Grenzhüpfer nach … Llívia

Mittelalter-Häuser aus grobem Naturstein prägen die Gassen und Straßen im alten Llívia. Foto: Hilke Maunder
Mittelalter-Häuser aus grobem Naturstein prägen die Gassen und Straßen im alten Llívia. Foto: Hilke Maunder

Mitten in Okzitanien versteckt sich  im Osten der Pyrenäen seit mehr als 300 Jahren eine katalanische Enklave auf französischem Boden: Llívia. Schuld daran ist der Traité des Pyrénées (Vertrag der Pyrenäen), der im Jahr 1660 neue Grenzen für die Königreiche Frankreich und Spanien setzte. Er teilte die Hocheben der Cerdagne (Cerdanya) in zwei Teile.

Alle 33 Dörfer östlich der Demarkation sind seitdem französisch. Doch Llívia hatte 1528 von Karl V. die Rechte einer Kleinstadt erhalten. Darauf pochte sie 1660 – und widersetzte sich der Neuordnung. Seitdem ist Llívia eine spanische Enklave auf französischem Boden.

Die Hochebene der Cerdagne. Foto: Hilke Maunder

Doch so richtig glücklich ist Bürgermeister Elies Noa nicht über die Einbindung in Spanien.Er kündigte daher für den 1. Oktober 2017 ein Referendum zur Unabhängigkeit an. 700 weitere Bürgermeister aus Katalonien planten ähnliches. Spanien reagierte prompt, erklärte die Abstimmung  für verfassungswidrig und kürzte die Finanzen der Region.

In der Altstadt von Llívia. Foto: Hilke Maunder

Katalonisches Unikum

Doch anders als im restlichen Katalonien kann die Armee nicht anrücken: Einzig eine neutrale Straße verbindet LIívia mit Spanien. Und während anderswo in Katalonien überall die Flagge der autonomen Region weht und gelbe Schleifen die Unabhängigkeit fordern, gibt sich Llívia verhalten.

Auch, um die Touristen nicht zu verschrecken, die aus dem nahen Font-Romeu oder aus Spanien herkommen und eintauchen in das mittelalterliche Ambiente eintauchen der Altstadt, die sich über der schmucken Durchgangsstraße erhebt. Direkt am Parkplatz findet ihr einen Plan für einen markierten Rundweg durch das alte Llívia.

Ein markierter Rundweg führt euch zu den sehenswerten Stätten des alten Llívia.

So kommt ihr auch zur Pfarrkirche und den Resten des antiken Kastells, das auf einem Hügel über Llívia thront. Als Iulia Lybica bewachte die römische Festung die Strata Ceretana, die von Narbonne aus durch das Hochtal des Segre-Flusses bis ins spanische Lleida führte.

Der Eingang zur Pfarrkirche und Reste der Stadtmauer. Foto: Hilke Maunder

Tiefer einsteigen in die Stadt- und Regionalgeschichte könnt ihr im Stadtmuseum, das neben der Pfarrkirche in einem der Verteidigungstürme der alten Stadtmauer residiert. Zu seinen Schätzen gehört auch das Inventar der Farmàcia Esteve aus dem Jahr 1415, die damit zu den  ältesten Apotheken Europas gehört.

Das Stadtmuseum neben der Pfarrkirche. Foto: Hilke Maunder

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An der Plaça Major. Foto: Hilke Maunder

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Feldstein und Holz: eine Gasse in der Altstadt. Foto: Hilke Maunder
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