Manoir d’Apreval: Cidre & Calvados von der Seine

Apfelernte für die Cidre-Herstellung. Foto: Hilke Maunder
Apfelernte für die Cidre-Herstellung. Foto: Hilke Maunder

Herbst in der Normandie. Am linken Ufer der Seine, nur wenige Kilometer von der Mündung entfernt, klettern Apfelhaine einen kleinen Hang empor. Die Luft riecht nach frischem Apfelduft. In der Ferne höre ich Maschinenlärm. Wird dort gerade etwa die neue Obsternte open-air verarbeitet?

Alte Apfelsorten wandern in den Cidre. Foto: Hilke Maunder

Ein Landstrich duftet nach Apfel

Ich fahre die Schotterauffahrt hinauf, parke hinter einer Scheune – und staune. Im gesamten Hof stapeln sich Holzkisten, randvoll gefüllt mit roten, huzzeligen Äpfeln, die nichts mit der Industrieware aus dem Supermarkt gemein haben, sondern noch ihren ursprünglichen Charakter bewahrt haben.

Die Apfelernte ist in vollem Gange. Foto: Hilke Maunder

Hautnah dabei beim Apfel-Pressen

Ein großer Schwung wird jetzt in den Trichter der Presse geschüttet und dort zerkleinert. Die Masse aus zerstoßenen Äpfeln schlagen nun zwei Kelterer in engmaschige Baumwolltücher ein, stapeln die  so entstehenden Päckchen übereinander und senken ein Brett, das den Stapel zusammendrückt.

Die geernteten Äpfel werden vorsortiert und gehäckselt. Foto: Hilke Maunder

Aus der Presse läuft nun der frischgepresste und aromatische Saft direkt in die im Keller lagernden Edelstahltank und Eichenholzfässer. Am liebsten würde ich mir jetzt ein Glas schnappen und trinken. Der frische Saft betört meine Sinne mit seinen Aromen.

In solchen Pressen wird der Saft aus den zerkleinerten Apfelstücken gepresst. Foto: Hilke Maunder

17 alte Apfelsorten verwendet Agathe Letellier vom Manoir d’Apreval für die Herstellung von Apfelsaft, Cidre, Pommeau und Calvados. Richtig lecker schmecken die Früchte jedoch nur flüssig. Beim Verzehr enttäuschen die Bio-Äpfel durch ihren hohen Tanningehalt. Schade!

Cidre, Calvados oder Picknickpause?

Cidre, Calvados udn Pommedau: das Angebot eines Cidre-Bauern. Foto: Hilke Maunder

Sämtliche Produkte des Familienbetriebs gibt es im Hofladen. Hausgemachter Cide und Calvados stapeln sich in den Regalen, aber auch andere Produkte der Region. Zum Hof gehört zudem ein wunderschöner Picknickplatz mit Blick auf die Apfelbäume und das Blau der Seine.

Calvados vom Manoir d’Apreval. Foto: Hilke Maunder

Ist das nicht ein toller Ort, um Gekauftes oder Mitgebrachtes an Holztischen im Freien zu verzehren? Meine Tochter freute sich über die riesige Wiese – Kinder dürften dort nach Herzenslust toben.

Auch köstlichen frischen Apfelsaft gibt es auf dem Apfelsaft. Foto: Hilke Maunder

Manoir d’Apreval: Info

Manoir d’Apreval, Pennedepie, 14600 Honfleur, Tel. 02 31 14 88 24, www.apreval.com
Mitte März bis Mitte November tgl. geöffnet ab 10 Uhr; Mittagspause!

Mehr Cidre erleben

Pays d’Auge

Was für ein Apfelland! Impressionen und Infos gibt es hier.

Château de Crèvecoeur

Alte einheimische Apfelsorten könnt ihr auch auf dem Château de Crèvecoeur entdecken, einem typisch normannischen Gut.

Route du Cidre

Ein 40 km lange Themenroute führt in der Normandie zu den Höfen der Cidre-Bauern. Hier habe ich sie vorgestellt.

Die Apfelbäume blühen –  ein Erlebnis! Foto: Hilke Maunder

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Im Blog

Alles über Cidre erfahrt ihr hier.

Die Route du Cidre bringt euch zu vielen kleinen oder größeren Cidrehöfen. Alle Infos dazu findet ihr hier.

Im Buch

Das ganze Land: MARCO POLO Frankreich*

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