Lesetipps: ein Trio für den frankophilen Advent

Lesetipps

Advent ist Lesezeit: Ob Roman, Krimi, Herz oder Historie – hier kommen ein paar Buchtipps für die gemütlichen Abende, die der Herbst für uns bereit hält. Gute Unterhaltung mit viel Frankreich-Flair!

Spannung

Jürgen Heimbach, Die Rote Hand*

La Main Rouge, die Rote Hand, verübte  in den 1950er-Jahren immer wieder Anschläge in Europa und Nordafrika und wurde ab 1956 vermutlich vom Service de documentation extérieure et de contre-espionnage (SDECE) als Tarnung für  Sabotageoperationen und gezielte Attentate benutzt.

Anfangs nur gegen Unabhängigkeitsaktivisten aus Marokko, Algerien und Tunesien aktiv, gerieten zunehmend deutsche Waffenhändler ins Visier, die die algerische Nationale Befreiungsfront (FLN) belieferten.

Zu den Schlüsselfiguren gehörten der Hamburger Otto Schlüter und Georg Puchert, den Unbekannte 1959 mit einer Autobombe ermordeten. Erst mit der Unabhängigkeit Algeriens 1962 endeten die Anschläge.

Dieses vergessene Kapitel der deutsch-französischen Nachkriegsgeschichte wählte der  deutsche Schriftsteller Jürgen Heimbach als Kulisse für seinen Polit-Krimi um Arnolt Streich.

Der  ehemalige Fremdenlegionär hat nach Kriegsende einen mies bezahlten Job als Wachmann gefundet, raucht, trinkt und flüchtet sich vor der Welt in die tröstliche Stimme von Édith Piaf und mittwöchlichen Rendez-vous.

Beim Bier um die Ecke erfährt er von einem tödlichen Anschlag. Und wird aufgesucht von Männern, die seine Vergangenheit und seine Geldsorgen wegen verlorener Pferdewetten kennen. Und ihn unter Druck setzen. Wer mag, kann den spannenden wie knallharten Politik-Krimi aus den Fifties hier* bestellen.

Herz & Historie

Silke Ziegler, Die Frauen von der Purpurküste: Isabelles Geheimnis*

Mit ihren Krimis eroberte die Weinheimer Schriftstellerin eine große Fangemeinde. Mit der Purpurküsten-Trilogie wagte sie den Sprung in ein anderes Genre. Packend erzählt sie in den drei Büchern eine romantische, generationenübergreifende Geschichte.

Alle drei Bücher der Mini-Serie können auch einzeln für sich stehen und sind verständlich, ohne die anderen Bücher gelesen zu haben. Schauplatz der Trilogie ist Collioure an der Côte Vermeille, der Purpurküste von Okzitanien.

Protagonistin von Band eins der Trilogie, “Isabelles Geheimnis” ist Amélie, die bei einem Autounfall Mann und Kind verloren hat. Und sich von diesem Schicksalsschlag nicht erholen kann. Bis sie nach Südfrankreich reist, an den Glücksort der Kindheit und Heimat der Großmutter, die dort eine kleine Baguetterie betrieben hatte.

Und eine verbotene Liebe erlebt hatte, die Jahrzehnte überdauert – und erst kurz vor dem Tod noch einmal wieder aufblühen kann. Und auch Amélie kann dort ihren Schicksalsschlag überwinden, ein neues Leben aufbauen und eine beginnende Liebe erleben. “Isabelles Geheimnis”: ein Generationenroman, der auf vielen Ebenen berührt, das Flair des Südens einfängt und allen, die beim Lesen gerne Herz und Historie verschmelzen lassen, puren Lesegenuss bietet: Rosamunde Pilcher à la française! Wer mag, kann den ersten Band der Trilogie hier* bestellen.

Marie-Hélène Lafon, Die Annonce*

“Bauer sucht Frau” ist seit Jahren ein Thema, das auch Frankreichs Kreative aufgreifen. Nach dem fulminanten Erfolg des Erstlingswerk Je vous trouve très beau* (Sie sind ein schöner Mann*) von Isabelle Mergaut, der 2005 die Kinogänger in Frankreich begeistert, dekliniert nun Marie-Hélène Lafon in Die Annonce* diesen Topos.

Schauplatz bei ihr ist nicht der Vercors, sondern die Auvergne. Auch Lafons Held ist ein Bauer. Paul (46) betreibt auf 1000 Meter Höhe den familieneigenen Hof – mit der Schwester, die mit anpackt. Und zwei Onkeln.

Die einzige Unterhaltung ist das Fernsehprogramm. Und die wöchentliche Autofahrt. Paul will ausbrechen und sucht per Annonce eine Frau. Annette ist ein paar Jahre jünger, Aushilfskassiererin aus dem Norden Frankreichs, Mutter von Éric. Sie tauschen eine Handvoll Fotos aus, treffen sich auf halber Strecke. Annette wagt es, zieht zu ihm.

Der Empfang ist frostig, die Bergwelt rau, der Alltag hart. Und doch entfaltet die Pariser Autorin, deren Wurzeln im Cantal liegen, mit ihrem Duktus, der Melodie wird, Atmosphäre, Dichte und Nähe. Und erzählt vom Beginn einer zarten Liebe, die zu blühen beginnt. Wer mag, kann den Roman hier* bestellen.

Offenlegung

Die Verlage stellten mir sämtliche Titel kostenfrei zur Rezension zur Verfügung. Einen Einfluss auf die Bewertung hat dies nicht.

Merci für's Teilen!

3 Kommentare

  1. LIebe Hilke,
    vielen Dank für die Tipps und Informationen in deinem wunderbaren Blog.
    eine wirkliche Bereicherung für mich.
    Beim Lesen der Beschreibung des Buchs “die Annonce” kam mir sofort ein Film in Erinnerung, den ich vor Jahren bei Arte gesehen habe und der mich sehr beeindruckt hat.
    Er heisst “Sanfter Mann sucht Frau (Originaltitel L’annonce)” und gibt offenbar die Stimmung des Buchs und die Beschreibung der Menschen und Landschaft so gut wieder, dass ich den Zusammenhang mit dem beschriebenen Buchsofort gemerkt habe.
    Herzliche Grüsse und Danke für deine tollen Beiträge
    Angelika

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