem Restaurant <em>Le Catalan</em>. Foto: Hilke Maunder
Die Place de la République mit dem Restaurant Le Catalan. Foto: Hilke Maunder
etail der Pfarrkirche von Laroque-des-Albères. Foto: Hilke Maunder
Detail der Pfarrkirche von Laroque-des-Albères. Foto: Hilke Maunder
Immer wieder seht ihr bemalte Hof- und Garagentore in Laroque. Foto: Hilke Maunder
Immer wieder seht ihr bemalte Hof- und Garagentore in Laroque. Foto: Hilke Maunder
Sukkulenten wie diese überstehen gut die Sommerhitze in Laroque. Foto: Hilke Maunder
Sukkulenten wie diese überstehen gut die Sommerhitze in Laroque. Foto: Hilke Maunder
In Laroque. Foto: Hilke Maunder
In Laroque. Foto: Hilke Maunder
Der Bridge-Club von Laroque. Foto: Hilke Maunder
Der Bridge-Club von Laroque. Foto: Hilke Maunder
Der Blick über Laroque hin zur Ebene des Roussillon und die Corbières. Foto: Hilke Maunder
Der Blick über Laroque hin zur Ebene des Roussillon und die Corbières. Foto: Hilke Maunder
Der Blick von Laroque Richtung Südwesten. Foto: Hilke Maunder
Der Blick von Laroque Richtung Südwesten. Foto: Hilke Maunder

Villelongue-dels-Monts

Typisch für die Albères sind seine zahlreichen romanischen Kirchen. Villelongue-dels-Monts wurde erstmals  981 erwähnt. Damals besaß das Kloster Saint-Génis-des Fontaines dort ein alleu, und damit ein freies Land, das keinem Herrn unterstand und von jeglicher Lehnsabgabe befreit war.

Im 11. Jahrhundert wird dort ein Castrum Sancti-Christophori erwähnt, eine kleine Festung auf einem Fels. Im Burghof befand sich eine Kirche. 1202 wurde eine größere und besser zugängliche Kirche am Fuße der Burg errichtet. Als Pfarrkirche des Dorfes wurde sie dem heiligen Étienne geweiht.

Die Église Saint-Étienne

Die Kirche im  klassischen Stil der katalanischen Romanik besitzt ein einziges gewölbtes Kirchenschiff, das in einer halbrunden Apsis endet. Dort zu sehen sind ein Rosenkranz aus dem Jahr 1697, der Hochaltar aus dem 18. Jahrhundert und ein Christus zwischen der Jungfrau Maria und dem heiligen Johannes aus der Zeit um 1600. Ihr quadratischer Glockenturm ist aus Ziegeln und Kieselsteinen gebaut. Seine zwei Glocken stammen aus den Jahren  1410 und  1897.

Das Priorat Santa Maria Del Vilar

Das Priorat Santa Maria Del Vilar. Foto: HIlke Maunder
Das Priorat Santa Maria Del Vilar. Foto: HIlke Maunder
Die Eingangspforte des Priorat. Foto: Hilke Maunder
Die Eingangspforte des Priorat. Foto: Hilke Maunder

Zwei Kilometer außerhalb beherbergt das Priorat Santa Maria Del Vilar seit 2005 eine rumänisch-orthodoxe Mönchsgemeinschaft. Augustiner hatten die Kloster 1083 gegründete. Bei Renovierungsarbeiten der Kirche samt Kreuzgang  wurden in der Hauptapsis mittelalterliche Fresken freigelegt.

Montesquieu-des-Albères

Montesquieu-des-Albères. Foto: Hilke Maunder
Montesquieu-des-Albères. Foto: Hilke Maunder

In der Antike führte die Via Domitia nur wenige Kilometer an Montesquieu vorbei. Um das Jahr 1080 wurde auf einem Hügel in der heutigen Ortsmitte von Montesquieu eine Burg errichtet, von der noch Ruinen zeugen. Die Burg wurde von den Herren von Sant Cristau erbaut, die später den Namen Montesquieu annahmen.

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Der zentrale Bergfried bildet ein imposantes Gebäude von 16 Metern Breite und 22 Metern Länge. Es war die Wohnung des Fürsten, an die später ein Gewölbesaal angebaut und restauriert wurde. Eine zwölf Meter hohe Mauer schützte das Ensemble.

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Von dort oben eröffnen sich weite Ausblicke auf die Albères und die Ebene des Roussillon. Was genau zu sehen ist, verrät eine Infotafel.

Beim Donjon verrät eine Infotafel, was der 360-Grad-Blick alles zeigt. Foto: Hilke Maunder
Beim Donjon verrät eine Infotafel, was der 360-Grad-Blick alles zeigt. Foto: Hilke Maunder

Die Pfarrkirche Saint-Saturnin wurde nur wenig später im Stil der Romanik erbaut und 1123 durch den Bischof von Elne geweiht. Sie ist dem heiligen Saturnin gewidmet.

Die Kirche ist heute ein Denkmal auf freiem Feld. Das Dorf entwickelte sich  in Richtung der im 11. Jahrhundert errichteten Burg, die auf einem Felsvorsprung lag und seinen Schutz gewährleistete.

Die <em>Église St-Saturnin (Església de Sant Saturní)</em> von Montesquieu-des-Albères. Foto: Hilke Maunder
Die Église St-Saturnin (Església de Sant Saturní) von Montesquieu-des-Albères. Foto: Hilke Maunder

2.000 Jahre Geschichte haben in Montesquieu-des-Albères ihre Spuren hinterlassen. Sie stellt am Eingang des Dorfes in der Grand’Rue ein Museum vor. Sein schmiedeeisernes Schild schuf der Pariser Künstler Jean-François Maugeais.

Foto: Hilke Maunder

Le Boulou

Der Tech bei Le Boulou. Foto: Hilke Maunder
Der Tech bei Le Boulou. Foto: Hilke Maunder

Das Thermalheilbad am linken Ufer des Tech ist für viele nur ein Verkehrsknoten. Gen Süden führen Autobahn und Bergstraße nach Spanien, gen Norden Autobahn und Nationalstraße nach Perpignan, gen Osten geht es nach Argelès ans Mittelmeer, gen Westen zum Thermalbad Amélie-les-Bains.

Ein Wandbild im Zentrum von Le Boulou. Foto: Hilke Maunder
Ein Wandbild im Zentrum von Le Boulou. Foto: Hilke Maunder

Östlich des Tech birgt der mittelalterliche Ortskern noch einen Wachtturm, Reste der Stadtmauer sowie die Chapelle Saint-Antoine aus dem 15. Jahrhundert. Jeden Donnerstag und Sonntag erobert von 8 bis 13 Uhr ein großer Wochenmarkt die alten Gassen von Le Boulou.

Der mittelalterliche Wachtturm von Le Boulou. Foto: Hilke Maunder
Der mittelalterliche Wachtturm von Le Boulou. Foto: Hilke Maunder

Les Cluses

Clusa heißt Engpass auf Latein, und bei Les Cluses rücken die Felsen im Rome-Tal dicht zusammen. Die Römer sicherten diesen Durchgang an der Via Domitia im dritten und vierten Jahrhundert mit mehreren Befestigungsanlagen.

Die Befestigungsreste am linken Ufer der Rome. Foto: Hilke Maunder
Die Befestigungsreste am linken Ufer der Rome. Foto: Hilke Maunder
Deutlich ist der Engpass zu erkennen. Foto: Hilke Maunder
Deutlich sind der Engpass und die Befestigungsreste zu erkennen. Foto: Hilke Maunder

Am linken Ufer der Rome sind Reste des Château des Maures erhalten, am rechten Ufer vom Fort de la Cluse Haute. Ebenfalls am rechten Ufer befindet sich die Kirche von Haute-Cluse.

Die Kirche von La Cluse Haute. Foto: Hilke Maunder
Die romanische Kirche von La Cluse Haute. Foto: Hilke Maunder

Tipp: Atemberaubende Aussichten

Von Les Cluses führt die D 71 vorbei an der Kirche von Haute-Cluse und alten Korkeichenhainen hinauf zum Col de l’Ouillat. Eine Schutzhütte mit sehr beliebtem Terrassenlokal eröffnet aus 920 Metern Höhe weite Ausblicke.

Das Aussichtslokal des Col de l'Ouillat (Coll de l'Ullat). Foto: Hilke Maunder
Das Aussichtslokal des Col de l’Ouillat (Coll de l’Ullat). Foto: Hilke Maunder

Nur 300 Meter von der Berghütte entfernt beginnt eine barrierefreie Wanderung durch den Bergwald der Albères. Mit Mitteln der EU wurde er so angelegt, dass auch Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte ihn erleben könnten. Unterwegs gibt es Erklärungstafeln sowie Sitzgelegenheiten mit unterschiedlicher Höhen bei den Sitzflächen.

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Der  Wald ist hier ganz anders als sonst in den Ostpyrenäen.  Korsische Lariciokiefern, uralte Buchen und Farne klammern sich hier an den Fels. Der Waldweg endet an einer Aussichtskanzel, an der euch die Ebene des Roussillon zu Füßen liegt und das Mittelmeer am Horizont funkelt. Paradiesisch!

Der Blick vom <em>Col de l'Ouillat</em> auf die Ebene des Roussillon. Foto: Hilke Maunder
Der Blick vom Col de l’Ouillat auf die Ebene des Roussillon. Foto: Hilke Maunder

Auf dem Hin- und Rückweg kommt ihr bei der kurzen Wanderung an einer Brunnen-Quelle vorbei, die der Schäfer Manuel mit einem Herz einfasst hat. Picknicktische laden dort zur Rast.

Die Brunnenquelle mit den Picknicktischen. Foto: Hilke Maunder
Die Brunnenquelle mit den Picknicktischen. Foto: Hilke Maunder

Le Perthus

Le Perthus. Foto: Hilke Maunder
Le Perthus. Foto: Hilke Maunder

Seit der Antike ist Le Perthus ein wichtiger Grenzposten. In der Römerzeit führte die Via Domitia das Tal der Rome hinauf zum Col de Panissars. Der Bergpass befindet sich einen Kilometer westlich von Le Perthus.

Le Perthus. Foto: Hilke Maunder
Le Perthus. Foto: Hilke Maunder

1984 wurden dort Großquader eines römischen Monuments freigelegt. Vermutlich handelt es sich um die letzten Überreste der Trophäe des Pompeius, die er nach seinem erfolgreichen Feldzug gegen Sertorius (71 n. Chr.) erbauen ließ.

Im Quartier Espagnol. Foto: Hilke Maunder
Im spanischen Teil von Le Perthuis. Foto: Hilke Maunder

Am 5. Februar 1939 flüchteten 20.000 spanische Republikaner vor Francos Truppen nach Frankreich. Heute lockt Le Perthus die Franzosen vor allem zum Einkaufen.

Die Hauptstraße von Le Perthus. Foto: Hilke Maunder
Die Hauptstraße von Le Perthus. Foto: Hilke Maunder
Wandbild im <em>Quartier Espagnol</em> von Le Perthus. Foto: Hilke Maunder
Wandbild im spanischen Teil Le Perthus. Foto: Hilke Maunder

Zur östlichen Seite der Hauptstraße bieten die großen Supermärkte Preise wie in Spanien. Tabak, Waschmittel und Parfüms, aber auch Oliven und Öl, Alkohol und Mode sind deutlich günstiger als im restlichen Frankreich. Denn dort seid ihr bereits in Spanien!

Der Eingang zum <em>Fort de Bellegarde</em>. Ihr könnt es besichtigen! Foto: Hilke Maunder
Der Eingang zum Fort de Bellegarde. Ihr könnt es besichtigen! Foto: Hilke Maunder

Denn mitten durch die D 900 führt die Landesgrenze. Noch preiswerter wird es in La Jonquera mit seinen riesigen großen Shoppingtempeln im Tal.

<em>Fort de Bellegarde</em>. Foto: Hilke Maunder
Fort Bellegarde. Foto: Hilke Maunder
Ein Wächterposten im <em>Fort de Bellegarde</em>. Foto: Hilke Maunder
Ein Wächterposten im Fort de Bellegarde. Foto: Hilke Maunder

Westlich der Hauptstraße thront das Fort de Bellegarde auf 420 Meter Höhe  über dem Ort. Die Grenzfeste, die Vauban 1679 für den Sonnenkönig Ludwig XIV. erbaute, lässt sich besichtigen.

Von dort droben bieten sich herrliche Ausblicke hinüber nach Spanien und bis zum Pech de Bugarach in den Corbières.

<em>Fort de Bellegarde</em>. Foto: Hilke Maunder
Fort de Bellegarde. Foto: Hilke Maunder
Der Ausblick Richtung Süden mit La Jonquera. Foto: Hilke Maunder
Der Ausblick Richtung Süden mit La Jonquera. Foto: Hilke Maunder

Die Pyramide am Rande der Autobahn schuf Ricardo Bofill. Er wollte damit direkt an der Grenze die Verbundenheit der beiden Katalonien symbolisieren. Von Bofill stammt auch das Antigone-Viertel in Montpellier.

Das Catalunya-Denkmal von Bofill. Foto: Hilke Maunder
Das Catalunya-Denkmal von Bofill. Foto: Hilke Maunder

Maureillas Las-Illas

Mehr als die Hälfte aller Bewohner von Maureillas Las Illas war noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit der Herstellung von Korkstopfen beschäftigt. Rund um die Gemeinde erstrecken sich noch heute ausgedehnten Korkeichenhaine.

In der Altadt von Maureillas. Foto: Hilke Maunder
In der Altadt von Maureillas. Foto: Hilke Maunder
Historische Fotografien erzählen auf den Fassaden von der Vergangenheit als Kork-Gemeinde. Foto: Hilke Maunder
Historische Fotografien erzählen auf den Fassaden von der Vergangenheit als Kork-Gemeinde. Foto: Hilke Maunder

Das Kork-Museum

Die Erinnerung an diese blühende industrielle Vergangenheit hält seit 1982 das Musée du Liège 1982 wach. Drinnen zeigt es eine einzigartige Sammlung alter Werkzeuge und Maschinen.

Das Kork-Museum. Foto: Hilke Maunder
Das Kork-Museum. Foto: Hilke Maunder

Die Sammlung erklärt, wie der Kork vom Baum geschält wird, ohne ihn zu beschädigen. Und zeigt auch den größten Korkstopfen der Welt. 240 cm x 130 Zentimeter ist er groß! Den Anschluss bildet die Besichtigung eines Kellers von 1920 mit seinen 25.000-Liter-Fässern.

Alte Korkeichen in den Albères. Foto: Hilke Maunder
Alte Korkeichen in den Albères. Foto: Hilke Maunder
Vorsichtig wird der Kork vom Stamm geschält, ohne den Baum zu beschädigen. Foto: Hilke Maunder
Vorsichtig wird der Kork vom Stamm geschält, ohne den Baum zu beschädigen. Foto: Hilke Maunder

Darüber hinaus birgt auch Maureillas-Las Illas mehrere sehenswerte Kirche aus der Zeit der (Vor-)Romanik.

Die Kapelle Saint Martin de Fenollar

In der Nähe der antiken Via Domitia errichteten Benediktiner aus Arles-sur-Tech im 9. Jahrhundert diese kleine Kapelle. Seit dem 12. Jahrhundert ist sie mit leuchtend farbigen Fresken geschmückt, die die Geschichte der Menschwerdung darstellen. Die gelten als wichtigste gemalte Dekoration der Romanik im Roussillon. Pablo Picasso und Georges Braques sollen bei ihrem Besuch tief beeindruckt gewesen sein.

Die Kapelle von Saint-Martin-de-Fenollar. Foto: Hilke Maunder
Die Kapelle von Saint-Martin-de-Fenollar. Foto: Hilke Maunder

Die Kapelle Saint Michel de Riunoguès

Die kleine vorromanische Kirche, aus dem 9. /10. Jahrhundert  birgt im Innern ein Banc de Justice und ein merkwürdig geformtes Altarbild, das den heiligen Michel darstellt, der den Teufel tötet.

Céret

Der Blick von der <em>Ermitage Saint-Ferreol-de-Ceret</em> auf Céret und das Massiv der Alberes. Foto: Hilke Maunder
Der Blick von der Ermitage Saint-Ferreol-de-Ceret auf Céret und das Massiv der Albères. Foto: Hilke Maunder

In Céret endet das Masssiv der Albères. Dort beginnt der Vallespir, über dem der heilige Berg der Katalanen wacht: der Canigou (Canigó). Das berühmten Malerstädtchen der Kubisten, aus dem die ersten Kirschen des Jahres kommen, habe ich hier ausführlich vorgestellt.

Jenseits der Brücken über den Tech grüßt der Canigou. Foto: Hilke Maunder
Jenseits der Brücken über den Tech grüßt der Canigou. Foto: Hilke Maunder

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Eine alte Gasse in Laroque-les-Albères. Foto: Hilke Maunder
Eine alte Gasse in Laroque-les-Albères. Foto: Hilke Maunder

 

Merci fürs Teilen!

2 Kommentare

  1. Liebe Hilke,
    vielen Dank für Deinen tollen Artikel über meine zweite Heimat.
    Er beschreibt alles, was ich an dieser Gegend so liebe und warum ich hier wohne.
    Es ist eine Region Frankreichs, geprägt durch die Geschichte, den katalanischen Ursprung und die Pyrenäen,
    einen unvergleichlichen Charakter und Charme hat.
    Bisous
    Thea

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